Lehramtsreferendariat

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Unter dem Lehramtsrefendariat versteht man umgangssprachlich den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Um ein Referendariat handelt es sich streng genommen nur, wenn der Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst abgeleistet wird. Gleichwohl werden oft alle Anwärter unabhängig von der angestrebten Laufbahn als Referendare bezeichnet. Im folgenden werden die Überbegriffe Vorbereitungsdienst und Anwärter anstelle laufbahnspezifischer Begriffe verwendet.

Die Beamtenanwärter im Bereich der Lehramtsausbildung/Lehrerausbildung tragen in den meisten deutschen Ländern die Dienstbezeichnung Studienreferendar (StRef), wenn sie für eine Laufbahn im höheren Dienst (Lehramt an Gymnasien oder beruflichen Schulen) ausgebildet werden, die Lehrer für den gehobenen Dienst die Dienstbezeichnung Lehramtsanwärter (LAA/LAAnw) oder Lehreranwärter (LAnw), meist mit einem Zusatz der Schulrichtung (zum Beispiel Realschullehreranwärter, Fachlehreranwärter). Der Vorbereitungsdienst (Referendariat) ist die „zweite Phase“ der Ausbildung zum Lehrer. Die Ausbildung findet ausschließlich im Beamtenverhältnis auf Widerruf statt, falls es sich um ein Referendariat handelt, anderenfalls in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis.

Die sogenannte „Erste Phase“ findet an Universitäten (nur noch in Baden-Württemberg teilweise auch Pädagogischen Hochschulen) statt. Während die erste Phase zum Ziel hat, die wissenschaftlichen Grundlagen sowohl in den Fächern als auch in den Berufswissenschaften, vor allem Erziehungswissenschaft, für professionelles Lehrerhandeln zu schaffen, richtet sich die Zweite Phase auf das praktische Lehrerhandeln auf wissenschaftlicher Grundlage.

Im Verlauf des Bologna-Prozesses stehen Veränderungen bei der Lehrerausbildung an.[1]

Ziel der Ausbildung[Bearbeiten]

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Das Ziel der Ausbildung ist das Erlangen der Fertigkeiten, die ein Lehrer braucht; der Anwärter soll unter anderem Stressbewältigungsfähigkeit zeigen, Planungskompetenz in Bezug sowohl auf seine Ausbildung sowie auf seinen eigenverantwortlichen Unterricht und natürlich eine solide Unterrichtsplanung vorweisen. An dieser letzten Fähigkeit werden durch die Examenslehrproben (auch Prüfungsunterricht/Prüfungslehrprobe genannt) und eventuell durch eine Ausbildungsnote (Vornote) die Leistungen direkt gemessen, denn von der Planung und damit verbundenen Durchführung von Unterricht hängt ab, ob und wie gut die Schüler etwas gelernt haben. Daher muss der Referendar sich sowohl im Bereich der jeweiligen Fachdidaktik - normalerweise für zwei Fächer - und in der Pädagogik beweisen, hat also üblicherweise einen Ausbilder und eine Seminarveranstaltung in jedem Bereich, insgesamt daher drei (Pädagogischer Betreuer, Ausbilder Fach 1, Ausbilder Fach 2).

Ablauf der Ausbildung[Bearbeiten]

Der Vorbereitungsdienst dauert für den höheren Dienst in der Regel zwei Jahre, ausgenommen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Sachsen. Dort dauert der Vorbereitungsdienst für Bewerber, die im Studium eine vom jeweiligen Land festgelegte Anzahl von Praktikumswochen absolviert haben, nur 18 Monate (in Baden-Württemberg auch für Bewerber ohne Praxissemester) bzw. 12 Monate (Sachsen)[2]. In Nordrhein-Westfalen und Hamburg dauert es in der Regel 18 Monate. Teilweise sind Verkürzungen des Ausbildungszeitraums unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Anwärter unterrichten, in den Ländern unterschiedlich geregelt, selbstständig bis zum Umfang etwa eines halben Lehrauftrages und absolvieren zusätzlich verschiedene Seminarveranstaltungen, in denen didaktische und pädagogische Kompetenzen erworben werden sollen. Die Einteilung ist grundsätzlich Hospitation, Ausbildungsunterricht, eigenständiger Unterricht.

Nach einer unterschiedlich langen Hospitationsphase - zwei bis sechs Monate (Baden-Württemberg) - unterrichten die Anwärter eigenständig, bezeichnet als „eigenständiger“ oder „bedarfsdeckender Unterricht“. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen entfällt diese Hospitationsphase, Referendare erteilen vom ersten Tag an eigenständigen Unterricht.

Meistens werden in den Seminaren verschiedene sog. „Bausteine“, die sich aus unterschiedlichen pädagogischen Themen zusammensetzen, erarbeitet bzw. besprochen. Solche Bausteine können beispielsweise Medienkompetenz oder Handlungsorientierung sein. Ferner werden fachspezifische didaktische Fähigkeiten geschult, zum Beispiel die Planung von Experimenten und Übungen. An Seminartagen werden Lehrbeispiele unter bestimmten Schwerpunkten analysiert oder theoretische Grundlagen für den Lehrerberuf gelegt (zum Beispiel Schulrecht und Staatsbürgerkunde). Durch Beratungsbesuche der Fachleiter während des Vorbereitungsdienstes sollen die Anwärter eine Rückmeldung über ihre Leistung erhalten. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion soll in diesen Beratungsgesprächen gewonnen werden und in der Hausarbeit über Planung, Durchführung und Reflexion einer mehrstündigen Unterrichtseinheit (teilweise sogenannte Examensreihe) unter Beweis gestellt werden. Die Ausbildung an den Seminaren findet in der Regel durch Lehrer, die jeweils ein Fach betreuen (Fachseminarleiter/Fachleiter) oder allgemein pädagogische und schulorganisatorische Betreuungsarbeit leisten (Hauptseminarleiter/Fachleiter), statt.

In der nächsten Phase folgt Ausbildungsunterricht, bei dem der Anwärter bei Anwesenheit des Fachlehrers seine Stunden erteilt und diese – im Idealfall – vor und nach der Stunde mit dem Fachlehrer bespricht. In einigen Ländern läuft der Ausbildungsunterricht bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes parallel zum eigenständigen Unterricht. Im eigenständigen Unterricht hat der Anwärter alle Aufgaben eines Lehrers, er erteilt den Unterricht alleine, entwirft Klassenarbeiten und Tests, gibt mündliche und schriftliche Noten und beantwortet an Elternabenden die Fragen der Erziehungsberechtigten. Das Pensum schwankt zwischen acht und siebzehn Stunden, in ähnlicher oder gleicher Höhe kommt jeweils der Ausbildungsunterricht hinzu. Lehreranwärter werden in den meisten Ländern von einem Betreuungslehrer (Mentor) zumindest in der Anfangszeit unterstützt.

Der Abschluss des Vorbereitungsdienstes erfolgt mit der zweiten Staatsexamen. Das Staatsexamen besteht aus verschiedenen Prüfungsteilen, dem Ausbildungsunterricht selbst, einer schriftlichen Arbeit, mindestens einem Prüfungsunterricht pro Unterrichtsfach und einer oder mehreren mündlichen Prüfungen, teilweise kommt noch eine Beurteilung durch die Schule hinzu. Die Examensnote wird aus den einzelnen Prüfungsteilen, die eventuell unterschiedlich gewichtet werden, gebildet. Das Erste Staatsexamen geht nicht in die Note des Zweiten Staatsexamens ein. Bei einer Bewerbung auf eine Stelle wird aber in allen Ländern eine Bewerbernote oder Leistungsziffer aus beiden Examina (eventuell verschieden gewichtet) ermittelt werden.

Anwärterbezüge[Bearbeiten]

Da die Besoldung Landesrecht ist, ergeben sich hier jedoch einige Schwankungen. Die Anwärterbezüge liegen je nach Eingangsamt bei etwa 1200 € brutto zzgl. eines Familienzuschlages bei Verheirateten und eventuell eines Kinderzuschlages. Eventuell wird noch ein Sonderzuschlag gewährt.[3] Bei diesem Einkommen werden allerdings bei Ledigen nur circa 40 Euro als Steuern einbehalten. Als Beamte auf Widerruf haben Anwärter für sich und ihre Angehörigen Anspruch auf Beihilfen in Krankheitsfällen, die einen Teil (50 % und in der Regel 70 % für Ehegatten und 80 % für Kinder) der Krankheitskosten abdecken. Der Rest kann mit einer privaten Krankenversicherung abgedeckt werden. Es ist auch möglich sich freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern. Diese trägt dann alle Kosten, allerdings entfällt der Beihilfeanspruch. Soweit Anwärter in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis oder in einem privatrechtlichen Beschäftigungsverhältnis als Angestellte ausgebildet werden, gelten für sie die allgemeinen sozialversicherungsrechtlichen Regelungen. In der Regel erhalten sie aber das gleiche Bruttogehalt wie Beamte.

Da die Anwärter Beamte auf Widerruf sind, haben sie keine Beiträge zu Arbeitslosenversicherung geleistet und damit auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Eventuell ist es möglich Arbeitslosengeld II zu beziehen.

Kritik am Vorbereitungsdienst[Bearbeiten]

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Der Vorbereitungsdienst wird von denen, die es absolvieren oder absolviert haben, häufig kritisch gesehen. Einer der Hauptkritikpunkte ist die enorme Belastung, die der Vorbereitungsdienst für fast alle Anwärter darzustellen scheint. Oft wird diskutiert, ob der Vorbereitungsdienst nicht von einem performativen Selbstwiderspruch geprägt sei: Der Anwärter werde angeleitet, einen interessanten Unterricht zu gestalten, der angeblich vorwiegend durch intrinsische Motivation funktionieren könne und in dem für die Schüler möglichst eine angenehme Lernatmosphäre herrschen müsse; genau das werde ihm aber durch ein Ausbildungssystem vermittelt, in dem vorwiegend mit Notendruck gearbeitet werde und in dem – selten eingestandenermaßen – das Austesten der psychischen Belastbarkeit im Vordergrund stehe. Akzeptiert man diese Aussagen, so wiegen sie als Kritik schwer: Sie bedeuten letztlich, dass die ausbildenden Pädagogen anders lehren, als später in der Schule gelehrt werden soll, dass sie also in ihrem Bereich ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen können oder wollen. Ein weiteres Problem ergebe sich für den Anwärter dann, wenn er zwischen den meist nicht offen ausgesprochenen, aber oft gegensätzlichen Auffassungen der Fachleiter und der Ausbildungslehrer seinen eigenen Stil finden solle. Von einigen Studienseminaren wird wochenplanfüllender eigenständiger Unterricht wegen seines geringeren Lernpotentials kritisiert. Eingeführt wurde er vor allem deshalb, um Stellen bei den voll ausgebildeten Lehrern einzusparen und somit Kosten zu senken.

Bemerkenswert ist, dass weder für den Beruf des Lehrers noch des Juristen eine qualifizierte Evaluation des Referendariats vorliegt.

Ursprung des Vorbereitungsdienstes[Bearbeiten]

Historisch lässt sich das Referendariat (Referendar: der, der aus – vorhandenen – Akten „referiert“) aus den preußischen Reformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts ableiten, und zwar vor allem als Reaktion des Staates auf die Neugründung der Universitäten durch Humboldt, der diesen Einrichtungen erstmals das Wissenschaftsprivileg zugestand. Damit waren die Universitäten in Forschung und Lehre frei und keiner staatlichen Reglementierung unterworfen. Es handelte sich bei dem Referendariat (ursprünglich nur für Juristen, und nur ein Jahr) um eine Einrichtung des Staates, für eine staatliche Eignung zu sorgen, in der Gesinnung wie in der Leistung. Folgerichtig ist das Referendariat im Kern bis heute keine reine Berufseingangsphase (auch wenn es solche Elemente geben mag), sondern eine dem unmittelbaren Zugriff der Staatsverwaltung unterworfene Institution im Gegensatz zur freien Lehre der Universität. Die oben aufgeführte Kritik führt genau hierauf den Widerspruch zwischen eigenständigem Unterrichten und Übernehmen der Ausbilderhinweise zurück.

Ablauf in den Ländern[Bearbeiten]

Baden-Württemberg[Bearbeiten]

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In Baden-Württemberg gibt es für den Vorbereitungsdienst keine Einstellungsbegrenzung, das heißt alle Bewerber werden ohne Rücksicht auf ihre Note eingestellt. Bei der Bewerbung können ein Wunschschulort und bis zu Wunschseminarorte in wertender Reihenfolge genannt werden. Die Zuteilung erfolgt zunächst nach dem Bedarf in den Fächern, bei gleichen Fächern nach Sozialpunkten (z.B. aus gesundheitlichen, familiären oder gesellschaftlichen Gründen).

Grund- und Hauptschulen[Bearbeiten]

Der Vorbereitungsdienst dauert drei Unterrichtshalbjahre, also etwa 18 Monate. Beginn ist der erste Unterrichtstag im Februar und Ende der letzte Schultag des folgenden Schuljahres. Die Ausbildung findet an staatlichen oder, vom Regierungspräsidium als Ausbildungsschule zugelassenen, staatlich anerkannten Grund-, Haupt-, Werkreal- oder Gemeinschaftsschulen statt und an einem Staatlichen Seminar statt. Die Dienstbezeichnung lautet Lehreranwärter bzw. Lehreranwärterin.

Gymnasium und berufliche Schulen[Bearbeiten]

Das Referendariat dauert eineinhalb Jahre. Der frühere zweijährige Vorbereitungsdienst für Referendare ohne Praxissemester (Studienbeginn vor 2000) wurde bis 2008 noch parallel angeboten. Referendare ohne Praxissemester werden seitdem ebenfalls im eineinhalbjährigen Vorbereitungsdienst ausgebildet. Das Nachholen des Praxissemesters und der ethisch-philosophischen Grundlagenseminare an den Universitäten wird dennoch empfohlen. An einigen Seminaren werden freiwillige Ergänzungsangebote für Referendare ohne Praxissemester angeboten. Für Lehramtsstudenten mit dem Fach Sport ist ein mindestens dreimonatiges Vereinspraktikum mit mindestens 24 Übungsdoppelstunden oder eine Trainer- oder Übungsleiterlizenz vorgeschrieben. Referendare, die an beruflichen Schulen ausgebildet werden, benötigen eine für die jeweilige Fachrichtung abgeleistete einschlägige Betriebs- bzw. Berufspraxis von 52 Wochen als Voraussetzung. Für Bewerber mit einer wissenschaftlichen Prüfung für die allgemeinbildenden Gymnasien ist dieses Praxiserfordernis auf 13 Wochen reduziert.

Der eineinhalbjährige Vorbereitungsdienst beginnt seit 2005 immer am ersten Unterrichtstag nach den Weihnachtsferien. Er wird nur an einer Schule absolviert und gliedert sich in ein halbes Jahr begleiteten und ein Jahr selbstständigen Unterricht, während im zweijährigen Vorbereitungsdienst zwei gleich lange Abschnitte vorgesehen waren und im Vorbereitungsdienst für Gymnasien an verschiedenen Schulen absolviert werden mussten. Jetzt wird die Schule nicht mehr gewechselt.

Für Seiteneinsteiger mit Hochschulabschluss (Diplom oder Master) in Physik muss ein zweites Fach aus dem Studium (in der Regel Mathematik) abgeleitet werden können. Dabei müssen für eine Anerkennung als Beifach (Lehrbefähigung für Unter- und Mittelstufe) 30 Semesterwochenstunden (SWS) und für ein Hauptfach (Lehrbefähigung für alle Stufen) 50 SWS nachgewiesen werden. Bei Seiteneinsteigern an beruflichen Schulen wird ebenfalls eine Anerkennung mit 30 SWS in affinen und mit 50 SWS in nichtaffinen Fächern vorgenommen. Seit 2009 gilt wegen der angespannten Bewerbersituation an Gymnasien, dass Bewerber mit einem der Fächer Chemie oder Physik beliebige Fächerkombinationen wählen können.

Erster Ausbildungsabschnitt (erstes Halbjahr): Der Referendar hospitiert und hält zunehmend länger und selbstständiger Unterrichtsabschnitt unter Anleitung des Fachlehrers. Es müssen mindestens 60 Unterrichtsstunden, gleichmäßig auf beide Fächer und Schulstufen verteilt, gehalten werden. Es finden in jedem Fach mindestens zwei Unterrichtsbesuche (unbenotet) durch die Ausbilder (Fachleiter oder Lehrbeauftragte) des Seminars statt. Parallel dazu muss an Unterrichtsveranstaltungen an einem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung teilgenommen werden. Diese beziehen sich auf Pädagogik und pädagogische Psychologie und die Fachdidaktik für die jeweiligen Fächer. Ferner wird am Seminar Schul- und Beamtenrecht und an der Schule Schulkunde unterrichtet. Schul- und Beamtenrecht wird in der Regel am Ende des Schuljahres oder zu Beginn des zweiten Ausbildungsabschnittes mündlich geprüft. Ein Fachlehrer der Schule wird zum Mentor, ein Ausbilder des Seminars zum Tutor bestellt. Diese sind besonders für die Ausbildung verantwortlich. Der Tutor führt am Ende des ersten Abschnittes ein Ausbildungsgespräch über das bisher erreichte.

Zweiter Ausbildungsabschnitt (zweites und drittes Halbjahr): Der Referendar hält eigenverantwortlich Unterricht ab (Umfang: 9–12 Wochenstunden) und insgesamt 20 Stunden begleiteten Unterricht. Der eigenständige Unterricht wird aber dennoch gelegentlich vom Mentor besucht und mit dem Referendar besprochen. Auch in diesem Abschnitt soll der Referendar in allen Stufen Unterricht halten. Es erfolgt mindesten ein unbenoteter Unterrichtsbesuch in jedem Fach durch die Seminarausbilder. Im ersten Halbjahr muss der Referendar eine schriftliche Arbeit (Dokumentation einer Unterrichtseinheit, DUE) anfertigen, die kurz nach den Weihnachtsferien abgegeben werden muss. Die Arbeit bezieht sich auf eine Unterrichtseinheit von maximal zwölf Stunden und kann einem Fach oder Pädagogik zugeordnet sein. Im zweiten Halbjahr, bei drei Fächern oder bilingualer Zusatzausbildung kurz vor Weihnachten beginnend, findet in jedem Fach mindestens eine Lehrprobe (Überprüfung der Unterrichtspraxis) in der Oberstufe (bei Beifach nur in der Unter- oder Mittelstufe) und eine weitere in dem sogenannten Nichtdokumentationsfach, in der Unter- oder Mittelstufe statt. Der Referendar bestimmt für die vom Prüfungsamt festgelegten Zeiträume Fach und Klasse und reicht hierfür einen Stoffverteilungsplan ein. Die Prüfungskommission, ein vom Landeslehrerprüfungsamt bestellter Lehrer als Prüfungsvorsitzender und als Prüfer ein Ausbildungslehrer des Seminars, sucht aus diesen Terminen einen aus, teilt ihn dem Referendar und dem Landeslehrerprüfungsamt mit und nimmt dann die Lehrprobe ab. Gegen Ende des Schuljahres erfolgen noch jeweils mündliche Prüfungen in Pädagogik und Fachdidaktik. Außerdem muss der Schulleiter der Ausbildungsschule eine Beurteilung abgeben. Lehrproben, DUE, mündliche Prüfungen und Schulleiterbeurteilung Laufbahnprüfung für das höhere Lehramt an Gymnasien bzw. beruflichen Schulen und berechtigen die Berufsbezeichnung „Assessor des Lehramts“ zu führen. Eine Einstellung oder Einstellungszusage ist damit aber nicht automatisch verbunden.

Wird das Ziel des ersten Abschnittes nicht erreicht, wird der Abschnitt um sechs Monate verlängert und danach nochmals geprüft, ob das Ziel erreicht wurde. Bei Nichtbestehen einer Lehrprobe kann der Vorbereitungsdienst verlängert werden, bei nur einer Lehrprobe besteht die Möglichkeit, auf Antrag, diese noch im selben Schuljahr nachzuholen. Schriftliche Arbeit und mündliche Prüfungen können in der Regel noch im selben Schuljahr wiederholt werden.

Bayern[Bearbeiten]

Gymnasium[Bearbeiten]

Das Referendariat dauert zwei Jahre. Der Beginn ist sowohl zum vollen Schuljahr als auch zum Halbjahr möglich. Bei Beginn zum Halbjahr liegt der Vorteil darin, dass man bessere Chancen hat, das ganze Schuljahr in einer Einsatzschule zu bleiben.

Erster Abschnitt: Seminarschule. Hospitationen (erste Wochen), danach Übernahme von Klassen der Seminarlehrer (ständige Überwachung des Unterrichts). Unterrichtsstunden fünf bis acht pro Woche. Zeitgleich Seminarsitzungen zu Schulkunde, politische Bildung, Pädagogik, Psychologie und in den beiden (bzw. drei) Unterrichtsfächern. Ablegen der 1. Lehrprobe gegen Ende des ersten Abschnitts.

Zweiter Abschnitt: Ein Jahr Einsatzschule. Die Referendare kommen an ein beliebiges staatliches Gymnasium in Bayern, das Bedarf in ihren Fächern hat und unterrichten dort eigenverantwortlich wie ein normaler Lehrer (ohne dauernde Überwachung). Ein Einsatz an einem städtischen Gymnasium ist nicht möglich. Wochenstundenzahl 10 bis 17. Pro Fach begleitet von einem Betreuungslehrer, der am Ende auch die Beurteilung des Abschnitts mit verfasst. Ablegen der zweiten Lehrprobe, meist am Ende des zweiten Drittels des Abschnitts (Bei Beginn zum vollen Schuljahr etwa Mai/Anfang Juni). Anfertigen einer zweiten Zulassungsarbeit (in der Regel parallel zur unterrichtspraktischen Arbeit). Ein Schulwechsel zum Halbjahreswechsel ist möglich. Referendare, die ihre Einsatzschule zum Zwischenzeugnis beginnen, müssen in der Regel öfter die Schule wechseln als diejenigen, die mit dem neuen Schuljahr beginnen konnten.

Dritter Abschnitt: Das letzte halbe Jahr wird wieder an der Seminarschule verbracht. Übernahme von Klassen der Seminarlehrer und eigenverantwortlicher Unterricht. Fünf bis 10 Wochenstunden. Seminarsitzungen. Dritte Lehrprobe ziemlich bald (nach zwei Monaten), Beginn der Abschlussexamina (mdl. Prüfungen in allen Seminarfächern).

Im Rahmen personeller Probleme wird aktuell über eine Umgestaltung des Referendariats nachgedacht, was v. a. den dritten Abschnitt betreffen würde. Konkrete Maßnahmen sind noch nicht verlautet.

Berufliche Schulen[Bearbeiten]

Das Referendariat dauert zwei Jahre und beginnt mit Schuljahresbeginn bzw. zum Halbjahreszeugnis Mitte Februar.

Erster Abschnitt: Neben 10 Wochenstunden Hospitationen, Hörstunden und Lehrversuche (ab siebtem Monat (Halbjahr) als eigenverantwortlicher Unterricht; früher ist möglich) an Seminarschulen, erfolgt die Ausbildung durch 20 eintägige Seminarveranstaltungen am Studienseminar. In der beruflichen Fachrichtung zusätzlich wöchentliche, im Zweitfach zweiwöchentliche Fachsitzungen. Ab dem siebten Ausbildungsmonat sind in der beruflichen Fachrichtung sowie im Zweitfach je eine 45-minütige Lehrprobe abzulegen. Ab dem zehnten Ausbildungsmonat ist eine Hausarbeit anzufertigen.

Zweiter Abschnitt: Unterrichtspraxis an der Einsatzschule: Mindestens 11 Wochenstunden eigenverantwortlicher Unterricht, außerdem 1 Seminarveranstaltungen pro Woche an einem festen Wochentag. Maximal sind 17 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht möglich. Parallel dazu wird die Hausarbeit für das 2. Staatsexamen geschrieben. Darüber hinaus übernimmt der Referendar im 2. Jahr die Klassenleitertätigkeit für eine Klasse.

Insgesamt werden im Referendariat mindestens 12 Unterrichtsbesuche (45 Min.) durchgeführt

Lehrproben, Hausarbeit, mündliche Prüfungen in Erst- und Zweitfach sowie in staatsbürgerlicher Kunde und Schulrecht, Kolloquium und Beurteilung (bestehend aus den Teilen Unterrichtskompetenz, Erziehungskompetenz sowie Handlungs- und Sachkompetenz) ergeben die Abschlussnote für das Zweite Staatsexamen.

Realschule[Bearbeiten]

Wie am Gymnasium dauert das Referendariat zwei Jahre, beginnt aber ausschließlich zum Schuljahresbeginn (seit 2005).

Erster Abschnitt: Seminarschule. Hospitationen (erste Wochen), danach Übernahme von Klassen der Seminarlehrer (ständige Überwachung des Unterrichts). Unterrichtsstunden 5 bis 8 pro Woche. Zeitgleich Seminarsitzungen zu Schulkunde, politische Bildung, Pädagogik, Psychologie und in den beiden (bzw. drei) Unterrichtsfächern. Ablegen der 1. Lehrprobe zwischen Dezember und Februar. Die zweite Lehrprobe findet dann zwischen März und Mai statt. Im 2. Halbjahr können Referendare gelegentlich auch "eigenverantwortlichen Unterricht" bei Lehrermangel an der Schule übernehmen. Hier entfällt die dauernde Überwachung, die Seminarlehrer hospitieren nur sporadisch. Einzig die schriftlichen Leistungsnachweise müssen mit dem Seminarlehrer besprochen werden.

Zweiter Abschnitt: Ein Jahr Einsatzschule. Die Referendare kommen an eine beliebige staatliche Realschule in Bayern, die Bedarf in ihren Fächern hat und unterrichten dort eigenverantwortlich wie ein fertiger Lehrer (ohne dauernde Überwachung). Wochenstundenzahl 11 bis 17. Pro Fach begleitet von einem Betreuungslehrer, der am Ende auch die Beurteilung des Abschnitts mit verfasst. Ablegen der dritten Lehrprobe zwischen März und Mai. Im Rahmen von ein- bis dreitägigen Seminartagen (insgesamt 10–12) kehren die Referendare an ihre Seminarschule zurück, absolvieren dort Seminarsitzungen, Lehrversuche und die mündlichen Prüfungen des zweiten Staatsexamens.

Förderzentrum[Bearbeiten]

Wie an Realschule und Gymnasium dauert das Referendariat zwei Jahre. Im Gegensatz zu diesen beiden Schulen findet das gesamte Referendariat an einer Einsatzschule statt.

Erster Abschnitt: Einsatzschule. 8 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht. Zwei Mal wöchentlich Seminar an Seminarschule bzw. anderen Einsatzschulen.

Zweiter Abschnitt: Einsatzschule. 16 Stunden eigenverantwortlicher Unterricht. Zwei Mal wöchentlich Seminar an Seminarschule bzw. anderen Einsatzschulen. Meistens Übernahme der Klassenleitung. Ablegung von drei Lehrproben, Mündliche Prüfungen, Hausarbeit für das zweite Staatsexamen.

Mittelschule[Bearbeiten]

Erster Abschnitt: 8 Stunden Eigenverantwortlicher Unterricht an der Einsatzschule, 10 Stunden Hospitation beim Betreuungslehrer, 10 Stunden Seminar (an verschiedenen Seminarorten) mit dem Seminarleiter. Im ersten Jahr werden vom LAA 3 sogenannte Besondere Unterrichtsvorbereitungen (BUV) zu je drei Unterrichtsstunden verlangt, die vom Seminarleiter verbal beurteilt werden. Zudem wird eine schriftliche Hausarbeit verfasst (25 Seiten).

Zweiter Abschnitt: Im zweiten Jahr in der Regel Übernahme einer Klassenleitung und 15 Stunden Eigenverantwortlicher Unterricht. Bis Weihnachten werden 3 Stunden BUV verlangt, von Februar bis Mai erfolgen die zwei Lehrproben (eine Einzelstunde im Unterrichtsfach, eine Doppelstunde in zwei der drei Didaktikfächern). In der ersten Woche nach den Osterferien 30minütiges Kolloquium in Pädagogik, in der ersten Woche der Pfingstferien drei mündliche Prüfungen zu je 20 Minuten in den studierten Fächern, dazu Schulrecht und Politische Bildung.[4]

Hessen[Bearbeiten]

Gymnasium[Bearbeiten]

Das Referendariat ist über das Hessische Lehrerbildungsgesetz (HLbG)[5] und eine Verordnung zur Umsetzung des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes (HLbG-UVO)[6] geregelt.

Das Referendariat dauert in der Regel zwei Jahre. Der Beginn ist halbjährlich möglich. Eine Verkürzung um ein halbes Jahr ist auf Antrag möglich.

Die Ausbildung findet am Studienseminar und an den zugewiesenen Schulen statt. Ausbildungsunterricht findet in Form von Hospitationen, angeleitetem Unterricht und eigenverantwortetem Unterricht statt:

  • Im Einführungssemester hospitieren die Lehrer im Vorbereitungsdienst (LiV) vor allem und erteilen angeleiteten Unterricht (insgesamt 10 Stunden).
  • Im ersten und zweiten Hauptsemester sollen 10 bis 12 Stunden eigenständiger Unterricht erteilt werden, 4 bis 6 Stunden stehen für Hospitationen oder angeleiteten Unterricht zur Verfügung (insgesamt 16 Stunden).
  • Im Prüfungssemester sollen 6 bis 8 Stunden eigenständiger Unterricht erteilt werden, 4 bis 6 Stunden stehen für Hospitationen oder angeleiteten Unterricht zur Verfügung (insgesamt 12 Stunden).

Die Lehrer im Vorbereitungsdienst absolvieren neben den unterrichtlichen Verpflichtungen und dem Besuch des Schulseminars weiterhin einige Module, wovon 12 bewertet werden (9 Pflicht-, 3 Wahlpflichtmodule).

Die Leistung setzt sich zu 60 % aus den Modulen zusammen, 10 % entfallen auf die anzufertigende schriftliche Arbeit sowie insgesamt 30 % auf die Zweite Staatsprüfung (zwei Prüfungslehrproben/"Unterrichtspraktische Prüfung" (20 %), mündliche Prüfung (10 %)). Insgesamt können 300 Punkte erreicht werden, wobei die Punkte der Zweiten Staatsprüfung doppelt zählen.[7]

Rheinland-Pfalz[Bearbeiten]

Realschule / Hauptschule / IGS / Realschule Plus[Bearbeiten]

Das Referendariat dauert insgesamt 18 Monate. Jeweils zum 1. Februar und 1. August ist der Beginn möglich, wobei die Anwärter je nach Termin auf verschiedene Seminare verteilt werden, gegenwärtig sind dies die Studienseminare Kaiserslautern mit Teildienststelle Landau, Trier, Koblenz und Mainz. Seit dem 1. Februar 2012 gilt aufgrund der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu Integrierten Gesamtschulen bzw. Realschulen Plus eine neue Ausbildungsverordnung.

Die Anwärter werden vor Beginn des Referendariats einer Ausbildungsschule zugeteilt. Die Anwärter halten an dieser ab dem ersten Tag eigenverantwortlichen Unterricht. Im ersten Ausbildungshalbjahr umfasst das Deputat 12 Stunden (4 eigenverantworliche Stunden und 8 Hospitationsstunden). Im zweiten Ausbildungshalbjahr erhöht sich die Zahl der eigenverantwortlich gehaltenen Stunden auf insgesamt zehn, die Hospitationsstunden verringern sich auf zwei.

Hinzu kommen allgemeine Seminare im Studienseminar sowie Fachseminare, die von den Fachleitern am Seminarstandort abgehalten werden. Zusätzlich gibt es Praxisfachseminare an Ausbildungsschulen. Am Seminar sind die Anwärter in "Personenverbünde" aufgeteilt, die jeweils einem Angehörigen des Seminars unterstehen, der auch die allgemeinen Seminare hält. Im zweiten Ausbildunghalbjahr verringert sich die Zahl der allgemeinen Seminare, während sich die Zahl der Fach- und Praxisfachseminare entsprechend erhöht. Die Praxisfachseminare finden in der Regal an der Fachleiterschule statt, so dass mit einigem Fahraufwand gerechnet werden muss.

Während der ersten beiden Ausbildungshalbjahre warten auf jeden Anwärter eine Reihe von Unterrichtsbesuchen. Insgesamt gilt ein Minimum von drei Besuchen pro Ausbildungsfach. Diese unterteilen sich in Unterrichtbesuche (mit Fachleiter und der mit der Ausbildung betrauten Lehrkraft) und Unterrichtsbesuche Plus, bei denen zusätzlich Angehörige des Seminars den Unterricht besuchen. Bei beiden Besuchsarten wird eine ausführliche Unterrichtsplanung erwartet. Nach jedem Unterrichtsbesuch erfolgt eine Besprechung, in der auf einzelne Aspekte des gezeigten Unterrichts eingegangen wird. Üblicherweise besteht die Abfolge aus jeweils einer "einleitenden" Unterrichtsmitschau in beiden Fächern, gefolgt von den Unterrichtsbesuchen, von denen in jedem der Ausbildungsfächer einer ein Unterrichtsbesuch Plus sein muss. Bei Bedarf können die Fachleiter allerdings auch öfter den Unterricht besuchen.

Im ersten und zweiten Ausbildungshalbjahr wird mit jedem Anwärter jeweils ein "Entwicklungsgespräch" geführt, bei dem vor beiden Fachleitern, der mit der Ausbildung betrauten Lehrkraft und dem Leiter des Personenverbundes über die persönliche Entwicklung referiert und anschließend im Gespräch auf Schwerpunkte eingegangen wird. Hierfür führen die Anwärter einen individuellen "Entwicklungsbericht", in dem sie Dinge, Entwicklungen und Stunden dokumentieren, die sie für besonders bedeutsam für ihre Entwicklung erachten.

Im dritten Ausbildunghalbjahr erfolgt die abschließende Prüfung, die aus einer mündlichen Prüfung sowie einer Prüfungslehrprobe pro Fach besteht. Dabei müssen die Anwärter zuvor eines ihrer Fächer zu ihrem "Schwerpunktfach" erklärt haben. In diesem Fach wird die mündliche Prüfung zur "Präsentationsprüfung", in der die Anwärter über eine zuvor gehaltene Stunde referieren müssen. Dabei geht es um didaktische, methodische und andere Aspekte, in denen die Anwärter darlegen müssen, dass sie in der Lage sind, Unterricht eigenverantwortlich und längerfristig gemäß den Anforderungen zu planen. Im anderen Fach findet eine "gewöhnliche" mündliche Prüfung statt.

Eine schriftliche Hausarbeit wird nicht mehr gefordert. Die Endnote setzt sich aus der Vornote (Schulnote, Seminarnote, 2x Fachnote) und den Noten der beiden mündlichen Prüfungen sowie der Prüfungslehrproben zusammen.

Nach bestandener Prüfung sind die frisch ernannten Lehrer für den Rest des Halbjahres weiterhin an ihrer Schule tätig und unterrichten nun ihr gesamtes Deputat eigenverantwortlich.

Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Gymnasium[Bearbeiten]

Das Referendariat dauerte bisher zwei Jahre. Der Beginn ist sowohl zum vollen Schuljahr als auch zum Halbjahr möglich. Eine Verkürzung des Referendariats um ein halbes Jahr war möglich, wenn der Referendar vorher bereits ein halbes Jahr oder länger selbstständig unterrichtet hatte. Seit dem Schuljahr 2011/2012 beinhaltet das 1. Staatsexamen den Master-Abschluss und der Vorbereitungsdienst dauert regulär nur noch 3 Semester.

Zu Beginn des Referendariats wird man einer Schule zugeteilt an der man in der Regel bis zum Ende der Ausbildung verbleibt. Hier erteilt der Referendar während seiner Ausbildung eigenverantwortlichen Unterricht. Zur Unterstützung stehen dem Referendar zwei Mentoren zur Seite, einer in jedem Fach. Die Rolle der Mentoren in der Ausbildung ist von enormer Bedeutung. Sie bilden die Lehramtsanwärter in der Praxis aus. Bei den Mentoren handelt es sich in der Regel um Studienräte, die für ihre Mentorentätigkeit einige Weiterbildungsmaßnahmen besuchen müssen.

Der theoretische Teil der Ausbildung findet in so genannten Modulen statt. Dies sind achtstündige Veranstaltungen in den beiden Unterrichtsfächern sowie in Pädagogik, die jeweils alle 4 Wochen in einem festen Rhythmus stattfinden. An diese Module sollen die Referendare die Examenshausarbeit knüpfen. Zusätzlich gibt es zum Ende jedes Semesters einen Zeitraum mit Wahlmodulen, die frei gewählt werden können.

Die Examenshausarbeit wird in Absprache mit dem jeweiligen Modulanbieter oder dem Studienleiter gestellt. Dieser korrigiert und benotet die Hausarbeit. Dies war früher in der Regel die einzige Möglichkeit, von einem Modulanbieter eine Rückmeldung über den eigenen Unterricht zu erhalten. Seit Schuljahresbeginn 2011/2012 wird in den Modulen der Vormittag regelmäßig mit dem Besuch einer Unterrichtsstunde eines der Modulteilnehmer verbracht, dadurch erhöht sich die Zahl der Unterrichtsbesuche pro Semester.

Die Examensprüfung wird von den beiden Studienleitern sowie dem Schulleiter abgenommen. Die Mentoren haben keinen Einfluss auf die Note. Seit Mitte des Schuljahres 2006/2007 dürfen die Mentoren bei den Prüfungsstunden sowie bei der Besprechung anwesend sein. Zu den Unterrichtsstunden äußern dürfen sie sich erst nach Festlegung der Note.

Sollte der Lehramtsanwärter die Ausbildung abbrechen, muss er einen Teil seiner bisher erhaltenen Bezüge zurückzahlen.

Niedersachsen[Bearbeiten]

Gymnasium[Bearbeiten]

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Das Referendariat dauert in niedersächsischen Gymnasien anderthalb Jahre, außer wenn nicht 16 Wochen Praktikum angerechnet werden können. Pädagogische Tätigkeiten wie etwa als DAAD- Fremdsprachenassisten werden auch ohne besonderen Antrag angerechnet, und nur unter 16 Wochen Praktikum dauert das Referendariat noch 24 Monate. Die Verlängerung auf 24 Monate und die Einführung eigenverantwortlichen Unterrichts wurde 1990 eingeführt.[8] Eine niedersächsische Besonderheit bei der Besoldung ist die Streichung des Weihnachtsgeldes von 300 Euro, das Referendare in anderen Bundesländern erhalten.

Die Ausbildungsschule ändert sich im Referendariat in der Regel nicht. Nach einer bislang üblichen Einstiegsphase beginnt das Referendariat inzwischen direkt mit eigenverantwortlichem Unterricht, bei dem der Referendar in acht Wochenstunden in beiden Fächern je vier Stunden ohne Anwesenheit ausgebildeter Lehrer unterrichtet, also acht Stunden, bei drei Fächern zwölf. Zusätzlich ist er verpflichtet, mindestens vier Stunden Ausbildungsunterricht zu besuchen (zwei Stunden Minimum), in dem möglichst bald nicht hospitiert, sondern unter Aufsicht des Lehrers unterrichtet werden soll. Meist in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Wochen lädt der Referendar seinen pädagogischen Ausbilder, seinen Fachausbilder (zum Teil auch den Ausbildungskoordinator der Schule) in seinen Unterricht ein, genauer beide Fachdidaktiker und den Pädagogen je zehn Mal mindestens. Während der Examensphase - die üblicherweise ein halbes Jahr vor Beendigung des Vorbereitungsdienstes beginnt - muss der Referendar eine schriftliche Hausarbeit zu einem von ihm geplanten, durchgeführten und kritisch reflektierten Unterrichtsversuch (und am Seminar Hildesheim einen zehnseitigen Praxisbericht in Bezug auf eine fünf- bis zehnstündige Unterrichtsreihe) verfassen. Die Unterrichtsreihe umfasst meistens mindestens sechs Unterrichtsstunden, der Umfang der schriftlichen Hausarbeit soll in der Regel 15 Seiten Fließtext betragen, kann sich aber mit Anhang auf rund 60 Seiten ausdehnen. Außerdem muss der Referendar zusätzlich zu zwei „besonderen Unterrichtsbesuchen“ (je einen pro Fach) einladen, den sogenannten BUBs. In deren Nachbesprechung würdigen und kritisieren nach der eigenen Reflexion durch den Referendar alle Ausbilder (der jeweilige Fach-, der Pädagogikausbilder und der Ausbildungskoordinator) die Stunde. Dafür muss ein sechsseitiger Stundenentwurf eingereicht werden, indem u. a. Unterrichtszusammenhang, Lerngruppe, didaktische Rekonstruktion und Methodenauswahl umfassend begründet werden. Die BUBs sind als Übung für die ähnlich ablaufenden Prüfungsunterrichte (1 PU pro Fach) gedacht.

Die theoretische Ausbildung erfolgt in einigen Seminaren (zum Beispiel Hildesheim) nachmittags, wo wöchentlich je zweistündige Pädagogik- und zweiwöchentliche Fachseminarsitzungen stattfinden, ansonsten (Hannover, Osnabrück) werden die Referendare vom Unterricht einen Vormittag freigestellt.

Zum 1. Februar 2009 wurden die Einstellungstermine umgestellt auf die Halbjahresanfänge Februar und August, die Einstellungstermine Mai und November sind bis Ende 2010 weggefallen. Der Sinn der Umstellung war nicht, günstigere Voraussetzungen für die Einstellung nach Abschluss des Referendariats zu schaffen, sondern ohne Orientierungsphase am ersten Tag den achtstündigen eigenverantwortlichen Unterricht (d. h. zwei bis vier „eigene“ Klassen) zu beginnen, um Vollzeitstellen einzusparen.

Die Phase eigenverantwortlichen Unterrichtens endet mit den Gutachten der Ausbilder und der Schulleitung, die die Vornote bilden. Ist diese mindestens „ausreichend“, wird der Referendar zum Prüfungsunterricht zugelassen, der im letzten Quartal stattfindet, und zwar eine Stunde pro Fach. Dabei beobachten und bewerten der pädagogische Ausbilder, der Fachausbilder, ein Vertreter der Schulleitung und ein Schulrat der Landesschulbehörde den Unterricht. Nach dem letzten Prüfungsunterricht folgt eine einstündige mündliche Prüfung mit pädagogischen, schulrechtlichen und zwei fachdidaktischen Themanteilen, jeweils mit einem allgemeinen Teil und einem zuvor abgesprochenen. Als Zeugnis gibt es kein ausführliches Gutachten, sondern die Noten der fünf Ausbildungsteile Ausbildungsnote, Hausarbeit, mündliche Prüfung und der beiden Prüfungsunterrichte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Daschner, Ursula Drews (Hrsg.): Kursbuch Referendariat. Beltz, Weinheim 2007, ISBN 978-3-407-25450-4
  • Bernd Oehmig: Erfolgreiches Referendariat. Hinweise und Hilfen für Schule und Lehramtspraktika. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2005, ISBN 3-631-54177-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Kultusministerkonferenz zur Lehrerausbildung in der Bundesrepublik Deutschland
  2. Bildungsagentur Sachsen
  3. Anwärtersonderzuschlag für bestimmte Laufbahnen in Baden-Württemberg
  4. http://www.vs-oberding.eu/2r_seminarschule.html
  5. http://www.kultusministerium.hessen.de/irj/HKM_Internet?cid=66fd151aa27e092b727a00dbfc981f1a
  6. [1]
  7. [2]
  8. Hartmut Kretzer, Johann Sjuts, Studienseminare in der Wissensgesellschaft, Oldenburg, Leer 2003, S. 110.