Lehrerausbildung

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Die Lehrerausbildung ist die institutionalisierte Anleitung für den Beruf des Lehrers an Hochschulen und Lehrerseminaren. In Deutschland fällt sie in die Zuständigkeit der Länder und ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich, wenn auch in festgelegten Grenzen. Das Verfassungsgebot der Freizügigkeit ebenso wie praktische Erwägungen führen zu einer gewissen Übereinstimmung. Grundsätze für die gegenseitige Anerkennung der Lehrerausbildung in allen Ländern werden durch die Ständige Konferenz der Kultusminister festgelegt.[1] Die Lehrerausbildung bildet neben der Fortbildung und Weiterbildung die Lehrerbildung.

Deutschland[Bearbeiten]

Die Lehrerausbildung findet in Deutschland in der Regel in zwei Phasen statt. Die erste Phase bildet entweder das Studium an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule, an einer Fachhochschule (Lehrer im gehobenen Dienst an beruflichen Schulen) oder die Berufsausbildung (Technische Lehrer an beruflichen Schulen). In der zweiten Phase findet die Ausbildung an einem Lehrerseminar oder Seminarschule und an einer Schule der entsprechenden Richtung statt. Daneben gibt es in einzelnen Ländern die Möglichkeit mit einem reinen Fachstudium, also ohne Lehramtsstudium, den Vorbereitungsdienst zu absolvieren oder nach einem Fachstudium direkt zu unterrichten. Eine weitere Möglichkeit bildet die direkte Ausbildung an einem Seminar (in Baden-Württemberg und Bayern).

Laufbahnausbildung mit Hochschulstudium[Bearbeiten]

Spezielle Ausbildungsgänge gibt es zu den Lehrämtern für

Die Lehrerausbildungsgänge richten sich an dem gegliederten Schulsystem aus, mit der Besonderheit, dass die Ausbildung für Lehrer an Grund- und Hauptschulen die eigentlich nicht mehr bestehende Volksschule repräsentiert.

Die Ausbildung umfasst ein Fachstudium meistens zweier Unterrichtsfächer an einer Universität oder Pädagogischen Hochschule (nur in Baden-Württemberg für Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrer), Kunsthochschule oder Sporthochschule, in unterschiedlicher Ausprägung und Gewichtung die jeweilige Fachdidaktik, allgemeine Erziehungswissenschaft und einige Gebiete der Psychologie (z. B. Entwicklungspsychologie). Der Studienschwerpunkt liegt beim Lehramt für Gymnasien und berufliche Schulen auf dem fachwissenschaftlichen Teil. Bei den anderen Lehrämtern nimmt der erziehungswissenschaftliche Anteil einen breiteren Raum ein und überwiegt teilweise.

Die Fachdidaktik kann in die Fächer integriert sein, weil sie unter wissenschaftstheoretischen Aspekten Teil der Disziplin ist. Jedoch haben sich viele universitäre Disziplinen dieser Auffassung noch nicht geöffnet, so dass Fachdidaktik noch immer verstanden wird als methodische Lehre vom Schulunterricht. Daher werden fachwissenschaftliche und fachdidaktische Veranstaltungen in der Regel getrennt angeboten.

In den meisten Ländern (z. B. Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern) werden schon während des Studiums Praktika an Schulen gefordert, zunehmend ein ganzes Praxissemester. Dies ist inzwischen Konsens in der Kultusministerkonferenz, um die Berufseignung früher als bisher festzustellen. In Mecklenburg-Vorpommern sind dies z. B. ein Sozialpraktikum, ein Orientierungspraktikum (ca. vier Wochen in einem anderen als dem gewählten Schultyp) und ein Hauptpraktikum (vier Wochen im gewählten Schultyp). Das Praxissemester gilt teilweise als zu bestehende Prüfungsleistung (z.B. in Baden-Württemberg).

Das Erste Staatsexamen beendet das universitäre Lehramtsstudium, stellt jedoch noch keinen berufsqualifizierenden Abschluss dar.[2] Das Staatsexamen wird inzwischen in einigen Ländern durch den Abschluss Master of Education ersetzt. Ausländische Lehramtsabschlüsse aus der Europäischen Union sind grundsätzlich anzuerkennen.

Daran schließt sich der Vorbereitungsdienst (umgangssprachlich als Referendariat bezeichnet, obwohl dies streng genommen für den höheren Dienst gilt) in Lehrerseminar und Schule an, der mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird. Für das Lehramt an beruflichen Schulen wird für die berufsbildenden Fächer in der Regel auch vorhergehende Berufspraktika oder Berufserfahrung gefordert; teilweise ist dies auch für allgemeinbildende Fächer Voraussetzung. Erst mit erfolgreicher Beendigung des Vorbereitungsdienstes wird die Berufsbefähigung erreicht. Mit dem zweiten Staatsexamen wird meist die „Assessor des Lehramtes" oder Studienassessor verliehen. Dieser ein- bis zweijährige Vorbereitungsdienst soll im Vorfeld der Berufsausübung Gelegenheit geben, in einem Feld von Beratung durch hierzu qualifizierte Berufskollegen einen professionellen Habitus zu entwickeln und ihn gleichzeitig kritisch zu betrachten. Es soll nicht nur die Einübung in Berufsroutinen gehen, sondern mehr noch darum zu lernen, diese auf ihre Zweckmäßigkeit, Vertretbarkeit, Angemessenheit und Berufsrelevanz zu überprüfen.

Einige Jahre lang gab es an den Universitäten Oldenburg und Bremen den Modellversuch Einphasige Lehrerausbildung, der beide Teile kombinierte. Dies war auch in der DDR der Fall und führte dort zum Abschluss Diplom-Lehrer. Diese Abschlüsse wurden von der KMK mit dem 2. Staatsexamen gleichgestellt, d.h. es erfolgt eine entsprechende Einstufung in den öffentlichen Dienst.

Für Sonderschullehrer umfasst die Ausbildung ein Fachstudium zweier sonderpädagogischer Fachrichtungen (Bayern eine Fachrichtung, die zweite ist eine fakultative Zusatzqualifikation) an einer Universität oder Pädagogischen Hochschule und eventuell zwei Unterrichtsfächer. Darüber hinaus gibt es erziehungswissenschaftliche Anteile, in unterschiedlicher Ausprägung und Gewichtung, (z.B. allgemeine Behindertenpädagogik, allgemeine Erziehungswissenschaft und Ausschnitte von Psychologie, wie z. B. Entwicklungspsychologie).

Bei der Sonderpädagogik sind zwei Ausbildungsgänge zu unterscheiden: die „grundständige Ausbildung“ und die „konsekutive Ausbildung“. Bei der grundständigen Ausbildung erfolgt das Studium von Anfang an auf die sonderpädagogische Tätigkeit hin orientiert. Bei der konsekutiven Ausbildung hingegen handelt es sich um ein Zusatzstudium, das an ein erfolgreiches Studium für ein Lehramt angeschlossen wird. Beide Formen haben Vor- und Nachteile, wobei die Diskussion in letzter Zeit im Hinblick auf die Bemühungen der Integration von Behinderten in das Regelschulwesen überwiegend für die konsekutive Ausbildung zu sprechen scheint, die allerdings höhere Kosten verursacht.

Die Absolventen sind als Lehrer zunächst für die entsprechende Schulform und die erlernten Fächer ausgebildet. Es kommt jedoch recht häufig vor, dass in verwandten Fächern (z.B. Geschichte, Gemeinschaftskunde, Erdkunde) und ,insbesondere in Mangelfächern, sogar fachfremd unterrichtet wird. Teilweise geschieht dies auch, um pädagogisch ungünstige Einstundenfächer bei einer Lehrkraft zu verhindern. Entscheidend ist dabei jeweils das erworbene Lehramt, nicht das studierte Fach. In den Grundschulen und teilweise auch an Haupt- und Realschulen ist aber ein fächerübergreifender Unterricht, und damit auch oft ein fachfremder Unterricht durch den Lehrer, inzwischen die Regel.

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Versuche, die Lehrerausbildung auch in Deutschland - wie vielfach international üblich - nicht an Schulformen, sondern an den Jahrgangsstufen (Stufenlehrerausbildung) zu orientieren, haben sich nur teilweise (z. B. Nordrhein-Westfalen und Bremen) durchgesetzt, obwohl es mit den sog. „Frankenthaler Beschlüssen“ der Kultusministerkonferenz (1970) eine einstimmige Absichtserklärung aller (alten) Bundesländer gab. Es gibt keine empirische Belege dafür, dass sich die Stufenlehrerausbildung nicht bewährt habe. Einige Stimmen führen das Scheitern eher auf politische Vorbehalte gegen die Abschaffung des in Deutschland existierenden gegliederten Schulwesens zurück. Der Wechsel in andere Lehrämter setzt in der Regel, vor allem bei Stufenwechsel, entsprechende Studienleistungen voraus.

Laufbahnausbildung ohne Hochschulstudium[Bearbeiten]

Eine gesonderte Lehrergruppe stellen die Lehrer für Fachpraxis/Technischen Lehrer an beruflichen Schulen dar. Dieser Lehrertyp wird vor allem für fachpraktischen und in geringem Umfang auch für fachtheoretischen Unterricht eingesetzt und benötigt für die Erlangung seiner Lehrbefähigung daher kein akademisches Studium, sondern in der Regel einen Meister- oder Technikerabschluss in der jeweiligen Fachrichtung. So unterrichten z. B. Werkstattlehrer im gewerblich-technischen Schulwesen, Kurzschrift- und Textverarbeitungslehrer im Bereich Wirtschaft und Verwaltung, Hauswirtschafts- und Handarbeitslehrer an Hauswirtschaftsschulen. Die Ausbildungs-, Prüfungs- und Laufbahnverordnungen für diese Lehrergruppen sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Als Zugangsvoraussetzung wird im Regelfall der mittlere Bildungsabschluss und einige Jahre Berufserfahrung, sowie in der Regel die Meister- oder Technikerprüfung verlangt. Sie leisten in vielen Ländern auch einen Vorbereitungsdienst ab. In einigen Ländern erfolgt keine Einstellung in einem Beamtenverhältnis.

Besondere Ausbildungswege[Bearbeiten]

Quereinsteiger und Seiteneinsteiger[Bearbeiten]

Bei besonderem Fachkräftemangel kann der Zugang zum Lehrerberuf zeitlich und fachlich begrenzt immer wieder für andere Berufsgruppen ohne erstes Staatsexamen geöffnet. So können beispielsweise bei Lehrermangel im beruflichen Fach Informationsverarbeitung Hochschulabsolventen mit mehrjähriger Praxiserfahrung im IT-Bereich direkt ohne Lehramtsstudium in das Referendariat oder sogar direkt ohne Referendariat in den Lehrerberuf einsteigen. Sobald der Bedarf an Lehrkräften in den betreffenden Fächern wieder mit Lehramtsstudenten gedeckt werden kann, wird dieser Zugang geschlossen.

Die Begriffe Seiteneinsteiger und Quereinsteiger werden je nach Land unterschiedlich verwendet, auch werden nicht beide Formen angeboten.

Eine Form besteht darin, dass die Bewerber zu gleichen Bedingungen wie Laufbahnbewerber ins Referendariat aufgenommen werden, die jeweilige Hochschulprüfung (Diplom oder Master) wird damit dem ersten Staatsexamen gleichgestellt. Das zweite Staatsexamen wird unter gleichen Bedingungen abgelegt und befähigt auch in gleichem Maße wie bei Laufbahnbewerbern. Es stehen die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten und Wechselmöglichkeiten in andere Länder offen, da die Laufbahnbefähigung erworben wurde.

In der zweiten möglichen Form, arbeitet man zunächst als angestellter Lehrer für zwei bis drei Jahre mit berufsbegleitender pädagogisch Qualifizierung bei reduzierter Stundenzahl und oft vollem Gehalt. Eine Verbeamtung ist teils nicht, teils nach einem weiteren Bewährungsjahr im Angestelltenverhältnis möglich. Die Aufstiegsmöglichkeiten sind teils eingeschränkt. Ein Wechsel des Landes ist auf Grund der fehlenden Laufbahnbefähigung schwieriger. Die Bewerber haben abzuwägen, ob beim Seiteneinstieg die (fast) vollen Bezüge von Anfang an die Nachteile ausgleichen können.

Bayerisches Traineeprogramm[Bearbeiten]

In Bayern existierte im Schuljahr 2010/11 weiterhin ein Traineeprogramm, mit dem Diplomphysiker, Diplommathematiker und Diplomingenieure (Univ.) der Fachrichtungen Maschinenbau und Elektrotechnik in einem zweijährigen Programm zu Lehrern an Beruflichen Oberschulen im Quereinstieg ausgebildet wurden. Auch Abschlüsse von ausländischen Hochschulen waren „möglich und willkommen“. Die Trainees unterrichten im ersten Jahr 12 Unterrichtsstunden und im zweiten 18 Unterrichtsstunden pro Woche und werden in dieser Zeit von je einem „Personalentwickler“ pro Lehrfach im Schulalltag begleitet und betreut. Außerdem werden die Trainees wie Referendare an einem Staatlichen Studienseminar in Didaktik, Pädagogik, Psychologie und Schulrecht/Schulkunde ausgebildet. Es handelt sich um ein Angestelltenverhältnis, die Übernahme ins Beamtenverhältnis ist bei Vorliegen der Voraussetzungen bis zum 45. Lebensjahr möglich, aber nicht versprochen. Die Trainees mussten sich aber verpflichten, mindestens fünf Jahre an der für sie vorgesehenen staatlichen oder kommunalen Schule tätig zu sein oder die Ausbildungskosten ganz oder teilweise zu erstatten.

Fachlehrerausbildung in Baden-Württemberg und Bayern[Bearbeiten]

In Baden-Württemberg gibt es die Möglichkeit ohne Studium eine Ausbildung zum Fachlehrer für musisch-technische Fächer zu absolvieren. Die Ausbildung findet den Pädagogischen Fachseminaren Karlsruhe, Kirchheim/Teck und Schwäbisch Gmünd statt. Die Ausbildung findet in Bildende Kunst oder Musik oder Sport und Hauswirtschaft/Textiles Werken mit Wirtschaftslehre oder Technik mit Wirtschaftslehre und in den Fächern Pädagogik, Pädagogische Psychologie, Schulrecht, Informations- und Kommunikationstechniken und im Profilfach des Seminars statt. Voraussetzung ist ein Realschulabschluss oder die Fachschulreife, eine Berufsausbildung oder einen Abschluss eines Berufskollegs von mindestens zweijähriger Dauer, eine dem Lehramt dienliche einjährige Berufs- oder Betriebspraxis und eine bestandene Eingangsprüfung. Die Eignungsprüfung besteht aus einem Teil über Allgemeinbildung und Textarbeit und einem fachlichen Teil, der aus einer schriftlichen (nicht in Sport) und praktischen Prüfung besteht. Die Einstellung erfolgt in der Regel im Beamtenverhältnis auf Widerruf als Fachlehreranwärter. Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre. Der Ausbildungsunterricht an den Ausbildungsschulen findet blockweise statt, dabei wird durch die Anwärter zunehmend selbstständig unterrichtet. Zwei Wochen des Ausbildungsunterrichtes findet an einer Sonderschule statt. Die Fachlehrer können theoretisch an allen Schularten eingesetzt werden, hauptsächlich kommen sie aber an Grund-, Haupt-, Real- und Gemeinschaftsschulen, seltener an Sonderschulen zum Einsatz. Für Sonderschulen gibt es eine besondere Fachlehrerausbildung. Die Absolventen werden als Beamte (Amtsbezeichnung Fachlehrer) mit der Beförderungsmöglichkeit zum Fachoberlehrer eingestellt.

In Bayern findet die Ausbildung an den Staatsinstituten für die Ausbildung von Fachlehrern in Augsburg oder Bayreuth statt. Die Ausbildung muss in den Fächern Kommunikationstechnik, Technisches Zeichnen, Werken und entweder Kunsterziehung oder Sport absolviert werden. Voraussetzung ist ein mittlerer Schulabschluss und ein bestandener Eignungstest. Die Ausbildung dauert drei Jahre am Seminar und ein weiteres Jahr an einer Schule und wird nicht vergütet.

Geschichte und gegenwärtige Situation in Deutschland[Bearbeiten]

Geschichte der Lehrerausbildung[Bearbeiten]

Öffentliche Diskussionen über Reformen der Lehrerausbildung fanden vor allem in gesellschaftlichen Krisen statt. Bis 1918 war die Lehrerausbildung der Gymnasiallehrer an Universitäten und der Volksschullehrer an Lehrerseminaren vollkommen verschieden. Erst in der Weimarer Republik bewirkte der Anspruch der Weimarer Verfassung (Art. 143) die akademische Ausbildung der Volksschullehrer in Preußen und einigen anderen Ländern durch die Einführung der Pädagogischen Akademien (ab 1925). Bayern und Württemberg folgten dem bis nach dem Zweiten Weltkrieg nicht. In der NS-Diktatur wurden die Pädagogischen Akademien wieder abgeschafft und durch die Hochschule für Lehrerbildung und 1941 Lehrerbildungsanstalten ersetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb in Westdeutschland die Lehrerausbildung weiter getrennt zwischen Universitäten und neu eingerichteten sowie vereinheitlichten Pädagogischen Hochschulen [3]. Im Zusammenhang mit der Bildungsexpansion in den 1960er Jahren wurde die Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen aufgewertet, die zu Beginn der 1980er Jahre in die Universitäten, außer in Baden-Württemberg für die Grund- und Hauptschul, Realschul- und Sonderschullehrer, integriert wurden. In der DDR erfolgte die Lehrerausbildung für Unterstufenlehrer an Instituten für Lehrerbildung (Zugangsvoraussetzung: Mittlere Reife) und für Oberstufenlehrer (Klasse 6 bis 10, Zugangsvoraussetzung: Abitur) an Pädagogischen Instituten und für Oberstufenlehrer bis Klasse 12 (Zugangsvoraussetzung: Abitur) an Pädagogischen Hochschulen und Universitäten.

Aktuelle Diskussion[Bearbeiten]

Um 2000 begann erneut eine lebhafte öffentliche Diskussion über Lehrerausbildung, zu der nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen - Arbeitgeber und Gewerkschaften, Verbände, Parteien, Journalisten u. a. - ihre interessengeleiteten und oft völlig gegenläufigen Beiträge leisteten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat eine chronologische Übersicht zur Reformdebatte erstellt.[4] Zahlreiche Gutachten zur Lehrerausbildung, teils von den jeweiligen Landesregierungen bestellt, teils aus eigenem Interesse und auf eigene Initiative vorgelegt, bestimmen nach wie vor die Diskussion. Hiermit in engem Zusammenhang steht ein verengter Praxisbegriff, der sich in vielen Äußerungen findet und hauptsächlich darauf abzielt, das universitäre Lehramtsstudium zu einem Prozess der Einübung in Berufsroutinen - oder doch zu einer Begleitung einer solchen Einübung im Sinne einer „dualen Ausbildung“ zu machen (vgl. hierzu Pressemitteilungen des Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt oder des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages Ludwig Georg Braun).

Die KMK unterstützte 2000 ein Leitbild des Lehrerberufes[5] und beschloss 2004 einheitliche Bildungsstandards für die Bildungswissenschaften[6] und 2008 für die Fächer[7] der Lehrerausbildung, die für die ausbildenden Hochschulen bindend sind. Weil zunehmend eine aggressive Abwerbung von Lehrern aus anderen Ländern um sich greift, hat die "Stralsunder Erklärung" 2009 festgehalten, dass jedes Bundesland eine bedarfsdeckende Ausbildungskapazität schaffen muss.

Die bisher unübersichtliche Diskussion vereint drei Stränge:

  1. Eine eher pädagogische Linie bemüht sich, gesellschaftlichen Veränderungen (Medien, Migration, Gewalt, Frauen im Beruf, Verständnis von Gesundheit u.a.) in den Ausbildungsanforderungen Rechnung zu tragen;
  2. Eine ökonomische Linie vergleicht Investition und Erfolg miteinander (vgl. z. B. die Debatte im Zusammenhang mit den PISA-Studien);
  3. Der „Bologna-Prozess“ treibt im europäischen Kontext für sämtliche Studiengänge und Hochschulen den Wechsel zu Bachelor- und Master-Studiengängen voran, obwohl diese Stufung mit einer qualifizierten Lehrerausbildung nur schwierig vereinbar ist, da der Bachelorabschluss grundsätzlich eine Berufsbefähigung verleiht, aber erst der Masterabschluss dem bisherigen ersten Staatsexamen gleichgestellt ist.[8]

Österreich[Bearbeiten]

Die nachuniversitäre Ausbildung der Gymnasiallehrer erfolgt in Österreich in einem Unterrichtspraktikum. Pflichtschullehrer werden an Pädagogischen Hochschulen ausgebildet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationsschrift der KMK von 2002 (PDF-Datei; 1,07 MB)
  2. Eine Ausnahme hiervon sind Diplom-Handelslehrer und Diplom-Gewerbelehrer (z.B. am Karlsruher Institut für Technologie, Universität Stuttgart, Universität Hohenheim) bzw. Diplom-Gymnasiallehrer an der RWTH Aachen.
  3. zuletzt Lehrerausbildung an Rhein und Ruhr im 20. Jahrhundert: Symposium 40 Jahre Pädagogische Hochschule Ruhr in Duisburg (= Schriften aus Archiv und Bibliothek der Universität Duisburg-Essen 1), hrsg. von Ingo Runde, Duisburg 2011, online-Fassung (PDF-Datei; 13,07 MB), ISBN 3-942158-04-3
  4. http://wissenschaft.gew.de/Etappen_der_Reformdebatte_2.html
  5. Aufgaben des Lehrers (PDF-Datei; 59 kB)
  6. Standards Bildungswissenschaften (PDF-Datei; 69 kB)
  7. Fachprofile
  8. http://www.studienwahl.de/index.aspx?e1=4&e2=2&e3=1&e4=0&e5=0&e6=0&tn=0 Offizielle Informationen der Kultusministerkonferenz

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]