Leo Raubal

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Leo Raubal (* 2. Oktober 1906; † 18. August 1977) war ein Halbneffe Adolf Hitlers, ein Sohn von Leo Raubal und Angela Raubal (geborene Hitler, später verh. Hammitzsch).

Leben[Bearbeiten]

Leo Raubal jun. wurde im Jahre 1906 als Sohn der Halbschwester Adolf Hitlers, Angela Raubal, geboren. Leo Raubal wurde Studienrat für Chemie, arbeitete in dieser Funktion in Salzburg und besuchte sporadisch die Mutter in Berchtesgaden. Bei diesen Gelegenheiten mied er nach Angaben seines Vetters William Patrick Hitler, einem Sohn aus der ersten Ehe von Adolf Hitlers Halbbruder Alois Hitler junior, seinen Onkel Adolf. William Patrick Hitler zufolge soll Raubal den Diktator für den Tod seiner Schwester Geli verantwortlich gemacht haben. Diese Behauptung kann jedoch nicht mit anderen Quellen bestätigt werden. Aus der Hitler-Biographie von Werner Maser geht etwa hervor, dass Leo Raubal noch im Jahre 1967 öffentlich geäußert habe, dass Hitler „absolut unschuldig“ am Tode seiner Schwester gewesen sei. Generell galt Leo Raubal, genauso wie sein jüngerer Vetter Heinz Hitler, aber im Gegensatz zu William Patrick Hitler, als „Lieblingsneffe des Führers“.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Leo Raubal zur Wehrmacht eingezogen. Während des sogenannten Unternehmens Barbarossa, des Angriffs auf die Sowjetunion, war er Leutnant in der Pioniertruppe. Im Jahr 1942 geriet er während der Kampfhandlungen um Stalingrad in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Sein Onkel Adolf Hitler, der zu Raubal und zu dessen Mutter ein überwiegend gutes Verhältnis pflegte, ordnete daraufhin an, die Möglichkeit eines Gefangenenaustausches mit Stalin auszuloten. Stalins Sohn Jakow Dschugaschwili, der 1941 von der Wehrmacht bei Smolensk gefangen genommen worden war, sollte danach gegen Leo Raubal ausgetauscht werden. Stalin, der mit seinem Sohn offenbar gebrochen hatte, ließ sich allerdings nicht auf einen solchen Austausch ein. Jakow Dschugaschwili kam 1943 in deutscher Kriegsgefangenschaft zu Tode, während Leo Raubal in Moskauer Gefängnissen noch lange festgehalten wurde. Erst 1955 konnte er wieder heimkehren.

Später war Raubal zeitweise als mit Chemie befasster Direktor in einem Nachfolgeunternehmen der einstigen Göring-Stahlwerke in Linz tätig. Raubal starb im August 1977 während eines Urlaubes in Spanien. Seine Grabgebühren soll er bereits vor seinem Tode der Stadt Linz bezahlt haben. Er hatte mindestens ein Kind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Maser: Adolf Hitler. Mythos, Legende, Wirklichkeit, Bechtle, München 200118; ISBN 3-7628-0521-0
  •  Walter Mayr: Der Führer, mein Onkel. In: Der Spiegel. Nr. 28, 2001, S. 142 (9. Juli 2001, online).
  • Marc Vermeeren: De jeugd van Adolf Hitler 1889–1907 en zijn familie en voorouders, Uitgeverij Aspekt, Soesterberg 2007, ISBN 90-5911-606-2
  • Oliver Halmburger, Thomas Staehler: Familie Hitler. Im Schatten des Diktators, Oliver Halmburger Loopfilm GmbH, München, und ZDF-History, Mainz 2005 (Dokumentarfilm), DVD