Lenisierung

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Lenisierung oder Lenierung (manchmal auch Lenition) (zu lat. lenis „mild, sanft“) ist ein Fachbegriff der Linguistik.

Darunter wird normalerweise der Wandel eines fortis-Konsonanten in den entsprechenden lenis-Konsonanten verstanden. Dies kann die Änderung von stimmlos nach stimmhaft bedeuten, aber auch den Verlust der Aspiration u. a., Details siehe in fortis.

Die Lenisierung findet häufig in stimmhafter Umgebung statt, also

  • entweder zwischen Vokalen
  • oder dann zwischen Vokal und stimmhaftem Konsonanten.

Es handelt sich also um einen Assimilationsvorgang. Im süddeutschen Sprachraum, in Ostösterreich und im Sächsischen wird auch der Anlaut lenisiert, z. B. schwäbisch daag „Tag“, boschd „Post“, greiz „Kreuz“, siehe fortis. Sie werden unaspiriert und stimmhaft ausgesprochen (wie französische/spanische/polnische etc. t, p und k).

Ein besonders häufiges Phänomen ist die Lenisierung in der Entwicklung der westromanischen Sprachen sowie heute noch in den keltischen Sprachen.

Beispiele[Bearbeiten]

  • lat. rota „Rad“ wird zu span. rueda
  • lat. capra „Ziege“ wird zu span. cabra, franz. chèvre
  • walisisch cath „Katze“, aber y gath „die Katze“
  • auch schottisch-gälisch muc „(ein) Schwein“, aber a' mhuc „das Schwein“

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Lenisierung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen