Leichttraktor

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Leichttraktor (VK 31)
Rheinmetall Prototyp

Rheinmetall Prototyp

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 4
Länge 4,32 m
Breite 2,26 m
Höhe 2,27 m
Masse 9 Tonnen
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 5–14 mm
Hauptbewaffnung 3,7-cm-KwK
Beweglichkeit
Antrieb Daimler-Benz M36
100 PS
Höchstgeschwindigkeit 30 Km/h
Leistung/Gewicht 11 PS/t

Leichttraktor (auch L.Tr.) war die Tarnbezeichnung von insgesamt vier Panzerprototypen der deutschen Reichswehr und späteren Wehrmacht, die noch während der Weimarer Republik entwickelt wurden. Zusammen mit dem Großtraktor waren es die ersten deutschen Panzerfahrzeuge, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden.

Geschichte[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Gemäß dem Vertrag von Versailles war Deutschland der Besitz einer Panzerwaffe untersagt, weswegen schon frühzeitig Anstrengungen unternommen wurden, dieses Verbot zu umgehen. Im Jahre 1928, also zwei Jahre nach dem Entwicklungsauftrag des Großtraktors, wurden die Unternehmen Rheinmetall, Krupp und Daimler-Benz angewiesen, einen leichten Versuchspanzer mit dem Projektnamen VK 31 zu entwickeln, der zehn bis zwölf Tonnen wiegen sollte.

Wegen interner Probleme schied Daimler-Benz aus dem Entwicklungsprozess aus, während Krupp und Rheinmetall eine gemeinsame Kooperation vereinbarten. Aus diesem Grund ähnelten sich die von jeweils beiden Unternehmen im Frühjahr 1930 gefertigten zwei Prototypen. Alle vier Fahrzeuge wurden im Sommer desselben Jahres zur Panzerschule Kama, einer geheimen Übungsstätte infolge des Vertrags von Rapallo, verbracht und dort zusammen mit der Roten Armee getestet. Die Tests verliefen zwar relativ erfolgreich, jedoch zeigte sich, dass es sich bei den noch unzulänglichen Konstruktionen um reine Übungsfahrzeuge handelte, welche nicht zum Kampf geeignet waren.

1931 erfolgte eine Bestellung von 289 Leichttraktoren, welche aber ein Jahr später zugunsten des Panzerkampfwagen I storniert wurde. Nach Beendigung der deutsch-sowjetischen Zusammenarbeit in Kasan aufgrund der veränderten politischen Lage im Deutschen Reich 1933 wurden alle vier Prototypen zurück nach Deutschland verbracht und dienten dort für einige Jahre als Trainingsfahrzeuge für die noch junge Panzertruppe. Zumindest ein Panzer soll danach als Ehrenmal auf dem Truppenübungsplatz Putlos gedient haben.

Technik[Bearbeiten]

Die von beiden Unternehmen gelieferten Prototypen unterschieden sich grundsätzlich beim Laufwerk. Während Rheinmetall ein raupenähnliches Fahrwerk mit zwölf kleinen Doppellaufrädern − aufgehängt zu je zwei Paaren in sechs Doppelschwingen − verwendete, bestand dies bei Krupp aus sechs miteinander verbundenen Doppellaufrollen, welche mittels Schraubenfedern gedämpft und mit einem zusätzlichen Führungsrad vorne und hinten versehen waren.

Die Bewaffnung bestand aus einer halbautomatischen 37-mm-KwK mit einer Rohrlänge von 1,67 m und einem leichten Maschinengewehr; für die Kanone wurden 150 und für das MG 3000 Schuss mitgeführt. Mit einer Front- und Seitenpanzerung von 14 mm war das Fahrzeug lediglich gegen Hartkerngeschosse aus Infanteriegewehren geschützt.

Als Antrieb kam bei allen Prototypen der 6-Zylinder-Motor M36 von Daimler-Benz zur Verwendung. Dieser aus dem Lkw-Bereich stammender Motor war flüssigkeitsgekühlt und wog 360 kg. Mit einer Tankkapazität von 150 Liter Benzin konnte auf der Straße ein Fahrbereich von etwa 140 Kilometer erreicht werden. Des Weiteren war ein Viergang-Getriebe von ZF verbaut.

Die Besatzung bestand aus vier Mann: Kommandant, Richtschütze, Funker und Fahrer. Die zwei erstgenannten befanden sich im hinten aufgesetzten Turm, während der Funker auf dem Boden rechts versetzt hinter dem Fahrer saß (beim Rheinmetall-Typ saß der Funker auf gleicher Höhe auf der anderen Seite des Motors). Das verbaute Funkgerät hatte eine Reichweite von zwei bis drei Kilometer, während ein Morsebetrieb bis zu einer Entfernung von 17 km möglich war.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Chamberlain & Hilary Doyle: Sterling (Hrsg.): Encyplopedia of German Tanks of World War Two 1999, ISBN 1854095188.

Weblinks[Bearbeiten]