Leonhardt-Consort

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Gustav Leonhardt, Gründer und Leiter des nach ihm benannten Ensembles

Das Leonhardt-Consort war ein Barockorchester, das 1955 von Gustav Leonhardt gegründet wurde und bis 1990 bestand.[1] Den Kern des Ensembles bildeten Musiker aus den Niederlanden, die durch internationale Künstler ergänzt wurden. Das Ensemble spezialisierte sich auf die Musik des Barock in Historischer Aufführungspraxis. Bekannt wurde es durch die Einspielungen barocker Kammermusik und der Bach-Kantaten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Leonhardt-Consort wurde vorwiegend von Gustav Leonhardt geleitet. Ursprünglich umfasste das Ensemble fünf Streichinstrumente und ein Cembalo und konzentrierte sich auf frühbarocke Werke des 17. Jahrhunderts: Samuel Scheidt, Heinrich Ignaz Franz Biber und englische Komponisten wie Henry Purcell und William Lawes. Auf dem Programm standen etliche bis dahin unpublizierte Werke.[2] Das Spektrum wurde durch Musik von Claudio Monteverdi und Carl Philipp Emanuel Bach erweitert.

Zu den ersten Musikern des Ensembles gehörten Eduard Melkus und seine Frau Marie (Violine), Alice Harnoncourt (Viola) und ihr Mann Nikolaus Harnoncourt (Violoncello) sowie Michel Piguet (Oboe). Später wurde Marie Leonhardt Konzertmeisterin und es entstand eine enge Zusammenarbeit mit Frans Brüggen, Anner Bylsma sowie den Brüdern Sigiswald Kuijken und Wieland Kuijken.

Zusammen mit dem Alarius Ensemble bildete das Leonhardt-Consort den Kern der 1972 gegründeten La Petite Bande, blieb aber noch bis 1990 für das Kantatenprojekt bestehen.

Seit den 1970er Jahren stand die Musik Johann Sebastian Bachs im Mittelpunkt: Eine Gesamteinspielung seiner Cembalokonzerte, der Matthäus-Passion (Leitung: Johan van der Meer) und der Brandenburgischen Konzerte. In Kooperation mit dem Concentus Musicus Wien unter Leitung von Nikolaus Harnoncourt wurden von 1971 bis 1990 unter Mitwirkung verschiedener Solisten und Chöre sämtliche Kirchenkantaten Bachs bei Teldec eingespielt. Der Abschluss dieses Projekts markierte gleichzeitig das Ende des Ensembles.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Don Michael Randel (Hrsg.): Leonhardt, Gustav Maria. In: The Harvard Biographical Dictionary of Music. Belknap Press, Cambridge/MA 1996, ISBN 0-674-37299-9, S. 498 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Early Music World: An interview with Gustav Leonhardt, gesehen 28. November 2011.