Leonard Trelawny Hobhouse

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Leonard Trelawny Hobhouse (* 8. September 1864 in St Ive, Cornwall, England[1]; † 21. Juni 1929 in Alençon, Frankreich) war ein britischer liberaler Politiker und einer der Theoretiker des modernen Liberalismus.

Leben[Bearbeiten]

L. T. Hobhouse arbeitete als Akademiker und Journalist und war der erste Professor für Soziologie an einer britischen Universität, der University of London. Er war Gründer der ältesten britischen soziologischen Fachzeitschrift, The Sociological Review.

Hobhouse stärkte die „New Liberal“-Bewegung der liberalen Partei unter der Führung von Asquith und Lloyd George zur Jahrhundertwende. Er unterschied Eigentum zum Gebrauch und Eigentum zur Macht und lieferte die theoretische Rechtfertigung für eine Umverteilung der staatlichen Pensionen. Deshalb spielt er eine wichtige Rolle in der intellektuellen Geschichte der Liberaldemokraten.

Seine Arbeit präsentiert auch eine positive Vision des Liberalismus, in dem der Zweck der Freiheit darin besteht, den Individuen ihre Entwicklung zu ermöglichen, und nicht von selbst gut ist. Er sagte, dass Zwang nicht deshalb vermieden werden sollte, weil wir keinen Blick für das Wohlergehen anderer Menschen haben, sondern weil Zwang ihre Lage nicht verbessern kann.

Hobhouse hoffte, dass die Liberalen mit der sozialdemokratischen Tendenz in der Labour Party eine große, fortschrittliche Koalition bilden könnten.

Werke[Bearbeiten]

  • Labour Movement (1893)
  • Theory of Knowledge: A Contribution to Some Problems of Logic and Metaphysics (1896)
  • Mind in Evolution (1901)
  • Democracy and Reaction (1905)
  • Morals in Evolution: A Study in Comparative Ethics (1906)
  • Liberalism (1911)
  • Social Evolution and Political Theory (1911)
  • Development and Purpose (1913)
  • The Material Culture and Social Institutions of the Simpler Peoples (1915)
  • The Metaphysical Theory of the State: A Criticism (1918)
  • The Rational Good: A Study in the Logic of Practice (1921)
  • The Elements of Social Justice (1922)
  • Social Development: Its Nature and Conditions (1924)
  • Sociology and Philosophy: A Centenary Collection of Essays and Articles (1966)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Dahrendorf und Colin Crouch: Hobhouse, Leonard Trelawny. In: Wilhelm Bernsdorf und Horst Knospe (Hgg.): Internationales Soziologenlexikon. Band 1, 2. Auflage, Enke, Stuttgart 1980, S. 181 ff.
  • Stefan-Georg Schnorr: Liberalismus zwischen 19. und 20. Jahrhundert. Reformulierung liberaler politischer Theorie in Deutschland und England am Beispiel von Friedrich Naumann und Leonard T. Hobhouse. Nomos, Baden-Baden 1990, ISBN 3-7890-2079-6
  • Michael Freeden: Hobhouse, Leonard Trelawny (1864–1929). In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB), Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, online, Stand: Mai 2006 (Lizenz erforderlich) (englisch)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Vgl. Eintrag bei WBIS, der den Geburtsort jedoch mit St Ives verwechselt. Zum Geburtsort siehe S. 2 im Vorwort von Alan P. Grimes in  Leonard Trelawny Hobhouse: Liberalism. Oxford University Press, 1964.