Leitgummi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leitgummi als Mehrfach-Verbindung („Zebra“)
A = gummierte Seitenflanken für mittelgroße Displays
B = Seitenflanken aus weichem Moosgummi für große Displays
Leitgummiverbindung an einem digitalen Panelmeter

In der Elektronik wird Leitgummi anstelle metallischer Leiter eingesetzt, wenn nur geringe Ströme übertragen werden müssen. Leitgummi besteht aus mit Kohlenstoffpartikeln (Graphit, Ruß) gefülltem Gummi.

Leitgummi wird entweder anstelle federnder elektrischer Mehrfach-Kontakte oder als einer der Partner eines Schaltkontaktes eingesetzt.

Die elektrische Leitfähigkeit von Leitgummis ist beträchtlich geringer als bei metallischen Kontakten bzw. Verbindungen.

Mehrfach-Verbindungen[Bearbeiten]

Ein Beispiel für elastische Dauerverbindungen sind die Verbindungsstege (englisch rubber plugs oder display rubbers) zwischen Flüssigkristallbildschirmen mit der dazugehörigen Leiterplatte. Sie werden in der Fachwelt auch als "Zebras" bezeichnet, da sie aus einer Vielzahl paralleler Leitgummistücke (schwarz), unterbrochen von nichtleitendem Gummi (hell), bestehen. Das Verbindungsstück enthält oft sehr viel mehr Leitgummielemente, als Anschlussflächen vorhanden sind, sodass die Lücken zwischen den Anschlussflächen auch dann nicht kurzgeschlossen werden, wenn die Position des Zebras bei der Montage abweicht. Sie ist daher nicht kritisch.

Der Einsatz einer solchen Leitgummiverbindung ist insbesondere bei Flüssigkristall-Displays nötig, da deren Kontaktflächen sehr dünn sind und nicht gelötet oder metallisch kontaktiert werden können. Es können mit dieser Verbindungsmethode jedoch auch zwei Leiterplatten verbunden werden. Der Vorteil dieser Leitgummiverbindungen liegt auch in der Elastizität , somit kann man z. B. bei kleinen Gehäusen wie in Mobiltelefonen, Quarzuhren, digitalen Panelmetern oder Fahrradtachometern auch bei Erschütterungen eine sichere Kontaktierung der vielen Verbindungen der Displays mit der Leiterplatte gewährleisten. Die Leitgummis sind dabei einem gewissen Druck ausgesetzt und verbinden so Leiterplatte und LC-Display elektrisch und relativ schocksicher.

Probleme können jedoch bei hoher Feuchtigkeit auftreten. Durch den Kapillareffekt gelangt Wasser zwischen Leitgummi und Bildschirm oder Leiterplatte und kann Kurzschlüsse verursachen. Die Leitgummiverbindungen müssen daher immer trocken sein.

Die Langzeitbeständigkeit von Leitgummiverbindungen ist auch eingeschränkt, da sich im Laufe der Zeit das Leitgummi plastisch verformt und aushärtet. Dadurch ist die sichere Kontaktgabe nicht mehr gewährleistet, sobald sich die Kontaktflächen wieder geringfügig entfernen, z.B. auf Grund von Temperaturschwankungen, mechanischer Deformation oder Lageveränderung.

Tasten[Bearbeiten]

In Tasten kann Leitgummi als einer der Kontaktpartner eingesetzt werden, wenn häufige Betätigung und geringe Ströme vorliegen. Die Schaltkontakte bestehen dabei aus einer kammartigen ineinandergreifenden Struktur aus zwei Leiterflächen (Graphit oder vergoldet, zum Beispiel auf einer Leiterplatte). Das Leitgummistück verbindet beim Drücken der Taste diese beiden Flächen miteinander.

Leitgummi-Tasten finden sich in Computertastaturen, Mobiltelefonen, Fernbedienungen oder auch in einzelnen Tastern zur Leiterplattenmontage.

Das Leitgummi-Stück ist meist in ein elastisches Stück nichtleitenden Gummis eingebettet, welches dicht zur Kontaktstruktur bzw. der Leiterplatte oder dem Tastengehäuse abschließt. Leitgummitasten sind daher oft waschbar. Sie sind sehr sicher und zuverlässig und weisen nur ein geringes Prellen auf.

Weblinks[Bearbeiten]