Leo Jud

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Leo Jud, Ölgemälde eines unbekannten Künstlers, 1634
Leo Jud

Leo Jud, auch Leo Judä oder Leo Keller (* 1482 in Guémar im Oberelsass; † 19. Juni 1542 in Zürich), war ein Schweizer Reformator elsässischer Herkunft.

[Bearbeiten] Leben

Geboren als Sohn eines Priesters, besuchte er zunächst die Lateinschule in Schlettstadt und studierte ab 1499 in Basel und Freiburg im Breisgau Medizin. 1505 wandte er sich in Basel der Theologie zu und befreundete sich mit Ulrich Zwingli. Von 1507 bis 1510 war er Diakon in Basel, studierte dann weiter und wurde 1512 zum Magister artium promoviert.

Anschließend war er Leutpriester in St. Hippolyte und 1519 als Nachfolger von Zwingli in Einsiedeln und begann die Bibel zu übersetzen. 1523 übernahm er die Pfarrei St. Peter in Zürich, heiratete und wurde Zwinglis engster Mitarbeiter. Ihm stand er bei der Zürcher Disputation bei und war ein tatkräftiges Mitglied der Zürcher Prophezey. Er wirkte als Prediger, Liederdichter, Eherichter, Dozent und als Bibelübersetzer (zusammen mit Zwingli an der Zürcher Bibel). Mit Heinrich Bullinger erarbeitete er die Zürcher Kirchenordnung. Seine Psalmdichtungen wurden unter anderem in der Psaltervertonung von Sigmund Hemmel verwendet.

[Bearbeiten] Literatur

  • Karl-Heinz Wyss: Leo Jud. Seine Entwicklung zum Reformator, 1519-1523, Bern 1976.
  • Oskar Farner: Leo Jud, Zwinglis treuester Helfer. In: Zwingliana, Bd. 10 (1955), S. 201-209.
  • Leo Weisz: Leo Jud. Ulrich Zwinglis Kampfgenosse. Zürich 1942.
  • Georg von Wyß: Jud, Leo. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 651–654.
  • Carl Pestalozzi: Leo Judä. Nach handschriftlichen und gleichzeitigen Quellen. Elberfeld 1860.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Leo Jud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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