Len Barry

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Dieser Artikel behandelt den US-amerikanischen Sänger Len Barry. Für den Artikel des ehemaligen kanadischen Eishockeyspielers siehe Len Barrie.
Len Barry 1990

Len Barry (* 12. Juni 1942 als Leonard Borisoff in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Popsänger, Songwriter, Musikproduzent und Autor.

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten]

Zu Beginn seiner Musikerkarriere sang Len Barry während seines Militärdienstes in einer Band der U.S. Coast Guard in Cape May, New Jersey. Nach der Entlassung aus dem Militärdienst ging er zurück in seine Heimatstadt Philadelphia, schloss sich der Popmusikgruppe The Dovells an und wurde deren Frontsänger. Mit den Dovells hatte er 1961 mit dem Titel Bristol Stomp einen Millionenseller. Ab 1964 begann Barry Soloplatten zu veröffentlichen, die ersten zwei erschienen beim Label Cameo. 1965 erhielte er bei Decca einen Zweijahresvertrag und konnte dort schon mit seiner ersten Single den ersten Soloerfolg seiner Karriere erreichen. Der Titel Lip Sync wurde vier Wochen lang in den Billboardcharts notiert, wenngleich er nur bis zum Platz 84 aufstieg. Mit dem Titel 1-2-3 auf seiner zweiten Decca-Single gelang Barry im Herbst 1965 der Durchbruch. 1-2-3 stieg in den Hot 100 bis zum zweiten Platz auf. Die Single verkaufte sich über eine Millionen Mal und wurde mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. 1-2-3 war auch international erfolgreich, in den britischen Charts (New Musical Express) wurde der Titel Spitzenreiter und in Deutschland kam Len Barry auf Platz 38. Auch die gleichnamige Langspielplatte, die von Decca herausgebracht wurde, kam mit Platz 90 in die Wertung der US-Top 200 LP-Charts. Bis Ende 1966 hatte er noch vier weitere Titel in den US Hot 100, die alle bei Decca erschienen. 1967 wechselte er zur Plattenfirma RCA Victor, blieb dort aber ohne Erfolg. Ab 1968 veröffentlichte Barry in schneller Folge Platten bei den Labels Amy, Scepter und Buddah. Seine letzte Single erschien im März 1973 bei Paramount.

Neben seiner Gesangskarriere betätigte sich Len Barry auch als Songwriter, wobei er vielfach mit anderen Kollegen zusammenarbeitete. Mit John Medora entstanden Barrys Erfolgstitel Lip Sync, 1-2-3 und Like a Baby sowie Chubby Checkers Hit Hey You Little Boo-Ga-Loo. Mit Bobby Eli entstanden mehrere Rhythm-and-Blues-Hits wie Give a Broken Heart a Break (Impact, 1976) oder Summer Snow (Blue Magic, 1976). Auf das Konto der beiden gehen auch die UK-Hits Zoom (Fat Larry's Band, 1982) und Love Town (Booker Newberry III, 1983).

Len Barry arbeitete auch als Musikproduzent, und arbeitete 1969 intensiv mit der Studioband The Electric Indian zusammen. Unter seiner Leitung entstanden unter anderen die Titel Keem-O-Sabe und Land of 1000 Dances, die mit den Plätzen 16 und 95 die Billboard Hot 100 erreichten. Auch die von Barry produzierte Langspielplatte Keem-O-Sabe wurde mit Platz 46 in den R&B-LP-Charts erfolgreich.

Im Laufe der 1970er Jahre zog sich Len Barry zunehmend aus der Musikszene zurück. Als neues Metier entdeckte er das Schreiben und begann Romane, Drehbücher und Comics zu verfassen. Unter anderem schrieb er zusammen mit Spencer Barry den halb-autobiografischen Roman Black-Like-Me.

Millionseller mit 1-2-3 auf Decca 31827

US-Charts bei Billboard[Bearbeiten]

Einstieg Titel Hot 100 Wochen
29.05.1965 Lip Sync 84. 04
25.09.1965 1-2-3 02. 15
01.01.1966 Like a Baby 27. 09
19.03.1966 Somewhere 26. 08
18.06.1966 It's That Time of the Year 91. 03
17.09.1966 I Struck It Rich 98. 02

US-Diskografie[Bearbeiten]

Vinlyl-Singles[Bearbeiten]

A/B-Seite Katalog-Nr. veröffentl.
Cameo
Don't Come Back / Jim Dandy 303 02/1964
Hearts Are Trump / Little White House 318 04/1964
Mercury
Let's Do It Again / Happy Days 72299 07/1964
Decca
Lip Sync / At the Hop '65 31788 05/1965
1-2-3 / Bullseye 31827 07/1965
Like a Baby / Happiness 31889 12/1965
Somewhere / It's a Crying Shame 31923 03/1966
It's That Time of the Year / Happily Ever After 31969 05/1966
I Struck It Rich / Love Is 32011 08/1966
You Baby / Would I Love You? 32054 12/1966
Parkway
Hearts Are Trump / Little White House 969 12/1965
RCA Victor
The Moving Finger Writes / Our Love 9150 03/1967
All Those Memories / Rainy Side of the Street 9250 8/1967
Come Rain Or Shine / The ABC's of Love 9348 10/1967
Sweet and Funky / I Like the Way 9464 3/1968
Amy
456 (Now I'm Alone) / Funky Night 11026 6/1968
Christopher Columbus / You're My Picasso Baby 11037 10/1968
A Child Is Born / Wouldn't It Be Beautiful 11047 12/1968
Scepter
Put Out the Fire / Spread It on Like Butter 12251 5/1969
Keem-O-Sabe / This Old World 12263 10/1969
Bob and Carol and Ted and Alice / In My Present State of Mind 12284 6/1970
Buddah
Diggin' Life / Just the Two of Us 284 2/1972
Paramount
Heaven Plus Earth / I'm Marching to the Music 0206 3/1973

Langspielplatten[Bearbeiten]

Titel Katalog-Nr. veröffentl. Top 200
Len Barry ‎– Sings With the Dovells Cameo 1082 1963
1-2-3 Decca 4720 1965 90.
My Kind Of Soul RCA Victor 3823 1967
Ups and Downs Buddah 5105 1972

Literatur[Bearbeiten]

  • Julia Edenhofer: Das Große Oldie-Lexikon. Weltbild Verlag 1993.
  • Frank Laufenberg: Rock & Pop Lexikon. Econ Taschenbuch Verlag 1998, ISBN 3-612-26206-8, Band 1, S. 101.
  • Martin Popoff: Standard Catalog of American Records 1948–1991. Krause Publications, Iola 2010, ISBN 978-1-4402-1131-7, S. 92.
  • Günter Ehnert (Hrsg.): Hit Guide US Chart Singles 1950–1963, Taurus Press 1992, ISBN 3-922542-47-6.
  • Günter Ehnert (Hrsg.): Hit Records British Chart Singles 1950–1965 Taurus Press 1995, ISBN 3-922542-32-8.
  • Günter Ehnert (Hrsg.): Hitbilanz Deutsche Chart Singles 1956–1980. Taurus Press 1987, ISBN 3-922542-24-7.

Weblinks[Bearbeiten]