Leopoldshöhe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Leopoldshöhe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Leopoldshöhe
Leopoldshöhe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Leopoldshöhe hervorgehoben
52.011968.69947113Koordinaten: 52° 1′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 113 m ü. NHN
Fläche: 36,93 km²
Einwohner: 15.930 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 431 Einwohner je km²
Postleitzahl: 33818
Vorwahlen: 05208, 05202, 05232, 05222
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 048
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchweg 1
33818 Leopoldshöhe
Webpräsenz: www.leopoldshoehe.de
Bürgermeister: Gerhard Schemmel (SPD)
Lage der Gemeinde Leopoldshöhe im Kreis Lippe
Niedersachsen Bielefeld Kreis Gütersloh Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke Kreis Paderborn Kreis Höxter Augustdorf Bad Salzuflen Barntrup Blomberg Detmold Dörentrup Extertal Horn-Bad Meinberg Kalletal Lage (Lippe) Lemgo Leopoldshöhe Lügde Oerlinghausen Schieder-Schwalenberg Schlangen (Gemeinde)Karte
Über dieses Bild

Leopoldshöhe ist eine Gemeinde im Kreis Lippe und liegt an dessen Grenze zu Bielefeld. Leopoldshöhe und Bielefeld liegen zentral in Ostwestfalen-Lippe, einer Region im Land Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Hauptort Leopoldshöhe liegt im Mittelpunkt zwischen den Städten Bielefeld, Bad Salzuflen, Lage und Oerlinghausen. Die höchste Erhebung befindet sich im äußersten Süd-Westen des Gemeindegebietes mit dem Merkslohberg im Bereich des Osning mit einer Höhe von 246,4 m ü. NN. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt im äußersten Nord-Osten des Gemeindegebietes im Ortsteil Krentrup unmittelbar in der Nähe der Einmündung des Siekbachs in die Werre auf 81,3 m ü. NN. Der Ortsteil Leopoldshöhe, der der Großgemeinde ihren Namen gegeben hat, liegt in etwa im Zentrum und ist mit 1,8 km² der kleinste der 8 Ortsteile.

Das Gemeindegebiet wird über die Windwehe, Heipker Bach, Bentgraben (teilweise „Eselsbach“ genannt) und Siekbach über die Werre zur Weser entwässert.

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Karte von Leopoldshöhe

Das Gemeindegebiet geht von Süden nach Norden naturräumlich vom Bielefelder Osning-Vorland in das Ravensberger Hügelland über.[2]

Im Untergrund finden sich Festgesteine des Erdmittelalters und die geologisch älteren Schichten des Keupers. Zum Teutoburger Wald hin sind Kalksteine des Muschelkalkes. Eiszeitlicher Geschiebemergel und Löß verhüllen zumindest teilweise die Tonsteine des Lias. Die Tonsteine sind etwa 100 Meter stark. Das darunter liegende Grundwasser und ist versalzt, insbesondere durch Sulfate. Nach Osten hin fällt Trochitenkalk in die Tonschicht und bietet die Möglichkeiten zur Trinkwasserversorgung. Der Kalk ist teilweise als Werkstoff abgebaut worden, die Tonsteine dienen als Ziegelrohstoff.[3]

Leopoldshöhe eignet sich mittelmäßig bis gut, zum Teil sehr gut, zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[4]

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst 36,94 Quadratkilometer, es misst circa 5,5 Kilometer in der Ost-West-Ausdehnung und ca. 8 Kilometer in der Nord-Süd-Ausdehnung. Der Merkslohberg ist mit 254,5 m ü. NN der höchste Punkt der Gemeinde; der tiefste Punkt liegt auf 81,3 m ü. NN an der Werre im Norden des Ortsteils Krentrup.[5]

Das Gebiet von Leopoldshöhe ist einerseits aufgrund der räumlichen Nähe zur Großstadt Bielefeld durch Wohnbebauung und Verkehrsflächen, andererseits aufgrund seiner Tradition durch landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Waldflächen sind nur unterproportional vorhanden.

Seit 1996 wird der Wohnbau durch den Rat der Gemeinde mit Hilfe der Leopoldshöher Immobilien- und Liegenschaftsverwaltung (LIL) gesteuert. Ziel ist es, jungen Familien preiswert Wohnbauland zur Verfügung zu stellen. Neue Wohnbauflächen werden seither nur noch dort ausgewiesen, wo sich die überwiegenden Flächen im Eigentum der LIL befinden.[6]

Die Flächennutzung ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Fläche nach Nutzungsart Fläche in ha Anteil an Gesamtfläche
Landwirtschaftsfläche 2.483 67,2 Prozent
Waldfläche 329 8,9 Prozent
Siedlungs- und Verkehrsfläche 846 22,9 Prozent
Wasserfläche 28 0,8 Prozent
sonstige Nutzung 7 0,2 Prozent

Stand: 31. Dezember 2007[7]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bad Salzuflen
Bielefeld Nachbargemeinden Lage
Oerlinghausen

Die Gemeinde grenzt (im Uhrzeigersinn) an die Städte Bad Salzuflen (Ortsteile Lockhausen, Wülfer-Bexten und Holzhausen), Lage, Oerlinghausen (alle im Kreis Lippe) und Bielefeld. Aus Bielefeld grenzen die Stadtbezirke Heepen mit dem Stadtteil Brönninghausen sowie Stieghorst mit den Stadtteilen Ubbedissen und Lämershagen-Gräfinghagen an Leopoldshöher Gebiet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet gliedert sich in acht Gemarkungen, die als Ortsteile bezeichnet werden. Bis zur Gemeindereform von 1969 waren dies eigenständige Gemeinden:

Ortsteile von Leopoldshöhe
Ortschaft Einwohner
Ortsteile von Leopoldshöhe.svg
Asemissen 3683
Bechterdissen 2179
Bexterhagen 683
Greste 3217
Krentrup 805
Leopoldshöhe 4162
Nienhagen 723
Schuckenbaum 1910

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der Gemeinde Leopoldshöhe war vermutlich bereits vor rund 2000 Jahren bewohnt; dafür sprechen Siedlungsreste in Bechterdissen, die auf die Cheruskerzeit datiert wurden.[8] Siedlungen, die um das Jahr 500 bereits bestanden haben, sind in Greste und das Gut Milse in Bechterdissen.[8] Ausgehend von der Endung „-trup“ wird heute angenommen, dass Krentrup seinen Namen im frühen Mittelalter bereits vor dem Jahr 800 erhalten hat. Diese Endung wird nach überwiegender Auffassung älter eingeschätzt als die Endung „-hausen“ und die aus „-hausen“ entstandene Endung „-issen“.[8][9]

Die erste urkundliche Erwähnung des Gebietes stammt vom 25. Mai 1036. In der Busdorf-Urkunde wird belegt, dass der Bischof Meinwerk von Paderborn dem Kanonikerstift Busdorf unter anderem den Haupthof Niederbarkhausen im heutigen Leopoldshöher Ortsteil Asemissen mit den dazugehörigen Vorwerken Eckendorf im heutigen Leopoldshöher Ortsteil Schuckenbaum, den Hof Oerlinghausen, Menkhausen (heute Oerlinghausen), den späteren Meierhof zu Heepen sowie den späteren Meierhof Borgsen in Brackwede zum Lehen übergibt.

Die Besiedlung bestand zunächst aus großbäuerlichen Einzel- und Doppelhöfen der sowie einzelnen, bereits etwas größeren Höfeweilern; im späteren Mittelalter wurde zwischen diesen Höfen zunehmend Land erschlossen, auf dem dann die kleineren Kötterhöfe entstanden.

Erste urkundliche Erwähnungen der heutigen Leopoldshöher Ortsteile, die 1841 aus den bisherigen Bauerschaften entstanden, fanden in folgenden Jahren statt:

  • 1289 Krentrup[10]
  • 1338 Asemissen[11]
  • 1488 Greste (Meier zu Ermgassen erwähnt 1395[12])
  • circa 1500 Bechterdissen[13]
  • circa 1500 Schuckenbaum[13]

Hagensiedlungen wie zum Beispiel Nienhagen, Bexterhagen, Schuckenhagen oder Mackenbruch (erwähnt im Landschatzregister von 1467) entstanden im Hochmittelalter, also etwa von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts.[10]

Weitere Orte, die früh urkundlich erwähnt wurden, sind:

Um 1500 war in den Ämtern Oerlinghausen und Schötmar eine größere Zahl Höfe anzutreffen, als in anderen Teilen Lippes.[8] Zu diesen Ämtern gehörte auch das heutige Gemeindegebiet. Größere Teile des heutigen Gemeindegebietes mit den Siedlungen Rosenhagen, Hakenheide, Krentruperhagen, Bexterhagen-Nienhagen gehörten zum Zehntbezirk der Villikation Iggenhausen des Klosters Corvey.[9]

Während der Eversteinschen Fehde (1403 bis 1407) wurden besonders die Höfe im Süden der heutigen Gemeinde arg in Mitleidenschaft gezogen. Später fanden unter anderem im Dreißigjährigen Krieg und im Siebenjährigen Krieg verheerende Plünderungen durchziehender Truppen statt.

Die niedere Gerichtsbarkeit und die Verwaltung hingegen waren zwischen den belehnten Amtsmeiern in Niederbarkhausen und Heerse bzw. Bexten aufgeteilt.

Um 1700 werden in dem Gebiet die adeligen Güter Dahlhausen, Eckendorf, Schackenburg, Schuckenhagen und Hovedissen sowie die Bauernschaften Asemissen, Bechterdissen, Greste-Evenhausen, Hovedissen, Nienhagen, Eckendorf und Bexterhagen in einer gedruckten Schrift erwähnt.[14]

Das Kirchdorf Leopoldshöhe selbst wurde hingegen erst 1850/51 auf einer Anhöhe im Bereich von Krentrup und Hovedissen in gleicher Entfernung zu den Kirchen in Schötmar, Oerlinghausen und Heepen gegründet, um den Bewohnern der umliegenden Höfe den Kirchgang zu erleichtern. Der lippische Fürst Leopold II. verlieh ihm bei der Einweihung der neuen Kirche den Namen „Leopoldshöhe“. Am 1. September 1921 wurde der zu diesem Zeitpunkt etwa 800 Einwohner zählende Ort eine eigenständige Gemeinde, die aus Teilen der aufgelösten Gemeinde Hovedissen und Teilen der Gemeinde Greste gebildet wurde.[15] Somit ist die politische Gemeinde jünger als die Kirchengemeinde Leopoldshöhe.

Der Nationalsozialismus traf in den Leopoldshöher Gemeinden auf geteiltes Echo: Während die NSDAP in der damaligen Gemeinde Leopoldshöhe zumeist überdurchschnittliche Ergebnisse erzielte, erhielt sie in der Gemeinde Asemissen noch bei der lippischen Landtagswahl 1933 nur 22 Prozent- weniger als die Hälfte des Ergebnisses der SPD. Aus den südlichen Kleingemeinden sind denn auch zahlreiche Akte des „kleinen Widerstands“ überliefert – etwa Vandalismus gegen NSDAP-Symbole.

Religionen[Bearbeiten]

Ev.-ref. Kirche in Leopoldshöhe
Kriegerdenkmal vor der Kirche
St. Johannis Baptist

Vor der Reformation war das Land kirchlich unter den Kirchspielen Oerlinghausen und Schötmar aufgeteilt, welche Außenstellen des Bistums Paderborn waren. Zu Oerlinghausen gehörten die heutigen Ortsteile Asemissen, Bechterdissen, Greste, Leopoldshöhe, Schuckenbaum und Krentrup, zu Schötmar die Ortsteile Nienhagen und Bexterhagen.

Im Jahr 1538 wurde die lutherische Kirchenordnung beschlossen. Das Gebiet der Gemeinde Leopoldshöhe wurde ebenfalls lutherisch.

Im Jahre 1607 kamen infolge einer Auseinandersetzung die beiden Kirchspiele Oerlinghausen und Schötmar durch einen Vertrag zwischen dem Bischof Dietrich von Fürstenberg und Simon VI. (Lippe) zum Fürstentum Lippe, sie wurden fortan von der evangelischen Kirche betreut.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist heute evangelisch-reformiert. Der nördliche Gemeindebereich gehört zur Kirchengemeinde Leopoldshöhe, der südliche Gemeindebereich zur Kirchengemeinde Asemissen-Bechterdissen. Beide gehören zur Klasse Lage der Lippischen Landeskirche.

In den Jahren 1966 bis 1968 wurde die katholische Kirche Auferstehung Christi als Filialkirche der Gemeinde St. Michael in Oerlinghausen in Greste gebaut. Erst in den Jahren 2000 bis 2001 entstand mit St. Johannis Baptist eine weitere Filialkirche der Oerlinghauser Gemeinde im Leopoldshöher Zentrum. Architekt für diesen Neubau war Dieter Georg Baumewerd.

Im Ortsteil Bechterdissen befindet sich eine mennonitische Kirche, im Ortsteil Asemissen eine neuapostolische Kirche und im Ortsteil Bexterhagen eine evangelisch freikirchliche Kirchengemeinde.

Ein Indiz für die Verteilung kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Leopoldshöher Schüler sein. Demnach sind rund 68 Prozent der Schüler evangelisch, 11 Prozent katholisch, 3 Prozent islamisch. 6 Prozent geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und 12 Prozent rechnen sich keiner Konfession zu.[16]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mit Wirkung vom 1. Januar 1969 trat das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Lemgo (Lemgo-Gesetz) in Kraft und gliederte den Landkreis Lemgo neu. So wurden die ehemals selbstständigen Gemeinden Asemissen, Bechterdissen, Bexterhagen, Greste, Krentrup, Leopoldshöhe, Nienhagen und Schuckenbaum zur neuen Gemeinde Leopoldshöhe mit dann 10.200 Einwohnern zusammengeschlossen.[17][18]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Gemeinde Leopoldshöhe nach dem jeweiligen Gebietsstand, bei einigen Zahlen zusätzlich nach heutigem Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich von 1871 bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[19][20][21] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik[7]. Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Bevölkerungsentwicklung in Leopoldshöhe von 1871 bis 2007 (obere Linie: heutiger Gebietsstand,
untere Linie: jeweiliger Gebietsstand)

Leopoldshöhe nach dem damaligen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1871 (1. Dez.) 3701
1885 (1. Dez.) 5141
1895 (1. Dez.) 6011
1905 (1. Dez.) 7291
1925 (16. Juni) 8471
1933 (16. Juni) 8541
Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) 906
1946 (29. Okt.) 1.243
1950 (13. Sep.) 1.314
1961 (6. Juni) 1.251
1968 (31. Dez.) 1.634

Leopoldshöhe nach dem heutigen Gebietsstand

Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) 5.561
1950 (13. Sep.) 7.930
1961 (6. Juni) 8.703
1968 (31. Dez.) 10.043
1970 (27. Mai) 10.325
1974 (30. Juni) 11.130
1975 (31. Dez.) 11.596
1980 (31. Dez.) 12.665
Jahr Einwohner
1985 (31. Dez.) 12.619
1987 (25. Mai) 12.699
1990 (31. Dez.) 13.744
1995 (31. Dez.) 15.309
2000 (31. Dez.) 16.336
2005 (31. Dez.) 16.198
2007 (31. Dez.) 16.148
2012 (31. Dez.) 15.930

1 Teile der Gemeinden Hovedissen und Greste, aus denen 1921 die Gemeinde Leopoldshöhe gebildet wurde

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Im Jahr 2009 verabredeten die Fraktionen von CDU, den Grünen und der FDP eine Zusammenarbeit vor allem bei haushaltsrelevanten Entscheidungen.[22]

Der Gemeinderat hat derzeit 34 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[23][24] 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
SPD 14 41,46 15 42,48 15 42,69 16 45,20 17 48,85 16 46,04 16 48,20 17 49,85
CDU 13 35,99 14 41,07 16 47,92 13 39,14 11 32,86 13 37,59 14 42,25 13 39,56
Grüne 4 11,79 3 8,28 2 6,71 4 11,27 3 9,81 3 10,91
FDP 2 6,77 1 4,22 1 2,69 0 4,39 2 8,48 1 5,46 3 9,56 3 10,59
ABS1 1 3,99
FWG2 1 3,95
Gesamt3 34 100 34 100 34 100 33 100 33 100 33 100 33 100 33 100
Wahlbeteiligung 59,82 65,27 65,23 85,97 71,48 76,32 76,96 89,49

1Arbeit Bildung Soziales
2Freie Wählergemeinschaft Leopoldshöhe
3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Rathaus

Bei der Bürgermeisterwahl 2004 kam der nun amtierende Bürgermeister Gerhard Schemmel (SPD) auf 56,44 Prozent der Stimmen. Seine Gegenkandidaten waren Klaus Werner Baltschun (CDU, 38,07 Prozent) und Jürgen Hachmeister (Grüne, 5,49 Prozent).[25] 2009 wurde Schemmel mit 53,46 Prozent wiedergewählt.

Jahr Bürgermeister
1969/70 – 1975 August Landermann (SPD)[26]
1975–1984 Dr. Hans Seiffert (SPD)
1984–1994 Rudi Strunk (SPD)[27]
1994–1995 Gerhard Schemmel (SPD)
1995–1999 Manfred Brügge (hauptamtlicher BM)
seit 1999 Gerhard Schemmel (SPD)

Landtagswahlen[Bearbeiten]

Leopoldshöhe gehört gemeinsam mit den Städten Bad Salzuflen, Lage und Oerlinghausen zum Landtagswahlkreis 97 (Lippe I).

Bundestagswahlen[Bearbeiten]

Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2005, Bundestagswahl 2009 und der Bundestagswahl 2013 in Leopoldshöhe im Vergleich zum Landesdurchschnitt zeigt die folgende Tabelle

Zweitstimmenanteile der Parteien
2005 2009[7] 2013
Partei Leopoldshöhe Landesschnitt Leopoldshöhe Landesschnitt Leopoldshöhe[28] Landesschnitt[29]
SPD 42,5 Prozent 40,0 Prozent 34,3 Prozent 28,5 Prozent 34,0 Prozent 31,9 Prozent
CDU 34,9 Prozent 34,4 Prozent 34,3 Prozent 33,1 Prozent 41,0 Prozent 39,8 Prozent
FDP 8,0 Prozent 10,0 Prozent 12,2 Prozent 14,9 Prozent 3,7 Prozent 5,2 Prozent
GRÜNE 7,1 Prozent 7,6 Prozent 8,3 Prozent 10,1 Prozent 7,4 Prozent 8,0 Prozent
Sonstige 7,4 Prozent 8,0 Prozent 10,9 Prozent 13,4 Prozent 13,9 Prozent 15,1 Prozent

Das Direktmandat des Bundestagswahlkreises Lippe I (135), zu dem Leopoldshöhe gehört, hatte 2004 Dirk Becker (SPD) mit 48,0 Prozent der Erststimmen gewonnen. 2009 wurde er mit 40,2 % und 2013 mit 41,1 % der Stimmen wiedergewählt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen von Leopoldshöhe
Blasonierung
„Von Rot und Grün durch einen silbernen (weißen) Wellenbalken schräggeteilt; oben ein goldenes (gelbes) Zahnrad, unten eine silberne (weiße) Rübe.“

Das Wappen der Gemeinde Leopoldshöhe wurde mit Urkunde des Regierungspräsidenten Detmold vom 3. März 1971 verliehen. Es ist ein so genanntes redendes Wappen. Der Wellenbalken stellt die fließende Windwehe, ein Bach durch Leopoldshöhe, dar. Das Zahnrad mit acht Zinken im rechten Teil ist ein Symbol für die acht Teile aus denen die Gemeinde besteht. Die Runkelrübe steht für die Landwirtschaft, insbesondere für die bedeutende Rübensamenzucht auf dem W. v. Borries, Eckendorf.

Beschreibung der Flagge
„Von Rot-Gelb-Rot im Verhältnis 1:2:1 längsgestreift mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Gemeindewappen.“
Beschreibung des Banners
„Von Rot-Gelb-Rot im Verhältnis 1:2:1 längsgestreift mit dem Gemeindewappen oberhalb der Mitte.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bereits seit 1985 pflegt die Felix-Fechenbach-Gesamtschule Leopoldshöhe eine Schulpartnerschaft mit dem College Jean Moulin in St. Gaultier in Frankreich. Daran beteiligten sich auch die übrigen Gemeinden des Kantons. 1990 wurde diese Partnerschaft durch die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde auch auf die politische Ebene erweitert. Alljährlich finden Besuche von Gruppen und Vereinen statt. Der Markt der Brenne in St. Gaultier und der Herbst- und Frühjahrsmarkt in Leopoldshöhe sind fester Bestandteil im Jahresprogramm. Anfang Dezember 1998 gab es erstmals einen Weihnachtsmarkt in St. Gaultier, der von Vereinen und Verbänden aus Leopoldshöhe veranstaltet wurde. Auch der Schüleraustausch wird weiterhin gepflegt; so können Schülerinnen und Schüler nicht nur Unterricht sondern auch Praktika in der Partnerschaft wahrnehmen.[30]

Seit September 1990 unterhält Leopoldshöhe auch eine innerdeutsche Städtepartnerschaft zu Schweina am westlichen Rand des Thüringer Waldes. Da die Entfernung zwischen den beiden Städten lediglich 250 km beträgt, haben sich schon viele persönliche Kontakte gebildet und die offiziellen Besuche reduzieren sich auf wenige Veranstaltungen. Höhepunkt im Jahreskalender ist der Besuch des Höhlenfestes im Juni, an dessen Festumzug auch regelmäßig Gruppen aus Leopoldshöhe teilnehmen.[31]

Im Januar 1999 konnte eine Gemeindepartnerschaft mit Mysłakowice in Polen ins Leben gerufen werden. Seit Beginn der Partnerschaft finden mehrmals jährlich Begegnungen statt. Auch hier haben sich Schüleraustausche der Felix-Fechenbach-Gesamtschule und einer Schule in Mysłakowice etabliert. Weiterhin werden Begegnungen von Jugendgruppen gefördert, um noch bestehende Barrieren und Vorurteile abzubauen.[32]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Die Gemeinde Leopoldshöhe verfügt über kein eigenes Theater, ab Herbst 2009 steht jedoch mit dem neuen Mensa- und Mehrzweckgebäude ein Veranstaltungsort zur Verfügung. Ansonsten müssen die Einrichtungen der umliegenden Städte und Gemeinden genutzt werden. Das nächste Theater ist das Kur- und Stadttheater in Bad Salzuflen, das von wechselnden Ensembles und vom Landestheater Detmold bespielt wird. Weitere erreichbare Einrichtungen sind das Landestheater Detmold und das städtische Theater Bielefeld.

Museen[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum Heimathof zeigt Gegenstände aus dem bäuerlichen und handwerklichen Bereich. Neben einem Backhaus gibt es auch eine Schuster-, Schneider- und Tischlerwerkstatt. Der heutige Heimathof liegt in der Hagensiedlung Krentruper Hagen und wurde als Hofstätte erstmals Anfang des 15. Jahrhunderts in der Zeit der Everst'einschen Fehde erwähnt.[33]

Musik[Bearbeiten]

In Leopoldshöhe ist eine Reihe von Chören aktiv, dazu gehören die beiden evangelischen Kirchenchöre von Asemissen-Bechterdissen und Leopoldshöhe, ein Projektchor und ein Kinderchor der evangelischen Kirche Leopoldshöhe, die gemischten Chöre von Asemissen („Hoffnung“) und Bexterhagen sowie der Männergesangverein Leopoldshöhe.

Zum Heimatverein Leopoldshöhe gehört ein Akkordeon-Orchester. Außerdem spielt der Posaunenchor Wülfer-Heipke.

Getanzt wird im Original Leopoldshöher Volkstanzkreis sowie in der Volkstanz- und Trachtengruppe Leopoldshöhe.

Bauwerke[Bearbeiten]

Gut Eckendorf

Die Evangelisch-reformierte Kirche Leopoldshöhe wurde 1850 bis 1851 nach Plänen von Ferdinand Ludwig August Merckel errichtet. Sie diente als Vorbild für eine ganze Reihe weiterer Pfarrkirchen in Lippe (Bega, Almena, Augustdorf und Schlangen).

Gut Eckendorf im Ortsteil Schuckenbaum. Das Herrenhaus präsentiert sich als dreiflügelige, auf einer Gräfteninsel gelegene Anlage mit Brücke zur Straße. Der Nordflügel, sowie der von einem Dachreiter bekrönte Pavillonturm an der Südostecke wurden ab 1630 von Arnold Schierheim gebaut. Der Ostflügel wurde 1776 in Formen des Klassizismus errichtet. Das Gut befindet sich in einem Landschaftspark. Die zugehörigen Wirtschaftsgebäude jenseits der Straße entstanden erst im ausgehenden 19. Jahrhundert nach einem Brand.

Gut Hovedissen. Das Herrenhaus, ein zweigeschossiger Bau mit Putzfassade, dessen Rückfront größtenteils aus Sichtfachwerk besteht, stammt wohl aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. An der Hofseite finden sich ungleiche Flügelbauten. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Anlage erneuert. Die in Fachwerk erstellten Nebengebäude wurden wohl im 18. Jahrhundert erbaut.

Im Ortsteil Greste liegt der Meierhof Dalhausen. Das Haupthaus ist ein Vierständerbau aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das verbretterte Giebeldreieck kragt über Knaggen vor. An den Traufseiten finden sich Kopfbänder.

In Niederbarkhausen befindet sich das Gut Barkhausen. Unweit des Herrenhauses liegt die so genannte „Bauernburg“. Es ist ein ursprünglich zweigeschossiger, wohl noch aus dem Mittelalter stammender Steinspeicher. Er wurde um 1870 erneuert und um ein Stockwerk erhöht. Letzteres kragt auf einem neuromanischen Rundbogenfries aus Werkstein leicht vor. Im Zweiten Weltkrieg kam es zum Einbau eines Luftschutzraumes im Erdgeschoss. 1960 wurde das Dachwerk mit dem Uhrtürmchen vereinfachend erneuert.

Parks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Seit 2008 gehört das gesamte Gemeindegebiet zum Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge.

Der Gutspark Eckendorf ist ein historischer Gutspark mit 3,4 Hektar Größe und ist im Privatbesitz. Der Park wurde wahrscheinlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt. Im Park befindet sich eine circa 750 Jahre alte Stieleiche mit einem Stammumfang von 13 Meter. Im Park sind 47 Holzarten aus subtropischen und gemäßigten Zonen vertreten. „Der Gutspark ist in seiner Struktur bis heute erhalten und stellt sich als einer der eindrucksvollsten und am besten gepflegtesten Parks in der Region dar.“ [34]

Auch der historische Gutspark Niederbarkhausen mit circa 2,5 Hektar ist in Privateigentum. Auf einer Preußischen Landesaufnahme von 1895 wird das Herrenhaus eingebettet in einen kleinen Landschaftspark gezeigt. Prägend ist ein alter Baumbestand in den Rasenflächen. Der Park ist in seiner Grundstruktur weitgehend erhalten und ein einem guten Pflegezustand.[2]

Das Naturschutzgebiet Windwehetal hat eine Größe von 56,5 Hektar und liegt im Westen und Süden des Gemeindegebiets. Das Naturschutzgebiet umfasst morphologisch besonders ausgeprägte Abschnitte des Talsystems der Windwehe mit naturnahen, teilweise stark mäandrierenden Bachläufen und landschaftstypischen Seitensieken. Am Bachlauf liegen Galeriewälder aus Bach-Erlen, Eschen, Erlen, Stieleichen und Hainbuchen. Das Naturschutzgebiet setzt sich dort, wo die Windwehe die Grenze zu Bielefeld markiert, auf der anderen Uferseite sowie im Unterlauf der Windwehe auf Bielefelder Stadtgebiet als Naturschutzgebiet „Windweheniederung“ fort.[35]

Das Naturschutzgebiet Heipker See liegt im nordöstlichen Bereich der Gemeinde an der Werre und umfasst 25 Hektar. Das Gebiet besteht im Wesentlichen aus einem ehemaligen Baggersee mit zwei Inseln, Grünland- und Waldflächen sowie einem Abschnitt des Werretals. Das Gebiet umfasst unter anderem Feuchtwiesen, Auenwaldbestände sowie Waldflächen mit Erlen, Eichen und Buchen. Im Bereich des Naturschutzgebietes münden der Heipker Bach und der Bentgraben in die Werre.[36]

Das Naturschutzgebiet Grüte liegt im Norden von Oerlinghausen und reicht bis knapp an das Gut Niederbarkhausen in den Süden des Leopoldshöher Gebiets heran, insgesamt ist es 28,5 Hektar groß. Das Naturschutzgebiet ist nach dem „Grütebach“ benannt, der ein morphologisch besonders ausgeprägtes Kerbtal mit angrenzenden Buchenwaldbeständen auf dem Kalkhöhenzug des Bielefelder Osnings durchfließt. Das Naturschutzgebiet grenzt unmittelbar an den oben beschriebenen „Gutspark Niederbarkhausen“, der Grütebach liefert das Wasser für einen Teich in dem Park.[37] Der „Grütebach“ erhält im weiteren Verlauf den Namen Holzkampbach und fließt später in die Windwehe.

Sport[Bearbeiten]

Im Gemeindesportverband von Leopoldshöhe sind 17 Vereine mit insgesamt 4.492 Mitgliedern (davon 1.766 weiblich und 2.726 männlich) organisiert. Der TUS Leopoldshöhe von 1898 führt die Abteilungen Fußball, Handball, Volleyball, Karate, Turnen und Breitensport. Die erste Mannschaft der Turner ist zurzeit in der Zweite Bundesliga. Die zweite Mannschaft turnt in der Regionalliga. Weitere allgemeine Sportvereine sind der TUS Asemissen von 1926 mit den Abteilungen Fußball, Korbball, Volleyball und Breitensport, der TUS Bexterhagen von 1912 mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Leichtathletik sowie Turnen, Jazztanz, Walken und weitere sowie der BSV OWL e. V. von 1994 als Breitensportverein, der vornehmlich jedoch Shaolin Kempo Karate anbietet.

Weitere Sportvereine in Leopoldshöhe sind der Tischtennisclub TTC Schuckenbaum, der Basketball Club Leopoldshöhe, der Schachclub Leopoldshöhe, der Tennisclub Leopoldshöhe, der Sportkegelverein Greste und der Reit- und Fahrverein „Lützow“ Schuckenbaum.

Den Schulen und Vereinen stehen fünf Sportplätze, je eine Drei- und Zweifachsporthalle sowie drei einfache Turnhallen zur Verfügung.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Frühjahrsmarkt auf dem Marktplatz in Leopoldshöhe
  • Schützenfest in Nienhagen (2-jährlich), Pfingsten
  • Martinsmarkt in Asemissen, zweites Novemberwochenende
Teller mit lippischem Pickert

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Unter Lippischem Pickert versteht man kleine Kuchen aus Hefe, Mehl und Kartoffeln, die mit Korinthen und Rosinen in der Bratpfanne gebacken werden. Der Pickert wird warm gegessen und mit gesalzener Butter, Rübenkraut, Marmelade oder Leberwurst bestrichen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus räumlich getrennten Ortsteilen. Vor allem der namensgebende Ortsteil Leopoldshöhe und Asemissen haben eine ausgeprägte Infrastruktur (Supermärkte, Tankstelle, Apotheken, Bäcker, Drogerie, spezialisierte Geschäfte, etc.), aber nur Leopoldshöhe besitzt einen regelrechten Dorfkern.

Die Gemeinde ist bei jungen Familien sehr beliebt, da die Großstädte Bielefeld (Bus 35 Minuten, Auto 25 Minuten, Bahn 10 Minuten) und Paderborn (Bahn 50 Minuten und Auto 45 Minuten) zügig zu erreichen sind.

In den Jahren 2007 bis 2009 wurden im Ortskern des Ortsteils Leopoldshöhe der Marktplatz und die Straßen komplett saniert und neu gestaltet.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Über die Bundesstraße 66, die am südlichen Gemeinderand verläuft, ist Leopoldshöhe mit Bielefeld und der Kreisstadt Detmold verbunden. Die Bundesautobahn 2 verläuft in wenigen hundert Metern Entfernung am Gemeindegebiet vorbei, so dass sie über die B 66 und die Anschlussstelle Bielefeld-Ost (Nummer 27) sowie über die Kreisstraße 5 und die Anschlussstelle Ostwestfalen-Lippe (Nummer 28) sehr schnell zu erreichen ist. Die Nord-Süd-Achse der Gemeinde ist die Landstraße 751, die von dem Autobahnzubringer (zur Anschlussstelle Herford / Bad Salzuflen Nummer 29) in Bad Salzuflen-Schötmar über die neue Ortsumgehung von Leopoldshöhe, durch Asemissen und auf direkten Weg über Oerlinghausen zur A 33 bei Stukenbrock führt.

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Oerlinghausen in Leopoldshöhe

Im Ortsteil Asemissen befindet sich an der Begatalbahn der Bahnhof Oerlinghausen. Zu dieser kuriosen Namensgebung kam es, da die Trassenführung der Begatalbahn und die geografische Lage Oerlinghausens einen Bahnhof auf Oerlinghauser Gebiet nicht zuließen. Zum Zeitpunkt der Streckeneröffnung im Oktober 1903 war die damalige Gemeinde Oerlinghausen (Stadtrecht 1926) der wichtigere Ort. 1910 hatte die Gemeinde Asemissen mit dem Rittergut Niederbarkhausen 734 Einwohner, die Gemeinde Oerlinghausen 2774.[38] Bei der Namensgebung des Bahnhofs ist es seither geblieben. Ein weiterer Haltepunkt der Strecke, Helpup, befindet sich ebenfalls sehr Nahe an der Gemeinde- bzw. Stadtgrenze von Leopoldshöhe (Greste) zu Oerlinghausen. Dieser Haltepunkt auf dem Gebiet von Oerlinghausen hat Bedeutung für die Anbindung des Ortsteils Greste.

Die Bahnstrecke wird jeweils im Stundentakt vom RE 82 „Der Leineweber“ (Altenbeken–) Detmold–LageBielefeld (sonntags nur alle zwei Stunden) sowie von der RB 73 „Der Lipperländer“ Lemgo–Lage–Bielefeld bedient. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Eurobahn mit Diesel-Triebwagen vom Typ Bombardier Talent.

Eine Ortsbuslinie („Pendel-Leo“) verbindet den Bahnhof Oerlinghausen mit den Ortsteilen Bechterdissen, Greste, Leopoldshöhe, Schuckenbaum, Nienhagen und Bexterhagen. Mehrere Regionalbuslinien fahren nach Bielefeld, Bad Salzuflen, Oerlinghausen und Lage. Nach Bielefeld besteht eine Nachtbusverbindung.

Das Gebiet der Gemeinde Leopoldshöhe liegt im Bereich des Tarifverbundes „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH).

Fahrrad[Bearbeiten]

Leopoldshöhe liegt an den Radfernwegen BahnRadRoute Weser-Lippe und BahnRadRoute Hellweg-Weser.

Flughafen[Bearbeiten]

Die Entfernung zum Flughafen Paderborn/Lippstadt beträgt 44 Kilometer, die zum Flughafen Münster/Osnabrück 70 Kilometer.

Medien[Bearbeiten]

Die Lippische Landes-Zeitung, die Neue Westfälische und das Westfalenblatt enthalten Lokalnachrichten über die Gemeinde. Als Anzeigenblatt erscheint das „Leopoldshöher Blatt“. Das WDR-Studio Bielefeld sendet Radio und Fernsehnachrichten aus der Region. Darüber hinaus sendet aus Detmold Radio Lippe.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bereits seit 1928 besteht die Freiwillige Feuerwehr Leopoldshöhe. Es sind acht Frauen und 55 Männer in der Einsatzabteilung, sechs Mädchen und 28 Jungen in der Jugendfeuerwehr und 26 Mitglieder in der Ehrenabteilung organisiert (Stand: 31. Dezember 2003). Das heutige Feuerwehrhaus konnte 1985 auf einem Grundstück des Landschaftsverbandes gebaut werden. Der Feuerwehr stehen zwei Einsatzleitwagen, ein Mannschaftstransportfahrzeug, drei Löschfahrzeuge, zwei Geräte- und ein Rüstwagen sowie eine Drehleiter für ihre Einsätze zur Verfügung.

Bedingt durch die Entstehung der Großgemeinde Leopoldshöhe gibt es zwei Büchereistandorte. In Leopoldshöhe gibt es das BIB-Leo (Bücher, Information, Bildung), in dem zusätzliche Angebote der VHS-Lippe angeboten werden. Der zweite Standort liegt im Kernbereich des Ortsteils Asemissen. Früher war die Bücherei in einem Kellerraum des Rathauses untergebracht bevor 1999 der Bau des BiB begann. Die Bücherei in Asemissen ist eine in Teilzeit besetzte Außenstelle. Ursprünglich gab es noch Büchereien in Bexterhagen, Greste, Krentrup und Schuckenbaum. Trägerin der beiden Büchereien ist die Gemeinde Leopoldshöhe.

Die zwei Kinder-, Jugend- und Kulturzentren Leos im Schul- und Sportzentrum in Leopoldshöhe und das GreAse im südlichen Ortsteil Greste bieten ein umfangreiches außerschulisches Programm der Kinder- und Jugendbildung und ein großes freizeitpädagogisches Angebot der offenen Kinder- und Jugendarbeit an. Zusätzlich wurde im Januar 2009 im Leos das neue FamilienServiceBüro eingerichtet, das Anlauf- und Informationspunkt für Eltern, Kindern und Jugendlichen ist.

Bildung[Bearbeiten]

Felix-Fechenbach-Gesamtschule

Für die frühkindliche Bildung stehen in Leopoldshöhe acht Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Die Hälfte davon ist in Trägerschaft der Gemeinde, die übrigen werden von der AWO, dem DRK und der ev.-ref. Kirchengemeinde Asemissen/Bechterdissen getragen.

Die Gemeinde ist Trägerin der Grundschule Nord, der Grundschule Asemissen und der Felix-Fechenbach-Gesamtschule. Für weitere Schulformen müssen die Angebote der umliegenden Städte Bad Salzuflen, Lage, Oerlinghausen und Bielefeld in Anspruch genommen werden. Im Rahmen eines Schulverbandes teilt sich die Gemeinde Leopoldshöhe mit der Stadt Oerlinghausen die Kosten der dortigen Fröbelschule, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ in der Primarstufe und Sekundarstufe I. Im Jahr 2007 wurden an den allgemeinbildenden Schulen der Gemeinde mit 114 Lehrkräften insgesamt 1.751 Schüler unterrichtet, davon 43 Prozent an den Grundschulen und 57 Prozent an der Gesamtschule[39].

Leopoldshöhe ist Mitglied im Volkshochschulverband Lippe-West (mit Augustdorf, Lage, Oerlinghausen), der im Ort eine Geschäftsstelle unterhält.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Der Ort ist durch kleinere und mittlere Unternehmen und Handwerksbetriebe geprägt. Schwerpunkte sind das kunststoffverarbeitende Gewerbe und der Maschinenbau. Die wichtigsten Arbeitgeber in Leopoldshöhe sind:

  • Häfner & Krullmann GmbH, Kunststoffverarbeitung. Über 200 Mitarbeiter stellen an über 60 Spritzgießmaschinen Spulen, Umweltschutzprodukte und Technische Kunststoffartikel her.[40]
  • eltromat GmbH, Maschinen- und Anlagenbau, Druckmaschinen. Mehr als 240 Mitarbeiter entwickeln und fertigen Steuerungs- und Antriebssysteme für Druckmaschinen in Leopoldshöhe und einer Niederlassung in Zwenkau bei Leipzig.
  • W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG, Saatgut. Das Züchterhaus ist Gesellschafter der Saaten-Union GmbH und züchtet seit 1849 Saatgut für Nutzpflanzen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Leopoldshöhe wirkten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatverein Leopoldshöhe e. V. im Lippischer Heimatbund: 150 Jahre Leopoldshöhe. Aus der Geschichte einer lippischen Kirchengemeinde, September 2001, ISBN 3-926311-83-5
  • Landesverband Lippe: Zick-Zack-Fahrt durch Lippe (1954–1958). Bd 7. Städte Lage, Oerlinghausen und Gemeinde Leopoldshöhe, Dezember 2005, ISBN 978-3-936225-09-9
  • Topp + Müller: Leopoldshöhe. Aus Geschichte und Gegenwart einer lippischen Großgemeinde, Juni 2003, ISBN 978-3-936867-00-8
  • Friedo Petig und Ulrich Tasche und Lippe Marketing: Kampf um Lippe, Juni 2005, ISBN 978-3-00-021065-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. a b Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gutspark Niederbarkhausen in LWL-GeodatenKultur
  3. Geologischer Dienst NRW, Gemeindebeschreibung Leopoldshöhe
  4. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB)
  5. http://www.heimatverein-leopoldshoehe.de/docs/leopoldshoehe.php
  6. Gemeinde Leopoldshöhe, Leopoldshöher Immobilien- und Liegenschaftsverwaltung (LIL)
  7. a b c Landesdatenbank NRW, Profil der Gemeinde Leopoldshöhe (PDF; 219 kB)
  8. a b c d Meier, Burkhard: Leopoldshöhe: Aus der Geschichte und Gegenwart einer lippischen Großgemeinde, Detmold, 2003
  9. a b c d e f Friedrich Brand: Ländliche Siedlungen in Lippe. Gefüge und Struktur, Genese und Form, in: Stadt und Dorf im Kreis Lippe in Landesforschung, Landespflege und Landesplanung: Vorträge auf der Jahrestagung der Geographischen Kommission in Lemgo 1980, 1981 (PDF; 1,4 MB)
  10. a b Roland Linde, Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Der Amtsmeierhof Asemissen und das Amt Barkhausen. Eine Hof- und Familiengeschichte aus dem lippisch-ravensbergischen Grenzgebiet, Books on Demand, 2002, ISBN 3-8311-3666-1, ISBN 978-3-8311-3666-7, S. 53
  11. Roland Linde, Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Der Amtsmeierhof Asemissen und das Amt Barkhausen. Eine Hof- und Familiengeschichte aus dem lippisch-ravensbergischen Grenzgebiet, Books on Demand, 2002, ISBN 3-8311-3666-1, ISBN 978-3-8311-3666-7, S. 83
  12. Roland Linde, Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Der Amtsmeierhof Asemissen und das Amt Barkhausen. Eine Hof- und Familiengeschichte aus dem lippisch-ravensbergischen Grenzgebiet, Books on Demand, 2002, ISBN 3-8311-3666-1, ISBN 978-3-8311-3666-7, S. 30
  13. a b Roland Linde, Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Der Amtsmeierhof Asemissen und das Amt Barkhausen. Eine Hof- und Familiengeschichte aus dem lippisch-ravensbergischen Grenzgebiet, Books on Demand, 2002, ISBN 3-8311-3666-1, ISBN 978-3-8311-3666-7, S. 56
  14. Heimatverein Leopoldshöhe, Ortsinfo
  15.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 257.
  16. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  17. verwaltungsgeschichte.de, Lemgo
  18.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 68.
  19. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1964, S. 396–397.
  20. Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970: Ergebnisse der Volkszählung am 27. Mai 1970. Düsseldorf 1972, S. 42.
  21. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110.
  22. Abstimmung im Vorfeld, CDU, Grüne und FDP richten Kooperationsausschuss ein, um Zusammenarbeit zu erleichtern, Artikel in der Lippischen Landes-Zeitung vom 1. Dezember 2009 [1]
  23. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05766048
  24. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  25. http://www.kommunal-web.de/kw2004/LEOPOLDSHOEHEBUEW.htm
  26. http://www.llb-detmold.de Lippische Landesbibliothek, Regionaldokumentation
  27. http://www.heimatverein-leopoldshoehe.de/docs/varchiv07.php
  28. Wahlbuch 2013 Gemeinde Leopoldshöhe
  29. Bundeswahlleiter: Ergebnisse für NRW
  30. Gemeinde Leopoldshöhe, Städtepartnerschaft St. Gaultier
  31. Gemeinde Leopoldshöhe, Städtepartnerschaft Schweina
  32. Gemeinde Leopoldshöhe, Städtepartnerschaft Myslakowice
  33. Gemeinde Leopoldshöhe, Information über den Heimathof
  34. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gutspark Eckendorf in LWL-GeodatenKultur
  35. Bezirksregierung Detmold zum Naturschutzgebiet Windwehetal
  36. Bezirksregierung Detmold zum Naturschutzgebiet Heipker See
  37. Bezirksregierung Detmold zum Naturschutzgebiet Grüte
  38. Gemeindeverzeichnis Lippe 1910
  39. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Leopoldshöhe
  40. Häfner & Krullmann GmbH, Info-Blatt (PDF; 717 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leopoldshöhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien