Leotiomycetes

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Leotiomycetes
Uncinula tulasnei, ein Vertreter der Erysiphaceae

Uncinula tulasnei, ein Vertreter der Erysiphaceae

Systematik
ohne Rang: Nucletmycea
Reich: Pilze (Fungi)
Unterreich: Dikarya
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Unterabteilung: Echte Schlauchpilze (Pezizomycotina)
Klasse: Leotiomycetes
Wissenschaftlicher Name
Leotiomycetes
O.E. Erikss. & Winka

Die Leotiomycetes sind eine Klasse der Schlauchpilze. Sie enthält keine Flechtenbildner.

Merkmale[Bearbeiten]

Morphologisch sind die Leotiomycetes sehr vielgestaltig. Ein großer Teil besitzt kleine Apothecien als Fruchtkörper mit einem freiliegenden Hymenium und inoperculaten, unitunicaten Asci, die sich mit einer apikalen Perforationspore öffnen und so die Sporen entlassen. Die Erysiphales, Myxotrichaceae und Thelebolales besitzen hingegen einfache, kleistothecische Fruchtkörper. Die Form der Fruchtkörper kann eine farbenprächtige, tischtennisball-große Kugel sein (GolfkugelpilzeCyttaria), oder kleine dunkle Punkte auf Koniferen-Nadeln (SpaltlippenLophodermium). Die Konsistenz des Fruchtkörpers reicht von gallertartig (SchmutzbecherlingeBulgaria), über haarig und fleischig bis zerbrechlich (Hyaloscyphaceae). Die Mehltaupilzartige (Erysiphales) und die Thelebolales besitzen sehr kleine, geschlossene Fruchtkörper mit teilweise nur einem Ascus. Der Großteil der Arten bildet achtsporige Asci, manche Vertreter, wie Thelebolus stercoreus bilden bis zu 2.000 Sporen pro Ascus.[1]

Die Sporen sind nicht oder transversal septiert, durchscheinend (hyalin) oder pigmentiert, und in Längsrichtung leicht asymmetrisch.[2]

Bei manchen Gruppen treten Anamorphe auf, diese können hyphomycetisch oder coelomycetisch sein.[2]

Ökologie[Bearbeiten]

Kleinsporiger Grünspanbecherling (Chlorociboria aeruginascens), Helotiaceae.

Die Lebensweise ist genauso vielfältig wie die Morphologie. Vielfach sind die Pilze jedoch in irgendeiner Art an Pflanzen gebunden: es gibt Pflanzenpathogene (SklerotienbecherlingeSclerotinia), Endophyten (Phacidium), Saprobionten, Mykorrhiza-Bildner (Hymenoscyphus), Wurzelfäule-Erreger und auch Nematophage Pilze.

Systematik[Bearbeiten]

Cyttaria darwinii, Cyttariales

Trotz ihrer großen morphologischen und ökologischen Vielfalt sind die Leotiomycetes im hier dargestellten Umfang aufgrund von DNA-Sequenz-Vergleichen gut als monophyletische Gruppe abgesichert. Die früher dazugezählten Geoglossaceae werden jedoch nicht mehr hierher gestellt. Hibbett et al. (2007) gliedern die Klasse wie folgt:[3]

  • Ordnung Goldkugelpilzartige (Cyttariales)
  • Ordnung Mehltaupilzartige (Erysiphales)
  • Ordnung Helotiales: Die Helobiales sind eindeutig nicht monophyletisch. Die anderen Ordnungen liegen in Kladogrammen innerhalb der Helobiales. Eine Neugliederung der Helotiales, wohl eine Aufteilung in mehrere Ordnungen, steht noch aus.[3]
  • Ordnung Runzelschorfartige (Rhytismatales)
  • Ordnung Thelebolales: sind bis jetzt kaum in phylogenetischen Untersuchungen vertreten, Platzierung in die Klasse gilt als vorläufig.[1]

Daneben gehören auch die Myxotrichaceae und die Pseudeurotiaceae in diese Klasse.[1]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Zheng Wang et al: Toward a phylogenetic classification of the Leotiomycetes based on rDNA data. In: Mycologia, Band 98, 2006, S. 1065-1075.
  • Joseph W. Spatafora et al.: A five-gene phylogeny of Pezizomycotina. In: Mycologia, Band 98, 2006, S. 1018-1028.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Wang et al: Toward a phylogenetic classification of the Leotiomycetes based on rDNA data,2006.
  2. a b Sina M. Adl et al.: The New Higher Level Classification of Eukaryotes with Emphasis on the Taxonomy of Protists. In: The Journal of Eukaryotic Microbiology 52 (5), 2005; Seiten 399-451 (Abstract und Volltext)
  3. a b D. S. Hibbett et al.: A higher-level phylogenetic classification of the Fungi. In: Mycological research, Mai 2007; 111(5): 509-547. Epub 2007 13. März 2007. doi:10.1016/j.mycres.2007.03.004, (PDF; 1,3 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leotiomycetes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien