Lemberg (Pfalz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Lemberg
Lemberg (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Lemberg hervorgehoben
49.17037.65109340Koordinaten: 49° 10′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Pirmasens-Land
Höhe: 340 m ü. NHN
Fläche: 58,19 km²
Einwohner: 3931 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66969
Vorwahlen: 06331, 06396 (Salzwoog)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PS
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 19
66953 Pirmasens
Webpräsenz: www.pirmasens-land.de
Ortsbürgermeister: Heinrich Hoffmeister (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Lemberg im Landkreis Südwestpfalz
Darstein Dimbach (Pfalz) Hauenstein (Pfalz) Hinterweidenthal Lug (Pfalz) Schwanheim (Pfalz) Spirkelbach Spirkelbach Wilgartswiesen Wilgartswiesen Clausen Donsieders Leimen (Pfalz) Merzalben Münchweiler an der Rodalb Rodalben Bottenbach Eppenbrunn Hilst Kröppen Kröppen Lemberg (Pfalz) Obersimten Ruppertsweiler Schweix Trulben Vinningen Bobenthal Bruchweiler-Bärenbach Bundenthal Busenberg Dahn Erfweiler Erlenbach bei Dahn Fischbach bei Dahn Hirschthal (Pfalz) Ludwigswinkel Niederschlettenbach Nothweiler Rumbach Schindhard Schönau (Pfalz) Biedershausen Herschberg Hettenhausen (Pfalz) Knopp-Labach Krähenberg Obernheim-Kirchenarnbach Saalstadt Schauerberg Schmitshausen Wallhalben Weselberg Winterbach (Pfalz) Geiselberg Heltersberg Hermersberg Höheinöd Horbach (Pfalz) Schmalenberg Steinalben Waldfischbach-Burgalben Althornbach Battweiler Bechhofen (Pfalz) Contwig Dellfeld Dietrichingen Großbundenbach Großsteinhausen Hornbach Käshofen Kleinbundenbach Kleinsteinhausen Mauschbach Riedelberg Rosenkopf Walshausen Wiesbach (Pfalz) Höheischweiler Höhfröschen Maßweiler Nünschweiler Petersberg (Pfalz) Reifenberg Rieschweiler-Mühlbach Thaleischweiler-Fröschen Pirmasens Zweibrücken Saarland Saarland Frankreich Landkreis Südliche Weinstraße Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landau in der Pfalz Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Ruine der Burg Lemberg

Lemberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an. Lemberg ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2] Die Gemeinde grenzt unmittelbar südöstlich an die Stadt Pirmasens. Elf Kilometer südlich von Lemberg verläuft die Landesgrenze zu Frankreich. Vor der Begründung der landgräflichen Residenz im Jahre 1763 in Pirmasens war Lemberg der bedeutendste Ort in der Umgebung.

Geographie[Bearbeiten]

Lemberg erstreckt sich auf mehreren Hügeln. Um den relativ kleinen Ortskern gruppieren sich einige Neubaugebiete. Am Ortsrand befindet sich die Burgruine Lemberg, die 1230 als „Castrum Lewenberc“ erstmals urkundlich erwähnt wurde – aus „Löwenberg“ leitet sich auch der Ortsname ab. Die Rodalb entspringt bei Lemberg und ist im Ortsgebiet zu einem Weiher aufgestaut. 5100 ha der Gemarkungsfläche, fast 90 %, sind mit Wald bestanden.[2] Das Gelände ist typisch für den Pfälzerwald, mit kargem, sandigem Boden, zahlreichen kleinen Wasserläufen und bewaldeten Hügeln, die in der Regel von Buntsandsteinfelsen gekrönt sind. Mit 58,3 km² verfügt Lemberg über eine der größten Gemarkungen in Rheinland-Pfalz. Die Wasserscheide zwischen Rhein und Mosel zieht sich von Nordost nach Südwest quer durch die Gemarkung.

Nachbargemeinden von Lemberg sind, von Norden ausgehend im Uhrzeigersinn: Pirmasens, Ruppertsweiler, Hinterweidenthal, Dahn, Fischbach bei Dahn, Ludwigswinkel, Eppenbrunn, Obersimten.

Die Verkehrsanbindung von Lemberg beschränkt sich auf die Straße. Die teilweise vierspurig ausgebaute B 10 passiert den Ort in ca. 5 km Entfernung. Nach Westen geht diese bei Pirmasens bald in die A 8 über, nach Osten erreicht sie nach Durchquerung des Pfälzerwaldes nach 37 Kilometern bei Landau die A65. Im Norden sind es etwa 40 km über die B270 nach Kaiserslautern. Nach Süden existiert keine direkte überregionale Straßenverbindung: Beiderseits der deutsch-französischen Grenze gibt es nur kleinere Ortschaften und untergeordnete Straßen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem Kernort Lemberg gehören zur Gemeinde die größeren Ortsteile Glashütte, Langmühle und Salzwoog, die jeweils einen Ortsbezirk bilden und durch einen Ortsbeirat und einen Ortsvorsteher vertreten werden. Der vierte Ortsbezirk besteht aus den beiden Weilern Kettrichhof und Rodalberhof.[3] Weitere Gemeindeteile sind die Siedlungen Am Soll und Gutenbach sowie die Wohnplätze Altenwoogsmühle und Stephanshof.[4]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 899 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 77 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Mai. Im Mai fallen 1,4 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 9 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei den ältesten Zeugnissen einer Besiedlung handelt es sich um eine keltische Siedlung, und auf dem Burgberg oberhalb des Dorfes existierte eine römische Fliehburg des 4. Jahrhunderts n. Chr. Ungefähr auf der Trasse der heutigen B 10 existierte schon zu römischer Zeit eine Ost-West-Verbindung durch den Pfälzerwald. Dieses damals im Wesentlichen naturbelassene Waldgebiet war jedoch bis ins späte Mittelalter kaum besiedelt oder genutzt. Wald-Weidewirtschaft und Köhlerei haben nur sehr wenige Menschen ernährt. Die intensive Landwirtschaft war aufgrund der Bodenverhältnisse nie sonderlich rentabel und wird auch in der Gegenwart kaum betrieben.

Bis zum 12. Jahrhundert gehörte das Gebiet dem Kloster Hornbach, das im Jahr 1198 an Graf Heinrich I. von Zweibrücken einen Felsen zum Bau der Burg Lemberg gegen andere Ländereien eintauschte. Nach dem Aussterben der Zweibrücker Grafen kam Lemberg an Hanau-Lichtenberg und in deren Erbfolge bis 1794 an Hessen-Darmstadt. Die Burg wurde 1636 im Dreißigjährigen Krieg teilweise und 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg endgültig zerstört, die Ruine später als Steinbruch freigegeben.

Die Herrschaft Lemberg umfasste die Stadt Pirmasens und 24 Ortschaften.[5]

Nach der Französischen Revolution (Koalitionskriege) und in napoleonischer Zeit phasenweise in französischer Hand und Teil des Département Donnersberg (Mont Tonnerre), kam die Pfalz und Lemberg im Jahr 1816 zu Bayern, weil in Bayern zu dieser Zeit das ursprünglich kurpfälzische Haus der Wittelsbacher herrschte. Lemberg wurde als Gemeinde im Landkommissariat Pirmasens geführt, später Landkreis Pirmasens, der 1997 in Landkreis Südwestpfalz umbenannt wurde.

Der bayerische Rheinkreis, später Rheinpfalz, war nach dem Ersten Weltkrieg bis 1930 erneut französisch besetzt und abermals nach dem Zweiten Weltkrieg. Seit 1946 gehört Lemberg zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickelte sich in Pirmasens und den umliegenden Gemeinden die Schuhindustrie. Die Schuhe brachten Geld in die Region, so dass viele Einwohner Lembergs täglich nach Pirmasens zur Arbeit gingen. Bald wurden auch in Lemberg Schuhe gefertigt. Die Frauen konnten mit Heimarbeit Zuverdienst und Familie verbinden, aber auch Fabriken wurden gebaut, beispielsweise der Betrieb der Familie Kästner. Mit der Globalisierung der Schuhherstellung ab ungefähr 1970 begann der Niedergang dieser Branche, die mittlerweile aus Lemberg verschwunden ist.

Ein erheblicher Teil der Berufstätigen arbeitet auswärts, überwiegend in der Kreisstadt Pirmasens, nicht wenige fahren aber auch täglich nach Kaiserslautern oder in die Ballungsräume am Rhein.

Sehr detailliert wird die Geschichte der ganzen Region, die natürlich auch Lemberg betrifft, bei der Geschichte der Stadt Pirmasens beschrieben.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Lemberg war nach dem Dreißigjährigen Krieg weitgehend verlassen und verfallen. Danach zugewanderte Siedler hatten zumeist die evangelische Konfession. Heute verfügt der Ort auch über eine katholische Kirche, da sich der katholische Bevölkerungsanteil in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Neubürger erhöht hat.

Das zeitweise starke Wachstum Lembergs ist zum Stillstand gekommen. Die Verluste aus Wegzug aus der Region und Bevölkerungswandel können aber unter anderem mit Zuzügen aus der Kreisstadt Pirmasens ausgeglichen werden, was der hervorragenden Wohnlage zu verdanken ist.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Lemberg besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU WGH FWG Gesamt
2009 10 5 2 3 20 Sitze
2004 9 6 3 2 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild oben in Gold drei rote Hanauer Sparren, unten in Silber ein blaues Hufeisen“.

Die Sparren entstammen dem Wappen von Hanau-Lichtenberg.

Die Flagge ist Rot-Gelb-Rot geteilt im Verhältnis 1:3:1.

Kultur und weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Anlage des Laubbrunnens in einer felsigen Senke
  • Keimskreuz, Gedenkstätte am Weg nach Drei Buchen, erinnert an eine Mordtat im 19. Jahrhundert
  • Hofstelle des ehemaligen Wolfsägerhofs an der Gemarkungsgrenze zu Dahn. Ein Ritterstein kennzeichnet die Stelle, wo von 1791 bis 1957 eine kleine Waldsiedlung bestand.
  • Sendemast Kettrichhof, Höhe: 210 Meter
  • Turnverein 1891 Lemberg e.V.: Traditionsreicher Verein, der zahlreiche Sportarten pflegt und neben den klassischen Disziplinen auch Ausgleichs- und Trendsportarten anbietet.
  • Blasorchester Lemberg/Pfalz e.V.: Aktiv in der Erwachsenen-, Jugend- und Kinderarbeit mit Orchester, Jugend- und Schülerorchester, Zwergenband und Flötenkreis.
  • Sportverein 1919 Lemberg e.V.: Fußball, Radsport und Gymnastik sind Schwerpunkte, hinzu kommt ein Chor.
  • Freiwillige Feuerwehr Lemberg
  • Pfälzerwald-Verein Lemberg e.V.: Traditionsreicher Wanderverein, der sich auch der Heimat- und Kulturpflege widmet.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lemberg

Freizeit und Tourismus[Bearbeiten]

Die weiten Waldgebiete sind mit Wanderpfaden unterschiedlicher Streckenlänge und Steigung durchzogen. Der Pfälzerwald-Verein markiert sowohl Fern- als auch Rundwanderwege.

Es finden sich rund um Lemberg eine Reihe von Felsformationen, so der Maiblumenfels. Vom Laubbrunnen in der Nähe des Sportplatzes aus kann auf dem Lemberger Felsenpfad eine Rundwanderung unternommen werden.

Eine Entwicklung, die den Tourismus zu einem wirtschaftlich bedeutenden Faktor macht, ist bislang nicht zu erkennen.

Medien[Bearbeiten]

Bedeutendste Tageszeitung ist Die Rheinpfalz in ihrer Pirmasenser Ausgabe. Daneben wird die Pirmasenser Zeitung gelesen. Amtliche Mitteilungen werden im Amtsblatt der Verbandsgemeinde veröffentlicht. Der Landkreis Südwestpfalz unterhält den "Offenen Kanal", einen regionalen Kabelsender, dessen Programm von Bürgern gestaltet wird. Der Südwestrundfunk betreibt hier den Sender Kettrichhof.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Steffen Bergner, Fridolin Reutti, Hans Klose: Pfälzisches Burgenlexikon. Bd. III (2005) (Hrsg. Institut f. Pfälz. Geschichte und Volkskunde Kaiserslautern) Seite 360–380 mit umfangreicher Lit.-liste und neu vermessenem Plan am Buchende. ISBN 3-927754-51-X (formal falsche ISBN)
  • Emil Guth, Lemberg: Dorf und Burg im Wandel der Zeit – Aus der Geschichte des ehemaligen Amtsortes von Hanau-Lichtenberg und der Annexen, Höfen und Mühlen. Mit Beiträgen div. weiterer Autoren, Hrsg. Selbstverlag Ortsgemeinde Lemberg 1984
  • Alexander Thon (Hrsg.): ... wie eine gebannte, unnahbare Zauberburg. Burgen in der Südpfalz. 2., verb. Aufl. Schnell + Steiner, Regensburg 2005, S. 86-89, ISBN 3-7954-1570-5
  • Turnverein 1891 Lemberg e.V. (Hrsg.): Vereinshomepage mit Darstellung von Geschichte und Aktivitäten des Turnvereins Lemberg [1]
  • Blasorchester Lemberg/Pfalz e.V. (Hrsg.): Vereinshomepage mit einer Übersicht der Tätigkeitsfelder [2]
  • Andreas Faass: Vereinshomepage des SV 1919 Lemberg e.V. mit sportlichen Angeboten und weiteren Informationen [3]
  • Feuerwehr Lemberg (Hrsg.): Offizielle Homepage mit Darstellung von Aktivitäten und Leistungen [4]
  • 800 Jahre Burg Lemberg, Selbstverlag der Gemeinde Lemberg 1999.ISBN 3-00-002205-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lemberg (Pfalz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Hauptsatzung der Ortsgemeinde Lemberg (PDF; 27 kB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 108 (PDF; 2,3 MB)
  5. Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz, Kranzbühler, 1870, S. 225 (Online)
  6. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat