Leitton

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Ein Leitton (seltener auch Strebeton) ist ein Ton einer Tonleiter, der nach einer halbtönigen Auflösung in einen Zielton verlangt. Der wichtigste Leitton im Dur-Moll-System ist der Leitton zum Grundton auf der siebten Stufe der Dur- oder der erhöhten siebten Stufe der Moll-Tonleiter. Dazu kommen die vierte Stufe der Dur-Tonleiter, die abwärts in die Terz strebt, und die sechste Stufe der Moll-Tonleiter, die abwärts in die Quinte strebt. Ein abwärts gerichteter Leitton wird auch als Gleitton bezeichnet.

Im Prinzip kann jeder Nebenton einer heptatonischen Tonleiter, der in kleinem Sekundabstand zu einem Hauptton der Skala (Grundton, Terz oder Quinte) steht, als Leitton dienen. Das enge Intervall bewirkt die Strebewirkung von dem (instabilen) Nebenton zu dem (stabilen) Hauptton.

Zur Entstehung und zur Behandlung der Leittöne haben wesentlich die Schlussklauseln der polyphonen Musik beigetragen.

Die folgenden Beispiele zeigen die Leittöne der C-Dur-Skala und der harmonischen a-Moll-Skala (Haupttöne quadratisch, Leittöne dreieckig):

Leittöne der Durskala

Leittöne der harmonischen Mollskala

Eine wichtige Stimmführungsregel ist, ist dass ein Leitton gemäß seiner Strebetendenz mit einem Halbtonschritt nach oben, ein Gleitton dagegen nach unten aufzulösen ist.[1] In einer C-Dur-Kadenz muss der Ton h als Leitton in den Grundton der Tonika aufgelöst werden. Der Ton f muss, wenn er Bestandteil eines dominantischen Akkords ist, zum e aufgelöst werden.

Beispiele für Leittonauflösung in C-Dur

Die Behandlung der Leittöne in den Kirchentonarten und im Jazz unterscheidet sich von den hier gemachten Ausführungen.

[Bearbeiten] Einzelbelege

  1. Hermann Grabner: Handbuch der funktionalen Harmonielehre, S. 29
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