Legion (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Legion
Originaltitel Legion
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Scott Charles Stewart
Drehbuch Peter Schink,
Scott Charles Stewart
Produktion David Lancaster,
Michel Litvak
Musik John Frizzell
Kamera John Lindley
Schnitt Steven Kemper
Besetzung

Legion ist ein apokalyptischer Fantasythriller aus dem Jahr 2010 von Regisseur Scott Charles Stewart, der zusammen mit Peter Schink auch das Drehbuch schrieb.

Handlung[Bearbeiten]

An einem 23. Dezember kommt der Erzengel Michael auf die Erde, mitten in die Stadt Los Angeles. Dort schneidet er sich seine Flügel ab, plündert ein Waffenlager und stiehlt einen Polizeiwagen.

Er macht sich auf den Weg zum Paradise Falls, einem Schnellimbiss mit Tankstelle und Werkstatt in der Nähe der Mojave-Wüste. Das Paradise Falls gehört Bob Hanson, der dort zusammen mit seinem Sohn Jeep lebt und es zusammen mit dem Koch Percy und der schwangeren Bedienung Charlie betreibt. Jeep ist in Charlie verliebt, den Vater ihres Babys kennt man nicht. Auch hat Jeep Albträume, in denen sie immer wieder vorkommt, und er fühlt sich für sie verantwortlich.

Zufällig macht Kyle im Schnellimbiss halt und trifft dort auf das Ehepaar Howard und Sandra Anderson sowie deren Tochter Audrey. Als das Fernsehsignal, das Radio und das Telefon ausfallen, machen sich die Personen im Schnellimbiss langsam Sorgen. Der nächste Gast, der das Lokal betritt, ist eine alte Frau, die zu einem Monster mutiert und Howard ein Stück Fleisch aus seinem Hals beißt, woraufhin Kyle sie mit seiner Schrotflinte erschießt, da Jeep sich nicht zum Abdrücken überwinden konnte. Der Versuch, Howard ins nächste Krankenhaus zu fahren, scheitert, da von zwei Richtungen gewaltige Fliegenschwärme auf sie zufliegen, die von Weitem noch wie Sturmwolken ausgesehen haben. Die Personen im Lokal müssen feststellen, dass sie von der Außenwelt isoliert sind.

Inzwischen kommt Michael im Paradise Falls an und erklärt die Situation: Da Gott genug hatte vom schlechten Verhalten der Menschen, wollte er seine Engel als Armee der Zerstörung auf die Erde schicken und den Untergang der Menschen einläuten. Dazu muss auch Charlies ungeborenes Baby getötet werden, da dieses der Erlöser der Menschheit sein soll. Michaels Aufgabe war es, das Baby zu töten, jedoch hat er im Gegensatz zu Gott den Glauben an die Menschheit noch nicht verloren und sich dem Auftrag Gottes widersetzt.

In der folgenden Nacht kommen am Lokal Hunderte von den Engeln Gottes besessene Menschen in Fahrzeugen an und versuchen, das Gebäude zu stürmen, um an das Baby zu kommen. In einer wilden Schießerei kann der erste Ansturm abgewehrt werden, doch beim nächsten Angriff nimmt ein Engel Besitz vom Körper eines Kindes. Bei dem Versuch, das vermeintlich harmlose Kind zu retten, wird Kyle von diesem getötet.

Derweil kommt Charlies Kind zur Welt. Michael erklärt Jeep, dass er in ihm den wahren Beschützer des Kindes sieht und beschwört ihn, dass das Kind unter allen Umständen überleben muss. Kurz darauf kündigen Trompeten das Erscheinen des Erzengels Gabriel an, der den Befehl Gottes, das Kind zu töten, nicht in Frage stellt und stattdessen Michael der Gehorsamsverweigerung beschuldigt. Er tötet Michael und die übrig Gebliebenen, nur Jeep, Charlie und Audrey können mit dem Kind in einem Auto fliehen. Doch Gabriel holt sie ein, und nach einem Handgemenge im Auto überschlägt sich das Fahrzeug, wobei Audrey getötet wird. Jeep und Charlie flüchten auf einen Hügel, wo Gabriel sie stellt und die Herausgabe des Kindes fordert. Er kann nicht verstehen, dass Jeep immer noch weiterkämpfen will, wo doch alle Hoffnung verloren scheint. Im letzten Moment kommt der als Sterblicher getötete Michael nun wieder als Engel zurück und stellt sich zwischen die Überlebenden und Gabriel. Gabriel kann nicht verstehen, warum Gott Michael offenbar seine Befehlsverweigerung verziehen hat. Michael erklärt, dass Gabriel zwar Gott das gegeben habe, was dieser wollte, aber er, Michael, habe ihm gegeben, was Gott brauchte. Gott sei auch enttäuscht von Gabriel, da er seinen Befehl zu Töten ohne diesen zu hinterfragen ausgeführt habe. Als Michael die Gelegenheit hat, Gabriel zu töten, lässt er von ihm ab und zeigt Gnade.

In der Schlussszene sieht man Jeep und Charlie, die anscheinend zusammengefunden haben, mit dem Baby in einem Auto davonfahren, den Laderaum voller Waffen.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Die Dreharbeiten begannen am 11. August 2008 und endeten am 12. Februar 2009. Gedreht wurde in New Mexico.
  • Kinostart in den USA war am 22. Januar 2010. In Deutschland erschien der Film am 18. März 2010, der Start im Österreich war am 30. April 2010.
  • Die Produktionskosten wurden auf 26 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Film spielte in den Kinos weltweit rund 68 Millionen US-Dollar ein, davon rund 40 Millionen US-Dollar in den USA und rund 0,3 Millionen US-Dollar in Deutschland.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film erhielt überwiegend negative Einschätzungen, wobei jedoch einige Aspekte positiv hervorgehoben wurden. So meinte Joe Leydon vom Branchenblatt Variety, „selbst wenn sich der Blut-und-Donner-Unsinn innerhalb einer übertriebenen Handlung auf einer gefährlichen Gratwanderung am Rande der Absurdität bewegt, bieten die bewundernswert geradlinigen Darstellungen der Hauptdarsteller genügend Gegengewicht und schaffen Neugierde und Sympathie“.[2] Die Einschätzung von Frank Scheck vom Hollywood Reporter war ebenfalls gemischt: „Die Handlung des Films ist ernsthaft dumm, aber Regisseur Scott Stewart beweist ausreichend Stil, indem er die Vorgänge tatsächlich unterhaltsam gestaltet.“ Scheck lobte weiterhin die Besetzung, namentlich Paul Bettany, dem er eine beeindruckende Präsenz bescheinigt.[3] Mike Hale von der New York Times ist erleichtert, dass die Action im Film erst gar nicht in die Gänge komme, da eine kurze Szene im Himmel wie eine College-Shakespeare-Aufführung wirke. Auch er lobt jedoch die Besetzung, die durch bleierne Dialoge und schwache Erzählkunst gebremst werde.[4] Einige Kritiken vertreten die Meinung, Legion sei blasphemisch und vermittle eine antichristliche Botschaft, indem Gott und Engel verfälscht dargestellt würden.[5][6][7][8][9][10] Die deutsche Kritik äußert sich ähnlich wie die US-amerikanische, etwa der film-dienst: „Trashiger Fantasy-Thriller mit biblischen Versatzstücken, der außer beachtlichen Visual Effects wenig zu bieten hat und sich in ziellosem Rumgeballere verliert.“[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=legion10.htm
  2. Joe Leydon: Legion Review – Read Variety's Analysis of The Movie Legion. In: Variety. Reed Business Information. 22. Januar 2010. Abgerufen am 22. Januar 2010.
  3. Scheck, Frank: Legion – Film Review. In: The Hollywood Reporter. Nielsen Business Media. 22. Januar 2010. Abgerufen am 22. Januar 2010.
  4. Mike Hale: Legion (2010). Movie Review. New York Times, abgerufen am 8. September 2010 (englisch).
  5. 'Legion' film a slap in the face to Christianity
  6. 'Legion': Profane, blasphemous boredom
  7. Geekgasm: Legion Who are the Good Guys Again?
  8. MovieGuide:Legion
  9. New Movie: "Legion" (The worst blasphemy I have ever seen.)
  10. Legion: An Anti-Catholic and Anti-Christian Film
  11. fd 39782