Legau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Legau
Legau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Legau hervorgehoben
47.85638888888910.13667Koordinaten: 47° 51′ N, 10° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Illerwinkel
Höhe: 667 m ü. NHN
Fläche: 36,35 km²
Einwohner: 3170 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87764
Vorwahlen: 08330, 08394 (Maria Steinbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 165
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
87764 Legau
Webpräsenz: www.legau.de
Bürgermeister: Franz Abele (CSU)
Lage des Marktes Legau im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Legau
Mariensäule und Pfarrkirche
Wallfahrtskirche Maria Steinbach
Lehenbühl

Legau ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Illerwinkel.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Legau liegt zwischen der Iller etwa 20 km südlich von Memmingen und 24 km nördlich von Kempten in der Region Donau-Iller in Mittelschwaben auf der ungefähr 36 Quadratkilometer großen Legauer Hochfläche.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Legau und Maria Steinbach.

Zum Markt Legau gehören unter anderem die Orte Legau, Aigholz, Ampo, Außerlandholz, Bettrichs, Engelharz, Graben, Greiters, Hofstatt, Hub, Kaltbronn, Kraivogels, Lausers, Lehenbühl, Maien, Mannschwenden, Maria Steinbach, Oberlandholz, Oberwitzenberg, Straß, Unterlandholz, Moos, Felben, Bettrichs, Unterwitzenberg und Voglers. Lehenbühl ist baulich mit Legau zusammengewachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Legau kommt vermutlich von leage, was die breite Au bedeutet. Später auch LLegoe, Legauw und Legaw genannt.

Mehrere kleine Steinzeitfunde, die im Memminger Museum zu besichtigen sind, weisen auf eine sehr frühe Besiedlung der Legauer Hochfläche hin. Die ältesten Weilernamen wie Hofstatt, Strimo, Weno, Witzenberg und Felben gehen vermutlich auf die Keltenzeit zurück. Auch wurden verschiedene Münzen aus der Römerzeit gefunden. Die bekannteste stammt aus dem Jahr 337 und ist im Maximilianmuseum zu besichtigen. Im Jahr 748 wurde Legau unter fränkischer Herrschaft dem Nibelgau zugeteilt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Legau 766 in einem Kaufbrief des Klosters St. Gallen, nach dem verschiedene Güter, Höfte, Huben und Waldungen der Legauer Gegend durch Kauf an St. Gallen kamen.

Im 14. und 15. Jahrhundert wechselte die Gemeinde mehrfach ihren Besitzer. 1448 wurde Legau mit der Herrschaft Ehrensberg-Hohentann von Fürstabt Pilgrim von Kempten um 3000 Gulden erworben. Bis zum Beginn der Säkularisation blieb Legau ein stiftkemptisches Lehen und wurde der Vogtei (ab 1642 Pflegamt) Hohentann zugeteilt. Im Jahr 1455 verlieh Kaiser Friedrich III. der Gemeinde das Marktrecht. Sie erhielt 1483 ein Dorfgericht und 1485 den Blutbann verliehen. Auf dem Galgenberg, nordwestlich von Legau, steht ein Gedenkstein. Bereits 1491 kam es zu Bauernunruhen im Markt. Diese endeten in einem Vergleich zwischen Abt und Bauern, der in Memmingen unterzeichnet wurde. Im Bauernkrieg 1525 stand Thomas Scherer aus Legau als Hauptmann an der Spitze des Legauer oder Altusrieder Haufens. Er wurde nach der Niederlage der Bauern hingerichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wütete die Pest in Legau. In den Monaten September bis Dezember 1628 starben 32 Männer, 46 Frauen und 44 Kinder, die auf dem Pestfriedhof bei Lehenbühl begraben wurden. 1632 kamen die Schweden nach Legau. Noch während des Krieges wurde das stiftkemptische Gebiet in sieben Pflegämter eingeteilt. Damit begann auch in Legau eine einschneidende Vereinödung, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts andauern sollte. Am 14. Februar 1704 lieferten sich im Spanischen Erbfolgekrieg, Franzosen und kaiserliche Husaren zwischen Legau und Raggen (Württemberg) ein Gefecht, bei dem 16 Franzosen fielen und 130 gefangengenommen wurden.

Mit dem Beginn der Säkularisation erhielt Legau seine Unabhängigkeit vom Fürststift Kempten und wurde am 1. Januar 1806 bayerisch.

Der Anschluss an die Eisenbahn nach Memmingen wurde am 23. Juni 1904 eingeweiht. Der Legauer Bahnhof bildete als Sackbahnhof das Ende der Strecke. Diese wurde am 28. Mai 1972 stillgelegt und bis 1975 beinahe komplett zurückgebaut.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform die bis dahin selbständige Gemeinde Maria Steinbach (Umbenennung am 28. Dezember 1954, früherer Name: Steinbach)[3] nach Legau eingemeindet.[4] Der Ort ist mit seiner bedeutenden Marienwallfahrt aus dem 18.Jahrhundert bekannt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2850 Einwohner[4]
  • 1970: 2955 Einwohner[4]
  • 1987: 2894 Einwohner
  • 2000: 3033 Einwohner
  • 2011: 3084 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. Januar 1838 durch König Ludwig I. von Bayern verliehen.

Blasonierung: „Im damaszierten schwarzen Feld ein goldenes Rutenbündel mit Beil als Symbol des Gerichts.“

Die Vorgeschichte zur Verleihung des jetzigen historischen Wappens für den Markt Legau und die spätere heraldische Bewertung mit teilweise abweichender Wiedergabe des Wappens in der Fachliteratur mögen als Indiz für eine vielleicht nicht ganz glückliche Wahl der Wappensymbolik gelten. Allein drei unterschiedliche Wappenvorschläge für das jetzige Wappen vermochten nicht zu befriedigen, so dass schließlich das Reichsheroldsamt diese durch einen eigenen und damit endgültigen vierten ersetzte. Dabei war wohl allen Beteiligten nicht mehr geläufig, dass der Markt Legau mit Sicherheit schon vor 1559 über ein eigenes Gemeindesiegel verfügte. Sowohl im früheren als auch im derzeitigen Wappen wird aber übereinstimmend auf die uralte einstige Gerichtsstätte Legau mit Dorfgericht von 1483 und Blutbann von 1485 symbolisch hingewiesen, die von Kaiser Friedrich III. verliehen wurde. Die Farben Schwarz - Gold nehmen Bezug auf das Wappen der Edlen von Hohenthann, die einstmals über die Ortsherrschaft Legau verfügten.

Dr. Klemens Stadler und Friedrich Zollhoefer äußerten im Buch „Wappen der schwäbischen Gemeinden“, Seite 180 oben, das das Wappen des Marktes Legau „der Stadt Rom besser angestanden hätte als einem schwäbischen Marktflecken“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Legau liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 15, im produzierenden Gewerbe 153 und im Bereich Handel und Verkehr 223 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 266 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 995. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 141 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.862 ha, davon waren 135 ha Ackerfläche und 2.727 ha Dauergrünfläche.

  • Windkraftanlage – 87764 Legau: Seit 1999 wird in ca. 1,5 km Entfernung östl. (ca. 118°) eine Windkraftanlage von einer Beteiligungs-Gemeinschaft von Legauern betrieben. Investition ca. 1,1 Mio DM. Nabenhöhe 78 m, Rotordurchmesser 44 m, Nennleistung 600 kW bei 43 km/h Windgeschwindigkeit. Elektrischer Ertrag: ca. 750.000 kWh/a. CO2-Ersparnis: ca. 443 t/a. Soviel emittieren ca. 460 VW-Lupo bei 12.000 km, das eine übliche Streckengrösse / Jahr darstellt.
  • Illerkraftwerk Maria Steinbach der Lechwerke Augsburg mit 25 Millionen Kilowattstunden Regelerzeugung pro Jahr

Bekannte Unternehmen[Bearbeiten]

  • In Legau ist der weltweit produzierende und ökologisch herstellende Lebensmittelhersteller Rapunzel Naturkost GmbH ansässig.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: 2 mit 125 Kindergartenplätzen mit 106 Kindern
  • Volksschule: 1 (Grund- und Hauptschule) mit 24 Lehrern und 337 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Legau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBahnstrecke Memmingen - Legau. Abgerufen am Mai 2009.
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 521.
  4. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Krippenbeschreibung von Arnulf Heckler. Abgerufen am 3. Dezember 2012.