Leif Eriksson
Leif Eriksson (isländisch: Leifur Eiríksson; * um 975 in Island; † um 1020) war ein isländischer Entdecker. Sein Beiname ist „der Glückliche“.
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Entdeckung Amerikas [Bearbeiten]
Leif Eriksson wurde vermutlich um 975 als Sohn Eriks des Roten und seiner Frau Thjodhild (womöglich vor der Taufe Thorhild) geboren. Da die Landnahme in Grönland um 986 begann, ist bei dem vermuteten Geburtsdatum von einer Geburt auf Island auszugehen.
Die Entdeckung Amerikas durch Leif Eriksson wird in den beiden „Vinland-Sagas“ unterschiedlich geschildert:
Gemäß der Eiríks saga rauða fährt er um das Jahr 1000 von Grönland nach Norwegen, um dort am Königshof aufgenommen zu werden. Nachdem dies gelungen ist, entdeckt er auf der Rückreise nach Grönland unbekanntes Land, rettet überdies noch Schiffbrüchige und bekehrt nach seiner Ankunft die Grænlendingar zum Christentum[1]. Bei einer weiteren Fahrt nach dem neu entdeckten Land erkundet Leif mit anderen weitere Gebiete an der nordamerikanischen Küste, darunter Helluland, Markland und schließlich auch Vinland. Die geographische Zuordnung dieser Gebiete ist umstritten. Aufgrund der Funde in L’Anse aux Meadows wird Vinland häufig mit Neufundland gleichgesetzt.
Gemäß der Grænlendinga saga (Grönland-Saga) entdeckt Bjarni Herjólfsson diese Gebiete, als er nach Grönland suchte, wobei ihm auch letzteres nur aus Beschreibungen bekannt ist. Bjarni Herjólfsson geht in den neu entdeckten Gebieten jedoch nicht an Land. Nachdem Leif Eriksson von den Gebieten erfährt, unternimmt er eine Fahrt dorthin und überwintert dort auch. Da er das Land im Gegensatz zu Bjarni Herjólfsson auch betritt, erforscht usw., gilt er als Entdecker dieser Gebiete.
Die Entdeckung wird auch von Adam von Bremen in der Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum erwähnt.
Dass jenes fruchtbare Land, das die Grænlendingar im Westen entdeckten und Vinland nennen, auf dem nordamerikanischen Kontinent lag und die Skandinavier somit Amerika, genauer Neufundland, erreichten, ist inzwischen archäologisch gesichert. Davon zeugen die 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Reste einer skandinavischen Siedlung auf Neufundland bei L'Anse aux Meadows. Die zumeist als Fälschung angesehene Vinland-Karte hat keinen historischen Quellenwert. Die Angaben, die sie enthält, sind bereits aus schriftlichen Quellen bekannt.
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Karte des Nordatlantiks von Skandinavien bis Labrador (mit einigen Phantasieinseln) von Abraham Ortelius, 1573
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Figurentafel von Hoetger am Haus des Glockenspiels in Bremen
Ehrungen [Bearbeiten]
- Islands internationaler Flughafen in Keflavík trägt den Namen „Leifur Eiríksson“.
- Der „Leif-Eriksson-Tag“ ist am 9. Oktober und wird gerne von skandinavischen Jugendlichen am letzten Schultag vor den Ferien zelebriert.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Die Saga von Eirík dem Roten. Kap. 5, von Tina Flecken (Übers.) u.a.: Isländersagas. Bd. 4, S. Fischer, Frankfurt a.M. 2011, ISBN 3-10-007625-7, S. 526–552.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Leif Eriksson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Grænlendinga saga (altnordisch)
- Erörterung des Geburtsortes von Leif auf isländisch
- Argumente für eine Entdeckung und Besiedlung Amerikas durch die Wikinger (Leif Eriksson)
| Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname. |
| Personendaten | |
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| NAME | Leif Eriksson |
| ALTERNATIVNAMEN | Leif der Glückliche; Eriksson, Leif |
| KURZBESCHREIBUNG | isländischer Entdecker |
| GEBURTSDATUM | um 970 |
| GEBURTSORT | Island |
| STERBEDATUM | um 1020 |