Universität Innsbruck

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Universität Innsbruck
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Gründung 15. Oktober 1669
Trägerschaft staatlich
Ort Innsbruck, Tirol, Österreich
Rektor Tilmann Märk
Studenten 27.439 [1] (Stand: 9. Jän. 2015)
  • Frauenanteil: 53,0 %
  • Männeranteil: 47,0 %
  • Ausländeranteil: 39,1 %
Mitarbeiter 4.547, davon 3.164 wissenschaftliche Mitarbeiter[2] (Stand: 31. Dez. 2014)
davon Professoren 227 davon 45 Frauen[3] (Stand: 31. Dez. 2014)
Jahresetat 257,2 Mio. Euro [4] (Stand: 2013)

– Globalbudget: 212,4 Mio. Euro
– Drittmittel: 44,8 Mio. Euro

Website www.uibk.ac.at
Hauptgebäude der Universität Innsbruck

Die 1669 gegründete Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (kurz: LFU, lateinisch Universitas Leopoldino-Franciscea) ist die größte Bildungs- und Forschungseinrichtung in Westösterreich und gilt als Landesuniversität der österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg. Historisch übte sie diese Funktion auch für Südtirol, Liechtenstein und Luxemburg aus, was aber durch die Gründung eigener Hochschulen in diesen Ländern an Bedeutung verliert. Gemessen an den Studierendenzahlen ist sie Tirols größte Bildungseinrichtung vor Trient und Bozen.

Geschichte[Bearbeiten]

1562 wurde in Innsbruck von den Jesuiten ein Gymnasium errichtet. Finanziert durch eine Sondersteuer auf das Haller Salz, wurde am 15. Oktober 1669 durch Kaiser Leopold I. darauf aufbauend eine Volluniversität mit vier Fakultäten gegründet. 1783 wieder auf ein Lyzeum reduziert, erfolgte 1826 die Wiedererrichtung der Universität Innsbruck durch Kaiser Franz I. Zu Ehren beider Gründungsväter führt die Universität Innsbruck die Bezeichnung Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde sie im März 1941 auf Vorschlag des damaligen Rektors Raimund von Klebelsberg in Deutsche Alpenuniversität umbenannt. Es kam wie an allen Universitäten zu „Säuberungsaktionen“. Gegner der Nationalsozialisten wurden entmachtet und vom wissenschaftlichen Betrieb ausgeschlossen.[5] 1945 wurde sie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Namen Universität Innsbruck wiedereröffnet.[6]

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte weitere Ausbauschritte der Universität: 1969 die Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur und 1976 die Geisteswissenschaftliche und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, die aus den Rechts- und Staatswissenschaften hervorgingen. 2004 wurde die Medizinische Fakultät ausgliedert, 2012 die School of Education gegründet.

Universitätsbibliothek (2006)

Stellung in Österreich und in Europa[Bearbeiten]

In den Times Higher Education Rankings (THE-Rankings) wird die Universität Innsbruck seit 2011 als zweitbeste Universität Österreichs auf den Plätzen 201-225 (nicht weiter aufgeschlüsselt) gereiht. [7] In der seit 2013 veröffentlichten Teilauswertung "International Outlook" zur Erfassung der am stärksten international ausgerichteten Hochschulen der Welt belegt die Universität Innsbruck weltweit den 7. Platz.[8] In den QS World University Rankings (QS-Ranking) rangiert die Universität Innsbruck regelmäßig in den Rängen zwischen 280 bis 290. [9] Im Shanghai-Ranking platziert sich die Universität Innsbruck als zweitbeste österreichische Hochschule in den Rängen zwischen 201 und 300. [10]

Das von der EU initiierte Hochschulranking U-Multirank erstellt keine Rankings, macht die Universitäten aber über 34 verschiedene Indikatoren vergleichbar. Hier gehört die Universität Innsbruck zu den österreichischen Hochschulen mit den meisten Höchstnoten. [11]

Organisation[Bearbeiten]

Fakultäten[Bearbeiten]

Die ursprünglich sechs Fakultäten wurden 2004 in 15 Fakultäten gegliedert. 2012 wurde die School of Education als 16. Fakultät eingerichtet; dieser Schritt diente als Basis für den weiteren Ausbau der Lehrerinnen- und Lehrer-Ausbildung.[12]

Im Rahmen der Umsetzung des Universitätsgesetzes 2002 wurde die frühere Medizinische Fakultät 2004 als Medizinische Universität Innsbruck ausgegliedert. Die Universität Innsbruck ist seither keine Volluniversität im klassischen Sinn mehr. Da diese Trennung gegen den Willen der Fakultät zustande kam,[13] wird die Wiedereingliederung immer wieder diskutiert.[14]

Standorte[Bearbeiten]

Gebäude der SoWi-Fakultät vor der Nordkette
Der Botanische Garten im Stadtteil Hötting

Die Gebäude der Universität Innsbruck verteilen sich über das Stadtgebiet, sie ist also keine „Campus-Universität“.

  • Campus Innrain: Das 1924 eröffnete Hauptgebäude ist Sitz des Rektorats und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Der angrenzende, 1981 eröffnete Neubau mit dem Geiwi-Turm, dem Bruno-Sander-Haus und dem Josef-Möller-Haus beherbergt geistes-, natur- und rechtswissenschaftliche Institute. Ebenfalls hier befindet sich der Hauptstandort der Universitätsbibliothek.
  • Campus Universitätsstraße: Das ehemalige Jesuitengymnasium und das angrenzende, seit 1766 als Universität genutzte Gebäude bei der Jesuitenkirche werden heute von der Katholisch-Theologischen Fakultät genutzt. Gegenüber wurde 1997 auf dem Gelände der ehemaligen Fenner-Kaserne die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eröffnet.[15]
  • Campus Technik: Im Stadtteil Hötting West wurde 1969 ein großer Gebäudekomplex errichtet, in dem heute zahlreiche naturwissenschaftliche Institute sowie Architektur, Technik und Informatik untergebracht sind.
  • Campus Sport: Beim Flughafen Innsbruck sind das Sportinstitut und das Universitätssportzentrum untergebracht.
  • Centrum für Chemie und Biomedizin: 2012 wurde das von den Innsbrucker Universitäten gemeinsam genutzte Gebäude am Innrain eröffnet. Es beherbergt chemische, pharmazeutische und biomedizinische Einrichtungen der beiden Innsbrucker Universitäten. [16]
  • Zentrum für Alte Kulturen: Im Atrium am Langen Weg[17] sind seit 2008 die archäologischen und altertumswissenschaftlichen Institute untergebracht. Zudem befindet sich dort die Fachbibliothek sowie ein Teil des Archäologischen Museums Innsbruck. [18][19]
  • Botanik: Das Institut für Botanik sowie Teile des Instituts für Ökologie sind beim Botanischen Garten der Universität im Stadtteil Hötting angesiedelt. Dort befindet sich auch die 1904 gebaute alte Universitätssternwarte.
  • Zahlreiche weitere Einrichtungen sind über das Stadtgebiet verteilt. [20] Außenstellen sind das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik ist in Dornbirn, Vorarlberg und das 2012 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften übernommene Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee, Oberösterreich. Weitere Lehr- und Forschungseinrichtungen sind über Tirol verteilt, so zum Beispiel das Universitätszentrum in Obergurgl.

Universitätsleitung[Bearbeiten]

Die Universität Innsbruck ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts mit dem Recht der Selbstverwaltung. Die Universität wird von einem Rektorat geleitet. Ihm zur Seite stehen der Universitätsrat und der Senat.

Universitätsrat:

Rektorat:

Frühere Rektoren: Kategorie:Rektor (Universität Innsbruck)

Senat: Der Senat besteht aus 24 Personen. 13 Vertreter gehören zur Kurie der Universitätsprofessoren, 4 zur Kurie der Universitätsdozenten und der wissenschaftlichen Mitarbeiter im Forschungs- und Lehrbetrieb, ein Mandatar vertritt die allgemeinen Universitätsbediensteten und sechs Studierende vertreten die Studentenschaft. Vorsitzender ist Ivo Hajnal, sein Stellvertreter Walter M. Grömmer.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Nobelpreisträger[Bearbeiten]

Weitere bedeutende Wissenschaftler[Bearbeiten]

Eugen Böhm von Bawerk, Erika Cremer, Albert Defant, Heinrich von Ficker, Julius von Ficker, Franz Fliri, Josef Andreas Jungmann, Karl Heider, Anton Kerner von Marilaun, Hans Klecatsky, Josef Lackner (Architekt), Heinrich Lammasch, Arthur March, Anton Pelinka, Herlinde Pissarek-Hudelist, Hugo Rahner, Karl Rahner, Bruno Sander, Egon Schweidler, Jayandra Soni, Rolf Steininger, Leopold Vietoris, Wilhelm Wirtinger, Anton Zeilinger

Alumni[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Goller/Georg Tidl: Jubel ohne Ende. Die Universität Innsbruck im März 1938. Zur Nazifizierung der Tiroler Landesuniversität, Löcker-Verlag, Wien 2012.
  • Franz Huter: Die Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Philosophischen Fakultät zu Innsbruck bis 1945 (Veröffentlichungen der Universität Innsbruck 66 = Forschungen zur Innsbrucker Universitätsgeschichte 10), Universität Innsbruck, Innsbruck 1971.
  • Franz Huter/Gerhard Oberkofler/Peter Goller (Bearb.): Die Matrikel der Universität Innsbruck. Mehrbändiges Werk, Universitätsverlag Innsbruck, Innsbruck 1975ff.
  • Gerhard Oberkofler/Peter Goller: Geschichte der Universität Innsbruck (1669–1945), Lang-Verlag, Frankfurt a. M./Wien 1996.
  • Österreichische HochschülerInnenschaft (Hrsg.): Österreichische Hochschulen im 20. Jahrhundert. Austrofaschismus, Nationalsozialismus und die Folgen, Facultas, Wien 2013.
  • Günther Pallaver/Michael Gehler (Hrsg.): Universität und Nationalismus: Innsbruck 1904 und der Sturm auf die italienische Rechtsfakultät, Museo Storico del Trentino, Trient 2013.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Innsbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. uni:data: Ordentliche Studierende nach Universitäten Stichtag 9. Jän. 2015
  2. uni:data: Personal an Universitäten - Köpfe Stichtag 31. Dez. 2014
  3. uni:data: Personal an Universitäten - Köpfe Stichtag 31. Dez. 2014
  4. Universität Innsbruck in Zahlen PDF-Datei, 2 MB
  5. Archiv "Vertriebene Wissenschaft" der Universität Innsbruck, abgerufen am 26. März 2015
  6. Zeittafeln der Universität Innsbruck, abgerufen am 19. August 2014
  7. Times Higher Education World University Rankings, abgerufen am 31. März 2015
  8. The 100 most international universities in the world 2014, abgerufen am 31. März 2015
  9. QS World University Rankings, abgerufen am 31. März 2015
  10. Universität Innsbruck im Academic Ranking of World Universities (ARWU), abgerufen am 31. März 2015
  11. U-Multirank, abgerufen am 31. März 2015
  12. iPoint: School of Education – die „16.“, abgerufen am 2. April 2015
  13. iPoint: Innsbrucker Mediziner wehren sich gegen Ausgliederung, abgerufen am 2. April 2015
  14. Die Presse: Töchterle will Fusion von Uni und Med-Uni Innsbruck, abgerufen am 2. April 2015
  15. Aufgrund von Fehlplanungen musste das Glasdach des Gebäudes bis 2009 aufwändig saniert werden. Geplant wurde der umstrittene Gebäudekomplex, in dem auch das MCI (Management Center Innsbruck) sowie Wohnungen und Geschäftslokale untergebracht sind, von henke und schreieck Architekten aus Wien.
  16. Geplant und gebaut wurde das Gebäude von architekturwerkstatt din a4.
  17. „ATRIUM – Zentrum für Alte Kulturen“, abgerufen am 2. April 2015
  18. Archäologisches Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität Innsbruck
  19. Fick Sabine (Hrsg.), Atriumhaus. Das Zentrum für Alte Kulturen (Innsbruck 2009) (PDF; 3,3 MB)
  20. Zum Beispiel das Institut für Erziehungswissenschaft, das Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung, das Institut für Musikwissenschaft und das Archiv für Baukunst.

47.26305555555611.383888888889Koordinaten: 47° 15′ 47″ N, 11° 23′ 2″ O