Leinefelde

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51.38763888888910.321611111111335Koordinaten: 51° 23′ 16″ N, 10° 19′ 18″ O

Leinefelde
Wappen von Leinefelde
Höhe: 330–350 m ü. NHN
Einwohner: 9700
Eingemeindung: 16. März 2004
Postleitzahl: 37327
Vorwahl: 03605
Karte

Lage von Leinefelde in Leinefelde-Worbis

Leinefelde ist der südliche Stadtteil von Leinefelde-Worbis im Landkreis Eichsfeld in Thüringen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Blick von der Burg Scharfenstein auf Leinefelde
Die Ringquelle der Leine

Leinefelde ist der einwohnermäßig größte Stadtteil der Doppelstadt Leinefelde-Worbis und besteht im Wesentlichen aus dem Altstadtbereich und dem südlich angrenzenden Bereich der Plattenbausiedlung. Der Stadtteil liegt etwa vier Kilometer südwestlich von Worbis und 12 Kilometer östlich von der Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt.

Die Nachbarorte sind Beuren im Westen, Breitenbach im Norden, Breitenholz im Osten, Birkungen im Südosten und Kallmerode im Süden.

Das Stadtgebiet von Leinefelde liegt auf der Elbe-Weser-Wasserscheide mit der Leinequelle, kurz unterhalb der Quelle mündet die auf dem Zehnsberg entspringende Line. Südlich von Leinefelde erstreckt sich der Dün und weiter im Nordosten das Ohmgebirge.

Geschichte[Bearbeiten]

Lage und Name des Ortes lassen darauf schließen, dass er schon im 9. Jahrhundert bestand. Leinefelde wurde 1227 erstmals urkundlich erwähnt. Leinefelde war jahrhundertelang nur ein kleines Dorf mit wenigen hundert Einwohnern. Leinefelde war von 1772 bis 1867 eine Filiale der Pfarrei von Birkungen. Pfarrer Phillipp Meysing wirkte 1815 bis 1864 in Birkungen und Leinefelde. Der erste Leinefelder Pfarrer wurde 1868 der Gemeinde vorgestellt.[1]

Mit dem Bau der großen Rheinstraße Köln–Berlin 1826 (heute Bundesstraße 80) und der Reichsstraße von Mühlhausen nach Duderstadt 1834 (heute Bundesstraße 247) begann die Entwicklung Leinefeldes zum Verkehrsknotenpunkt. Fortgesetzt wurde dieses mit dem Bau der Bahnstrecke Halle–Nordhausen–Leinefelde–Eichenberg–Kassel/Göttingen im Jahr 1867. Als der Ort wenig später (1870) mit der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde noch eine zweite Hauptbahnstrecke erhielt, wurde der Bahnhof zum Zentralbahnhof des Eichsfeldes und der Ort wuchs rasch heran. Die Kanonenbahn durch Leinefelde wurde 1880 durch einen Bahnanschluss von Leinefelde nach Eschwege in Hessen fertiggestellt (stillgelegt 1998). 1897 folgte die Bahnstrecke Leinefelde–Wulften, auf der allerdings ab Teistungen nach 1945 auf Grund der deutschen Teilung der Betrieb eingestellt wurde.

Das etwa 2.500 Einwohner zählende Dorf sollte nach dem Eichsfeldplan der SED zum industriellen Zentrum des Obereichsfelds ausgebaut werden. Damit wurde auch das Ziel verfolgt, die bestehenden Strukturen aus Landwirtschaft, Kleinhandwerk und katholischem Glauben zu zerstören. Durch Ansiedlung von Arbeitern aus anderen Teilen der DDR sollte die Gesellschaft „sozialistischer“ werden. Somit war der Entschluss, Leinefelde zu einem Industriezentrum auszubauen, nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus politischen Gründen gefällt worden. Am 10. April 1961 wurde mit dem Bau der Baumwollspinnerei begonnen. Hier arbeiteten in der Blütezeit bis zu 4.500 Beschäftigte. In der Folgezeit wurden in Leinefelde viele Plattenbaugebiete angelegt, und die Einwohnerzahl stieg innerhalb von 15 Jahren von 6.658 Ende 1970 auf 15.526 Ende 1985 an. Am 7. Oktober 1969 erhielt Leinefelde die Stadtrechte.

Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Deutschlands war Leinefelde mit 16.500 Einwohnern der größte Ort im Obereichsfeld.

Leinefelde wurde am 16. März 2004 in die neue Stadt Leinefelde-Worbis integriert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Leinefelde unterhält die folgenden Städtepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Maria Magdalena

Vereine[Bearbeiten]

SC Leinefelde von 1912 (Fußball)

ESV Lok Leinefelde (Mehrspartensportverein)

Kampfsportverein Leinefelde e.V.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten von Leinefelde zählen:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Leinefelde
Straßenbauamt Nordthüringen in Leinefelde

Leinefelde ist Knotenpunkt der überregional bedeutenden Eisenbahnstrecke Halle (Saale)Kassel (Halle-Kasseler Eisenbahn) und der Strecke Göttingen-Erfurt (Bahnstrecke Gotha-Leinefelde). Hier halten die Regional-Express-Linien 1 (Göttingen–Leinefelde–Erfurt–Chemnitz/Zwickau) und 9 (Kassel–Leinefelde–Nordhausen–Halle) sowie verschiedene Regionalbahnen.

Die Strecke Halle–Kassel wurde als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit bis 1994 zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Dahingehend wurde im Bahnhof Leinefelde ein Elektronisches Stellwerk als eines der ersten in Thüringen eingerichtet, das auch die Streckenabschnitte Heilbad HeiligenstadtNiederorschel und Leinefelde – Bad Langensalza steuert.

Jeden Freitag hält in Leinefelde ein InterCity der DB, der von Frankfurt am Main Hauptbahnhof nach Leipzig Hauptbahnhof verkehrt. Sonntags hält er aus der anderen Richtung. Dies ist wöchentlich der einzige hier haltende Fernverkehrszug.

Die Bahnstrecken Leinefelde–Wulften und Leinefelde-Treysa sind inzwischen stillgelegt.

Autobahn und Bundesstraßen[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 247 (DuderstadtMühlhausen) und die Landesstraße 3080 (die ehemalige 80) kreuzen sich in Leinefelde. Die Bundesautobahn 38, ebenfalls ein Verkehrsprojekt Deutsche Einheit, grenzt unmittelbar an die Stadt Leinefelde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Helmut Godehard: Kirmesbrauchtum auf dem Eichsfeld. Aus den Jugenderinnerungen von Konrad Hentrich IV aus Leinefelde. In: Kulturbund Worbis (Hrsg.): Eichsfelder Heimathefte. Heft 3, Heiligenstadt 1988, S. 267–272.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leinefelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien