Lernout & Hauspie

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Lernout & Hauspie Speech Product, auch L&H genannt, war eine der führenden Spracherkennungsentwicklungsgesellschaften mit Sitz in Ypern in der belgischen Provinz Westflandern, die im Jahre 2001 bankrott machte. Diese Gegend wurde damals nach dem Vorbild Silicon Valley auch Flanders Language Valley (deutsch: Flanderns Sprachtal) genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

L&H wurde 1987 von Jo Lernout und Pol Hauspie gegründet. Nach einem schwierigen Anfang wuchs die Gesellschaft sehr schnell und wurde 1995 auf dem NASDAQ zu einer Aktiengesellschaft (LHSP), die auch auf dem EASDAQ zitiert worden ist. Die Hauptsitze von L&H waren in Ypern, Belgien und in Burlington, Massachusetts. Auf seinem Höhepunkt hatte L&H eine Marktkapitalisierung von fast 10 Milliarden US-Dollar.

Flandern spielte eine wichtige Rolle bei der Investition in die Gesellschaft. L&H wurde bald zum Stolz von Flandern.

L&H kaufte einige seiner kleineren Konkurrenten auf, einschließlich im Jahre 1996 Berkeley Speech Technologies. Im März/April 2000 erwarb L&H die Gesellschaft Dictaphone für fast 1 Milliarde US-Dollar, kurz danach wurde auch Dragon Systems von L&H aufgekauft.

Für einige Zeit gab es hartnäckige Gerüchte über Finanzunschicklichkeit bei L&H. Anfang des Jahres 1999 berichtete das Wall Street Journal in seiner Kolumne "Heard on the Street" (deutsch: Auf der Straße gehört) über Behauptungen durch den Goldman Sachs-Analytiker Robert Smithson, dass L&H Bilanzfälschung betrieben hätte. Die weiteren Untersuchungen durch den Wall Street Journal-Angestellten Jesse Eisinger führten zur Enthüllung eines Finanzskandals am 8. August 2000, welcher Luftbuchungen an Korea und falsche Buchhaltung anderswohin mit einschließt. Im April 2001 wurden die Gründer von L&H - Jo Lernout und Pol Hauspie - sowie der ehemalige L&H-Vorstand Gastron Bastiaens verhaftet. Die Angelegenheit wird als einer der größten Wirtschaftsskandale in der Geschichte vor Enron betrachtet. L&H ging am 25. Oktober 2001 schließlich bankrott.

Die von L&H entwickelte Technologie wurde von Nuance Communications (früher ScanSoft) nach dem Bankrott erworben. Nuance erwarb die gesamte Spracherkennungs- und Sprachsynthese-Technik von L&H.

Viele Menschen, besonders in Westflandern, wurden durch den schnellen Erfolg der Gesellschaft geblendet und verloren viel Geld durch L&H-Aktien.

Weblinks[Bearbeiten]

http://www.lhs.com, eine alte Website von L&H, Weiterleitung zur Website von Nuance