Leimbach AG

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AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Leimbachf zu vermeiden.
Leimbach
Wappen von Leimbach
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Kulmw
BFS-Nr.: 4137i1f3f4
Postleitzahl: 5733
Koordinaten: 655299 / 23611447.2736078.169445520Koordinaten: 47° 16′ 25″ N, 8° 10′ 10″ O; CH1903: 655299 / 236114
Höhe: 520 m ü. M.
Fläche: 1.15 km²
Einwohner: 467 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 406 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 12,6 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.leimbach-ag.ch
Leimbach AG

Leimbach AG

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Leimbach (schweizerdeutsch: ˈlɛimˌbəχ)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Kulm im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im oberen Wynental und ist flächenmässig die drittkleinste Gemeinde des Kantons.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf ist eingebettet in eine kleine Nische einer Seitenmoräne, die während der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers entstanden ist. Der grösste Teil des Gemeindegebietes bedeckt den steilen Westhang des 787 Meter hohen Hombergs, reicht jedoch nicht ganz bis zum Gipfel. Oberhalb des Dorfes befindet sich auf einer Höhe von 650 Metern der Weiler Seeberg. Ein kleiner Teil im Südwesten hingegen ist völlig flach und liegt in der Ebene der Wyna.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 115 Hektaren, davon sind 36 Hektaren bewaldet und 18 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 760 Metern am Westhang des Hombergs, der tiefste auf 510 Metern an der Wyna.

Nachbargemeinden sind Zetzwil im Norden, Reinach im Osten und Süden sowie Gontenschwil im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Dorfes erfolgte um 1300 im Habsburger Urbar in der noch heute verwendeten Form. Der Ortsname geht auf das althochdeutsche Leimbah zurück, was «Lehmbach» bedeutet.[3] Leimbach entstand also an einem als schlammig empfundenen Gewässer. Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Leimbach gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Es bildete eine Exklave des Gerichtsbezirks Seengen innerhalb des Amts Lenzburg, welches den Hallwylern unterstand. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Jahrhundertelang hatte Leimbach den Status eines autonomen Steckhofs und erhielt erst 1751 vom Rat der Stadt Bern das Gemeinderecht. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Leimbach gehört seither zum Kanton Aargau.

Die im 19. Jahrhundert bedeutende Tabakindustrie ist schon vor Jahrzehnten verschwunden. Am 5. März 1904 wurde die Wynentalbahn eröffnet. Seitdem auch die Bedeutung der Landwirtschaft stark zurückgegangen ist, orientieren sich die Bewohner zumeist an den grösseren Regionalzentren wie Reinach oder Unterkulm. Noch heute ist Leimbach ein Teil der Kirchgemeinde Reinach und besitzt weder eine Kirche noch eine Kapelle.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot weisser Schräglinksfluss, im Schildhaupt begleitet von sechsstrahligem weissem Stern.» Das Wappenbild erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel und blieb seither unverändert. Die Symbolik ist nicht bekannt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1764 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 91 170 224 238 227 249 283 336 346 381 409 446

Am 31. Dezember 2013 lebten 467 Menschen in Leimbach, der Ausländeranteil betrug 12,6 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 66,5 % reformiert und 19,1 % römisch-katholisch; 2,4 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 97,1 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,7 % Italienisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht in Unterkulm zuständig. Leimbach gehört zum Friedensrichterkreis Gontenschwil.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Leimbach gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 120 Arbeitsplätze, davon 20 % in der Landwirtschaft, 60 % in der Industrie und 20 % im Dienstleistungsbereich.[9] Es gibt drei Industriebetriebe im Dorf, ein Blech- und Drahtwerk, eine Präzisionswerkstätte und ein Laserbeschriftungsunternehmen. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Reinach und in weiteren Dörfern der Umgebung.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Leimbach verläuft die Hauptstrasse 23 von Aarau über Beromünster nach Sursee. Der Anschluss an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Station der Wynentalbahn.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule, Bezirksschule) können in Reinach besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 233–234.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1110, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 199.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.