Leon Brittan

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Leon Brittan, Baron Brittan of Spennithorne, PC (* 25. September 1939 in London), ist ein Barrister, britischer konservativer Politiker, früheres Mitglied des britischen Parlaments, der britischen Regierung und der Europäischen Kommission. Sein Bruder ist der frühere Herausgeber und Journalist der Financial Times Sir Samuel Brittan.

Leben[Bearbeiten]

Brittan erfuhr seine Ausbildung an der Haberdashers’ Aske’s Boys’ School und studierte später am Trinity College (Cambridge), wo er Präsident der Cambridge Union Society wurde und sein Examen als Master ablegte. Später studierte er an der Yale University als Henry Fellow. 1962 erhielt er seine Anwaltszulassung und begann seine Karriere als Rechtsanwalt.

Nachdem er sich 1966 und 1970 vergeblich um den Wahlkreis Nord-Kensington beworben hatte, wurde er bei den Unterhauswahlen im Februar 1974 im Wahlkreis Cleveland und Whitby gewählt, gehörte dem Ausschuss für Beschäftigung in seiner Partei an und wurde 1976 Sprecher der Opposition. In seiner Partei zeichnete er verantwortlich für die Dezentralisierung. 1978 wurde er zum Kronanwalt berufen.

Zwischen 1979 und 1981 bekleidete er das Amt eines Staatsministers im Innenministerium, um danach in das Amt des Staatssekretärs im Schatzamt zu wechseln, einer Position, die bereits dem britischen Kabinett angehört. 1981 wurde Brittan Mitglied des Kronrats. 1983 wechselte er seinen Wahlkreis und trat erfolgreich im Wahlkreis Richmond, in der Grafschaft Yorkshire, an. Von 1983 bis 1985 wurde er Innenminister im Kabinett von Margaret Thatcher. Danach wechselte er in das Industrie- und Handelsministerium. Als Industrieminister trat er Anfang 1986 zurück: Er stolperte in der Westland-Affäre, wo er wie Thatcher für die Fusion des letzten britischen Hubschrauberherstellers Westland Aircraft mit dem amerikanischen Konkurrenten Sikorsky eintrat, weil öffentlich wurde, dass er ein kritisches Dossier über Verteidigungsminister Michael Heseltine der Presse zugespielt hatte, der in der Sache Westland eine andere Strategie verfolgte.

1988 wurde er Dozent am Institut für politische Wissenschaften. Er legte sein Abgeordnetenmandat nieder, als er ab 1989 bis 1993 und von 1995 bis 1999 als Vizepräsident der Europäischen Kommission angehörte. 1993 bis 1994 wurde er als Kommissar für die Außenwirtschafts- und Handelspolitik der Europäischen Kommission verantwortlich. In seiner Amtszeit ventilierte er gelegentlich das Projekt einer gemeinsamen europäisch-amerikanischen Freihandelszone. Als technische Handelshemmnisse sah er dabei schon einmal Schutzbestimmungen im Gesundheits-, Umwelt- und Sozialsektor an. Brittan gehörte der Europäischen Kommission von Jacques Santer an, die 1999 wegen massiver Korruptionsvorwürfe zurücktreten musste.

2000 wurde er von der britischen Königin zu einem Life Peer als Baron Brittan of Spennithorne, of Spennithorne im County of North Yorkshire ernannt und gehört seitdem dem House of Lords an. Er ist Vize-Vorsitzender (Vice Chairman) der UBS AG Investment Bank, sowie als Rechtsberater für Unilever und als Consultant der Rechtsanwaltskanzlei Herbert Smith tätig.

Brittan ist verheiratet und hat zwei Stieftöchter.

Sonstiges[Bearbeiten]

2012 wirkte er als Zeitzeuge in dem Dokumentarfilm „The Brussels Business - Wer steuert die Europäische Union?” mit. Seine Aussagen basierten auf seinen Erfahrungen als EU-Handelskommissar von 1993 bis 1999.