Lenkgetriebe

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Lenkgetriebe, alte Bauart
Prinzip der Zahnstangenlenkung
1 Lenkrad 2 Lenksäule 3 Ritzel 4 dreigeteilte Spurstange mit verzahntem Mittelteil
5 Radträger

Das Lenkgetriebe eines Kraftfahrzeuges überträgt die Drehbewegung des Lenkrades je nach Bauart entweder direkt oder indirekt über Gestänge auf die Spurstangen. Es soll leichtgängig sein, aber Fahrbahnstöße zum Lenkrad hin dämpfen und zugleich dem Fahrer ein Gefühl für die Straße vermitteln.

Verschiedene Bauformen sind:[1]

  • Die Schneckenlenkung arbeitet wie ein Schneckengetriebe. Wegen des kleinen Schwenkwinkels am Lenkstockkhebel genügt ein Sektor eines Zahnrades („Zahnsegment“) an der Abtriebsseite.
  • Die Fingerlenkung ist eine Schneckenlenkung, bei der das Schneckenrad als Teil eines Kronenrades mit einem oder zwei Zähnen ausgeführt ist, das heißt, diese Zähne („Lenkfinger“) greifen seitlich in die Schnecke ein.
  • Bei der Ross-Lenkung ist der Lenkfinger ein fester oder rollengelagerter runder Zapfen, der in das Schneckengewinde eingreift. Daher ist die Reibung geringer als bei der einfachen Schnecken- oder Fingerlenkung; die Übersetzung ist veränderlich, wenn die Schnecke nicht mit konstanter Steigung ausgeführt wird.
  • Die Gemmer-Lenkung ist eine Weiterentwicklung der Ross-Lenkung, ohne deren Patente zu verletzen. Sie wird auch Rollenlenkung genannt. Um Lenkkräfte und Verschleiß zu verringern, greift statt des Lenkfingers eine Doppel- oder Dreizahnrolle in das Schneckengewinde ein. Dieses ist meist als Globoidschnecke - der Durchmesser zu den Enden hin zu - ausgeführt, um bei Geradeausfahrt das Übersetzungsverhältnis gering zu halten, was die Lenkpräzision und damit die Spurhaltung verbessert.
  • Die Spindellenkung betätigt den Lenkhebel über eine auf einer Gewindespindel laufende Lenkmutter. Diese muss die Spindel nicht völlig umschließen, sondern kann auch als vom Lenkhebel seitlich an die Spindel gedrücktes Teil einer Mutter ausgebildet werden, um so das Lenkspiel einstellen zu können. Diese Variante wurde z. B. bis 1961 im VW Käfer verwendet.
  • Die Kugelumlauflenkung (auch Kugelmutterlenkung[2] genannt) ist eine Bauform der Spindellenkung, bei der die relativ hohe Gleitreibung zwischen Gewindespindel und -mutter durch die geringere Rollreibung von Kugeln ersetzt wird, die in den Gewindegängen umlaufen.
  • Die Zahnstangenlenkung kommt ohne Lenkstockhebel aus. Die Zahnstange ist verschiebbar im Gehäuse gelagert und mit Zähnen versehen, in die ein Ritzel auf der Lenksäule eingreift.

Die meisten Personenkraftwagen werden heute (2014) mit Zahnstangenlenkung versehen, wegen der großen Lenkkraft moderner Fahrzeuge und des gestiegenen Komfortanspruchs oft elektrisch oder hydraulisch unterstützt.

Literatur[Bearbeiten]

  1. Trzebiatowsky, Spaethe: Kraftfahrzeuggewerbe. Fachlehre. Verlag Dr. Max Gehlen, 1964.
  2. Die ZF-Kugelmutter-Hydrolenkung auf zf.com/media, abgerufen am 19. November 2014