Leo Records

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Leo Records ist ein auf Jazzmusik spezialisiertes unabhängiges Schallplattenlabel mit über 400 Veröffentlichungen. Leo Records wurde 1979 von dem sowjetischen Emigranten Leo Feigin in London gegründet.

Allgemeines zum Label[Bearbeiten]

Nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan 1979 begann eine Phase der Isolation und Abschottung des Kulturlebens in der UdSSR. Festivals in Moskau und Leningrad und in allen Teilen des Landes hatten aber eine wichtige kommunikative Funktion für die russische Jazzszene. Obwohl die Kontakte in den Westen relativ abgeschnitten waren, gab es die Bemühungen des deutschen Klarinettisten Hans Kumpf, für die Moskauer und Leningrader Jazz-Avantgarde zu werben. Parallel zu den Anstrengungen von Kumpf sorgte der Emigrant Leo Feigin von London aus für eine größere Bekanntheit des sowjetischen Jazz und kämpfte gegen den kollektiven Purismus und die organisierte Fremdenfeindlichkeit in der sowjetischen Kulturpolitik.[1]

So gründete Feigin Ende der 1970er Jahre die unabhängige Plattenfirma Leo Records als Organ für freie Musik aus seinem Heimatland - in Verbindung mit seinem Moskauer Freund Nick Dimitriev (1955–2004). Auf die Verhaftung des Jazzmusikers Anatoli Wapirow reagierte Feigin mit der Herausgabe einer LP mit dem Titel Condemned To Silence. Die zahlreichen Platten, die Feigin auf Leo Records veröffentlichte, erregten das Interesse an russischem Jazz im Westen und ermutigten die Musiker in der damaligen UdSSR.

Auf dem Label erscheint das Werk des Ganelin Trios von Vyacheslav Ganelin, von Simon Nabatov (Spinning Songs of Herbie Nichols), John Wolf Brennan, des Quartetts Pago Libre, von Ivo Perelman, Carlo Actis Dato und seinem Brasserie Trio, von Free Jazz-Musikern wie Marilyn Crispell, Gebhard Ullmann und Anthony Braxton. Leo veröffentlichte außerdem Platten von Hans Kumpf, Reggie Workman, Jaki Byard, Valentina Ponomareva, Misha Lobko, Vladimir Chekassin, Maggie Nicols, Sun Ra, Sainkho Namtchylak, Alexei Kruglow und Amina Claudine Myers.

Literatur[Bearbeiten]

  • Starr, S. Frederick: Red and Hot. Jazz in Rußland von 1917-1990. Hannibal Verlag, Wien 1990
  • Bielefelder Katalog Jazz, 1988

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leo Records – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen/Quelle[Bearbeiten]

  1. zit. nach Starr: Red And Hot, S. 256