Lens (Pas-de-Calais)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lens
Wappen von Lens
Lens (Frankreich)
Lens
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Pas-de-Calais
Arrondissement Lens
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communaupole de Lens-Liévin.
Koordinaten 50° 26′ N, 2° 50′ O50.4313888888892.832534Koordinaten: 50° 26′ N, 2° 50′ O
Höhe 27–71 m
Fläche 11,70 km²
Einwohner 34.190 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.922 Einw./km²
Postleitzahl 62300
INSEE-Code
Website www.villedelens.fr

Ansicht von Lens

Lens [lɑ̃s] ist eine französische Stadt mit 34.190 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Pas-de-Calais in der Region Nord-Pas-de-Calais 200 km nördlich von Paris und 35 km südlich von Lille. Sie bildet zusammen mit der Nachbarstadt Liévin eine Agglomeration (die Communaupole de Lens-Liévin). Der Großraum einschließlich Douai bildet ein Ballungsgebiet (aire urbaine) mit 550.000 Einwohnern. Der einst bedeutende Steinkohlebergbau ist heute wirtschaftlich bedeutungslos, einige seiner Einrichtungen bilden jedoch einen Teil des 2012 zum UNESCO-Welterbe erklärten Nordfranzösischen Kohlereviers.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Erwähnungen des Ortes sind 1245 verzeichnet als Besitz der Herren zu Mons. 1526 kam Lens als Teil von Artois an Spanien.

1648 fand die Schlacht bei Lens statt. Infolge des Pyrenäenfriedens gelangte es 1659 an Frankreich.

1841 wurden in der Region ergiebige Kohlevorkommen entdeckt und Lens sowie Douai, Liévin u. a. entwickelten sich zu einer Art französischem Ruhrgebiet. Zur Verschiffung der Kohle wurde der Canal de Lens erbaut, der zum Teil heute noch existiert.

Zerstörungen in Lens 1914

Im Ersten Weltkrieg war die Stadt von Deutschland besetzt und verlor die Hälfte ihrer Bevölkerung.

Der Aufbau in der Nachkriegszeit wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, als die Stadt 1940 erneut von deutschen Truppen besetzt und 1944 von anglo-amerikanischen Bombern heftig bombardiert wurde.

In der Nachkriegszeit erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung, auf den jedoch hohe Arbeitslosigkeit und zunehmende Abwanderung folgten, nachdem 1986 die letzte Zeche geschlossen worden war.[1]

Bekannt wurde Lens auch durch Randale während der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Am 21. Juni 1998 kam es im Rahmen des Spiels Deutschland gegen Jugoslawien in Lens zu Straßenschlachten zwischen Hooligans und der Polizei. Der Gendarm Daniel Nivel erlitt damals schwerste Kopfverletzungen, fiel sechs Wochen ins Koma und ist seitdem schwerbehindert. Die Bilder der Prügelszene gingen um die Welt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bestehender Informationspavillon zum Louvre-Lens

In Lens wurde am 4. Dezember 2012[2] das 14.000 m² große Museum Louvre-Lens als Zweigstelle des Pariser Louvre durch den französischen Staatspräsidenten François Hollande eröffnet.[3] Kulturminister Frédéric Mitterrand legte dafür am 4. Dezember 2009 feierlich den Grundstein.[4] Man erwartet dort bis zu 550.000 Besucher pro Jahr.[5]

Bei Lens liegen auf einem britischen Soldatenfriedhof über 2.000 Tote des Ersten Weltkriegs.[6]

Bauwerke[Bearbeiten]

Lens hat ein Fußballstadion mit 41.233 Sitzplätzen, das Stade Bollaert-Delelis, in dem 1998 Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wurden.

Sport[Bearbeiten]

Stade Bollaert

Lens ist national bekannt für seinen Fußballclub RC Lens, der im Stade Bollaert-Delelis spielt und 1998 Französischer Meister wurde. 2013/2014 spielt er in der Zweiten Liga.

Verkehr[Bearbeiten]

Paris ist mit dem TGV in 70 Minuten zu erreichen. Über die Autobahn A 1 und die Autobahn Autobahn A 211 ist Lens an Paris und Lille angebunden.

Hauptgebäude der Universität

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Lens werden schon seit 1986 solare Dünnschichtmodule hergestellt. Die Firma Free Energy Europe hat dieses Standardprogramm im Laufe der Jahre erweitert und stellt nun auch Solarlampen und solare LCD-Fernsehgeräte her.

Bildung[Bearbeiten]

Lens ist Sitz der Université d’Artois sowie einiger anderer Hochschulen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stefan Simons: Ein Louvre für die Hinterwäldler. spiegel.de vom 20. November 2012, abgerufen am 20. November 2012.
  2. Zweiter Louvre in Lens: Bekannte Kunstwerke in gebeutelter Gegend. In: FOCUS Online. 4. Dezember 2012, abgerufen am 4. Dezember 2012.
  3. Projekt-Meilenstein auf der Website von Louvre-Lens, abgerufen am 2. Januar 2010.
  4. Ein weiteres Louvre-Museum wird im Grubenrevier errichtet. Le Monde 4. Dezember 2009.
  5. Schätzung auf der Seite des neuen Museums (frz.), abgerufen am 26. Oktober 2012.
  6. Vermelles – British Cemetery. In: Chemins de Mémoire. Französisches Verteidigungsministerium, abgerufen am 30. November 2012 (französisch).