Lemberg (Schwäbische Alb)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lemberg
Lemberg 1899

Lemberg 1899

Höhe 1015,3 m ü. NHN [1]
Lage Landkreis Tuttlingen, Baden-Württemberg
Gebirge Schwäbische Alb
Dominanz 37,4 kmfd1
Schartenhöhe 365 m ↓ [2]
Koordinaten 48° 9′ 3″ N, 8° 44′ 56″ O48.1508694444448.74888333333331015.3Koordinaten: 48° 9′ 3″ N, 8° 44′ 56″ O
Lemberg (Schwäbische Alb) (Baden-Württemberg)
Lemberg (Schwäbische Alb)
Typ Zeugenberg
Gestein Weißer Jura
Besonderheiten höchster Berg der Schwäbischen Alb

Der Lemberg (sprich: Lemm-berg) ist der mit 1015,3 m ü. NHN[1] höchste Berg der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg.

Er liegt am Westrand der Alb, östlich von Rottweil im Landkreis Tuttlingen bei der Gemeinde Gosheim. Auf dem Gipfel des Bergs steht ein 33 Meter hoher Stahlgerüst-Turm (Plattformhöhe 30 m), der über die umstehenden Bäume hinweg eine schöne Aussicht bietet, bei klarem Wetter bis zu den Alpen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Wie viele Berge der Region ist der Lemberg ein Zeugenberg. Sein Name ist keltischen Ursprungs. Die keltische Vorsilbe „lem“ bedeutet so viel wie Morast oder Sumpf. Wahrscheinlich entstand dieser Name, weil am Fuße des Bergs die Untere Bära entspringt, die möglicherweise in vorgeschichtlicher Zeit deutlich mehr Wasser schüttete und das umliegende Gebiet versumpfte.

Zur Hallstattzeit (8.–5. Jahrhundert v. Chr.) gab es eine keltische Siedlung auf dem Lemberg. Noch heute sind bei genauem Hinsehen auf dem Gipfel Mauern und Gräben einer Befestigung zu erkennen. Im Osten und Westen wurde das Gipfel-Plateau terrassiert. Weitere Reste keltischen Ursprungs finden sich auch auf den unmittelbar benachbarten Bergen und auf dem gesamten Großen Heuberg.

Lembergturm[Bearbeiten]

Aussichtsturm auf dem Lemberg

Bereits 1890 gab es Pläne, auf dem Lemberg oder seinem Nachbarn, dem Oberhohenberg, einen Holzturm zu errichten. Die geschichtliche Bedeutung und der bequeme Aufstieg sprachen für den Oberhohenberg, die Entscheidung zum Bau fiel aber letztendlich zugunsten des Lembergs – vor allem, weil er der höchste Berg der Schwäbischen Alb ist. 1894 besichtigten erstmals ein Ingenieur und zwei Handwerksmeister das Terrain. Weil es am nötigen Geld fehlte, zögerte sich der Bau aber weiter hinaus. 1897 ließ man die bisherigen Pläne fallen; man diskutierte nun über den Bau eines steinernen oder eisernen Turms. Da der Steinbau auf stolze 24.000 Mark veranschlagt war, entschied man sich zum wesentlich billigeren Eisenbau. Beauftragt war die Firma Ph. Ant. Fauler aus Freiburg. Die Geldmittel stammten überwiegend aus einer groß angelegten Spendensammlung.

Die Fundamente wurden in der Osterwoche 1899 gelegt. Am Pfingstmontag begannen zwölf Arbeiter mit dem Turmaufbau. Gutes Wetter begünstigte die Arbeiten, so dass schon am 17. Juni 1899 der Bau fertiggestellt war. 23 Tonnen Eisen wurden verbaut; der Kostenvoranschlag von 10.000 Mark wurde nicht überschritten. Der Anstieg auf den Turm geht über 152 Treppenstufen, verteilt auf zwölf offene Stockwerke. Die Aussichtsplattform liegt 30 Meter über dem Grund; mit der Fahnenstange auf der Spitze zusammen misst der Turm 34 Meter Höhe.

Aussicht

Seit dem Bau steht etwa alle 25 Jahre eine kostspielige größere Sanierung an. Vor allem nach dem Ersten Weltkrieg, während dessen der Turm wie auch im Zweiten Weltkrieg keine Bedeutung hatte, spielte man mit dem Gedanken des Abbruchs, um sich die Ausgaben für seine Sanierung sparen zu können. Der Vorschlag fand jedoch nicht genügend Befürworter. Zuletzt wurde der Turm 1973 und 1999 (?) für längere Zeit gesperrt, während der er von Freiwilligen und Gosheimer Handwerkern saniert wurde.

Mitte der 80er Jahre installierte das damalige Fernmeldeamt Rottweil auf dem Lembergturm zwei Richtfunkantennen für eine Richtfunkverbindung zwischen dem Fernmeldegebäude in Rottweil und der Fernvermittlungsstelle in der Gosheimer Bahnhofsstraße. Diese Richtfunkverbindung, die auf direktem Wege nicht hätte eingerichtet werden können, ergänzte die bestehenden Telefonkabelverbindungen. Nachdem die Kupferkabel vermehrt durch Glasfaserkabel ersetzt wurden, wurde die Funkverbindung immer entbehrlicher und im Jahr 2005 wurden die Antennen demontiert.

Die Anlage nutzte passive Richtfunkumlenkung, denn am Lembergturm gab und gibt es keinen Stromanschluss. Aus diesem Grund trug der Turm, von dieser Anlage abgesehen, auch nie weitere Antennen.

Aussicht[Bearbeiten]

Die Sicht reicht an klaren Tagen im Süden bis zu den Alpen, deren Nordrand man von der Zugspitze bis zu den Berner Alpen und in seltenen Fällen bis zum Mont Blanc[3] verfolgen kann. Im Westen erstreckt sich der Schwarzwald, dessen höchste Punkte Feldberg im Südwesten und Hornisgrinde im Nordwesten gut zu erkennen sind. In der näheren Umgebung ist der Nordrand der Schwäbischen Alb bis zur Burg Hohenzollern zu sehen, im Norden das Gebiet des oberen Neckars bis zu den Keuperhöhen des Schönbuchs, bei sehr guter Fernsicht sogar der Stuttgarter Fernsehturm. Tage mit guter Fernsicht sind im Herbst und Winter häufiger als im Frühjahr und Sommer.

Besteigung[Bearbeiten]

Blick auf den Lemberg

Der Lemberg kann auf bezeichneten Wanderwegen bestiegen werden. Der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins, der Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg und der Donauberglandweg führen über den Gipfel. Vom nächstgelegenen Wanderparkplatz aus, einen Kilometer nördlich von Gosheim entfernt, ist der Gipfel in einer Dreiviertelstunde auf einer Wegstrecke von 900 Metern zu erreichen, auf der etwa 144 Höhenmeter zu überwinden sind.

Von Wilflingen aus ist der Gipfel in etwa eineinhalb Stunden zu erreichen, auf diesem Wege muss man knapp 400 Höhenmeter ersteigen. Er führt über gut ausgebaute geschotterte Waldwege zunächst zwischen Feldern durch und in den Wald hinein. Nach etwa einer Stunde und 270 Höhenmetern verlässt man die Waldwege, die letzte halbe Stunde des Aufstiegs geht man auf einem schmalen, steil bergauf führenden Wanderpfad.

Von Wehingen ausgehend ist der Lemberg auf dem Donauberglandweg auf etwa vier Kilometern zu erwandern.

Schutzhütte[Bearbeiten]

Picknicktische und Schutzhütte

Auf dem Gipfel des Lembergs steht unterhalb des Turms eine Schutzhütte des Schwäbischen Albvereins.

Die erste Schutzhütte wurde am 21. Juni 1901 eingeweiht. Sie hatte eine Grundfläche von 6 × 3,5 Metern und war ein auf einem Betonfundament und einem Mauersockel ruhendes, aus Rundhölzern gefertigtes Blockhaus. Ihre Baukosten betrugen 800 Mark.

In der heutigen Schutzhütte ist eine kleine Gaststube untergebracht. An Tagen, an denen sie bewirtschaftet wird, ist auf dem weithin sichtbaren Lembergturm die Deutschlandfahne aufgezogen. Nach Absprache öffnet der Hüttenwirt an beliebigen Tagen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Dominanzen und Prominenzen nach Highrisepages.de
  3. schwäbische.de, abgerufen am 28. April 2013