Leipziger Wingolf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Zirkel
Wappen des Leipziger Wingolf sw.tif Zirkel-leipziger-wingolf.jpeg
Basisdaten
Universität: Universität Leipzig
Gründung: 9. Juli 1855
Gründungsort: Leipzig
Dachverband: Wingolfsbund
Mitglieder: 100
Farben: Schwarz-Weiß-Gold
Wahlspruch: Δι' ἕνος πάντα
Di henos panta!
(griech.: Durch Einen Alles!)
Website: www.leipziger-wingolf.de

Der Leipziger Wingolf ist eine christliche, farbentragende und nichtschlagende Studentenverbindung in der Universitätsstadt Leipzig. Der Leipziger Wingolf betreibt ein Studentenwohnheim und eine Etage im Leipziger Stadtteil Zentrum-West. Er ist eine der ältesten Verbindungen in Sachsen und Mitglied des Wingolfsbundes.

Prinzipien und Wahlspruch[Bearbeiten]

Als seine drei Prinzipien sieht der Leipziger Wingolf das Christentum, das Farbenstudententum und die Ablehnung von Duell und Mensur. Sein Wahlspruch lautet:

"Δί ένός πάντα" - "Di henos panta!"
(gr.: Durch einen - Jesus Christus - alles!), entlehnt der Bibelstelle (Phil 4,13 lut)

Couleur[Bearbeiten]

Der Leipziger Wingolf trägt die Farben schwarz-weiß-gold mit silberner Percussion. Das Fuxenband ist mit dem Burschenband identisch. Als Kopfcouleur werden schwarze Samtmützen in Tellerform getragen. Zum Wichs gehören schwarze Pekeschen.

Bis 1935 trugen die Mitglieder auch Stürmer.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 9. Juli 1855 gründete ein Freundeskreis aus Studenten in Leipzig eine Wingolfsverbindung. Das Leipziger Universitätsgericht verweigerte die Bestätigung, weil es Konflikte in der Duellfrage befürchtete. Es wurde angenommen, dass bereits ansässige schlagende Verbindungen eine nicht-schlagende Verbindung wie den Leipziger Wingolf nicht willkommen heißen würden. Am Silvesterabend 1855 wurde die Verbindung schlussendlich unter dem Namen Wittenbergia von der Universität genehmigt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus geriet der Leipziger Wingolf in Bedrängnis. Auch im Leipziger Wingolf kam es zu Disputen entlang politischer Haltungen, sowohl Gegner als auch Befürworter des NS-Regimes fanden sich in der Aktivitas. Im Jahre 1935 musste sich der Leipziger Wingolf unter dem Druck der nationalsozialistischen Hochschulpolitik vertagen.

Während der Zeit der deutschen Teilung war ein Wiederbeleben der Verbindung in Leipzig nicht möglich. Der Kieler Wingolf trug in diesen Jahren (ab 1953) die Tradition des vertagten Leipziger Wingolf weiter. Nach der Wende gab es einige Jahre Bemühungen den Leipziger Wingolf wiederzugründen, es dauerte jedoch bis Mai 2001 bis der Leipziger Wingolf neu gestiftet wurde.

Seitdem findet im Leipziger Wingolf wieder geordneter Aktivenbetrieb statt.

Bekannte Mitglieder (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Wieltsch: Geschichte des Leipziger Wingolfs. Selbstverlag zum 150. Stiftungsfest, Leipzig 2005.
  • Michael Doeberl, Alfred Bienengräber (Hrsg.): Das akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger. C. A. Weller, Berlin 1931. S. 933.