Legnica

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Liegnitz ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Siehe auch: Liegnitz (Begriffsklärung).
Legnica
Wappen von Legnica
Legnica (Polen)
Legnica
Legnica
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 56,30 km²
Geographische Lage: 51° 12′ N, 16° 10′ O51.20833333333316.160277777778Koordinaten: 51° 12′ 30″ N, 16° 9′ 37″ O
Höhe: 108 m n.p.m
Einwohner: 101.992
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 59-220
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: A4:DresdenKrakau
Schienenweg: BreslauŻagań
Nächster int. Flughafen: Nikolaus-Kopernikus-Flughafen Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 56,30 km²
Einwohner: 101.992
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1812 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0262011
Verwaltung (Stand: 2012)
Stadtpräsident: Tadeusz Krzakowski
Adresse: pl. Słowiański 8
59-220 Legnica
Webpräsenz: www.legnica.um.gov.pl

Legnica [lɛgˈɲitsa]?/i (deutsch Liegnitz) ist eine Großstadt in der Woiwodschaft Niederschlesien im südwestlichen Polen. Bedeutende Industriezweige sind die Textilindustrie und die Metallverarbeitung. Die kreisfreie Stadt Legnica ist Kreisstadt des Powiat Legnicki sowie Sitz des Bistums Legnica, einer römisch-katholischen Diözese. Bis 1945 war Liegnitz Hauptstadt des Regierungsbezirkes Liegnitz in der preußischen Provinz Schlesien.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Legnica liegt in der mittelschlesischen Ebene an der Mündung der Czarna Woda (Schwarzwasser) in die Kaczawa (Katzbach), rund 60 Kilometer westlich der niederschlesischen Hauptstadt Breslau und 80 Kilometer östlich von Görlitz in einer fruchtbaren Ebene.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Das kreisfreie Legnica wird vom Powiat Legnicki umgeben. Nachbargemeinden sind im Nordwesten Miłkowice (Arnsdorf), im Nordosten Kunice (Kunitz), im Südosten Legnickie Pole (Wahlstatt) sowie Krotoszyce (Kroitsch) im Südwesten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Legnica ist amtlich nicht in Stadtteile gegliedert, auch wenn die Namen der eingemeindeten Orte traditionell im Gebrauch sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Liegnitz um 1875

Die 1004 erstmals erwähnte Stadt war im 12. Jahrhundert Sitz eines Aufsitzbeamten eines größeren Anwesens, genannt Kastellan. Die Herzöge Boleslaw I. von Schlesien und dessen Sohn Heinrich I. von Polen residierten häufig in Liegnitz. Während ihrer Herrschaft wurden vermutlich die Holzgebäude innerhalb der Befestigung durch Steinbauten ersetzt. 1241 fand im nahe gelegenen Wahlstatt die Schlacht bei Liegnitz statt, in der Herzog Heinrich II. von Polen mit einem deutsch-polnischen Ritterheer von den Tataren der Goldenen Horde besiegt wurde. Auch die damals um die Burg liegende Marktsiedlung von Liegnitz wurde durch den Mongolensturm vernichtet. Heinrichs Sohn und Nachfolger Herzog Boleslaus II. von Schlesien legte zwischen 1242 und 1252 südwestlich der Burg eine neue Stadt nach deutschem Recht an, die er zum Residenzort des Herzogtums Liegnitz bestimmte und die ab 1261 auch Sitz eines Archidiakonats war. Zwischen 1281 und 1326 wurde die Stadt mit einem Mauerring befestigt.

Nach einem Brand 1338 wurde das Stadtgebiet erweitert und anschließend wiederum mit einer Mauer umgeben, die von vier Toren (dem Glogauer, dem Breslauer, dem Goldberger und dem Haynauer Tor) durchbrochen war. Die Stadt entwickelte sich zu einem kulturellen Zentrum mit drei bedeutenden Schulen: der Peters-, der Liebfrauen- und der Domschule. Herzog Wenzel I. gründete 1348 ein Kollegiatstift und bestimmte die Domvorstadt zu dessen Dotation. Seit 1352 besaß Liegnitz das Münzrecht, seit 1372 eine Erbvogtei. Während der Hussitenkriege drangen Ende April 1428 Hussiten auch in das Fürstentum Liegnitz ein und zerstörten Bunzlau, Goldberg und Haynau. 1430 wurde auch Liegnitz selbst geplündert, die Liegnitzer Burg wurde aber erfolgreich verteidigt.

Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche

1419 erlosch die direkte Liegnitzer Linie der Piasten mit Herzog Wenzel II.. Aufgrund einer von Herzog Ludwig I. und seinem Neffen Ruprecht I. 1379 bei ihrem böhmischen Landesherrn König Wenzel IV. erwirkten Gesamtbelehnung, mit der einem Heimfall ihrer Teilgebiete vorgebeugt werden konnte, konnte Herzog Ludwig II. von Brieg das Erbe Wenzels II. antreten. Nach dessen Tod 1436 erhielt seine Witwe Elisabeth von Brandenburg das Herzogtum Liegnitz als Leibgedinge. Ihr sollte als nächster Erbberechtigter Ludwigs II. Großneffe und Schwiegersohn Johann I. folgen, der seit 1441 als Herzog von Brieg amtierte. Da jedoch versäumt wurde, einen zwischen Ludwig II. und seinen drei Neffen geschlossenen Erbvertrag vom König Sigismund genehmigten zu lassen, sollte das Herzogtum als erledigtes Lehen an die Krone Böhmen fallen. Dadurch kam es nach Ludwigs II. Tod 1436 zu langjährigen Auseinandersetzungen, die den bis 1469 andauernden Liegnitzer Lehnstreit auslösten. Nach Elisabeths Tod 1449 wurde Liegnitz zwar an Johann I. übertragen, der sich jedoch gegen den Rat der Stadt Liegnitz nicht durchsetzen konnte. Er benutzte den Herrscherwechsel, um sich der Krone Böhmens unmittelbar zu unterstellen und so die Erhebung von Liegnitz zur Königsstadt zu erreichen. Nach dem Tod Johanns I. 1453 stürzten die Ritterschaft des Herzogtums sowie die Liegnitzer Zünfte das Regiment des Bürgermeisters Ambrosius Bitschen, der im selben Jahr enthauptet wurde. Anschließend erkannte der Rat der Stadt Johanns siebenjährigen Sohn Friedrich I. als Herzog von Liegnitz an. Unabhängig davon beabsichtigten die böhmischen Könige Ladislaus Postumus und Georg von Podiebrad, das Herzogtum als erledigtes Lehen einzuziehen. Deshalb gelangte Johanns Sohn Friedrich I. erst 1455 an die Regierung seines Herzogtums, das ihm allerdings erst 1469 durch Georg von Podiebrads Gegenkönig Matthias Corvinus, der Schlesien erobert hatte, als Lehen verliehen wurde.

Nach dem Tod des Herzogs Friedrich I. 1488 regierte seine Witwe Ludmilla, Tochter Georgs von Podiebrad, das Herzogtum bis 1499 für ihren unmündigen Sohn Friedrich II., der 1521 von seinem Bruder Georg I. das Herzogtum Brieg erbte und 1523 zudem von Johann Thurzo das Herzogtum Wohlau erwarb. 1522 führte er die Reformation in Liegnitz ein, wobei er vermutlich von Kaspar von Schwenckfeld beeinflusst wurde. Lediglich das Archidiakonat und das Benediktinerinnenkloster blieben katholisch. Friedrich gründete 1526 in Liegnitz die deutschlandweit erste protestantische Universität.[2][3] die jedoch, wegen der durch Kaspar Schwenckfeld ausgelösten religiösen Wirren, nur bis 1530 bestand.

Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Niedergang durch Raubrittertum und hohe herzogliche Forderungen. Auch im Dreißigjährigen Krieg hatte die Bevölkerung viel zu erleiden. Durch die Kriegsauswirkungen und die Pest von 1633 ging die Einwohnerzahl von rund 8000 auf etwa 2500 zurück.

Der letzte Liegnitzer Piastenherzog war Georg Wilhelm I., der 1675 fünfzehnjährig starb. Kaiser Leopold I. zog dessen Fürstentümer als erledigte Lehen ein und setzte in seiner Eigenschaft als König von Böhmen in Liegnitz einen residierenden Landeshauptmann ein.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg kam Liegnitz 1742 an Preußen. Durch die Einrichtung einer Kriegs- und Domänenkammer in Glogau, die auch für das Herzogtum Liegnitz zuständig war, ging die wirtschaftliche Bedeutung von Liegnitz zurück. Im Siebenjährigen Krieg kam es zu einer erneuten Schlacht bei Liegnitz, bei der ein preußisches Heer unter Friedrich II. das österreichische Heer unter Feldmarschall Leopold Graf von Daun schlug.

Blick auf die Altstadt mit dem Piastenschloss
Ehem. Piastenschloss
Blick vom Schloss auf St. Johannes

Auch in den Napoleonischen Kriegen wurde Liegnitz mit Kontributionen und Einquartierungen drangsaliert. Von der Säkularisation 1810 waren das Benediktinerinnen- und das Franziskanerkloster sowie das Propsteigebäude (Leubuser Haus) betroffen. Nach der Neuorganisation der Kreise im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress gehörte mit der Einführung der Regierungsbezirke zum 1. Mai 1816 die Stadtgemeinde Liegnitz im gleichnamigen Kreis in der preußischen Provinz Schlesien zum Regierungsbezirk Liegnitz.

Mit der Verlegung der niederschlesischen Verwaltung 1809 von Glogau nach Liegnitz sowie der nachfolgenden Industrialisierung erlebte die Stadt im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blüte, die auch zu einem raschen Anstieg der Bevölkerung führte. Zwischen 1844 und 1875 erhielt die Stadt Eisenbahnverbindungen mit den benachbarten schlesischen Städten sowie mit Dresden und Berlin. Bedeutung erlangte der intensive Gemüseanbau, der 1723 durch die Einrichtung einer Höheren Landwirtschaftsschule gefördert wurde. (Zweihundert Jahre später – 1925 – wurde daraus die Landwirtschaftliche Gemüsebauschule.) Bedeutung erlangten auch die Liegnitzer Textilerzeugnisse sowie ab 1849 der Klavierbau der Firma Eduard Seiler.

Zum 1. Januar 1874 wurde Liegnitz als dritte niederschlesische Stadt (nach Breslau und Görlitz) zum Stadtkreis erhoben. Der Landrat des Landkreises Liegnitz hatte weiterhin seinen Sitz in der Stadt. Mitte Juni 1898 kam es in der Amtszeit von Oberbürgermeister Ottomar Oertel aus nichtigem Anlass in der Stadt zu mehrtägigen Unruhen, welche einen Toten und mehrere Verletzte forderten und nur durch den massiven Einsatz von Militär beendet werden konnten. Diese Tumulte in Liegnitz waren die Ursache für beträchtliche Reformen in der Kommunalen Polizei Preußens ab 1898. Anfang 1898 wurde auch die elektrische Straßenbahn in Betrieb genommen.

Bei der Volkszählung von 1910 gaben in Liegnitz 95,86 Prozent der Bewohner Deutsch, 0,15 Prozent Deutsch und Polnisch, 1,27 Prozent Polnisch, 2,26 Prozent Wendisch und 0,19 Prozent Tschechisch als Muttersprache an.

Die Luftwaffe der Wehrmacht errichtete ab 1935 am Südrand der Stadt den Fliegerhorst Liegnitz. Zum 1. April 1937 wurden Teile der Gemeinden Alt Beckern, Groß Beckern, Hummel, Liegnitzer Vorwerke, Pfaffendorf und Prinkendorf aus dem Landkreis Liegnitz in den Stadtkreis Liegnitz eingegliedert.

Liegnitz gehörte bis 1919 und von 1938 bis 1941 zur preußischen Provinz Schlesien und von 1919 bis 1938 sowie von 1941 bis 1945 zur preußischen Provinz Niederschlesien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Liegnitz 1945 unter polnische Verwaltung und wurde zunächst in Lignica und später in Legnica umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde fast gänzlich vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen. Obwohl die Stadt bis auf Brandstiftungen der Rotarmisten nach der Eroberung nahezu unzerstört geblieben war, wurde die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt mit ihrer kleinteiligen Bebauung in den 1960er Jahren eingeebnet. Lediglich die Kirchen der Stadt, öffentliche Bauten, wie die beiden Rathäuser, die Ritterakademie und das Stadttheater sowie einige wenige Bürgerhäuser, wie die Heringsbuden, blieben als Fragmente der Altstadt bestehen, die daraufhin im sozialistischen Musterstil mit Wohnblöcken auf vereinfachtem Straßennetz neu angelegt wurde.

Zur Zeit des Kalten Krieges war Legnica der wichtigste Standort der Sowjetarmee in Polen und es war eine wichtige Schaltzentrale des Warschauer Pakts. Hier befanden sich der Stab der Nordgruppe der Truppen der Sowjetarmee – bis zur Verlegung nach Warschau und Świdnica 1984 - sowie das Oberkommando der Westrichtung des Warschauer Pakts, außerdem die 4. Luftarmee der sowjetischen Luftstreitkräfte. Von hier aus brachen die sowjetischen Truppen im August 1968 in die Tschechoslowakei auf. „Klein Moskau“ erstreckte sich über ein Drittel der Stadtfläche. Der Abzug der russischen Truppen war 1993 abgeschlossen.

Laut der polnischen Volkszählung von 2002 bezeichneten sich 94,96 Prozent der Einwohner als Polen, 0,31 Prozent als Ukrainer, 0,24 Prozent als Lemken und 0,11 Prozent als Roma.[4]

In Liegnitz befand sich der erste schriftlich dokumentierte Briefkasten 1633 am Haynischen Tor. Bekannt war Liegnitz auch mit der Pfefferkuchenspezialität Liegnitzer Bombe.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen von Legnica nach dem jeweiligen Gebietsstand:[5]

Bevölkerungsentwicklung
1844 1855 1880 1885 1890 1900 1905 1910
13.150 16.600 37.157 43.347 46.874 54.882 59.710 66.620
Bevölkerungsentwicklung
1925 1933 1939 1945 1960 1995 2000 2005
73.123 76.544 78.456 25.085 65.000 107.837 107.427 105.939

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein nach links gewendeter, goldener, doppeltgeschwänzter Löwe mit zwei gekreuzten silbernen Schlüsseln in den Pranken.

In dieser Form wurde das Wappen am 12. März 1453 vom böhmischen König Ladislaus Postumus verliehen und von Kaiser Friedrich III. bestätigt. Ungewöhnlich ist das in der Verleihungsurkunde beschriebene Oberwappen, das aus einer Krone und der darauf befindlichen gemeinen Figur des Schilds besteht („...auf dem schild ain gulden Cron und darinn das vordertail des Lewen haltend in der ainen phaten zwen Sluessel...“).[6] Die Schlüssel sind Attribute des heiligen Petrus, des Patrons der Stadtpfarrkirche, und finden sich bereits in älteren Stadtsiegeln.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Kupferschmelzhütte

Wie unter Geschichte dargestellt, spielte in früheren Jahrhunderten die Landwirtschaft und speziell der Gemüseanbau eine bedeutende Rolle. Im 19. und 20. Jahrhundert etablierten sich Betriebe der chemisch-pharmazeutischen Branche, metallverarbeitende Betriebe (vor allem Textilmaschinenbau), Bekleidungs- und Holzindustrie. Die großen Kupfererzvorkommen nördlich der Stadt wurden frühzeitig abgebaut und es entstand eine Kupferschmelzhütte, für die im Jahr 1960 eine Schmelzkapazität von 50.000 Tonnen/Jahr angegeben wurde.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das barocke Rathaus am Ring
Der Ring in Richtung Johanniskirche mit den Heringsbuden (Śledziówki)
Das Piastenschloss
Kathedrale St. Peter und Paul
  • Die gotische Kathedralkirche St. Peter und Paul (Kościół ŚŚ Piotra i Pawła), auch Oberkirche genannt, wurde 1329–1390 errichtet, mehrmals nach Brandschatzung wieder instand gesetzt, beispielsweise 1835 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel.[7] Die Restaurierung bzw. der Umbau der Kirche 1892–1894 nach einem Entwurf Johann Otzens führte zu grundlegenden Veränderungen vor allem für das Äußere. Die unvollendet gebliebene Hauptfassade wurde um einen Südturm mit neugotischem Turmhelm ergänzt und der Gesamtbau durch Verblendung mit neuen Backsteinen sowie neue Bauplastiken in seiner historischen Substanz zerstört. Dagegen blieb die wertvolle Innenausstattung der dreischiffigen Hallenkirche erhalten. Aus der Renaissance stammen das Liegnitzer Ratsgestühl von 1568, die Kanzel Caspar Bergers von 1586–1588 sowie zahlreiche Epitaphien. Barock ist neben dem Hauptaltar mit dem Gemälde Christi Himmelfahrt das Gehäuse der Orgel (1722–1725), ein Werk Ignatius Mentzels, das ein Instrument von 1894 der Firma Schlag & Söhne birgt.[8] Nachdem Herzog Friedrich II. 1522/23 in seinem Herzogtum Liegnitz die Reformation einführte, diente die Kirche als evangelisches Gotteshaus. Nach dem Übergang an Polen 1945 wurde sie den Katholiken übergeben. Seit 1992 dient sie als Kathedrale des neugegründeten Bistums Legnica.
  • Die älteste Kirche ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende Marien- oder Niederkirche (Kościół Marii Panny). Stärker noch als der Dom wurde ihre ursprüngliche gotische, mehrfach umgebaute Gestalt nach einem Brand 1824–1829 neugotisch überformt, es wurde eine Hallenkirche daraus. Sie besitzt aber auch ein üppiges barockes Orgelgehäuse von 1735.
  • Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist (Kościół Św. Jana Chrzciciela), im Jahre 1333 begonnen, wurde 1714–1720 vermutlich nach Entwürfen von Christoph Dientzenhofer und dessen Sohn Kilian Ignaz Dientzenhofer fertig gebaut. Südöstlich der Kirche befindet sich das Piasten-Mausoleum, das 1677–1679 als Stiftung der Herzogin Luise von Anhalt-Dessau errichtet wurde.
  • Das Piastenschloss war ab 1248 Hauptsitz der Herzöge von Liegnitz und Brieg. Nach einem Brand wurde es 1840 nach Plänen von Schinkel wiederaufgebaut, brannte jedoch im Februar 1945 völlig aus.
  • Das Alte Rathaus (Stary ratusz) wurde 1737–1741 im Barockstil errichtet.
  • Das Neue Rathaus (Nowy ratusz) wurde 1902–1906 nach einem Entwurf des Stadtbaurats Paul Oehlmann errichtet.
  • Die Ritterakademie wurde 1726 im Barockstil errichtet.
  • Parkanlagen

Museen[Bearbeiten]

  • Das Kupfermuseum im ehemaligen Haus der Leubuser Äbte wurde 1962 gegründet. Es befasst sich mit der Geschichte des Kupferbergbaus und des Werkstoffes Kupfer.[9]

Sport[Bearbeiten]

  • In der Stadt ist der Fußballverein Miedź Legnica aktiv, der 1991–1992 den Polnischen Fußballpokal erringen konnte. In der Saison 2010/11 spielte der Verein in der dritthöchsten polnischen Liga.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sonstige Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Legnica – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Legnica – Reiseführer

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. Siegfried Wollgast: Philosophie in Deutschland zwischen Reformation und Aufklärung, 1550–1650. Akademie Verlag, 1993, ISBN 3-05-002099-7.
  3. Roman Smolorz: Legnica (Stadt). Webseite der Universität Klagenfurt, abgerufen am 27. Februar 2011.
  4. Vgl. Polnisches Haupt-Statistikamt (GUS)
  5. Quellen der Einwohnerzahlen:
    1844: [1]
    1855: Liegnitz. In:  Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Bd. 10, Altenburg 1860, S. 368–369 (online bei zeno.org).
    1880, 1885, 1890, 1925, 1933, 1939: [2]
    1905: [3]
    1900, 1910: [4]
    1960: Meyers Neues Lexikon. Bd. 5, Bibliografisches Institut, Leipzig 1964, S. 325.
  6. Vgl. Otto Hupp:Die Wappen und Siegel der Deutschen Staedte, Flecken und Doerfer nach amtlichen und archivalisch. Quellen. Frankfurt a/M 1898.
  7. a b Meyers Neues Lexikon. Bd. 5, Bibliografisches Institut, Leipzig 1964, S. 325.
  8. Vgl. organy.art.pl; abger. am 10. Mai 2008.
  9. http://www.legnica.um.gov.pl/pl/site/kultura/muzeum_miedzi