Lee Lozano

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Lee Lonzano (* 5. November 1930 in Newark; † 2. Oktober 1999 in Dallas) war eine amerikanische Malerin, Konzept- und Performance-Künstlerin. Nachdem sie sich 1971 von der Kunstwelt abgewandt hatte, wurde ihr Werk erst nach ihrem Tod von einem breiteren Kunstpublikum wiederentdeckt.

Leben[Bearbeiten]

Lozano wurde als Leonore Knaster geboren. Sie studierte ab 1948 Philosophie und Naturwissenschaften an der University of Chicago, und schloss ihr Studium dort 1951 mit dem Bachelor of Arts ab. Sie heiratete 1956 den Architekten Adrian Lozano, dessen Namen sie annahm. Sie studierte bildende Kunst am Art Institute of Chicago, wo sie 1960 den Master of Fine Arts erhielt. Im folgenden Jahr zog sie nach New York City, wo sie recht schnell Anschluss an die Kunstszene fand.

Sie beschäftigte sich in ihren Arbeiten mit Themen wie kultureller Identität, insbesondere der Konstruktion von Weiblichkeit, sowie mit dem Kunstbetrieb selbst. Sie arbeitete als Malerin sowohl figürlich (aber auch schon mit Textpassagen), als auch konzeptuell-abstrakt, in ihrem bekanntesten Werk, den elf großformatigen Gemälden der Wave Series (1967-1970).

Lozano hatte Erfolg in der Kunstwelt: sie nahm 1964 und 1965 an Gruppenausstellungen in Dick Bellamys Green Gallery teil, ihrer ersten Einzelausstellung in der Bianchini Gallery 1966 folgten 1969 Gruppenausstellungen in der Dwan Gallery (Language III) und bei Paula Cooper (Number 7) und 1970 eine Einzelausstellung im renommierten Whitney Museum of American Art, als die Künstlerin 40 Jahre alt war. Trotzdem war sie, wie die Konzeptkunst überhaupt, radikal gegen die Praktiken der Kunstwelt eingestellt. Sie stellte darüber hinaus ihre eigene Stellung in der Kunstszene ebenso radikal in Frage. Eines ihrer bekanntesten Werke ist das Konzeptkunstwerk General Strike Piece:

„GENERALLY BUT DETERMINEDLY AVOID BEING PRESENT AT OFFICIAL OR "UPTOWN" FUNCTIONS OR GATHERINGS RELATED TO THE "ART WORLD" IN ORDER TO PURSUE INVESTIGATIONS OF TOTAL PERSONAL AND PUBLIC REVOLUTION. EXHIBIT IN PUBLIC ONLY PIECES WHICH FURTHER SHARING OF IDEAS & INFORMATION RELATED TO TOTAL PERSONAL & PUBLIC REVOLUTION.“

Lee Lozano: General Strike Piece[1](8. Februar 1969)

Es wird allgemein angenommen, dass sie um 1972 nach Dallas zog, nach einem Aufenthalt und einer Ausstellung in London (1971). Nach Aussage ihres Cousins erschien sie aber erst 1982 in Texas. Ihre Verbindung zur New Yorker Kunstwelt brach Anfang der 1970er Jahre ab, ihre Aktion BOYCOTT WOMEN (1971) war ein letzter Schritt. Lozano starb 1999 in Dallas im Alter von 68 Jahren an Krebs.[2] Nach einer Einzelausstellung im P.S.1 im Jahr 2004 erfolgte die Wiederentdeckung Lozanos in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Teilnahme an Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersetzung: Vermeide es allgemein und entschlossen, bei offiziellen oder ‚gehobenen‘ Anlässen oder Empfängen anwesend zu sein, welche mit der ‚Kunstwelt‘ zu tun haben, und treibe statt dessen Untersuchungen der vollständigen persönlichen und öffentlichen Revolution voran. Stelle nur solche Werke öffentlich aus, welche den Austausch von Ideen & Informationen zur vollständigen persönlichen & öffentlichen Revolution fördern.
  2. Roberta Smith: Lee Lozano, 68, Conceptual Artist Who Boycotted Women for Years. In: New York Times, Obituaries, vom 18. Oktober 1999. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  3. Lee Lozano: No Title, 1969. Galerie Hauser & Wirth, London. 30. März - 5. Mai 2007. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  4. Lee Lozano: WIN FIRST DONT LAST, WIN LAST DONT CARE. 15. Juni - 27. August 2006 in der Kunsthalle Basel. Katalog erschienen 2006 im Schwabe Verlag, Basel. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  5. Lee Lozano: WIN FIRST DONT LAST, WIN LAST DONT CARE. 7. Oktober 2006 - 7. Januar 2007 im Van Abbemuseum, Eindhoven. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  6. Lee Lozano: Drawn from Life: 1961 - 1971. 22. Januar - 6. September 2004 im P.S.1 Contemporary Art Center, Long Island. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  7. documenta 12, Kassel. 16. Juni - 23. September 2007. Über die gezeigten Werke von Lee Lozano auf dem offiziellen documenta-Blog: Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  8. Wack! Art and the Feminist Revolution. The Museum of Contemporary Art, Los Angeles. The MIT Press, Cambridge 2007.
  9. WACK! - Art and the Feminist Revolution. Museum of Contemporary Art, Los Angeles. 4. März - 16. Juli 2007. Die Ausstellung wurde später im P.S.1 gezeigt. Online verfügbar (Abgerufen am 8. April 2008)
  10. What Is Painting? - Contemporary Art from the Collection. 7. Juli - 17- September 2007, In: MoMA - Museum of Modern Art, New York City. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  11. STUFF - International Contemporary Art from the Collection of Burt Aaron. 12. Mai - 29. Juli 2007, Museum of Contemporary Art Detroit. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  12. Das Kapital - eine Auswahl aus der Sammlung Rolf Ricke. 21. April - 26. August 2007. MMK, Frankfurt am Main. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  13. Dorothy Iannone und Lee Lozano: Seek the Extremes.... Kunsthalle Wien, 7. Juli - 15. Oktober 2006. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  14. Into me / Out of me. 25. Juni - 25. September 2006 im P.S.1 Contemporary Art Center, Long Island. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  15. Into me / Out of me. Kuratiert von Klaus Biesenbach. KW Kunstwerke Berlin, 26. November 2006 - 4. März 2007. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)
  16. Kurze Karrieren. Kuratiert von Susanne Neuburger und Hedwig Saxenhuber. 20.Mai bis 1.August 2004, MuMok Factory, Wien. Mit Stephen Kaltenbach, Christine Kozlov, Lee Lozano, Konrad Lueg, Karel Miller, Jan Mlcoch, Hilka Nordhausen, OHO, Verena Pfisterer, Charlotte Posenenske, Petr Štembera, Goran Trbuljak. Katalog erschienen bei Koenig 2004, ISBN 3-88375-855-8
  17. Afterimage: Drawing Through Process. Contemporary Arts Museum Houston, 13. Mai - 16. Juli 2000. Gezeigte Künstler: William Anastasi, Mel Bochner, Agnes Denes, Nancy Grossman, Robert Grosvenor, Marcia Hafif, Eva Hesse, Nancy Holt, Barry LaVa, Sol LeWitt, Lee Lozano, Sylvia Plimack Mangold, Gordan Matta-Clark, Robert Morris, Bruce Nauman, Robert Overby, Yvonne Rainer, Dorothea Rockburne, Alan Saret, Joel Shapiro, Robert Smithson, Michelle Stuart, Richard Tuttle and Jack Whitten. Online verfügbar (Abgerufen am 7. April 2008)