Leopardus braccatus

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Leopardus braccatus
Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
Art: Leopardus braccatus
Wissenschaftlicher Name
Leopardus braccatus
(Desmarest, 1816)

Pantanalkatze (Leopardus braccatus) ist eine südamerikanische Art aus der Familie der Katzen (Felidae). Bis vor wenigen Jahren wurde sie noch als Unterart zur Pampaskatze (L. colocolo) gestellt, 1994 jedoch – ebenso wie Leopardus pajeros – als eigene Art etabliert.

Merkmale[Bearbeiten]

In ihrer Neubeschreibung der Art grenzte Rosa García-Perea Leopardus braccatus von L. pajeros und L. colocolo vor allem auf der Basis von Schädel-, Zahn- und Fellmerkmalen ab. Leopardus braccatus ist mittelgroß mit einer durchschnittlichen Kopf-Rumpf-Länge um 52 bis 56 Zentimeter und einer Schwanzlänge von 23 bis 33 Zentimetern. Sie ist damit kleiner als L. colocolo, im Vergleich zu L. pajeros liegt sie innerhalb deren Größenspektrum.[1]

In der Fellfarbe variieren die Tiere zwischen zwei Typen, die von García-Perea 1994 als Typ 3A und 3B beschrieben wurden. Bei Typ 3A sind die Tiere auf der Rückenseite fast vollständig agouti-braun mit einigen undeutlichen braunen Rosetten an den Flanken. Die Rückenlinie ist etwas dunkler als der Rest des Rückens. Der Schwanz ist nicht geringelt, weist jedoch eine schwarze Spitze auf. Die Beine sind schwarz gestreift, die Füße vollständig schwarz. Beim Typ 3B ist die Hauptfarbe etwas blasser und mehr gelblich. Die Fleckung der Flanken ist deutlicher Die Füße sind dagegen nur teilweise schwarz und auch die Schwarzfärbung der Schwanzspitze ist weniger ausgeprägt.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Angenommenes Verbreitungsgebiet von Leopardus braccatus

Das Verbreitungsgebiet von Leopardus braccatus erstreckt sich über Teile Brasiliens, Paraguays und Uruguays im Bereich der feuchten Wald- und Graslandgebiete und Buschsteppen.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise der Art liegen nur wenige Informationen vor. Sie ernährt sich wie die anderen Arten räuberisch vor allem von Nagetieren, ergänzt wird das Nahrungsspektrum durch kleine Eidechsen und Vögel.

Systematik[Bearbeiten]

Nach García-Perea (1994)[1] und Wilson & Reeder (2005)[2] wurden die ehemals als eine Art betrachteten Kleinkatzen in drei Arten aufgeteilt:

Unstimmigkeiten herrschen über die Gattungszugehörigkeit dieser Arten. In ältesten Werken werden sie in Felis eingeordnet, jüngere Werke fassen sie mit der Kleinfleckkatze und der Chilenischen Waldkatze zur Gattung Oncifelis zusammen. Manchmal wurde sie auch in einer eigenen Gattung, Lynchailurus, eingeordnet[1]. Wilson und Reeder (2005) führten schließlich Oncifelis mit Leopardus zur Gattung der Pardelkatzen zusammen.[2]

Johnson et al. 1999 konnten in einer molekularbiologischen Untersuchung der Kleinkatzen Südamerikas die Arttrennung nicht nachvollziehen. Sie stellten zwar innerhalb der betrachteten Proben der Pampaskatzen Cluster fest, die die nähere Verwandtschaft regional nahe beieinanderlebende Gruppen der Katzen aufzeigen, diese deckten sich jedoch nicht mit den Arten, die von García-Perea (1994) beschrieben wurden.[3]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e Rosa García-Perea: The Pampas Cat Group (Genus Lynchailurus Severtzov, 1858) (Carnivora: Felidae), a Systematic and Biogeographic Review. American Museum Novitates 3096, 1994; S. 1-36.
  2. a b Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Leopardus in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  3. Warren E. Johnson, Jill Pecon Slattery, Eduardo Eizirik, Jae-Heup Kim, Marilyn Menotti Raymond, Cristian Bonacic, Richard Cambre, Peter Crawshaw, Adauto Nunes, Héctor N. Seuánez, Miguael Angelo Martins Moreira, Kevin L. Seymour, Faiçal Simon, William Swansson, Stephen J. O’Brien: Disparate phylogeographic patterns of molecular genetic variation in four closely related South American small cat species. (PDF; 1,7 MB) Molecular Ecology 8, 1999: S79-S94.