Leo G. Carroll

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Leo Gratten Carroll, (* 25. Oktober 1886 in Weedon, Buckinghamshire, England; † 16. Oktober 1972 in Hollywood, Kalifornien, USA) war ein englischer Schauspieler. Der Charakterdarsteller spielte in vielen Hollywood-Filmen profilierte Nebenrollen, darunter in sechs Hitchcock-Produktionen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Leo Gratten Carroll wurde als Sohn von William und Catharine Carroll in eine wohlhabende katholische Familie in England geboren. Benannt wurde er nach dem zwischen 1878 und 1903 regierenden Papst Leo XIII.. Nachdem er zunächst als Weinhändler gearbeitet hatte, wurde er schließlich 1912 zum professionellen Theaterschauspieler. Bis Mitte der 1930er-Jaqhre pendelte Carroll so zwischen den Bühnen in London und dem Broadway hin und her. Zu seinen größten Erfolgen zählten das Stück The Green Bay Tree zwischen 1933 und 1934 sowie Anfang der 1940er-Jahre die US-Erstaufführung von Patrick Hamiltons Kriminalstück Angel Street mit Vincent Price. Auch mit Beginn seiner Filmkarriere blieb er dem Theater sehr verbunden, noch bis Mitte der 1950er-Jahre trat der Charakterdarsteller am Broadway auf.

Nach seinem Filmdebüt in Sadie McKee entwickelte sich Carroll schnell zu einem gefragten Nebendarsteller in Hollywood. Insbesondere Starregisseur Alfred Hitchcock vertraute auf seine Dienste in sechs Spielfilmen des britischen Regisseurs zwischen 1940 und 1959: In Rebecca (1940) liefert er als Arzt das letzte Detail zur Aufklärung eines mysteriösen Todes, in Verdacht (1941) ist er der Vorgesetzte von Cary Grant; in Ich kämpfe um dich (1945) verkörperte er einen in den Ruhestand versetzten Sanatoriumsleiter, in Der Fall Paradin (1947) spielte er den Ankläger Sir Joseph, in Der Fremde im Zug (1951) ist er ein Senator und Der unsichtbare Dritte (1959) ist Carroll der Geheimdienstchef The Professor. Carroll wurde vor allem als vornehmer Arzt oder Butler besetzt, spielte aber auch Marleys Geist in A Christmas Carol (1938) und den unheimlichen Diener Joseph in Sturmhöhe (1939).

Eine interessante Rolle hatte Carroll 1951 als deutscher General Gerd von Rundstedt in Rommel, der Wüstenfuchs (1951), wo seine Figur - so kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges - überraschend als tragisch und sympathisch gezeigt wird. Eine seiner bekanntesten Filmrollen ist außerdem der ängstliche Ladenbesitzer Felix Ducotel in der Schwarzen Komödie Wir sind keine Engel (1955) von Michael Curtiz. 1961 übernahm er die Rolle des Reverend Mosby in der Komödie Die Vermählung ihrer Eltern geben bekannt. Aufgrund seiner Rolle im Horrorfilm Tarantula (1955) wird er in dem Eröffnungssong Science Fiction/Double Feature der The Rocky Horror Show besungen.

Ab den 1950er-Jahren war Carroll auch regelmäßig im amerikanischen Fernsehen zu sehen. In der Fernsehserie Topper übernahm er zwischen 1953 und 1955 die Rolle eines ordungsliebenden Bankiers, der hartnäckig von zwei Geistern verfolgt wird. Zwischen 1962 und 1963 spielte er den konservativen Father Fitzgibbon in der Fernsehserie Going My Way, welche auf dem Film Der Weg zum Glück basierte. Carroll war einer der ersten Schauspieler, der dieselbe Rolle in zwei verschiedenen Fernsehserien gleichzeitig spielte, nämlich Alexander Waverly sowohl in The Man from U.N.C.L.E als auch in The Girl from U.N.C.L.E.

Nach 1968 zog sich Carroll aus dem Filmgeschäft zurück und starb 1972 mit 85 Jahren an einer durch eine Krebserkrankung verursachten Lungenentzündung. Von 1926 bis zu seinem Tod war er mit Edith Nancy de Silva verheiratet, sie hatten ein Kind.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leo G. Carroll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographische Daten von Leo G. Carroll in: The Oxford Companion to American Theatre, von Gerald Bordman, Thomas S. Hischak, Oxford University Press, 2004, Seite 114