Leopardus pajeros

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Leopardus pajeros
Leopardus pajeros 20101006.jpg

Leopardus pajeros

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
Art: Leopardus pajeros
Wissenschaftlicher Name
Leopardus pajeros
(Desmarest, 1816)

Leopardus pajeros ist eine südamerikanische Art aus der Familie der Katzen (Felidae). Die Taxonomie ist nicht vollständig geklärt. Bis vor wenigen Jahren wurde sie noch als Unterart der Pampaskatze (L. colocolo) geführt, 1994 jedoch – ebenso wie Leopardus braccatus – als eigene Art etabliert. Diese Aufteilung konnte allerdings von genetischen Analysen nicht bestätigt werden[1] und die Fachgruppe des internationalen Umweltschutzverbandes (IUCN/SSC Cat Specialist Specialist Group) führt L. pajeros und L. braccatus nicht als separate Arten[2].

Merkmale[Bearbeiten]

In ihrer Neubeschreibung der Art grenzte Rosa García-Perea Leopardus pajeros gegen L. braccatus und L. colocolo vor allem auf der Basis von Schädel-, Zahn- und Fellmerkmalen ab. Die Körpergröße reicht ihrer Beschreibung nach von kleinen Tieren mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 46 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 23 Zentimetern bis zu großen Tieren mit einer Kopf-Rumpf-Länge von etwa 75 Zentimetern und einer Schwanzlänge von 29 Zentimetern, womit die Körpergrößen der anderen beiden Arten in der Variationsbreite enthalten sind.[3]

In der Fellfarbe variieren die Tiere zwischen drei Typen, die von García-Perea 1994 als Typ 2A, 2B und 2C beschrieben wurden. Bei Typ 2A besitzen die Tiere deutliche, große rotbraube Rosettenflecken mit dunklen Umrandungen, die in unterbrochenen Reihen auf den Flanken angeordnet sind. Der Schwanz ist vom Ansatz bis zur Spitze geringelt und die Beine sind auf hellem bis weißen Grund dunkelbraun bis schwarz gestreift, wobei die Füße der Grundfarbe entsprechen. Beim Typ 2B sind die Zeichnungen und Flecken sowie die Schwanzringe deutlich blasser und undeutlicher als beim Typ 2A. Beim Typ 2C sind die Tiere einfarbig grauweiß bis graubraun gefärbt, eine Zeichnung ist nicht oder nur undeutlich zu erkennen. Die Beine sind erkennbar gestreift.[3]

Verbreitung[Bearbeiten]

Angenommenes Verbreitungsgebiet von Leopardus pajeros

Das Verbreitungsgebiet von Leopardus pajeros erstreckt sich über die Hochlandsteppen im östlichen Teil der Anden von Ecuador über Bolivien bis Argentinien, wo es in die Steppen des Flachlandes übergeht. Die südliche Verbreitungsgrenze liegt in Patagonien in Chile und Argentinien.[3]

Lebensweise[Bearbeiten]

Über die Lebensweise der Art liegen nur wenige Informationen vor. Sie ernährt sich räuberisch vor allem von Nagetieren wie Wühlern (Cricetidae) und Kammratten (Ctenomys), die entsprechend einer Erhebung in der argentinischen Provinz Mendoza etwa 92 % der Gesamtnahrung ausmachen. Ergänzt wird das Nahrungsspektrum durch kleine Eidechsen und Vögel.[4]

Systematik[Bearbeiten]

Nach García-Perea (1994)[3] und Wilson & Reeder (2005)[5] wurden die ehemals als eine Art betrachteten Kleinkatzen in drei Arten aufgeteilt:

Unstimmigkeiten herrschen über die Gattungszugehörigkeit dieser Arten. In ältesten Werken werden sie in Felis eingeordnet, jüngere Werke fassen sie mit der Kleinfleckkatze und der Chilenischen Waldkatze zur Gattung Oncifelis zusammen. Manchmal wurde sie auch in einer eigenen Gattung, Lynchailurus, eingeordnet[3]. Wilson und Reeder (2005) führten schließlich Oncifelis mit Leopardus zur Gattung der Pardelkatzen zusammen.[5]

Johnson et al. 1999 konnten in einer molekularbiologischen Untersuchung der Kleinkatzen Südamerikas die Arttrennung nicht nachvollziehen. Sie stellten zwar innerhalb der betrachteten Proben der Pampaskatzen Cluster fest, die die nähere Verwandtschaft regional nahe beieinanderlebende Gruppen der Katzen aufzeigen, diese deckten sich jedoch nicht mit den Arten, die von García-Perea (1994) beschrieben wurden.[6]

Belege[Bearbeiten]

  1. Leopardus colocolo in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: T. de Oliveira et. al., 2008. Abgerufen am 24. Januar 2009
  2. http://www.catsg.org/index.php?id=87
  3. a b c d e Rosa García-Perea: The Pampas Cat Group (Genus Lynchailurus Severtzov, 1858) (Carnivora: Felidae), a Systematic and Biogeographic Review. American Museum Novitates 3096, 1994; S. 1-36.
  4. César M. García Esponda, Joaquín D. Carrera1, Germán J. Moreira, Ada V. Cazón, Luciano J. M. De Santis: Microvertebrados depredados por Leopardus pajeros (Carnivora: Felidae) en el sur de la Provincia de Mendoza, Argentina. Mastozoología neotropical 16 (2), 2009; S. 456-457.
  5. a b Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Leopardus in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).
  6. Warren E. Johnson, Jill Pecon Slattery, Eduardo Eizirik, Jae-Heup Kim, Marilyn Menotti Raymond, Cristian Bonacic, Richard Cambre, Peter Crawshaw, Adauto Nunes, Héctor N. Seuánez, Miguael Angelo Martins Moreira, Kevin L. Seymour, Faiçal Simon, William Swansson, Stephen J. O’Brien: Disparate phylogeographic patterns of molecular genetic variation in four closely related South American small cat species. (PDF; 1,7 MB) Molecular Ecology 8, 1999: S79-S94.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leopardus pajeros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien