Lerchensporne

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Lerchensporne
Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Gattung: Lerchensporne
Wissenschaftlicher Name
Corydalis
DC.

Die Lerchensporne (Corydalis) bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumarioideae) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die etwa 300 Arten gedeihen in den Gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel (Amerika, Eurasien, Nordafrika) und einige Arten kommen in Südafrika vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration des Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) aus Flora Batava, Volume 17
Habitus, Laubblätter und Blütenstände des Gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida)
Frucht und Samen des Farnblättrigen Lerchensporn (Corydalis cheilanthifolia)

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Corydalis-Arten sind einjährige bis mehrjährige krautige Pflanzen. Es werden Pfahlwurzeln, Knollen oder Rhizome als Überdauerungsorgane gebildet. Die einfachen oder verzweigten Stängel sind aufrecht oder kriechend. Die Laubblätter sind meist zusammengesetzt, aber auch einfach. Wenn die Blätter zusammengesetzt sind, sind sie zwei- bis sechsfach gefiedert oder gelappt.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen in end- oder achselständigen, rispigen oder traubigen Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die zwei kleinen Kelchblätter fallen bei manchen Arten früh ab. Die vier in zwei Kreisen stehenden Kronblätter sind frei oder an ihrer Basis verwachsen; die zwei inneren sind auch noch an ihrer Spitze miteinander verwachsen. Das obere Kronblatt bildet an seiner Basis einen Sporn. Wegen dieses Sporns, der den Lerchensporn-Arten eine gewisse Ähnlichkeit mit der Haubenlerche (Galerida cristata) verschafft, führte zum deutschen Trivialnamen "Lerchensporn" (der Hinterzehennagel (Hinterkralle) der Feldlerche wird ebenfalls als Lerchensporn bezeichnet). Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in einer zweiteiligen Narbe.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Frucht ist im Gegensatz zu Fumaria (einsamige Nuss) eine zweifächerige Schote, die einige bis viele Samen enthält. Die meist schwarz glänzenden Samen besitzen meist ein Elaiosom.

Massenbestand des Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava),
Goldener Lerchensporn (Corydalis aurea)
Farnblättriger Lerchensporn (Corydalis cheilanthifolia)
Mittlerer Lerchensporn (Corydalis intermedia)
Edler Lerchensporn (Corydalis nobilis)
Zwerg-Lerchensporn (Corydalis pumila)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Corydalis wurde 1805 durch Augustin Pyramus de Candolle aufgestellt. Synonyme für Corydalis DC. sind: Cysticorydalis Fedde nom. inval., Roborowskia Batalin,[1] Pistolochia Bernhardi[2].

Es gibt etwa 300 bis 400 Arten Lerchensporn-Arten (Corydalis), hier eine Auswahl:[1]

Früher zur Gattung Corydalis und heute zu anderen Gattungen gehören beispielsweise:

Quellen[Bearbeiten]

  • Kingsley R. Stern: Corydalis - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford 1997, ISBN 0-19-511246-6.
  • Mingli Zhang, Zhiyun Su, Magnus Lidén: Corydalis, S. 295 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 - Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Saiyad Masudal Hasan Jafri: Fumariaceae.: Corydalis bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  • A. B. Mowat, A. O. Chater: Corydalis Vent. In: Thomas Gaskell Tutin u.a.: Flora Europaea. Band 1, 2. Auflage, Seite 303-305. Cambridge University Press 1993. ISBN 0-521-41007-X
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 9 (Paeoniaceae to Capparaceae). Seite 66-77, Helsinki 1991. ISBN 951-9108-08-4
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller: Exkursionsflora von Deutschland. Band 5. Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag. Berlin, Heidelberg 2008. ISBN 978-3-8274-0918-8
  • Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: “MED-Checklist“. Band 4, Seite 270-273, Conservatoire et Jardin botaniques, Genève 1989. ISBN 2-8277-0154-5

Einzelreferenzen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m Corydalis im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q Mingli Zhang, Zhiyun Su, Magnus Lidén: Corydalis, S. 295 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 - Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-81-8.
  3. Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lerchensporne (Corydalis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien