Leithaprodersdorf

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Leithaprodersdorf
Wappen von Leithaprodersdorf
Leithaprodersdorf (Österreich)
Leithaprodersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 18,94 km²
Koordinaten: 47° 56′ N, 16° 29′ O47.93777777777816.478611111111196Koordinaten: 47° 56′ 16″ N, 16° 28′ 43″ O
Höhe: 196 m ü. A.
Einwohner: 1.173 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 62 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2443
Vorwahl: 02255
Gemeindekennziffer: 1 03 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulgasse 1
2443 Leithaprodersdorf
Website: www.leithaprodersdorf.gv.at
Politik
Bürgermeister: Martin Radatz (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(19 Mitglieder)
SPÖ 4, ÖVP 14, LPL 1
Lage der Gemeinde Leithaprodersdorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler See Donnerskirchen Großhöflein Hornstein Klingenbach Leithaprodersdorf Loretto Mörbisch am See Müllendorf Neufeld an der Leitha Oggau am Neusiedler See Oslip Purbach am Neusiedler See Sankt Margarethen im Burgenland Schützen am Gebirge Siegendorf Steinbrunn Stotzing Trausdorf an der Wulka Wimpassing an der Leitha Wulkaprodersdorf Zagersdorf Zillingtal Eisenstadt Rust BurgenlandLage der Gemeinde Leithaprodersdorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Leithaprodersdorf ist eine Gemeinde mit 1173 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich.

Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Lajtapordány. Die Gemeinde liegt an der niederösterreichischen Landesgrenze, wo der Schwesterort Deutsch Brodersdorf anschließt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland an der Grenze zu Niederösterreich nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Leithaprodersdorf ist die einzige Katastralgemeinde und Ortschaft und auch der einzige Ort in der Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

und Nachbarorte
Seibersdorf (Gem., Bez. Baden, )

Deutsch Brodersdorf (Gem. Seibersdorf, NÖ)

Pottendorf (Gem., Bez. Baden, ) Nachbargemeinden Au am Leithaberge (Gem., Bez. Bruck a.d.L., )
Wampersdorf (Gem. Pottendorf, NÖ)


Hornstein (Gem.)
Loretto (Gem.)
Der Ort Strotzing liegt hinter Loretto, Gemeindegebiet zwischen diesem und Au kurz angrenzend

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Leithaprodersdorf dann in der Provinz Pannonia. Ältere Funde belegen von Aktivitäten schon seinerzeit. In römischer Zeit war das Gemeindegebiet von Leithaprodersdorf dicht besiedelt. Zwei große Gutshöfe und ein Wachturm (Burgus) sowie die zugehörigen Gräberfelder mit Grabsteinen sind durch Ausgrabungen seit dem vorigen Jahrhundert benannt. Die Namen Maguricius, Ussuro, Ucco, Cenomarus, Gnatila sowie Octo, Aurelia Valla und Aurelia Florentina belegen die keltisch-römische Mischbevölkerung des 1. bis 3. Jahrhunderts. Aus der Frühgeschichte stammt ein Bestattungsplatz der Awaren aus dem 8. Jahrhundert beim Annenkreuz.

Das bedeutendste, noch heute sichtbare Bodendenkmal am Ortsrand von Leithaprodersdorf ist das G’schlößl, eine mittelalterliche, aus drei konzentrisch umlaufenden Gräben und Wällen bestehende Wasserburg. Sie wurde im 13. Jahrhundert auf den Ruinen des römischen Wachturmes zur Sicherung des Leithaüberganges errichtet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1232.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zum Königreich Ungarn (Deutsch-Westungarn), wurde Ungarisch Prodersdorf genannt, und war wichtiger Grenzübergang zu Deutsch Prodersdorf im Erzherzogtum Österreich bzw. Kronland Österreich unter der Enns. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Lajtapordány verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Heute sind Leithaprodersdorf und Deutsch Brodersdorf vollständig zu einer Siedlungseinheit verwachsen, haben sich aber durch die Lage in zwei Bundesländern ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Mandatsverteilung (19 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 4, ÖVP 14 und LPL 1 Mandat. Bürgermeister ist Mag. Martin Radatz von der ÖVP, Vizebürgermeister Ing. Horst Blümel von der ÖVP. Amtsleiter ist Michael Bauer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die römisch-katholische Pfarrkirche Hl. Maria Magdalena ist ein Neubau aus dem Jahr 1680, anstelle einer ehemaligen Kapelle. Im Zuge der Türkenkriege 1683 gebrandschatzt und 1696 erneuert.
  • Östlich des Ortes befinden sich die Reste einer mittelalterlichen Wehranlage mit ihrem noch heute sichtbaren Wall-Graben-System. Das Gschlößl ist eine aus drei konzentrisch umlaufenden Gräben und Wällen bestehende Wasserburg.
  • Die ehemalige mittelalterliche Pfarrkirche zum Heiligen Stephan Martyr wurde südwestlich des Ortes am „Berg“ errichtet, und wird heute Pfefferbüchsel genannt; 1252 diente sie beim Einfall der Ungarn als Zufluchtsort. 1683 wurde sie jedoch zerstört, 1907 restauriert und zu einer Kapelle umgebaut (Dreifaltigkeitskapelle). Im Jahr 1972 fand eine Außenrenovierung statt. In der Turmkapelle wurden 1975 gotische Freskenreste festgestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leithaprodersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien