Lehe (Bremerhaven)

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53.5716666666678.59666666666673Koordinaten: 53° 34′ 18″ N, 8° 35′ 48″ O

Lehe
Höhe: 3 m ü. NN
Fläche: 16,16 km²
Einwohner: 36.730 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1924
Postleitzahl: 27576
Vorwahl: 0471
Weddewarden Lehe Leherheide Mitte Fischereihafen (Bremerhaven) Wulsdorf Geestemünde Surheide Schiffdorferdamm Land Niedersachsen Weser Nordsee Stadtbremisches ÜberseehafengebietKarte
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Lage von Lehe in Bremerhaven

Lehe ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Nord der Stadtgemeinde Bremerhaven in der Freien Hansestadt Bremen.

Geografie[Bearbeiten]

Lehe am Ernst-Reuter-Platz mit Pauluskirche und Lessingschule

Der Stadtteil besteht aus den Ortsteilen Speckenbüttel, Eckernfeld, Twischkamp, Goethestraße, Klushof (mit Alt-Lehe), Schierholz und Buschkämpen. Die Gesamtfläche beträgt 16,16 km² und die Einwohnerzahl 37.082, was 2290 Einwohner pro Quadratkilometer entspricht.[1] Lehe liegt nahe der Mündung der Geeste in die Weser, unweit deren Mündung in die Nordsee. Der alte Ortskern liegt auf den Ausläufern der Hohen Lieth, die dem Ort vermutlich auch ihren Namen gab. Der zentral gelegene Stadtteil grenzt im Norden an die Stadtteile Weddewarden und Leherheide. Im Südwesten befindet sich der Stadtteil Mitte (das alte Bremerhaven), und dahinter im Süden der Stadtteil Geestemünde.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen von Lehe

Die Namen[Bearbeiten]

Lehe liegt auf dem Ausläufer der eiszeitlich gebildeten Hohen Lieth, dem Geestrücken zwischen Cuxhaven und Lehe, von dem sich wahrscheinlich der Name ableitet. Lehe wurde oft auch als Lee oder Le benannt. Der Name kann auch von den altsächsischen Silben lewa oder lio stammen. Der in Norddeutschland häufiger auftretende Ortsname findet sich u. a. auch in Lehe (Dithmarschen), Lehe (Emsland) in der Samtgemeinde Dörpen oder im Ortsteil Lehe in Bremen – Horn-Lehe.

Im Leher Wappen wurde seit 1589 auch zwei Sensenblätter aufgenommen. Die Sensen sind die bildliche Darstellung des Ortsnamens, da Leh die niederdeutsche Bezeichnung für Sense ist.

Die Ortsteilnamen[Bearbeiten]

Buschkämpen kommt vom norddeutschen Begriff Kamp und stammt wahrscheinlich vom lateinischen campus für Fläche, Feld, Flur oder Ebene; hier für ein durch Büsche abgegrenztes Gebiet.

Ekkernfelde wurde früher auch Eckerfelde oder Eggerfelde geschrieben. Die Vorsilbe Ekk stammt vom niederdeutschen egg und stand für Ecke oder Kante. Der Ortsteil Ekkernfelde liegt an der Ecke, also am Rande, von der Reidewischen (Reithwiesen).

Der Ortsteil Goethestraße wurde nach Johann Wolfgang von Goethe benannt.

Der Klushof oder die Klause (veraltet für eine Gaststätte) bei der Heiligen-Kreuz-Kapelle von 1477 der Leher Dionysiuskirche gab dem Ortsteil Klushof am Leher Klus seinen Namen. Der Ortsteil Schierholz hat seinen Namen von der Vorsilbe Schier, die früher für Scheiden (abscheiden) also Grenze stand. Der Flurname bestimmt also die Flur, die an das Spadener Holz (Wald) grenzte.

Speckenbüttel setzt sich zusammen aus Specken für Dammwege aus Buschwerk und Soden sowie aus Büttel, vom niedersächsischen bodil für Landgut.

Twischkämpe ist ein Kamp zwischen (twischen) den Feldern.

Mittelalter[Bearbeiten]

Oldenburg

Lehes älteste Besiedlung entstand auf dem Geestrücken an der heutigen Langener Landstraße. Schon in der Zeit der Karolinger kann eine Besiedlung angenommen werden. Sichernde Überlaufdeiche und dann Seedeiche werden ab 1100 bzw. ab 1200 angenommen. Friesische Siedler erhielten von den Grafen von Oldenburg und den Herren der Burg Bederkesa vererbbare Grundstücke. Die Kolonisten erhielten vom Erzstift Bremen die üblich gewährten Hollerrechte.

Lehe wird erwähnt[Bearbeiten]

Lehe wurde erstmals 1273/1278 urkundlich als dorpe Lee in einem Lehenregister der Grafen von Oldenburg erwähnt. Zum Kirchspiel Lehe gehörte eine Feldmark von um die 3000 ha Größe.[2] Am Anfang des 13. Jahrhunderts (um 1200, andere Quellen um 1100) wurde die Dionysiuskirche in Lehe errichtet.[3]

Seit dem Mittelalter bestand eine Kirchspielschule, die an der Südseite des Kirchhofs der damaligen Jakobikirche, später Dionysiuskirche, stand. Später wurde hier in der deutschen Schule im Erdgeschoss der Unterricht von einem Vikar, dann von einem Schulmeister aus Bremen erteilt. In der Lateinschule im Obergeschoss unterrichteten der Pfarrer und später ein Rektor sowie ein Schulmeister.

Flecken Lehe hat Bedeutung[Bearbeiten]

Der Flecken Lehe gewann eine überörtliche Bedeutung als Schiffsanlegeplatz an der Geeste, Amtssitz und Marktort mit minderstädtischen Rechten in einer Region, die ansonsten keinerlei Städte hatte. Der Markt fand in der Nähe der Geestefähre statt (Marktkreuz von 1610).

1310 findet Lehe Erwähnung, als ein Streit zwischen dem Propst Erpo Mule und den Einwohnern des Landes Wursten durch die Ritter von Bederkesa und Ritzebüttel auf dem Kirchhof der Dionysius Kirche geschlichtet wurde. Mindestens seit 1525 hatte der Flecken Lehe eine eigene Verwaltungsorganisation.[4]

Politisch stand das Gebiet an der Geestemündung lange im Widerstreit der Interessen des Erzbistums Bremen und dem Bremer Rat. So verbündet sich die Stadt Bremen 1326 mit dem Land Wursten gegen Lehe. 1399 stellte sich Lehe unter den Schutz des Erzbischofs von Bremen, um stadtbremische Machtbestrebungen abzuwehren. Im Konflikt zwischen Erzbischof und Land Wursten wurde 1408 die Stinteburg von den Wurstern zerstört.

Bremen

Gericht in Lehe[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung findet das Leher Gericht ab 1400. Die Oldenburger Grafen verpfändeten 1408 Wursten und Lehe an die Stadt Bremen. Und so schloss Lehe mehrfach – erstmals 1421 und dann 1435 und 1447 – Schutzverträge mit dem Bremer Rat, um wiederum den Machteinfluss des Erzbischofs zu verhindern. Im 15. Jahrhundert hatte die bremische Landgemeinde zwölf Geschworene. Der Vogt wurde durch Bremen bestimmt. Das Kirchspiel Lehe hatte zwei Bauernschaften mit je zwei Vierteln. Das Kirchspielgericht hieß Landgericht und stand unter dem Vorsitz eines Ratsherren. Auf dem Kirchhof fand das „offene“ Gericht statt, bis 1633 der Rat von Bremen im Büttel in Lehe ein Haus als Gerichtshaus kaufte, das als solches bis 1829 diente.

Leher Klus[Bearbeiten]

1477 bestätigte urkundlich ein Bremer Geistlicher, dass im Pfarrbezirk Lehe die Heiligen-Kreuz-Kapelle (Lage im Bereich der Stresemannstraße Nr. 197 bis 203) errichtet und ausgestattet wurde. Die einschiffige Kapelle ist in einem Dillich-Stich von Leha anno 1600 erkennbar mit der Bezeichnung die Clause auf einem Postkartenmotiv von 1901. Die Kapelle wurde auch als Leher Klus bekannt und die Straße Am Klushof erinnert daran. Sie wurde 1625 vermutlich durch einen Sturm zerstört. Sie lag nahe einem Hafen, der im Bereich des Philippsfields, der Stadthäuser und der Melchior-Schwoon-Straße vermutet wird.[5] Nach Abbruch der Kapelle entstand hier ein Friedhof, auf dem bis 1827 bestattet wurde.

Kämpfe mit Wursten und dem Erzstift[Bearbeiten]

Von 1484 und 1499 beteiligte sich Lehe erfolgreich an dem Kampf des Landes Wursten zur Abwehr des Herzogs Johann IV. von Sachsen-Lauenburg

Um 1500 (andere Quellen 1450) wurde der Ort Ganderse bei Speckenbüttel aufgegeben und die Einwohner in Lehe eingemeindet.
1511 kann Oldenburg verpfändeten Rechte am Einkommen wieder einlösen und bis 1852 behalten; Lehe bleibt aber hoheitsrechtlich bis 1648 beim Bremer Erzstift.

1517, 1518 und 1525 erlebte Lehe dreimal, wie die Truppen des Erzbischofs Christoph von Bremen das Land Wursten besiegten und das unbeteiligte Lehe dabei jeweils niederbrannten. 1526, nachdem der Erzbischof Wursten besiegt hatte, übernahm das Erzstift Bremen die Herrschaft in Lehe.
1532 verjagen die Leher die Wurster, welche widerrechtlich einen Deich auf Leher Gebiet bauen wollten.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Reformation und danach[Bearbeiten]

1534 schloss sich Lehe dem Vorbild Bremens (ab 1524/1531) folgend der lutherischen Reformation an, deren Territorien sich im Schmalkaldischen Bund vereint hatten.

1539 fand erstmals eine noch ältere Schule Erwähnung, die beim Kirchspiel von St. Jakobi/Dionysius angesiedelt war. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts gab es getrennt eine lutherische und eine reformierte Schule.

1547 verteidigen im Schmalkaldischen Krieg auch Leher Landsknechte die Stadt Bremen gegen die kaiserlichen Truppen. Plünderungen in Lehe durch die Kaiserlichen konnten durch Vermittlung der Grafschaft Oldenburg und Geldzahlungen vermieden werden.

Von 1568 bis 1587 erreichte Lehe, dass es keine „Türkensteuer“ an Bremen zahlen musste. 1588 wurde Lehe vom Bremer Rat gestattet zwei Jahrmärkte als Vieh- und Warenmärkte – im April/Mai und im September – abzuhalten.

Im Dreißigjährigen Krieg rückte Tilly 1627 in Lehe ein und durch Geldleistungen konnte der Ort eine dauerhafte Einquartierung vermeiden. Die Leher Schanze entstand 1639 in der letzten Geesteschleife vor der Mündung an der Weser auf Veranlassung des evangelischen Administrators und Erzbischof Friedrich II.. Sie hatte Erdbastionen. Sie wurde auf Bremer Veranlassung um 1648 geschleift, 1653 von den Schweden unter Königsmarck erneuert und 1672 zugunsten der Carlsburg aufgegeben.

Die Schwedenzeit[Bearbeiten]

Leher Wappen von 1689 vom Schulgebäude aus der Schwedenzeit

1648 kam auf Grund des Westfälischen Friedens das Erzbistum Bremen – und so auch Lehe – unter schwedische Hoheit. Da Bremen diese nicht anerkennen wollte, besetzten 1653 die Schweden auch Lehe und die Leher Schanze. 1654 wurde im Ersten Stader Vergleich dann endgültig besiegelt, dass Lehe Teil des schwedischen Herzogtums Bremen im Heiligen Römischen Reich wurde.

Die Carlsburg[Bearbeiten]

Die Schweden gründeten 1672 die nach König Carl XI. von Schweden benannte Festungsstadt Carlsburg an der Mündung der Geeste in die Weser (heute befindet sich hier die Hochschule Bremerhaven) auf Leher Gebiet. Die Leher Schanze wurde dabei aufgegeben. Johann Besser wurde vorläufiger Bürgermeister der Siedlung. 1675–1676 wurde die unvollendete Anlage von Land und See von Truppen aus dem Herzogtum Braunschweig und Lüneburg, Kurfürstentum Brandenburg, Bistum Münster, den Vereinigten Niederlande und dem Königreich Dänemark belagert und von den Dänen schließlich besetzt. Carlsburg wurde dabei Teil von Braunschweig-Lüneburg. Die Festung wurde 1683 abgebrochen und um 1700 wurden die letzten Kanonen nach Stade transportiert. Lehe verblieb (ab 1680) noch bei den Schweden. Um 1680 wurde die Alte Apotheke in Lehe gegründet.

Nach den Nordischen Kriegen[Bearbeiten]

Kur Hannover

1711 siegen die Dänen in den Nordischen Kriegen und besetzen auch Lehe. 1719 verkaufte Dänemark das Herzogtum Bremen an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg, aus dem später das Königreich Hannover wurde.

1713 gründete sich eine Stiftung, die eine Lateinschule baute.
Lehe hatte auch vorübergehend einen eigenen kleinen Hafen an der Geeste. Seine Lage war aber wenig geeignet, eine bedeutende Rolle zu spielen. Den Bau eines Hafens lehnte Hannover 1798 und erneut 1800 ab.

1753 (andere Quellen 1751) wurde zwischen Lehe und Geestendorf eine hölzerne Geestebrücke gebaut, die später den Namen Franzosenbrücke erhielt und bis in die 1950er-Jahre bestand.

Im Siebenjährigen Krieg kämpfte Hannover auf preußischer Seite und Lehe hatte die Belastungen aus feindlichen französischen Besetzungen von 1757 bis 1763 und danach die Einquartierungen von verbündeten britischen Truppen auszuhalten.

1800 bis 1900[Bearbeiten]

1801 brannten die Kirche und das Schulhaus ab. 1803 wurde die neu aufgebaute ev.-luth. Dionysiuskirche, im Volksmund Alte Kirche genannt, wieder geweiht.

Schulen: Der Schulunterricht aller Schulen erfolgte ab 1801 in angemieteten Räumen.
Die lutherische Schule trennte ab 1859 die Kinder nach Geschlecht. Die neue, lutherische Alte Postschule, mit sechs Klassenzimmern entstand 1861 hinter der alten, abgebrannten Schule. Neubauten kamen hinzu: 1871 die Marktschule, 1881 die die Neuenlandschule, 1885 die Deichschule, 1894 die Schule Leherheide, 1896 die Gärtnerschule und 1901 die Neue Marktschule.
1856 wurde für die reformierte Schule ein Klassenzimmerbau Am Markt unterhalten, 1871 hatte sie dort drei Klassen. 1886 entstand ein Neubau an der Reuterstraße.
Auch für die Lateinschule, die dann Rektorschule hieß, wurde nach dem Kirchenbrand 1856 das neue Schulgebäude Am Markt gebaut.
Die katholische Schule entstand 1879 in der Hafenstraße Nr. 99 mit Anbauten von 1903 und 1911.
Eine private Höhere Töchterschule gab es ab 1865 bis 1904 in Mieträumen in der Hafenstraße.

Die Bremer Franzosenzeit[Bearbeiten]

Leher Siegel von 1808

Die erste französische Besetzung durch Truppen Napoleons fand statt. Darauf zogen 1805 britische Truppen in Lehe ein. Erneut besetzten die Franzosen nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt und der Niederlage Preußens im Oktober 1806 Lehe. 1808 verbrennen durch einen Stadtbrand 144 Gebäude. Insgesamt sollen durch Stadtbrände in dieser Zeit 360 Häuser vernichtet worden seien. 1809 besetzten die Briten kurzfristig die Karlsburg und Lehe.

1810 wurde das Kurfürstentum Hannover – und somit Lehe – Teil des von den Franzosen kontrollierten neuen Königreichs Westphalen. Lehe gehörte ab 1811 als Teil des Département des Bouches du Weser zum ersten französischen Kaiserreich. Die fortschrittlichen französischen Gesetze u.a. zur Abschaffung der Leibeigenschaft und zur kommunalen Selbstverwaltung wurden eingeführt, Lehe wurde zum Verwaltungssitz des Arrondissements Bremerlehe. Im März 1813 begann ein Aufstand in Lehe, Blexen und Land Wursten; die Franzosen gaben die Besetzung der Karlsstadt auf. Der von den Franzosen eingesetzte Maire Dassel war nach Bremen geflohen und ein Leher Richter nahm das Amt des Bürgermeisters wahr. Britische Soldaten unterstützten Lehe. Die Franzosen unter General Saint-Cyr mit 700 Soldaten sowie Artillerie und Reiterei schlugen am 25. März die Aufständigen aus Lehe, Debstedt, Dorum und die Briten blutig an der Geestebrücke nieder, ermordeten die Gefangenen und danach Leher Bürger. Die Brücke wurde seitdem Franzosenbrücke genannt. Im November 1813 vertrieb der russische Oberst Rüdiger mit seinen Truppen die Franzosen und die Franzosenzeit endete. Der Franzosenstein von 1913 erinnerte an die „Schlacht an der Franzosenbrücke“.

Königreich Hannover

Lehe wieder bei Hannover und Bremerhaven entsteht[Bearbeiten]

1830 erbautes Wohnhaus für den ersten Leher Amtmann, Lange Straße 123
Lehes Altes Rathaus von 1865/1887/1907

1817 lehnte Hannover erneut die Pläne zum Bau eines Hafens ab, lediglich einige Duckdalben wurden im Bereich der Geeste als Schiffsanleger eingerammt. 1824 versuchte Oldenburg zu erreichen, dass nur Brake als Umschlagsplatz an der Unterweser anzusteuern sei. Die Verhandlungen ab 1825 zwischen Bremen und Hannover führten 1827 zum Staatsvertrag über den Verkauf des Geländes von dem heutigen Stadtteil Mitte an Bremen und 1828 zum Beginn der Hafenbauten.

Mit der Gründung Bremerhavens begann Lehes Aufstieg als Vorort der neuen, aber beengten Stadt. Viele Arbeiter wohnten im preiswerteren Lehe. 1827 wurde der Friedhof I an der Friedhofsstraße eingeweiht. Er löste die Kirchfriedhöfe an der Dionysiuskirche und am Klushof ab. Die Chaussee nach Bremerhaven (heute Hafenstraße) wurde 1829 ausgebaut und ein neues Gerichtsgebäude entstand.

Am 3. Juli 1831 wurde aus dem Gericht Lehe und dem Amt Stotel-Vieland (mit Geestendorf) das Amt Lehe gebildet. Hauptort des Amtes war der Flecken Lehe, der 1834 den Wunsch der Landdrostei in Stade ablehnte (!) das Stadtrecht zu erhalten. Ab 1839 bis um 1846 (in Leher Haide) wurde die Gemeinheit (Allmende) von 1687 Morgen (1 Morgen = 2.500 m²) als gemeinschaftlichen Eigentums aufgelöst und an die stimmberechtigten Leher Bürger aufgeteilt.

Lehe war Zollinland und Alt-Bremerhaven ein Zollausschlussgebiet, also vom Zoll verschont. Viele Leher kauften vergünstigt in Alt-Bremerhaven, ein Nachteil für den Handel in Lehe. Erst 1888 wurde das städtische Gebiet von Alt-Bremerhaven ohne den Freihafen durch ein Reichsgesetz an das Zollinland des Reiches angeschlossen. Der vier Meter hohe Bretterzaun zwischen Bremerhaven und Lehe verschwand. Ansonsten aber profitierte Lehe durch die Versorgung von Alt-Bremerhaven.

Zeitungswesen:

Kopfzeile der Bremerleher wöchentlichen Anzeigen Nr. 71/1843

1841 erschien die erste Zeitung, der Wöchentliche Anzeiger für Lehe, Umgebung und Land Wursten. 1842 kam in Lehe das Wochenblatt der Bremerleher heraus, bevorzugt mit Mitteilungen für Alt-Bremerhaven und von 1861 bis 1869 erschien das Volksblatt an der Nordsee; beide Zeitungen verlegte Paul Friedrich Lamberti. Die Provinzial-Zeitung war von 1853 bis 1926 zugleich der Anzeiger für den Königlichen Obergerichts-Bezirk Lehe. Verleger Leopold von Vangerow und Redakteur Otto Remmler übernahmen 1857 diese Zeitung. Die Leher Nachrichten kam ab 1882 im Verlag Schulze & Bissing in Lehe heraus. Das Leher Tageblatt war von 1897 bis 1901 nur ein Kopfblatt der Nordsee-Zeitung, die 1866 in Geestemünde gegründet wurde.


Nach 1848: Bei der Revolution 1848/49 fanden auch in Lehe Unruhen statt. Die konservative Führung aber strebte aber nur Verbesserungen für den „vornehmen Flecken“ an und versuchte den „Zuzug fremder Massen“ zu verhindern. Das angebotene Stadtrecht wurde erneut abgelehnt.

Alt-Bremerhaven gehörte kirchlich bis Ende der 1850er Jahre zu Lehe. 1850 wurden der Leher Altmarkt und der Friedhof II angelegt, der auch Alt-Bremerhavener aufnahm. Wegen der erhöhten Bautätigkeit entstanden 1850 an der Bütteler Straße /Batteriestraße als Kalkbrennerei die Kalköfen, die 1870 ihren Betrieb einstellten.

1851/52 entstand an der Langestraße 121 ein noch bestehendes Gebäude für das neue Amts- und Obergericht in Lehe und als Hannoversches Amtshaus. Lehe lehnt es erneut ab, Stadt zu werden. 1851 nahm von der Gaststätte Jägerhof aus der Postkutschenverkehr seinen Dienst auf. 1852 kam die dritte Brücke über die Geeste etwa im Bereich Streesemann-/Schwoonstraße, die 1894 nach der Begradigung der Geeste wieder abgebrochen werden konnte. 1853 wurde Schwonns Wasserturm im Stadtpark gebaut und 1902 vergrößert. Von Lehe aus erfolgte die Wasserversorgung in Bremerhaven. Der Altmarkt wurde 1854 vergrößert. Ein kleines Hospital entstand 1853 auf dem Süderfeld. Die Chaussee nach Dorum und Ritzebüttel wurde 1855 ausgebaut. 1859 gründete sich die Sparkasse des Fleckens. 1860 entstand der Arbeiterbildungsverein. 1861 konnte die Postschule neben der alten Schule an der Poststraße eingeweiht werden. Ab 1863 wurden die wichtigsten Straßen mit Öllampen, seit 1865 mit Petroleumlampen und ab 1894 mit Gaslampen beleuchtet. Eine Höhere Privat-Töchterschule gründete 1865 Helene Meyer im Haus des Fleckenvorstehers an der Hafenstraße 6. Daraus entwickelte sich 1904 die staatliche Höhere Töchterschule, die ab 1906 Kaiserin-Auguste-Viktoria-Schule, ab 1920 Städtisches Lyzeum zu Lehe und ab 1924 Staatliche Theodor-Storm-Schule Wesermünde hieß.

Preußen
Provinz Hannover

Lehe wurde Teil der preußischen Provinz Hannover[Bearbeiten]

1866 verlor das Königreich Hannover nach seiner Niederlage im Deutschen Krieg zwischen dem Deutschen Bund und dem Königreich Preußen und dessen Verbündeten seine Unabhängigkeit und wurde 1867 die preußische Provinz Hannover. In der Landdrostei Stade gab es acht Kreise, darunter den Kreis Lehe aus den alten Ämtern Lehe und Dorum.

Seit 1866 wurde die „Armenpflege“ nicht mehr alleine von der Kirche sondern auch vom Flecken durchgeführt. Ab 1868 erfolgte ein größerer Zuzug von Bürgern aus Mecklenburg uns Schlesien, nachdem im Norddeutschen Bund Freizügigkeit des Wohnortes und Gewerbefreiheit galten. Der Friedhof III wurde angelegt. 1873 kam die Landstraße von Lehe nach Otterndorf. 1869 gründete sich der Turnverein Lehe, 1889 die Leher Turnerschaft (LTS) und 1882 die Leher Nachrichten durch die Verleger Schulze & Bissing. 1885 entstand die Unterweser-Zeitung als Nachfolgeblatt. 1881 gründete der Gewerbeverein Lehe von 1873 eine gewerbliche Fortbildungsschule.

Am 1. Januar 1880 trat das Verfassungsstatut für Lehe als Magistratsverfassung mit einem Bürgermeister an der Spitze in Kraft. In Lehe gab es 1880 zwei Schulen mit 18 lutherischen und drei reformierten Klassen; eine Gewerbeschule wurde eingerichtet, die 1890 ihr eignes Gebäude an der Stormstraße erhielt. Die Pferdebahn von 1880 wurde 1896 bis nach Speckenbüttel verlängert und ab 1907 elektrisch betrieben.

1885 wurde nach der neuen preußischen Kreisordnung die Verwaltung durch Landdroste abgeschafft. Aus der Landdrostei Stade entstand der Regierungsbezirk Stade mit vierzehn neuen Kreisen. Lehe wurde Verwaltungssitz des Kreises Lehe mit dem nördlich der Geeste gelegenen Teil vom Amt Lehe und dem Amt Dorum. Landrat Geiger trat an die Spitze des Kreises. Die südlich der Geeste gelegenen Gebiete vom Amt Lehe kamen zum Kreis Geestemünde. 1886 bezog die reformierte Schule (heute Zwinglischule) ihr Schulhaus. 1887 eröffnete am Altmarkt das Hotel Stadt Lehe, das seit 1906 der Gastwirt Hinrich Seebeck führte.

Ab 1883 entstanden die Kasernen (u.a. Stadthaus VI) an der Kaiser-Wilhelm-Straße, heute Hinrich-Schmalfeldt-Straße. 1887 bzw. 1897 wurden Hafen- und Rickmersstraße ausgebaut. 1888 fand die Einweihung des Rathauses am Leher Markt statt, das ursprünglich als Armenhaus 1865 erbaut und das 1907 erweitert wurde. Seit 1973 hat hier die Bauverwaltung ihren Sitz. 1893 wurde die Gasanstalt gebaut. Ab 1890 wurde der Speckenbütteler Park durch Lehe angelegt. Der Buttelberg, ein alter Jedutenberg an der Batteriestraße, wurde 1893 abgetragen. 1894 nahm die Gasanstalt am Wischacker den Betrieb auf. 1899 entstand der Fußballclub Bremerhaven-Lehe, der sich bald darauf VfB nannte.

Schulen: Aus der Gärtnerschule von 1896 an der Gärtnerstraße wurde die Lutherschule. Die Rektorschule (erste Lateinschule) von 1713 am Altmarkt wurde 1897 aufgelöst. Die lutherische Marktschule erhielt 1900 einen Neubau mit 13 Klassen.

Feuerwehr: Lehe hatte zunächst eine Pflichtfeuerwehr. 1890 wurde am Leher Markt ein Feuerlöschhaus gebaut, welches bis 1912 zwei Mal erweitert wurde. 1893/95 übernahm die Freiwillige Feuerwehr den Brandschutz. 1903 entstand die Alte Feuerwache Lehe an der Auestraße. In Leherheide gab es ab 1909 eine Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr mit einem neuen Feuerwehrhaus von 1939 an der Mecklenburger Straße.

Bahn: Der Zollinlandbahnhof an der Moltkestraße wurde 1892 gebaut. 1896 entstand der Bahnhof Lehe an der neuen Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven und an der Bahnstrecke Bremerhaven–Bederkesa. Ein neues Bahnhofsgebäude kam 1914.

Morgenstern-Museum: 1896 legte Dr. Jan Bohls eine vorgeschichtliche Sammlung in einem Haus Hafenstraße 6 an und stellte sie aus. Der Verein Männer vom Morgenstern ergänzte die Sammlung. 1902 wurde die Sammlung an Geestemünde abgetreten und 1906 das Morgenstern-Museum gegründet, dass das Historische Museum Bremerhaven wurde.

Ab 1900[Bearbeiten]

Pauluskirche von 1905
Wasserturm von 1897
Amtsgericht von 1916

Von 1900 bis 1908 wurde die Unterweserwerft an der Geeste gebaut. Das Auesiel (Am Siel) wurde 1900 aufgegeben und die Aue zu einem neuen Siel im Bereich Auf den Sülten geführt. Von 1905 bis 1913 kam die Unterweser-Zeitung heraus, die später mit der Nordwestdeutschen Zeitung vereint wurde. Lehe beantragte 1906 das Stadtrecht, erhielt es aber erst 1920.

Schulen: Nach 1900 entstanden die traditionsreichen Leher Schulen, die Lessingschule von 1906 als Oberrealschule in der Hafenstraße, die Körnerschule I von 1908 in der damaligen Körnerstraße und die Pestalozzischule Bremerhaven von 1910 am Am Leher Tor in Bremerhaven an der Grenze zu Lehe. In Körnerschule B als Volkschule wurde seit 1912 unterrichtet.
Die private Höhere Töchterschule (Lyceum Lehe) in der Hafenstraße wurde 1904 von der Gemeinde übernommen und erhielt 1906 den Namen Kaiserin-Auguste-Schule. 1912 erhielt sie ein Gebäude Ecke Mühlenstraße/Lutherstraße. Daraus wurde dann die Theodor-Storm-Schule. 1907 übernahm der Flecken Lehe die Volksschulen von der Kirche und ab 1908 waren dafür Kreisinspektoren (Schulräte) zuständig.
Die katholische Kirche baute 1903 eine Bekenntnisschule an der Uhlandstraße (heute Deichschule); in dem Gebäude wurde 1919 auch eine Hilfsschule untergebracht. Die Fritz-Reuter-Schule wurde 1936 zm Polizeirevier umgebaut.

Kirchen: Die evangelische neugotische Paulskirche entstand ab 1902 auf dem Großen Blinkkamp; 1905 folgte der 75 Meter hohe Kirchturm. 1911 erfolgte der neugotische Bau der kath. Herz-Jesu-Kirche mit einem angrenzenden Schulbau nach Plänen von Jagielski aus Hannover. Eine Kapelle der Reformierten entstand 1911 an der Langen Straße.

Das Krankenhaus Lehe an der Wurster Straße (heute Gesundheitsamt) wurde 1906 fertig. 1907 kamen die ersten elektrischen Straßenlampen an der Hafenstraße und das Elektrizitätswerk Häkerstraße ging ans Netz. 1908 führte das Alexis an der Hafenstraße als erstes Kino Filme vor. Seit 1910 baute die Schiffbaugesellschaft Unterweser Fischdampfer an der Geeste. 1912 nahm der Schlachthof an der Schlachthofstraße seinen Betrieb auf. 1917 wurde an der Hafenstraße das Gebäude der Sparkasse und der Post nach Plänen von Wilhelm Preis und Jüngst (Düsseldorf) eingeweiht.

Heinrich Kuhlmann (1855–1922) wurde als langjähriger Stadtverordnetenvorsteher und Stadtrat 1920 Ehrenbürger von Lehe. Auf seine Initiative geht die Errichtung des Schlacht- und Viehhofs Bremerhaven-Lehe zurück. Auf Friedrich TimmermannEhrenbürger von Lehe – ging die Erweiterung des Speckenbütteler Parks in den 1920er Jahren zurück, den er bis zu seinem Lebensende (1928) betreute.

1920 erhielt Lehe das Stadtrecht als kreisfreie Stadt.
1924 verlor Lehe seine Unabhängigkeit und ging zusammen mit Geestemünde in die neue Stadt Wesermünde auf. 1924 wurden die Feuerwehren in Wesermünde im Stadtfeuerwehrverband zusammengeführt.

Bremen

Lehe kommt zu Wesermünde bzw. Bremerhaven[Bearbeiten]

Siehe auch: Wesermünde

1927 gab der Lehrer Hermann Schröder die Geschichte der Stadt Lehe heraus. Das Kino Capitol eröffnete 1927 an der Hafenstraße.

1929 wurde die Brücke über die Geeste für den ersten Abschnitt der Umgehungsstraße, der Stresemannstraße, gebaut. Nachdem an der Verbindung zwischen Lehe und Geestemünde von 1931 bis 1938 die Arbeiten ruhten, konnte ein Abschnitt der Straße der Freiheit – wie sie von 1933 bis 1945 hieß – bis 1939 durchgeführt werden. Erst in den 1950er Jahren kam der Durchbruch als B6 von der Melchior-Schwoon-Straße zum Flötenkiel in Richtung Langener Landstraße.

1939 wurde das zu Bremen gehörende Stadtgebiet von Bremerhaven (ohne das weiter Bremen gehörende Überseehafengebiet Bremerhaven) Teil der zur Provinz Hannover gehörenden preußischen Stadt Wesermünde.

Im Zweiten Weltkrieg war bei den Luftangriffen auf Wesermünde am 18. Juni 1944 und am 18. September 1944 auch der Stadtteil Lehe betroffen und verlor einen erheblichen Teil seines Gebäudebestandes. Am 7. Mai 1945 wurde Lehe durch britische und dann amerikanische Truppen besetzt.

Die Stadt Wesermünde wurde 1947 Teil des Bundeslandes Freie Hansestadt Bremen und kurz darauf in Bremerhaven umbenannt; Lehe war nun ein Stadtteil Bremerhavens.

Auf Initiative von ÖTV-Sekretär Karl Eggers (SPD) entstand ab 1949 die Eigenheimsiedlungen Auf dem Eckernfeld. 12.000 Mark kostete ein einfaches Haus. Bauträger war die Gewog. Eine Siedlergemeinschaft wurde 1950 gegründet und bis 1975 von Hermann Elzmann geführt. 1957 erhielt sie die Siedlung die Gaußschule. 1959 erhielt Lehe die Stadtteilbibliothek an der Breidenbachstraße.

In den 1980er und 1990er Jahren wurde im Stadtteil Lehe in dem Bereich von Frenssen-, Körner-, Kistner- und Hafenstraße im Rahmen der Städtebauförderung großflächig saniert. Die Fortsetzung der Stadtsanierung in Lehe erfolgte von 2000 bis 2006 im Rahmen des EFRE-Programms URBAN II der EU.

Am 31. Januar 1985 kollidierten über dem Industriegebiet Speckenbüttel zwei Phantom Kampfflugzeuge aus Wittmund. Ein Besatzungsmitglied und ein Arbeiter starben. Fünf weitere wurden schwer verletzt.[6]

1998 entstand wieder eine neue Freiwillige Feuerwehr in Lehe, nachdem nach 1947 diese Aufgaben nur von der Berufsfeuerwehr Bremerhaven wahrgenommen wurden.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1821: 1.545 Einwohner
  • 1833: 1.823 Einwohner in 283 Häusern[7]
  • 1839: 1.920 Einwohner, davon 1160 Lutheraner, 717 Reformierte, 5 Katholiken, 38 Juden[8]
  • 1855: 3.751 Einwohner in 510 Wohngebäude[9]
  • 1885: 10.955 Einwohner in 1043 Wohngebäude[10]
  • 1905: 31.826 Einwohner
  • 1924: 41.000 Einwohner
  • 1974: 42.265 Einwohner
  • 1995: 40.396 Einwohner
  • 2009: 36.730 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Alle Bürger – auch Initiativen, Gruppen und Vereine, Schulen, Kindergärten, Kirchgemeinde und anderer Einrichtungen – können in der öffentlichen Stadtteilkonferenz Lehe (STK) an der Gestaltung des Stadtteils mitwirken, und diese durch ihre Sprecher gegenüber dem Magistrat der Seestadt Bremerhaven und der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung vertreten. Die erste Stadtteilkonferenz fand am 5. September 1996 statt.

Ortsteile[Bearbeiten]

Ortsteil Speckenbüttel[Bearbeiten]

Geestbauernhof im Freilichtmuseum

Der Name[Bearbeiten]

setzt sich zusammen aus Specken für Dammwege aus Buschwerk und Soden sowie aus Büttel, vom niedersächsischen bodil für Landgut.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gehöfte des kleinen Ortes Ganderse, die über Knüppeldämme erreicht werden konnten, wurden um 1450 bis 1500 verlassen.

Der Schützenhof im Park entstand 1854, jedoch bereits seit 1835 fanden im Speckenbütteler Holz die Leher Schützenfeste statt. Schon der Schützenverein von 1848 pflanzte Büsche und Bäume, legte Wege an und stellte Bänke auf.

Das denkmalgeschützte Pulvermagazin Speckenbüttel, Siebenbergensweg 65, stammt von 1874/75. 1883 wurde ein Luther-Denkmal errichtet, das dort rund 80 Jahre stand.

Der 1888 angelegte Reitplatz wurde nach 1900 zur Radrennbahn umgebaut, die bis 1919 bestand.

1890 begann die Gestaltung des Speckenbütteler Holzes zum Speckenbütteler Park, in dem seit 1910 ein Freilichtmuseum für die bäuerliche Kultur der Region entstanden ist.

Die Pferdebahn von Lehe wurde 1896 nach Speckenbüttel verlängert und 1907 elektrifiziert. Sie fuhr bis 1982 durch die Parkstraße.

Um den Park siedelte sich weitgehend im 20. Jahrhundert gehobenes Bürgertum an. Dort wohnten 1950 bereits 2472 Menschen, 1974 dann 3503 und im Jahr 1999 noch 3271. Von den 3220 Einwohnern im Jahr 2008 waren nur 2 %  Ausländerl.

1923 eröffnete der Allgemeine Turn- und Sport-Bund (ATSB) auf dem Gelände der ehemaligen Radrennbahn seine Sportanlagen. Die Sportanlage der Leher Turnerschaft (LTS) wurde 1951 fertiggestellt. 1959 entstand das Freibad Speckenbüttel.

Das Gewerbegebiet Speckenbüttel im Nord-Westen entwickelt sich seit den 1980er Jahren. Auch der Hauptverschiebebahnhof Speckenbüttel1 ist ab 1982 im Bau. Ein neues, großes Umspannwerk für die Häfen ging in Betrieb.

1984/86 baute der Bauernhausverein Leheim Park eine Bockwindmühle, nachdem Vorgängermühlen 1942 und 1983 abbrannten. Das Weidenschloss im Park entstand 2003 als Projekt des Gartenbauamtes nach dem Entwurf des Architekten Marcel Kalberers. Der Hochseilgarten ergänzt seit 2003 das Freizeitangebot im „Gesundheitspark“, wie er aktuell auch genannt wird.

Eine interaktive Windenergieanlage in Speckenbüttel wird seit 2010 von der Hochschule Bremerhaven betrieben.

Sehenswürdigkeiten und Kultureinrichtungen[Bearbeiten]

Dionysius-Kirche (Alte Kirche) von 1200 bzw. 1803
Kalkofen von 1850

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Förderschulen[Bearbeiten]

  • Gaußschule III

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Amerikanische Schule
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Gaußschule I
  • Lutherschule
  • Marktschule

Oberschulen in Bremen[Bearbeiten]

  • Gaußschule II
  • Schule am Ernst-Reuter-Platz, ex Lessingschule
  • Schule Am Leher Markt

Berufliche Schule[Bearbeiten]

  • Werkstattschule

Sport[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sport in Bremen

Sportanlagen[Bearbeiten]

  • Nordsee-Stadion, Am Stadion 10
  • Stadthalle Bremerhaven, Melchior-Schwoon-Straße
  • Eisarena Bremerhaven, Melchior-Schwoon-Straße
  • Hallenbad 3, Am Stadion 10
  • FCB-Sportplatz und Sparta-Sportplatz (SC Sparta) Pestalozzistraße 55
  • Jahnwiese (TV Lehe), Wurster Straße 204
  • LTS-Sportanlage, Honholdstraße 1
  • Zollinland-Sportplatz, Kistnerstraße 54

Vereine[Bearbeiten]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Rickmers Reederei, Portal der Rickmerswerft von 1857

Wirtschaft[Bearbeiten]

Auf ehemaligem Leher Gebiet wurde der Hafen von Bremerhaven gegründet. Heute gehört das Hafengebiet jedoch zu den Stadtteilen Mitte bzw. zur Stadt Bremen.

Von der früheren Werftentätigkeit zeugt nur noch das Portal der Rickmerswerft

Die Verwaltung der Stadt Bremerhaven befindet sich mit den Stadthäusern größtenteils auf Leher Gebiet.

Die Nordsee-Zeitung hat ihren Hauptsitz in Lehe.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Am Bahnhof Bremerhaven-Lehe enden die Züge aus Richtung Bremen, in Richtung Cuxhaven hält hier die Nordseebahn.

ÖPNV[Bearbeiten]

BremerhavenBus bindet den Leher Bahnhof mit zwei Linien an, während das restliche Gebiet Lehes von nahezu allen Linien angefahren wird. Bis 1982 verkehrte außerdem noch eine Straßenbahnlinie vom Geestemünder Bahnhof über die Innenstadt und die Hafenstraße in Lehe bis zur Stadtgrenze Langen. Früher fuhr auch noch eine Linie von Wulsdorf über die Rickmersstraße in Lehe zum Leher Bahnhof.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Mit dem Auto ist Lehe über die ehemalige Bundesstraße 6, über die Bundesstraße 212 und über die Bundesautobahn 27 (Anschlussstelle Mitte und Überseehäfen) zu erreichen. Die Hauptdurchfahrtsstraßen des Stadtteils sind die Hafenstraße und die Stresemannstraße.

Bedeutende Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Am Leher Tor; hier war das alte Rathaus Lehe
  • Batteriestraße; Wohnstraße
  • Cherbourger Straße; Autobahnzubringer zur A 27
  • Ernst-Reuter-Platz; im Zentrum von Lehe
  • Flötenkiel; Weggabel nach Langen und Wursten
  • Gaußstraße; Wohnerschließungsstraße
  • Goethestraße;
  • Hafenstraße; zentrale Haupteinkaufsstraße
  • Langener Landstraße; Fernstraße nach Cuxhaven
  • Lange Straße; Siedlungskern des alten Lehes
  • Melchior-Schwoon-Straße; Verbindung zur Hafenstraße
  • Nordstraße;
  • Parkstraße am Speckenbütteler Park
  • Reuterdamm;
  • Rickmersstraße; Einkaufs- und Erlebnisstraße
  • Spadener Straße; Weg nach Spaden
  • Stresemannstraße; wichtigste Verkehrstangente
  • Wurster Straße; vom Flötenkiel zum Hafen und Weddewarden

DM[Bearbeiten]

Bremerlehe

„Bremerlehe“ war auf der Rückseite der 10-Mark-Scheine der letzten Serie (1989–2001) als Punkt des Triangulationsnetzes des Königreichs Hannover abgebildet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Alphabetisch geordnet

Literatur[Bearbeiten]

  • Urkundenbuch zur Geschichte der Stadt Bremerhaven. Bd. I: Lehe und Vieland im Mittelalter 1072–1500. bearbeitet von Bernd Ulrich Hucker, Gert Rosiejka und J. Bohmbach (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bremerhaven Bd. 3), Bremerhaven 1982.
  • Dieter Riemer: Grafen und Herren im Erzstift Bremen im Spiegel der Geschichte Lehes (Lehe im Mittelalter), Diss. Oldenburg, Bremerhaven/Hamburg 1995.
  • Dieter Riemer/Uwe Lissau: Vom Leher Vogt zum Amtsgerichtspräsidenten, Gerichtsvorstände in Bremerhaven-Lehe vom Mittelalter bis heute, Bremerhaven 2011.
  • Harry Gabcke, Renate Gabcke, Herbert Körtge, Manfred Ernst: Bremerhaven in zwei Jahrhunderten; Band I bis III von 1827 bis 1991. Nordwestdeutsche Verlagsgesellschaft, Bremerhaven 1989/1991, ISBN 3-927857-00-9, ISBN 3-927857-37-8, ISBN 3-927857-22-X.
  • Burchard Scheper: Die jüngere Geschichte der Stadt Bremerhaven, Bremerhaven 1977.
  • Burchard Scheper: Auf den Spuren der Geschichte, Bremerhaven 1983
  • Hermann Schröder: Geschichte der Stadt Lehe, Wesermünde 1927.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lehe (Bremerhaven) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • lehe.de – Private Stadtteilseite mit ausführlichem geschichtlichem Überblick

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Bremen: Bevölkerungsstand und Bevölkerungsbewegung, Stadtteil Lehe.
  2. Dieter Riemer: Grafen und Herren im Erzstift Bremen im Spiegel der Geschichte Lehes, S. 13. und S. 427ff, Oldenburg, Bremerhaven/Hamburg 1995.
  3. Ebenda S. 309ff.
  4. Hermann Schröder: Geschichte der Stadt Lehe, S. 151ff. Wesermünde 1927.
  5. Dieter Riemer: Spurensuche In: Nordseezeitung – Spezial Nr. 2, Bremerhaven 2006.
  6. http://www.chroniknet.de/daly_de.0.html?year=1985&month=1
  7. Gabcke, Bd. I, S. 25.
  8. Gabcke, Bd. I, S. 39.
  9. Gabcke, Bd. I, S. 73.
  10. Gabcke, Bd. I, S. 133.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lehe (Bremerhaven) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien