Lemberg-Warschau-Schule

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Die Lemberg-Warschau-Schule (polnisch: Szkoła lwowsko-warszawska) (auch: Warschauer Gruppe, Warschauer Schule) war eine einflussreiche logisch-philosophische Schule im Polen des 20. Jahrhunderts. Kazimierz Twardowski legte ihren Grundstein, als er 1895 nach Lemberg kam und anfing, dort Philosophie zu lehren. Nach der Neugründung des polnischen Staates wechselten viele ihrer Vertreter an die Universität Warschau, woher die Schule ihren Doppelnamen bezieht.

Twardowskis Ansätze lehnen sich an Arbeiten von Franz Brentano, Robert von Zimmermann, Bernard Bolzano, sowie von Edmund Husserl und Alexius Meinong an. Mit letzteren stand Twardowski in wissenschaftlichen Kontakt; dieser Austausch beförderte sein Interesse für Ontologie, Mereologie und Kategoriale Grammatik. Durch Brentano wurde er inspiriert eine wissenschaftliche Schule für Philosophie zu gründen; der Einfluss der Brentanoschule ist bis zu Alfred Tarskis Generation spürbar.

Die Lemberg-Warschau-Schule zeichnete sich durch einen breiten Forschungsansatz in der Philosophie, Logik, Wissenschaftstheorie und Sprachanalytik aus. Ihre Vertreter erarbeiteten wichtige Beiträge zur mathematischen Logik, logischen Semantik, Erkenntnistheorie sowie formalen Ontologie etc.

Diese Schule hat viele bedeutende Logiker und Philosophen hervorgebracht. Vor allem die erste Generation ist bekannt: Jan Łukasiewicz, Stanisław Leśniewski, Tadeusz Kotarbiński, Kazimierz Ajdukiewicz, Tadeusz Czeżowski, Zygmunt Zawirski. Danach war Alfred Tarski wohl der berühmteste.

Die Lemberg-Warschau-Schule stand mit anderen logisch-philosophischen Kreisen in Europa in Kontakt, so z. B. dem Wiener Kreis und der Berliner Gesellschaft für empirische Philosophie. Gemeinsam haben sie mehrere Internationale Kongresse für die Einheit der Wissenschaft in den 1930er Jahren veranstaltet.

Weitere Vertreter[Bearbeiten]

Ebenfalls zur Schule werden gerechnet:

Joseph Maria Bocheński, Walter Auerbach, Hersch Bad, Stefan Baley, Stefan Blachowski, Eugenia Blaustein, Leopold Blaustein, Marian Borowski, Bronislaw Brondowski, Edward Csató, Izydora Dambska, Jan F. Drewnowski, Ryszard Gansiniec, Mieczyslaw Gebarowicz, Eugeniusz Geblewicz, Daniela Gromska, Henryk Hiz, Janina Hosiasson-Lindenbaum, Salomon Igel, Stanislaw Jaskowski, Ludwuk Jaxa-Bykowski, Zbigniew Jordan, Jan Kalicki, Juliusz Kleiner, Maria Kokoszynska-Lutman, Antoni Korcik, Janina Kotarbinska, Jerzy Kreczmar, Mieczyslaw Kreutz, Manfred Kridl, Jerzy Kurylowicz, Czeslaw Lejewski, Stanislaw Lempicki, Zygmunt Lempiski, Adolf Lindenbaum, Seweryna Luszczewsk-Rohman, Henryk Mehlberg, Mieczyslaw Milbrandt, Jan Mosdorf, Andrzej Mostowski, Bogdan Nawroczynski, Czeslaw Nowinski, Ostap Ortwin, Maria Ossowska, Stanislaw Ossowski, Antoni Panski, Edward Poznanski, Mojżesz Presburger, Jakub Rajgrodzki, Jan Rutski, Jan Salamucha, Zygmunt Schmierer, Halina Sloniewska, Jerzy Słupecki, Franciszek Smolka, Boleslaw Sobocinski, Kazimierz Sosnicki, Stefan Swiezawski, Wladyslaw Szomowski, Wladislaw Tatarkiewicz, Michal Treter, Mordechaj Wajsberg, Mieczysław Wallis, Tadeusz Witwicki, Stefan Woloszyn, Aleksander Wundheiler, Józef Zajkowski,

Quellen[Bearbeiten]

  • Szaniawski, K., ed., The Vienna Circle and the Lvov–Warsaw School, Dordrecht/Boston/London: Kluwer.
  • Wolenski, Jan, Logic and Philosophy in the Lvov–Warsaw School, Dordrecht/Boston/Lancaster: Reidel, 1989.
  • Coniglione, F., Polish Scientific Philosophy: The Lvov–Warsaw School, Amsterdam-Atlanta:Rodopi, 1993.
  • Smith, Barry, Austrian Philosophy, Chicago, Open Court Publishing Company, 1994.

Weblinks[Bearbeiten]