Lengede

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lengede
Lengede
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lengede hervorgehoben
52.210.390Koordinaten: 52° 12′ N, 10° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Peine
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 34,21 km²
Einwohner: 12.650 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 370 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38268
Vorwahlen: 05174, 05344
Kfz-Kennzeichen: PE
Gemeindeschlüssel: 03 1 57 005
Gemeindegliederung: 5 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Vallstedter Weg 1
38268 Lengede
Webpräsenz: www.lengede.de
Bürgermeister: Hans-Hermann Baas (SPD)
Lage der Gemeinde Lengede im Landkreis Peine
Hohenhameln Ilsede Lengede Vechelde Peine Wendeburg Edemissen Landkreis Peine Niedersachsen Braunschweig Landkreis Gifhorn Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Hildesheim Region HannoverKarte
Über dieses Bild

Lengede ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Peine in Niedersachsen. Die Gemeinde besteht aus dem Kernort Lengede sowie den 1972 eingemeindeten Ortschaften Barbecke, Broistedt, Klein Lafferde und Woltwiesche. Insgesamt wohnen in der Gemeinde 12.935 Menschen. Der Ort wurde 1963 durch das Grubenunglück von Lengede weltweit bekannt.

Barbecke
Broistedt

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort befindet sich 18 Kilometer südwestlich von Braunschweig und knapp 44 Kilometer südöstlich von Hannover. Bis zur Kreisstadt Peine im Norden sind es etwa 18 Kilometer. Der Fluss Fuhse durchfließt Lengede.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden von Lengede sind:

Ilsede Vechelde
Söhlde Nachbargemeinden
Salzgitter

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören Barbecke, Broistedt, Klein Lafferde, Lengede und Woltwiesche.

Geschichte[Bearbeiten]

In der zu Lengede gehörenden Ortschaft Broistedt hatte die Braunschweiger Patrizierfamilie Broistedt nachweislich ab 1330 einen Lehnshof inne. Er wurde 1838 mit der Aufhebung der Feudallasten aufgelöst. Als ältester Vertreter des Geschlechts ist Arnolt Broistedt bekannt, der um 1280 geboren wurde.

Wunder von Lengede[Bearbeiten]

Das Denkmal in Lengede

Weltweite Bekanntheit erlangte der Ort im Herbst 1963 durch das Grubenunglück von Lengede. Am 24. Oktober wurden 129 Bergleute im Schacht Mathilde beim Bruch eines oberirdischen Bergbau-Klärteiches von 500.000 Kubikmetern Wasser überrascht. 86 Bergleute retteten sich noch am selben Tag. Für die übrigen 43 erschien eine Rettung nicht möglich. Nach acht Tagen wurden drei weitere Bergleute gerettet. Das Wunder von Lengede bezeichnet das Auffinden noch lebender Kumpel in 60 Metern Tiefe am 3. November. Noch vier weitere Tage hielten die elf Männer Untertage aus, bevor sie mit einer Dahlbuschbombe geborgen werden konnten. Für 29 Kumpel gab es keine Rettung mehr.

Das Ereignis wurde zweimal mit dem Titel „Das Wunder von Lengede“ verfilmt, 1969 (Film von 1969) unter Regie von Rudolf Jugert und 2003 (Film von 2003) unter Regie von Kaspar Heidelbach. Außerdem produzierte 2003 der WDR unter Regie von Frank Bürgin die Dokumentation „Das Drama von Lengede, Protokoll einer Katastrophe“.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die bis zu diesem Zeitpunkt selbstständigen Gemeinden Barbecke, Broistedt, Lengede, Klein Lafferde und Woltwiesche, zur neugeschaffenen Einheitsgemeinde Lengede zusammengefasst.[2] Mit Ausnahme von Klein Lafferde gehörten die Gemeinden zuvor zum Landkreis Wolfenbüttel.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Das Rathaus

Mit Ausnahme der Jahre 1973 bis 1978 ist die Einwohnerzahl seit 1968 kontinuierlich angestiegen. Diese Entwicklung verlief gleichmäßiger und mit etwa 42 % stärker als im gesamten Landkreis Peine mit etwa 12 %.

31. Dezember
Jahr
Einwohner
1961 9.343
1970 9.286
1975 9.706
1980 9.867
1985 10.004
1990 10.374
1995 11.005
2000 12.104
2004 13.030
2006 13.093
2011 12.859

Bei der Einwohnerzahl des Jahres 1961 handelt es sich um das Ergebnis der Volkszählung am 6. Juni.[2]

Religionen[Bearbeiten]

St.-Marien-Kirche

Die evangelisch-lutherischen Kirchen in Lengede und Klein Lafferde gehören zur Region Süd-Ost des Kirchenkreises Peine Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, während die Kirchen in Barbecke, Broistedt und Woltwiesche zur Propstei Salzgitter-Lebenstedt Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig gehören.

In Lengede befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Marien, benannt nach Maria (Mutter Jesu). Sie wurde 1961/62 auf dem Eckgrundstück Im Fuhsetal / Broistedter Straße erbaut. Am 29. Oktober 1961 fand die Grundsteinlegung statt, und am 23. Dezember 1962 wurde sie von Weihbischof Heinrich Pachowiak geweiht. Seit dem 1. September 2008 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Bernward in Groß Ilsede. In Woltwiesche befand sich von 1941 bis 1994 die zuletzt zur Kirchengemeinde St. Marien gehörende Kapelle Christ König, sie wurde in der ehemaligen Molkerei Woltwiesche-Barbecke eingerichtet.

Die Kirche der neuapostolischen Gemeinde Lengede-Broistedt befindet sich in Broistedt, Danzigstraße 1. Sie gehört zum Kirchenbezirk Braunschweig.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2011[3][4]
Wahlbeteiligung: 53,7 % (2006: 54,3 %)
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
64,3 %
25,6 %
7,9 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,6 %p
-1,9 %p
+7,9 %p
-1,5 %p

Der Gemeinderat der Gemeinde Lengede besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[5] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Hans-Hermann Baas (SPD).

Die letzten Kommunalwahlen führten zu folgender Sitzverteilung:

SPD CDU GRÜNE FDP Gesamt Stand
2011 19 8 2 1 30 Sitze Kommunalwahl am 11. September 2011[3]
2006 21 8 1 30 Sitze Kommunalwahl am 10. September 2006[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hans-Hermann Baas (SPD) aus Lengede-Woltwiesche ist seit 1986 Bürgermeister von Lengede.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Lengede zeigt in rotem Bruchsteinmauerwerk, unten belegt mit goldenen Wellenbalken, eine goldene Rundbogenfensteröffnung, darin eine hängende schwarze Grubenlampe mit silberumstrahltem Licht.[6]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist rot und gold; sie besteht aus rot-gold-roten waagerechten Balken im Verhältnis 1:2:1. Auf dem mittleren goldenen Teil ist das Wappen der Gemeinde Lengede dargestellt.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmal eines Bergmanns im Park Seilbahnberg

Parks[Bearbeiten]

Die zum Naturschutzgebiet umgestalteten ehemaligen Tagebaubereiche sowie der Naherholungspark Seilbahnberg bieten gute Möglichkeiten für die Beobachtung seltener Wasservögel.

Sport[Bearbeiten]

Zahlreiche Freizeitaktivitäten werden in Lengede angeboten: Sport- und Tennisplätze, Sporthallen, Mehrzweckgebäude und ein Freibad. Auch eine neue Mountainbikestrecke wird 2009 von Jugendlichen der Gemeinde angelegt.

Vereine[Bearbeiten]

  • Schweinekasse “ = Schweineversicherungsverein a. G. Lengede (auf Gegenseitigkeit)
  • Angelverein
  • Bergmannsverein
  • Deutscher Amateur-Radio-Club e. V., Ortsverein Lengede
  • Kaninchenzuchtverein
  • Kinderlobby in Lengede e. V.
  • Männergesangsverein
  • Musikgruppe Rot-Weiß
  • Kleingärtnerverein
  • Sportverein Lengede e. V.
  • Taubenzuchtverein „Heimatliebe“
  • Turnerbund e. V.
  • Volksfestgemeinschaft Lengede e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Zu erreichen ist Lengede über die Bundesautobahn 39 Braunschweig–Salzgitter, Abfahrt Salzgitter-Lebenstedt Nord. An der Bahnstrecke Hildesheim–Braunschweig liegen die Haltepunkte Lengede-Broistedt und Lengede-Woltwiesche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lengede an der Fuhse, 1151–2001, Chronik. Hrsg. vom Arbeitskreis 850 Jahre Lengede, 728 Seiten, Lengede 2001 (ohne ISBN)
  • Wolfgang Altrock: Chronik des Dorfes Woltwiesche 1149–1999. Hrsg. vom Ortsrat Woltwiesche, Woltwiesche 1999 (ohne ISBN)
  • Broistedt – Die Geschichte eines Dorfes, 1151–2001, Chronik. Hrsg. vom Arbeitskreis 850 Jahre Broistedt, 320 Seiten, 2001 (ohne ISBN)
  • Rüdiger Wala in „KirchenZeitung“ Nr. 43/2012, S. 13: Gotteshaus mit Bestimmung (Geschichte der katholischen Kirche St. Marien). Hildesheim 28. Oktober 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lengede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 217.
  3. a b Kommunalwahl 2011 auf der Website der Gemeinde Lengede
  4. a b Kommunalwahl 2006 auf der Website der Gemeinde Lengede
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 26. Dezember 2014
  6. a b Hauptsatzung der Gemeinde Lengede, abgerufen am 26. Dezember 2014