Les Colocs

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Les Colocs
Die Hauptmitglieder der Colocs 1998  v.l.n.r.: André Vanderbiest, André Fortin und Mike Sawatzky.
Die Hauptmitglieder der Colocs 1998

v.l.n.r.: André Vanderbiest, André Fortin und Mike Sawatzky.

Allgemeine Informationen
Genre(s) Blues, Jazz, Rock, Reggae
Gründung 1990 in Montréal, QC
Auflösung 2000
Website www.colocs.qc.ca
Gründungsmitglieder
Komponist, Texter, Gesang, Rhythmusgitarre, Schlagzeug, Perkussion, Stepptanz
André Fortin (1990–2000) †2000
Schlagzeug, Perkussion, gelegentlich Gesang
Jimmy Bourgoing (1990–1998)
Bass, Kontrabass, gelegentlich Gesang
Serge Robert (1990–1995)
Mundharmonika, gelegentlich Gesang
Patrick Esposito Di Napoli (1990–1994) †1994
weitere Mitglieder
Komponist, Texter, Solo Gitarre, Mundharmonika, Saxophon, gelegentlich Gesang
Mike Sawatzky (1991–2000)
Komponist, Texter, Bass, Kontrabass
André Vanderbiest (1996–2000)

Les Colocs war eine Musikgruppe aus Montréal, Québec, Kanada besonders aktiv in den 1990er Jahren. Die Gruppe ist besonders für die verschiedenen verwendeten Stile und die Selbsttötung ihres Gründers André „Dédé“ Fortin bekannt.

Die Gruppe hatte starken Einfluss auf die Entwicklung der Musikszene Quebecs und stellt einen Meilenstein in der Musikgeschichte Quebecs dar.

Geschichte[Bearbeiten]

1990 gründen André „Dédé“ Fortin und Louis Léger, die bereits seit einigen Jahren in der Gruppe Cha Cha and the Chain Gang zusammen spielten, die Gruppe Les Colocs in der dritten Etage von 2116 Boulevard Saint-Laurent in Montréal. Yves Desrosiers, ein Freund Dédés schlägt Marc Déry als Bassist und Jimmy Bourgoing als Schlagzeuger vor. Louis lernt den Mundharmonikaspieler Patrick Esposito di Napoli kennen und lädt diesen ein zur Gruppe hinzuzustoßen.

Im Oktober 1990 tritt die Gruppe zum ersten Mal in der Öffentlichkeit beim Tallulah Darling im Rahmen des internationalen Rock Festivals auf. Bald drauf verlässt Marc Déry Par die Gruppe um seine eigene Gruppe „Zébulon“ zu gründen. Auf eine Zeitungsannonce in Voir hin wird Serge Robert Bassist und Kontrabassist der Gruppe. Nach einigen Auftritten Ende 1991 verlässt das Gründungsmitglied Louis Léger die Gruppe, seinen Platz nimmt ein Freund Patricks Namens Mike Sawatzky ein. Er ist das einzige Gruppenmitglied welches nicht französisch als Muttersprache spricht. Ab seinem Beitritt folgen mehrere Lieder in englischer Sprache.

1992 nimmt die Gruppe am L'empire des futurs stars, einem professionellen Wettbewerb für Musik aus Quebec, teil. Die Colocs schaffen es bis zum Finale, lehnen aber schließlich die Teilnahme ab, da sie sich selber für ihren Plattenverleger entscheiden wollen. Im selben Jahr unterzeichnen sie einen Vertrag mit dem Plattenverleger BMG. 1993 veröffentlicht die Gruppe ihr erstes Album Les Colocs. Es verkauft sich 150 000 mal. Im Oktober 1993 erhält die Gruppe drei Félix darunter des zur Entdeckung des Jahres.

Der Mundharmonikaspieler Patrick Esposito di Napoli stirbt im November 1994 an den Folgen seiner nicht behandelten Aidserkrankung.

1995 bringen die Colocs ihr zweites Album Atrocetomique raus. Es prämiert am Abend des Unabhängigkeitsreferendums am 30. Oktober. Der Souveränist André Fortin ist von dem Ergebnis schwer mitgenommen (49,4 % für die Unabhängigkeit, 50,6 % dagegen)[1].

Nachdem Serge den Manager der Gruppe, Raymond Paquin, durch den Justizpalast Montréals auf dessen strafrechtliche Vergangenheit hin überprüft legt Dédé ihm nahe die Gruppe zu verlassen obgleich er Serge mit der Überprüfung der Finanzen beauftragt hatte. Serge Robert nimmt nun eine Solokarriere unter dem pseudonyme Mononc' Serge auf. Er wird im folgenden Jahr durch den belgischen Bassisten André Vanderbiest, welcher Reggae Elemente in den Musikstil der Gruppe bringt, ersetzt. 1996 erleidet der Gitarrist Mike Sawatsky einen schweren Autounfall und wird zwei Monate im Koma liegen.

Im Mai 1998 bringt die Gruppe ihr drittes Album Dehors Novembre raus. André Vanderbiest unterstützte André Fortin zuvor dabei, Jimmy Bourgoing zum Verlassen der Gruppe zu zwingen, da dieser mit den musikalischen Neuerungen – wie die Einführung von Klezmer und afrikanischen Reggae Elementen durch die Brüder Diouf – nicht einverstanden war. Das Album wird dem vier Jahre zuvor an AIDS verstorbenen Gruppenmitglied Patrick Esposito di Napoli gewidmet. Wie schon zuvor finden sich auf dem Album depressive und traurige Texte, die im Gegensatz zu der fröhlichen Musik stehen. Manche der Texte lassen stark auf den depressiven und von Schuldgefühlen geplagten Charakter Fortins schließen. Das Album verkauft sich über 100.000 Mal. Im November gewinnen die Colocs mit dem Album den Félix für das Rockalbum des Jahres.

Nach dem Freitod des Frontmanns André „Dédé“ Fortin am 8. Mai 2000 wurde die Gruppe aufgelöst.

Die Mitglieder der Colocs und einige Unterstützer haben dem Wunsch dem Gründer noch eine letzte Ehre zu erweisen durch die Produktion des Albums Suite 2116 im Jahre 2001 kundgetan.

Jean-Philippe Duvals Film Dédé, à travers les brumes, welcher am 13. März 2009 in die Kinos kam, befasst sich nicht nur mit der depressiven Seite André Fortins, sondern stellt auch den kreativen und lebensfreudigen Charakter des Sängers und des gesamten Gruppenumfeldes dar. Der Titel des Films stammt aus dem Lied Paysage vom Album Suite 2116 (geschrieben von Charles Baudelaire).

2009 wurde durch André Vanderbiest eine unbearbeitete Aufnahme André „Dédé“ Fortins gefunden. Das Lied wurde bearbeitet und am 3. August 2009 veröffentlicht. Ein Teil des Profits geht der Stiftung André Dédé Fortin zu, welche sich die Suizidprävention zur Aufgabe gemacht hat.

An der Aufführung der Colocs Poussières d’étoiles avec les Colocs (Sternstaub mit den Colocs) am 3. August 2009 (im Rahmen des Festivals Francofolies de Montréal) nahmen Mike Sawatzky, André Vanderbiest, El Hadji Diouf, Karim Diouf, Benoit Piché, Joel Zifkin, Michel Dufour, Benoit Gagné, Guy Belanger, Justin Allard. la famille Botte, Marc Déry, Martin Léon, Sébastien Plante, Loco Locass (der Sänger, der Dédé im Film Dédé, à travers les brumes verkörpert), Pierre Lapointe und Paul Piché teil. Einige Tage später wurde die Aufführung erneut präsentiert, diesmal auf dem Festival d'été de Beloeil mit Antoine Gratton anstelle von Pierre Lapointe.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1993: Les Colocs
  • 1995: Atrocetomique
  • 1998: Dehors novembre
  • 2000: Les années 1992-1995
  • 2001: Suite 2116
  • 2003: Les Colocs live
  • 2009: Il me parle de bonheur

Musikvideos[Bearbeiten]

Zu den folgenden acht Liedern wurde ein Musikvideo produziert:

  • Julie
  • Passe-moé la puck
  • Rue principale
  • Dédé
  • Bonyeu
  • Pis si au moins
  • Tassez vous d'là
  • Tout seul

Quellen[Bearbeiten]

  1. Le référendum du 30 octobre 1995 : une analyse des résultats, Pierre Drouilly,Université du Québec à Montréal. Consulté le 9 mars 2009.

Weblinks[Bearbeiten]