Leos Carax

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Leos Carax (* 22. November 1960 in Suresnes, Frankreich, eigentlich Alexandre Oscar Dupont) ist ein französischer Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten]

Leos Carax wurde als Alexandre Oscar Dupont geboren. Sein Künstlername ist ein Anagramm aus seinen Vornamen Alex und Oscar (Alex und Oscar sind auch die Figuren, die der Schauspieler Denis Lavant in Carax’ Filmen spielt). Carax begeisterte sich in seiner Jugend für die Astronomie und Meereskunde, ehe sein Interesse für den Film aufkam. Vor seiner Karriere als Regisseur war er als Filmkritiker für die Zeitschrift Cahiers du cinéma tätig.[1]

Carax wurde erstmals bekannt, als er 1984 überraschend für seinen ersten Langfilm Boy Meets Girl in Cannes den Prix de la jeunesse gewann. Mit seinem darauffolgenden Film Die Nacht ist jung konnte er unter anderem auf der Berlinale Erfolge erzielen. Für seinen Film Die Liebenden von Pont-Neuf hatte Carax fast vier Jahre gebraucht, denn unvorhersehbare Ereignisse verlängerten die Produktionszeit – und trieben auch die Produktionskosten in die Höhe. Der Film galt damals als teuerster Film Frankreichs. 1999 meldete sich Carax mit seinem kontroversen Film Pola X zurück, der aber sowohl bei Kritikern wie auch Zuschauern durchfiel.

Nach Pola X versuchte Carax fünf Jahre lang erfolglos, sein englischsprachiges Regiedebüt Scars finanziert zu bekommen, für das Produktionskosten in Höhe von 13 Mio. Euro veranschlagt worden waren. Der Film, für den Schauspielerinnen wie Uma Thurman oder Milla Jovovich genannt wurden, war als komödiantisches Roadmovie in den Vereinigten Staaten mit Musical-Elementen und „visuellen Fantasien“ angelegt.[2] Das Projekt konnte jedoch nie realisiert werden. Carax widmete sich in dieser Zeit Kurzfilmen, darunter Merde, der als Teil des Episodenfilms Tokio! (2008) gemeinsam mit Werken von Michel Gondry und Bong Joon-ho veröffentlicht wurde.

Aus Frustration über das gescheiterte Filmprojekt, realisierte Carax 2012 den Spielfilm Holy Motors. Darin spielt Carax’ Stamm-Darsteller Denis Lavant einen geheimnisvollen Mann, der seine Identitäten wechselt – vom Arbeitgeber, Mörder und Bettler bis hin zum Vater.[3] Der Film − in weiteren Rollen mit Eva Mendes, Kylie Minogue und Michel Piccoli besetzt − erhielt 2012 eine Einladung zum Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes, er blieb aber unprämiert. Im selben Jahr wurde ihm der Ehrenleopard für das Lebenswerk des Internationalen Filmfestivals von Locarno zugesprochen.[4]

Leos Carax wird in der Filmbranche als schwierig und schweigsam beschrieben. Er hat kaum Interviews gegeben und über sein Privatleben ist wenig bekannt.[1]

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1984: Prix de la jeunesse bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Boy Meets Girl
  • 1986: Louis-Delluc-Preis für Die Nacht ist jung
  • 1987: Alfred-Bauer-Preis und C.I.C.A.E-Preis (lobende Erwähnung) für Die Nacht ist jung
  • 2008: Titra-Preis, Jurypreis und Jugendjury-Preis des Neuchâtel International Fantasy Film Festival für Tokio (gemeinsam mit Michel Gondry und Bong Joon-ho)
  • 2012: Ehrenleopard (Preis für das Lebenswerk) des Internationalen Filmfestivals von Locarno

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Léos Carax. In: Internationales Biographisches Archiv 24/2000 vom 5. Juni 2000 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Tartaglione, Nancy: Assayas producer drums up starry slate. In: Screen International, 13. Mai 2004 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  3. Beschreibung bei critic.de (abgerufen am 22. April 2012).
  4. Der Pardo d’onore Swisscom geht an Leos Carax bei pardolive.ch, 21. Juni 2012 (abgerufen am 3. Juli 2012).