Les Murray

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Les Murray (2004)

Leslie Allan Murray AO (* 17. Oktober 1938 in Nabiac, New South Wales) ist ein australischer Dichter und Literaturkritiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Murray ging 1957 an die Universität von Sydney, um moderne Sprachen zu studieren. Dort konvertierte er zum katholischen Glauben. Er wurde professioneller Übersetzer ohne abgeschlossenes Studium. Von 1969 an widmete er sich ganz der Literatur, nachdem er einige Zeit gereist war und seinen Abschluss nachgeholt hatte. Für seine Lyrik, die in zehn Sprachen übersetzt wurde, erhielt er etliche bedeutende literarische Auszeichnungen, u. a. 1995 den Petrarca-Preis und 1996 den T. S. Eliot Prize. Mit seinen Werken Learning Human (2000) und Conscious & Verbal (2001) war er in den Jahren 2001 und 2002 für den internationalen Griffin Poetry Prize nominiert. Außerdem wurde er 1989 mit dem Titel Officer of the Order of Australia für seine Verdienste um die australische Literatur geehrt[1]. Les Murray gab auch das Magazin Poetry Australia heraus und arbeitete als literarischer Editor der Zeitschrift Quadrant.

Poetik[Bearbeiten]

In seiner Lyrik entwirft der Dichter, wie Andreas Dorschel formuliert, "Panoramen der Zerstörung. Les Murrays Australien ist ein durch Tourismus und Geschäft seiner Geheimnisse beraubtes Land. Die Maschine und das Tier sind die beiden Pole seiner Landschaft. Vor der Gewalt bleibt einzig das Wort, das sie benennt"[2].

Deutschsprachige Rezeption[Bearbeiten]

Les Murray und Margitt Lehbert im Lyrikkabinett München 2014

Einige von Les Murrays Werken sind auch als literarische Übertragungen ins Deutsche erschienen, so als Übersetzungen von Thomas Eichhorn 2004 im Ammann Verlag das Versepos Fredy Neptune und von Margitt Lehbert in deren Edition Rugerup als zweisprachige Veröffentlichungen 2006 Gedichte, groß wie Photos, 2007 Übersetzungen aus der Natur, 2011 Größer im Liegen, 2012 Der Schwarze Hund. Eine Denkschrift über die Depression (einsprachig) sowie 2008 beim Verlag Thomas Reche der Lyrikband Verschollen mit Radierungen von Susanne Theumer.

Les Murray unternimmt immer wieder längere Lesereisen, die ihn auch durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führen. Seine erste Lesung in Deutschland fand bereits 1994 im Lyrik Kabinett in München statt.[3] 2014 besucht er unter anderem Wien, München, Zürich, Bremen, Köln und Berlin.[4]

Einzeltitel[Bearbeiten]

  • The Ilex Tree (1965) (mit Geoffrey Lehmann) - Gedichte
  • The Weatherboard Cathedral (1969) - Gedichte
  • Poems Against Economics (1972)
  • Lunch and Counter Lunch (1974)
  • The Vernacular Republic Selected Poems (1976)
  • Ethnic Radio (1978) - Gedichte
  • The Peasant Mandarin (1978) - Prosa
  • The Boys Who Stole the Funeral (1980) - Roman
  • Equanimities (1982) - Gedichte
  • The Vernacular Republic: Poems 1961-1981 (1982)
  • The People's Otherworld (1983) - Gedichte
  • Persistence in Folly (1984) - Gedichte
  • The Daylight Moon (1987) - Gedichte
  • The Idyll Wheel (1989) - Gedichte
  • Dog Fox Field (1990) - Gedichte
  • Blocks and Tackles (1990) - Gedichte
  • The Rabbiter's Bounty (1991)
  • Translations from the Natural World (1992) - Gedichte
  • Subhuman Redneck Poems (1996)
  • A Working Forest (1997) - Prosa
  • Fredy Neptune (1998) - Versepos
  • Learning Human (2000) - Gedichte
  • Conscious & Verbal (2001) - Gedichte
  • Poems the Size of Photographs (2002) - Gedichte
  • Killing the Black Dog: A Memoir of Depression 96 S. Farrar, Straus and Giroux, New York City 2011, ISBN 978-0374181062

Auf Deutsch erschienen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Les Murray – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. It's an Honour. Australian Government, abgerufen am 23. Juli 2010.
  2. Andreas Dorschel, 'Zwischen Wein und Wüste', in: Süddeutsche Zeitung Nr. 260 (11. November 2005), S. 16.
  3. Lesungen. Stiftung Lyrik Kabinett, 1999, abgerufen am 24. Mai 2014.
  4. Lesereise und neues Buch von Les Murray. Edition Rugerup, abgerufen am 22. Mai 2014.
  5. NYRB-Online-Veröffentlichung des Essays