Les Troyens

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Werkdaten
Titel: Die Trojaner
Originaltitel: Les Troyens
Originalsprache: französisch
Musik: Hector Berlioz
Libretto: Hector Berlioz nach Vergils Äneis
Uraufführung: vollständige Fassung: 5. – 6. Dezember 1890
Ort der Uraufführung: Hoftheater, Karlsruhe
Spieldauer: ca. 5 Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Troja und Karthago zur Zeit des trojanischen Krieges
Personen
  • Énée (Äneas), trojanischer Held, Sohn der Venus (Tenor)
  • Ascagne, Sohn von Énée (Sopran)
  • Panthée, trojanischer Priester (Bass)

in Troja:

  • Cassandre (Cassandra), trojanische Prophetin (Mezzosopran)
  • Chorèbe, asiatischer Prinz (Bariton)
  • Priam (Priamos) (Bass)
  • Hécube (Hekuba), Königin von Troja (Sopran)
  • Helenus, trojanischer Priester (Tenor)
  • Polyxène, Schwester von Cassandre (Sopran)
  • Der Schatten Hectors, eines trojanischen Helden (Bass)
  • Griechischer Soldat (Bass)
  • Andromaque und Astyanax, Witwe und Sohn von Hector (stumm)

in Karthago:

  • Didon (Dido), Königin von Karthago (Mezzosopran)
  • Anna, ihre Schwester (Alt)
  • Narbal, Minister Didons (Bass)
  • Iopas, Dichter (Tenor)
  • Hylas, junger Seemann (Tenor oder Alt)
  • Zwei trojanische Soldaten (Bässe)
  • Gott Mercure (Bass)
  • Ein Priester Plutons (Bass)

Trojaner, Griechen, Tyrer, Karthager, Nymphen, Satyrn, Faune, Waldgeister, unsichtbare Schatten (Chor)

Les Troyens („Die Trojaner“) ist eine Oper von Hector Berlioz (1803–1869).

Handlung[Bearbeiten]

Erster Teil: Die Einnahme von Troja[Bearbeiten]

1. Akt[Bearbeiten]

N°1 Freudetrunken über die vermeintliche Flucht der Griechen entdecken die Trojaner am Strand ein riesiges hölzernes Pferd, das sie für eine Opfergabe an Pallas Athene halten. Am Abend wollen sie es in die Stadt ziehen. N°2 Nur Cassendre („Les Grecs ont disparu..“) sieht den Untergang nahen. N°3 Selbst ihr Verlobter Chorèbe schenkt ihr keinen Glauben und verweigert sich zu fliehen. N°4+N°5 Einmarsch der trojanischen Protagonisten und anschließende Tänze(„Dieux protecteurs...“). N°6 Stummes Trauern der Andromaque und ihres Sohnes Astyanax um den gefallenen Hector, begleitet von einem hinreißenden Chor („Andromaque et son fils..“). Im Hintergrund wandelt die erneut warnende Cassendre. N°7 Der herbeistürzende Enée berichtet aufgebracht von den Ereignissen am Strand. Laocoon wollte das Pferd verbrennen und wurde von zwei riesigen Schlangen verschlungen. N°8+N°9 Das Volk und die trojanischen Würdenträger sehen in der Bestrafung („Châtiment effroyable“) des Laocoon ein Zeichen der zürnenden Göttin und bereiten den Geleitzug des hölzernen Pferdes in die Stadt vor. N°10+N°11 Cassendre besingt verzweifelt den nahenden Untergang. Der langsam anschwellende Gesang des Geleitzuges ist zu vernehmen. Nichts kann den Marsch aufhalten. Selbst der im Inneren des Pferdes hörbare Waffenlärm stoppt das Volk nicht.

2. Akt[Bearbeiten]

N°12 Kriegslärm lässt Enée aufschrecken. Er sieht in seinem Gemach den entstellten Schatten des Hector. Dieser mahnt ihn zur Flucht, um in der Ferne die Keimzelle für ein neues, weltbeherrschendes Reich zu legen (→ Alba Longa). N°13 Panthée berichtet Enée vom Tode des Priam und den entsetzlichen Verlusten durch den griechischen Überfall. Trotz der Aussichtslosigkeit will sich Enée zusammen mit seinem Sohn Ascagne dem Feind stellen. N°14 Die Frauen von Troja beten für ihre Rettung („Ah! Puissente Cybèle“). N°15+N°16 Cassendre bestätigt die Vorhersehung Hectors. Ihr Verlobter Chorèbe ist tot. Zusammen mit den meisten anderen Frauen entschließt sie sich für einen Tod in Freiheit. Sie verschmähen die Zögernden („Honte sur vous“). Die hinzukommenden Griechen bemerken bestürzt die Flucht des Enée mit dem Schatz von Troja.

Zweiter Teil: Die Trojaner in Karthago[Bearbeiten]

3. Akt[Bearbeiten]

N°17+N°18 Das Volk von Karthago feiert die Stadt und ihre Königin Didon („Gloire à Didon..“). N°19 Didon gedenkt der Flucht aus Tyros vor sieben Jahren („Nous avons vu..“) und rühmt das Erreichte an der Küste Afrikas. Angesichts der Bedrohung durch den nubischen König Iarbas schwört ihr das Volk Treue bis in den Tod. N°20+N°21+N°22 Auftritt der Baumeister, Seeleute und Ackersmänner. N°23 Ehrung der Ackersmänner als Ernährer des Volkes. N°24 Didon besingt ihre Melancholie nach dem Tode ihres Gemahls Sichée (Sychäus)(„Les chants joyeux..“). Ihre Schwester Anna glaubt an eine erneute Liebe. N°25 Iopas, Dichter am Hof der Didon, tritt ein: Eine unbekannte, vom Kampf mit dem Meer gezeichnete Flotte bittet um eine Audienz. Didon gewährt den Wunsch. N°26 Auftritt der verkleideten Trojaner. N°27 Ascagne bittet um Aufnahme und legt der Königin Didon wertvolle Geschenke zu Füßen. N°28 Narbal tritt ein und berichtet von den nahenden Truppen Iarbas'. Enée lässt seine Verkleidung fallen und bietet sich an, die unterlegene Armee von Karthago zu verstärken („Reine, je suis Énée..“). Angetan von der prächtigen Gestalt des Helden stimmt Didon zu. Entschlossen stimmen alle den Kriegsgesang an („Des armes! des armes!“).

4. Akt[Bearbeiten]

Die feindlichen Truppen sind geschlagen. N°29 Pantomime. Lyrische Szene bei der Jagd. Vom Regen überrascht suchen Didon und Énée Unterschlupf in einer kleinen Höhle. Umgeben von Satyrn, Nymphen und Waldgeistern in einem wirren Tanz finden die Beiden ihre Liebe. N°30 Anna sucht die Sorgen des Narbal über Didons Müßiggang und ihre Liebe zu zerstreuen. N°31 Narbal ahnt ein dunkles Schicksal („De quels revers..“). Während Anna beglückt ist von der neuen Liebe ihrer Schwester („Vaine terreur..“). N°32 Auftritt von Dido, Énée, Panthée, Iopas und Ascagne. N°33 Ballett der Sklaven. N°34 Lied des Iopas („Ô blonde Cérès“). N°35 Énée erzählt vom Schicksal der Andromaque. Ihre Verschleppung durch Pyrros (Neoptolemos), den Mörder ihres Schwiegervaters. Und wie sie ihn schließlich doch heiratet. Didon sieht darin ein Zeichen, dass auch sie ihren ersten Mann vergessen darf. („A vaincre mes remords er mon coeur est absous“). N°36 Septett Didon, Énée, Ascagne, Anna, Iopas, Narbal, Panthée und Chor über die Schönheit des Augenblicks („Tout n'est..“). N°37 Didon und Ènée steigern sich in einem himmlischen Liebesduett zum Höhepunkt der Oper („Nuit d'ivresse“). In einem Strahl des Mondes erscheint Merkur und zeigt übers Meer nach Italien. Mit dunkler Stimme gemahnt er an die Vorsehung.

5. Akt[Bearbeiten]

N°38 Lied des Matrosen Hylas. N°39 Panthée und die trojanischen Anführer fürchten den Zorn der Götter, wenn die Flotte weiter in Karthago verweilt. N°40 Zwei Wachposten schütteln den Kopf über den Wunsch des Aufbruchs angesichts der Annehmlichkeiten in Karthago. N°41 Énée weiß, dass er Didon verlassen muss. Trotz des fürchterlichen Schmerzes des Abschieds („Ah! Quand viendra..“). N°42+43 Die Schatten von Priam, Hector und Chorèbe erzwingen seine sofortige Abfahrt. N°44 Didon eilt herbei, um sich selbst vom Unglaublichen zu überzeugen. Verbittert beklagt sie die bevorstehende Abfahrt Énées. N°45 Dido bittet ihre Schwester Anna, dass sie Énée anfleht, wenigstens noch für einige Tage zu bleiben. N°46 Iopas berichtet von der endgültigen Abfahrt. Didon verflucht die Énée und die Trojaner („Dieux immortels..“). N°47+48 Dem Wahnsinn nahe fasst Didon den Entschluss zu sterben („Adieu, fière cité“). N°49 Vor dem Hintergrund eines riesigen Scheiterhaufens beten die Karthager für den baldigen Tod des Énée. N°50+51 In Trance ersticht sich Didon mit dem eigenen Schwert. Im Tode begriffen, sieht sie den Untergang Karthagos. N°52 Das Volk von Karthago schwört ewigen Hass („Haine éternelle à la race d'Énée!“).

Libretto[Bearbeiten]

Die Libretti der beiden Teile der Oper (I. und II. Akt bzw. III. - V. Akt) stammen jeweils von Berlioz. Die Oper wurde zu Berlioz' Lebzeiten (1803-1869) nie komplett aufgeführt. Beide Teile sind auch getrennt voneinander aufführbar. Die erste Gesamtaufführung fand am 6. und 7. Dezember 1890 am Hoftheater von Karlsruhe statt, inszeniert von August Harlacher.[1]

Trivia[Bearbeiten]

In dem Film Star Trek: Der erste Kontakt ist ein kurzer Ausschnitt des Liedes des jungen Seemanns Hylas (Erste Szene, fünfter Akt) zu hören.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. J. Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon, K. G. Saur Verlag, München, 1999, 2000, Ausgabe auf CD-ROM (Directmedia Publishing GmbH, www.digitale-bibliothek.de)