Lesestein (Optik)

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Blick durch einen modernen Lesestein auf einen Text

Ein Lesestein (auch Hellfeldlupe, Visolettlupe oder -glas) ist eine sehr dicke, plan-konvexe Linse. Er wird als Lupe benutzt, indem er mit der planen Seite direkt auf eine Buchseite oder Ähnliches aufgelegt wird.

Die Visolettlupe besitzt einen 1,8-fachen Abbildungsmaßstab und zeichnet sich durch ihre hervorragenden Beleuchtungsverhältnisse für das Objekt aus. Das Licht der Umgebung wird, aufgrund der sammelnden Wirkung der Lupe, im Objekt gesammelt. Am besten eignet sich eine diffuse Beleuchtung – das heißt eine allgemeine Helligkeit der Umgebung ist besser als eine auf die Lupe gerichtete, punktförmige Lichtquelle. Die Helligkeit des Objektes ist somit größer als die der Umgebung. Um eine optimale Linsenfehlerkorrektur zu erreichen, sollte die Höhe der Lupe 4/3 vom Radius des Kugelsegments betragen.

Lesesteine wurden bereits im Mittelalter verwendet. Aus dem Lesestein, der ursprünglich aus Beryll gefertigt wurde, entstand Monokel und Brille, deren Bezeichnung von Beryll abgeleitet ist.

Heute werden Lesesteine aus Glas oder Kunststoff gefertigt und hauptsächlich von Sehbehinderten genutzt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Als Vordenker des Lesesteins gilt Abu Ali al-Hasan ibn al-Haitham, ein islamischer Wissenschaftler und Naturforscher. Dieser soll allerdings von Abbas Ibn Firnas inspiriert worden sein. Nach der Übersetzung seines Werkes Kitab-al-Manazir durch den Mönch Witelo griffen einige andere Ordensangehörige die Idee auf und konstruierten eine überhalbkugelige Plankonvexlinse aus Quarz beziehungsweise Bergkristall.[2] Diesen durchsichtigen kristallinen Stein, durch den man beim Auflegen auf eine Buchseite die Buchstaben vergrößert sieht, beschrieb der aus Oxford stammende Franziskaner Roger Bacon 1267 in seinem Traktat „Opus majus“; er versuchte auch, das Phänomen zu erklären, und schlug Verbesserungen vor.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Informationen von Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hier online
  2. http://www.optiker.at/archiv/brillengeschichte/brilleng.htm#Lesestein