Leopoldschlag

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Leopoldschlag
Wappen von Leopoldschlag
Leopoldschlag (Österreich)
Leopoldschlag
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Hauptort: Markt Leopoldschlag
Fläche: 25,8 km²
Koordinaten: 48° 37′ N, 14° 30′ O48.61666666666714.5630Koordinaten: 48° 37′ 0″ N, 14° 30′ 0″ O
Höhe: 630 m ü. A.
Einwohner: 1.023 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 40 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4262
Vorwahl: 07949
Gemeindekennziffer: 4 06 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 17
4262 Leopoldschlag
Website: www.leopoldschlag.at
Politik
Bürgermeister: Hubert Koller (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(13 Mitglieder)
9
2
1
1
Von 13 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Leopoldschlag im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Leopoldschlag im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Leopoldschlag ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1023 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Freistadt.

Geografie[Bearbeiten]

Leopoldschlag liegt auf 630 m Höhe im nördlichen Mühlviertel, an der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Elbe und Donau. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,3 km und von West nach Ost 6,3 km.

Europäische Wasserscheide zwischen Elbe und Donau

Die Gesamtfläche beträgt 25,6 km² (davon 7,1 % bewaldete Fläche und 17,6 % landwirtschaftlich genutzte Fläche).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Dorf Leopoldschlag (168)
  • Edlbruck (41)
  • Eisenhut (35)
  • Hammern (18)
  • Hiltschen (42)
  • Leitmannsdorf (28)
  • Mardetschlag (159)
  • Markt Leopoldschlag (445)
  • Pramhöf (16)
  • Stiegersdorf (15)
  • Wullowitz (64)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hiltschen und Leopoldschlag.

Eine Besonderheit in Stiegersdorf ist die Tobau mit 7 ha Fläche, wo heute noch Torf gewonnen wird.

Ortsteil Mardetschlag
Mühle in Stiegersdorf

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Tschechien (Grenzübergang Wullowitz - Dolní Dvořiště), im Osten an die Gemeinde Windhaag bei Freistadt (Ortsteil Mairspindt), im Süden an die Gemeinde Rainbach im Mühlkreis (Ortschaft Kerschbaum) und im Westen an Tschechien (Horní Dvořiště).

Dolní Dvořiště (CZ)
Nachbargemeinden Windhaag
Rainbach Grünbach

Geschichte[Bearbeiten]

Grenze zu Tschechien

Die erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1356 als Marchtt Leopoltzlag. Anfang des 15. Jahrhunderts (1415 - 1434) fielen die Hussiten öfters ein und verwüsteten die Gegend. Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Im Jahre 1526 wurde die Kirche errichtet und 1593 erfolgte die Verleihung des Wappens mit der Bestätigung der Marktrechte. Aus dieser Zeit dürfte auch der Pranger am Marktplatz stammen.

1732 errichtete der Ort den Marktbrunnen und um 1750 die Johannessäule am Marktplatz. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. 1817 wurde die Körnerpyramide im Ortsteil Hammern errichtet. 1835 folgte die Errichtung des Grabmals der Familie Arneth, ein goldener Engel an der östlichen Außenmauer der Kirche. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert gab es eine Schwemme auf der Maltsch, damit wurde Bauholz nach Norden in Richtung Budweis und Prag verbracht.

1867 wurde das Postamt eingerichtet, das bis 2003 bestand. 1876 folgte die Gründung des Gendarmeriepostens Leopoldschlag, der 2005 in eine Grenzpolizeiinspektion umgewandelt wurde. Um 1902 wurde die Raiffeisenkasse Leopoldschlag gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte die Errichtung des Zollhauses (1922) und die Eröffnung der Dr. Gleißner-Schule im Ortsteil Wullowitz. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau".

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Einrichtung der Wassergenossenschaft Leopoldschlag im Jahr 1949/1950. 1962 wurde der Kirchturm gesprengt, um die Kirche zu erweitern. 1969 wurde die neue Volksschule eröffnet und ab 1973 wurde die Ortskanalisation gebaut. In den Jahren 1983 und 1984 wurde die Kirche Maria Schnee am Hiltschnerberg errichtet, da die Wallfahrtskirche in Zettwing wegen des eisernen Vorhangs nicht mehr erreicht werden konnte. 1986 kam der 1. ständige Arzt nach Leopoldschlag. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs (1989) erfolgte die Eröffnung der Grenzlandbühne (1998), die Öffnung des touristischen Grenzübergangs im Ortsteil Hammern (2006) und der Neubau der Kläranlage (2006).

Etymologie[Bearbeiten]

Der Ortsname bildete sich aus dem Althochdeutschen/Mittelhochdeutschen slag. Slag bedeutet, ein durch Fällen der Bäume mit der Axt gerodetes Stück Land. Hinzu wurde der Personenname Leopold gefügt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.380   1951 1.248
1880 1.317   1961 1.175
1890 1.299   1971 1.189
1900 1.309   1981 1.110
1910 1.267   1991 1.115
1923 1.298   2001 1.086
1934 1.212   2008 1.054
1939 1.135   2013 1.038

Entwicklung und Struktur[Bearbeiten]

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1380 Menschen, der höchste Stand in der Geschichte. Bis 1939 sank die Bevölkerung auf 1135 Menschen. Nach einem Zwischenhoch 1951 schrumpft seitdem die Bevölkerung merklich, was vermutlich auf die dezentrale Lage zurückzuführen ist. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 1115 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 nur mehr 1086, was einem Rückgang von 2,7 % entspricht. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 1054 Einwohner.[2]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 20,4 %; 20,8 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 49,4 %.[3]

Von den 860 Bewohnern Leopoldschlags, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 2,2 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 4 % hatten eine Matura absolviert, 46,4 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 47,3 % aller Leopoldschläger hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[4]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

Der deutsche Dialekt, der im Raum Leopoldschlag sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 95,9 % der Leopoldschläger gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 3,4 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,7 % tschechisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Leopoldschläger mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 5,9 % unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 3,4 % der Leopoldschläger Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft der Türkei, 1,3 % eine aus Deutschland und 1,2 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 6,9 % der Leopoldschläger in einem anderen Land als in Österreich geboren.[3]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Ab dem Jahr 1945 erreichte die ÖVP immer die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei wurde jeweils die SPÖ. Die FPÖ tritt erst seit 1991 bei den Wahlen an, ansonsten beteiligen sich keine weiteren Parteien an den Gemeinderatswahlen. 2003 wurde die ÖVP mit 63,3 % stimmenstärkste Partei und erreichte somit die absolute Mehrheit.[5] Die ÖVP konnte 2009 ihre absolute Mehrheit verteidigen, starke Verluste erlitt die SPÖ. Die Grünen traten neu an und erreichten ein Mandat im Gemeinderat.[6]

Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 88,4 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
ÖVP 64,7 % +1,5 % 9 0
SPÖ 13,7 % -10,7 % 2 -1
FPÖ 11,8 % -0,6 % 1 0
Grüne 9,9 % +9,9 % 1 +1

Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 8. Oktober 2008 Hubert Koller von der ÖVP. Der Gemeinderat besteht seit 2003 aus 12 Mitgliedern.

Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusmäßig 2015 abgehalten.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Leopoldschlag

Das Gemeindewappen ist der Länge nach gespalten. Heraldisch links ist in Rot ein silberner Balken, der die Zugehörigkeit zum Freistädter Herrschaftsgebiet zeigt. Heraldisch rechts ist in Gold auf grünem Dreiberg ein braunstämmiger, grün beblätterter Lindenbaum, auf den ein schwarzer, aufgerichteter Bär mit rot ausgeschlagener Zunge zu klettern versucht. Dies weist auf die Sage zur Entstehung des Ortsnamens hin. Nach der Sage waren Leopold und sein Freund jagen, als sie von den Bären verfolgt wurden kletterten sie auf den Baum! Der Bär wollt hinaufklettern doch als seine Pfote bedrohlich nahekam schrie Leopolds Freund: "Leopold-schlag zu"! So schlug Leopold dem Bären die Tatze ab und der Ort hatte einen Namen.

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte am 21. Oktober 1593, zeitgleich mit der Bestätigung der Marktrechte.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Leopoldschlag

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Leopoldschlag
  • Brunnen an der Kontinentalwasserscheide: Ein hydrographisches Denkmal
  • Maria Schnee am Hiltschnerberg: Wallfahrtskirche, errichtet auf Grund des eisernen Vorhangs
  • Körner-Pyramide: Granitpyramide, auf 4 Granitkugeln am Sockel gelagert mit Eisenkreuz
  • Marktplatz: Mit Pranger, Brunnen und Denkmälern aus der Zeit 1500 bis 1750
  • Überreste einer Brücke der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden

Museen[Bearbeiten]

  • Hafnerhaus: Zeigt alte Töpferkunst
  • Zollwacheschutzhütte: Zur Erinnerung an die vielen ehemaligen Zollwacheabteilungen an der Grenze wurde es 2007 errichtet. Es ist - so der Betreiber - eines der kleinsten Museen weltweit und das einzige Museum Österreich, dass sich mit der Thematik der "Zollwache" beschäftigt. Es befindet sich direkt an der tschechischen Grenze im Ortsteil Hammern.

Musik[Bearbeiten]

  • In Leopoldschlag sind zwei Musikvereine beheimatet: Der MV Leopoldschlag sowie der MV Mardetschlag.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Entlang der Maltsch befindet sich ein großflächiges Gebiet, das durch die Naturschutzinitiative „Grünes Band Europa“ dem Europaschutzgebiet „Natura 2000“ angehört.
  • Martinstein
  • Opferstein

Sport[Bearbeiten]

  • Die österreichische Turn- und Sportunion Leopoldschlag bietet ein Angebot von vier Sektionen: Fußball, Stockschießen, Tennis und Schilauf.
  • Außerdem hat sich ein Radteam namens „Al Carbon“ gebildet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In der Grenzlandbühne werden jährlich Theaterstücke aufgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Ortsteil Hiltschen steht ein 24.000 m² großes INKOBA Betriebsbaugebiet zur Verfügung.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Mühlviertler Straße (B 310) führt durch das Gemeindegebiet und endet hier beim ehemaligen Grenzübergang Wullowitz. Künftig wird auch die Mühlviertler Schnellstraße (S 10) durch das Gemeindegebiet verlaufen.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung[Bearbeiten]

Im Ort stehen ein Kindergarten und eine Volksschule zur Verfügung. Zusätzlich besteht eine Bücherei. Weiters gibt es zwei Ärzte, Allgemeinmediziner, in der Gemeinde.

Im Gemeindegebiet existieren vier Freiwillige Feuerwehren (FF): FF Leopoldschlag, FF Mardetschlag, FF Dorf Leopoldschlag und FF Wullowitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf; 34 kB)
  3. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf; 10 kB)
  4. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf; 10 kB)
  5. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Leopoldschlag (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  6. Ergebnisse Gemeinderatswahl 2009
  7. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Leopoldschlag (abgerufen am 28. Oktober 2008)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leopoldschlag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien