Leonel Sánchez

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Leonel Sánchez

Leonel Guillermo Sánchez Lineros (* 25. April 1936 in Santiago de Chile) ist ein ehemaliger chilenischer Fußballspieler.

Die Vereinskarriere[Bearbeiten]

Leonel Sánchez spielte schon als Kind bei CF Universidad de Chile und blieb diesem Klub während eines großen Teils seiner aktiven Zeit treu. Erstmals wurde der 1,76 Meter große Linksaußen noch als 17-Jähriger in der höchsten Spielklasse seines Landes eingesetzt. Seinen ersten Landesmeistertitel gewann er 1959 mit Universidad. Bereits 1955 wurde er auch erstmals in die chilenische Fußballnationalmannschaft berufen. Bis 1969 kamen für den Verein und seinen Spieler noch fünf weitere Meisterschaften hinzu.

Mit 33 Jahren zog Sánchez erstmals ein anderes Klubtrikot über, und zwar das schwarz-weiße des nicht weniger erfolgreichen, aber in Chile populäreren Colo Colo Santiago, für den er mit seiner Routine ein Glücksfall war und den er ebenfalls zum Titelgewinn führte. Für ihn persönlich war es die siebte Meisterschaft in 17 Spielzeiten. Seine Karriere ließ er nacheinander bei zwei Zweitdivisionären, CD Palestino de Santiago und Ferrobádminton de Chile, ausklingen.

Anschließend absolvierte er eine Trainerausbildung und arbeitete in diversen Funktionen wieder für Universidad de Chile.

Spielerstationen[Bearbeiten]

  • CF Universidad de Chile Santiago (1953–1969)
  • CSD Colo Colo Santiago (1969/70)
  • CD Palestino de Santiago (1970/71)
  • Ferrobádminton de Chile (1971/72)

Der Nationalspieler[Bearbeiten]

Zwischen 1955 und August 1968 hat Leonel Sánchez 84 Länderspiele für die chilenische Nationalelf bestritten und dabei 23 Tore erzielt. Mit seinem 53. Länderspiel am 23. März 1963 löste er Sergio Livingstone als Rekordinternationaler seines Landes ab und blieb dies bis heute (Mai 2013).

Höhepunkt dieser internationalen Auftritte war zweifellos die Weltmeisterschaft 1962 in seinem Heimatland, die einen Sánchez in Hochform erlebte, der seine Blau-Roten als Spielmacher bis ins Halbfinale (2:4 gegen den späteren Weltmeister Brasilien) und anschließend auf den dritten Platz (1:0 gegen Jugoslawien) führte. Mit seinen vier Treffern in den sechs WM-Spielen wurde der Linksaußen auch einer von sechs Torschützenkönigen dieses Turnieres; zwei Tore erzielte er in der Vorrunde gegen die Eidgenossen, je eines im Viertel- (gegen die UdSSR) und im Halbfinale.
Allerdings sorgte er auch für einen der unrühmlichen Höhepunkte bei dieser Endrunde. In der „Schlacht von Santiago“ gegen Italien, die als „Rasenkrieg“, „Trauer-“ und „Skandalspiel“[1] bezeichnet wurde, brach Sánchez dem Italiener Mario David durch einen gezielten Schlag das Nasenbein, wurde dafür aber weder vom Schiedsrichter noch nachträglich von der FIFA zur Rechenschaft gezogen.[2]

Den sechs WM-Einsätzen von 1962 fügte er 1966 noch drei weitere hinzu. Allerdings blieb er in England – wie die chilenische Elf insgesamt – leistungsmäßig weit hinter dem zurück, womit er vier Jahre zuvor seine Landsleute und die Fachwelt noch entzückt hatte.

Palmarès[Bearbeiten]

  • Chilenischer Fußballmeister: 1959, 1962, 1964, 1965, 1967, 1969 (mit Universidad de Chile), 1970 (mit Colo Colo)
  • 86 A-Länderspiele (Rekordnationalspieler Chiles), 23 Tore; Weltmeisterschaftsteilnehmer 1962 und 1966 (9 Endrundeneinsätze, 4 Tore)
  • WM-Dritter und -Torschützenkönig 1962

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Hack/Richard Kirn: VII. Fußball-Weltmeisterschaft Chile 1962. Bertelsmann, Gütersloh 1962
  • Dietrich Schulze-Marmeling/Hubert Dahlkamp: Die Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften. Die Werkstatt, Göttingen 2001 ISBN 3-89533-336-0
  • SZ WM-Bibliothek: England 1966. München 2005 ISBN 3-86615-155-1
  • Matthias Voigt: Fußballweltmeisterschaft 1962 Chile. AGON, Kassel 2002 ISBN 3-89784-200-9

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bezeichnung nach Hack/Kirn, S. 181, die außerdem von „grotesken Zwischenfällen und Exzessen“ sprechen (S. 10)
  2. Voigt, S. 8, 50 und 103

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Just Fontaine
(Frankreich)
Toptorschütze WM 1962
(zusammen mit 5 anderen Spielern)

1962
Eusébio
(Portugal)