Leslie Nielsen ist sehr verdächtig

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Filmdaten
Deutscher Titel Leslie Nielsen ist sehr verdächtig
Originaltitel Wrongfully Accused
Produktionsland USA, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 83 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Pat Proft
Drehbuch Pat Proft
Produktion Gary Barber
Bernd Eichinger
Martin Moszkowicz
Pat Proft
James G. Robinson
Robert L. Rosen
Musik Bill Conti
Kamera Glen MacPherson
Schnitt James R. Symons
Besetzung

Leslie Nielsen ist sehr verdächtig (Originaltitel: Wrongfully Accused, Alternativtitel: Sehr verdächtig) ist eine US-amerikanisch-deutsche Filmkomödie von Pat Proft aus dem Jahr 1998.

Handlung[Bearbeiten]

Geigenvirtuose Ryan Harrison ist ein begnadeter Musiker und wird während einer Konzerttournee durch die USA auf das Anwesen des Millionärs Hibbing Goodhue eingeladen. Einerseits, weil dieser seine Tournee sponsert, andererseits, weil er mit Hibbings Frau Lauren, die ihm eindeutige Avancen gemacht hat, ein Verhältnis angefangen hat.

Am Abend eines seiner Konzerte erhält Harrison eine Nachricht von Lauren, die ihn zu einem weiteren Tête-à-tête bittet, während Hibbing gleichzeitig in seiner Villa von einem Unbekannten angegriffen wird. Als Harrison auf dem Anwesen eintrifft, ist Lauren verschwunden, allerdings attackiert ihn der Killer, der mit künstlichen Körperteilen ausgestattet ist. Während eines Handgemenges wird Harrison von dem Unbekannten niedergeschlagen. Tags darauf ist Goodhue tot, und Harrison wacht neben dessen Leiche auf, behängt mit verschiedenen Waffen. Die anwesende Polizei nimmt den Violinisten daraufhin als vermeintlichen Mörder des Millionärs fest und verurteilt ihn zum Tode. Während der Fahrt zur Exekution kommt es zu einem Unfall, bei dem Harrison schließlich fliehen kann.

Die Polizei in Form von Lieutenant Fergus Falls beginnt daraufhin, Harrison mit einem Großaufgebot zu jagen. Harrison selbst gelingt es dabei mehrfach – teils auch mit Glück – Falls und der Polizei zu entkommen. Er stöbert die mysteriöse Cass Lake auf, welche er bereits auf Hibbings Party kennengelernt hat, und taucht bei ihr unter. Doch Cass scheint ein Geheimnis zu hüten.

Durch ein Indiz hinsichtlich der künstlichen Gliedmaßen des Killers gewinnt er in einem Krankenhaus Hinweise zu dem Attentäter und findet dabei heraus, dass dieser sich hier ein Prothesen–Scharfschützengewehr für ein noch unbekanntes Attentat hat anfertigen lassen. Als er den Einarmigen und -beinigen verfolgt und knapp einem Anschlag nahe einem Getreidefeld entgeht, geht er den eigentlichen Mördern in die Falle: Lauren und Sean Laughrea, der Prothesenkiller, Terrorist und gleichzeitig Laurens Bruder. Beide sind Freiheitskämpfer und wollen den UN–Generalsekretär Sir Robert McKintyre, der eine Anti-Terror-Kampagne starten will, durch das Attentat beseitigen. Lauren hat sich nur deswegen mit Goodhue eingelassen, da dieser ein enger Vertrauter McKintyres war und sie so die notwendigen Kontakte knüpfen konnte. Cass, die sich auch in der Truppe befindet, selbst ist lediglich eine Malerin und wollte ein Porträt von Hibbing anfertigen. Sie hat Sean und Lauren nur geholfen, da sie sich mit Lauren und Sean verwandt glaubte. Als sie allerdings mitbekommt, dass McKintyre – der sich auch noch als Cass Vater entpuppt – umgebracht werden soll, schlägt sie sich wieder auf Harrisons Seite.

Während des schottischenColumbia Heights“ – Festival, auf dem das Attentat geplant ist, kann Harrison die Ermordung McKintyres verhindern und diesen in Sicherheit bringen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd vor den von Lauren angeführten Terroristen, die Harrison, Cass und McKintyre in einen Hinterhalt locken, kann Harrison die Insassen beschützen und zudem Laurens Freiheitskämpfer stellen. Lieutenant Falls nimmt die Terroristen fest und erklärt zudem Harrison für unschuldig und „fälschlich angeklagt“ („wrongfully accused“, Originaltitel). Dieser und Cass Lake werden ein Paar und gehen einer gemeinsamen Zukunft entgegen.

Parodien[Bearbeiten]

  • Auf der Flucht - Die Handlung von „Sehr verdächtig“ parodiert hauptsächlich den Actionthriller mit Harrison Ford und Tommy Lee Jones aus dem Jahr 1993. Auch hier wird ein Unschuldiger wegen Mordes zum Tode verurteilt und kann entkommen, um den wahren Mörder zu finden. In diesem Film übernimmt Richard Crenna die Rolle des verfolgenden US-Marshals. Crenna arbeitete schon bei Hot Shots! - Der zweite Versuch mit Regisseur Pat Proft zusammen, wo er seine bekannteste Rolle als Col. Trautman aus der Rambo-Trilogie parodierte.
  • Lord of the Dance - Das Poster zu Harrisons Konzert zeigt ihn in derselben Pose, in der Michael Flatley auf dem Poster zu seiner Tanzshow zu sehen ist, mit der Ausnahme, dass Harrison eine Violine in der Hand hält. Der Titel des Konzerts ist daher Lord of the Violins. Außerdem zeigen die festgenommenen Terroristen gegen Ende des Films eine ähnliche Choreografie, als sie unter den Füßen beschossen werden.
  • Star Wars - Zu Beginn des Films nutzt der Platzanweiser der Konzerthalle ein Lichtschwert, die Hauptwaffe der Jedi, um Cass Lake auf ihren Platz zu führen. Später wirft Sean Laughrea einen Stahltisch auf Harrison, der daraufhin seine Form annimmt. Dies bezieht sich auf die fünfte Episode der Star Wars-Saga, Das Imperium schlägt zurück, in der der Protagonist Han Solo in einen Karbonitblock eingefroren wurde. Die Form ist hierbei ähnlich.
  • Titanic - Während des ersten Kampfes mit dem Terroristen schlägt Harrison mit einem Drehbuch auf ihn ein, welches Unmengen Wasser produziert. Auf dem Deckblatt ist zu lesen, dass es sich um den ersten Entwurf des Drehbuches handelt. Die Endszene parodiert die Bug-Szene mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet.
  • Baywatch - Nachdem Harrison vom Staudamm stürzt, werden mehrere Rettungsschwimmer aktiv, die die typischen Schönheitsklischees der Serie parodieren. Zu diesen Szenen wurde auch die Originalmusik gespielt.
  • Drei Engel für Charlie - Die US Marshals stürmen die Wohnung von Cass Lake und nehmen dabei die bekannte Pose der Engel ein. Außerdem nennt der Leiter der Marshals sie so.
  • Mentos - Als Harrison in einem Badezimmer in der Falle sitzt, isst er ein Mentos, um auf eine rettende Lösung des Problems zu kommen. Mit ähnlichen Szenarien warb die Herstellerfirma weltweit für die Kaubonbonmarke.
  • Toys "R" Us - Die Herstellerfirma, in der Sean Laughrea seine Prothesen für seine Mission erhält, hat mit Limbs "R" Us (Limb ist das englische Wort für Gliedmaße) einen Namen und ein Logo, die sich auf die Spielzeugfirma beziehen.
  • Mission: Impossible - Die Szene, in der sich Harrison durch den Schacht der Klimaanlage ins Archiv "abseilt", parodiert eine ähnliche Szene aus dem Agentenfilm mit Tom Cruise. Das Lasersicherheitssystem in diesem Film zeigt einen Davidstern, was ein Symbol des Judentums ist.
  • Der unsichtbare Dritte - Die Szene auf dem Maisfeld bezieht sich auf den Thriller von Alfred Hitchcock, wo der Protagonist ebenfalls vor einem Maisfeld von einem Doppeldecker angegriffen wird.
  • Das verflixte 7. Jahr - In einer Szene bei der schottischen Garde steht Harrison in einem Kilt auf einem Lüftungsgitter, das seinen Rock immer nach oben bläst. Dies bezieht sich auf den Film mit Marilyn Monroe, der ähnliches geschieht, was seitdem als Monroe-Effekt bezeichnet wird.
  • Braveheart - Während des Endkampfes landet Harrison kopfüber in einen schottischen Kunststand, worauf sein Gesicht in den schottischen Nationalfarben bemalt ist. Um seine Gegner zu erschrecken, brüllt er aus vollem Halse. Das ist eine Parodie auf den Film mit dem schottischen Nationalhelden aus dem Jahr 1995, gespielt von Mel Gibson.
  • Die üblichen Verdächtigen - Während der Befragung im Anglershop benutzt Harrison willkürlich Worte und Markennamen, die er im Shop aufschnappt, um seine Geschichte zu erzählen. Nachdem er die Szene verlassen hat, durchschaut der befragende Polizist sein Täuschungsmanöver und lässt seine Kaffeetasse fallen. Dies ist eine Parodie des Verhörs zwischen Roger „Verbal“ Kint (Kevin Spacey) und Zollinspektor Dave Kujan (Chazz Palminteri) kurz vor dem entscheidenden Twist des Films von 1995.

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, dass der Film den Zuschauer eher „krank machen“ als zum Lachen bringen könne. Er sei zum Zeitpunkt des Verfassens der Kritik die schlechteste Komödie des Jahres („It's probably not the last stupid comedy of 1998, but, at least to date, it's easily the worst“). Leslie Nielsen solle in die Rente gehen, da er so viele Rollen gespielt habe, dass er nicht mehr amüsant, sondern langweilend wirke. [1]

„Dürftige Slapstick-Klamotte, die nie über das Niveau einer lieblos zusammengeschusterten Gagparade hinauskommt.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Der Actionthriller mit Harrison Ford und Tommy Lee Jones ist Hauptvorlage von Profts Parodie [...]. Natürlich stolpert er durch etliche Fettnäpfchen und respektlose Filmzitate [...]. Und natürlich reiht sich "Sehr verdächtig" nahtlos in Profts Slapstick-Arbeit ein. Aber sein Regiedebüt hat ein Problem: Proft beklaut nicht nur die Filmgeschichte, sondern auch sich selbst. Und wenn eine Filmparodie andere Filmparodien parodiert, haben nur noch die Hardcore-Fans was zu lachen. [...] Fazit: Mittelgeniale Gag-Revue“

Cinema[3]

„Fast zehn Jahre, nachdem "Die nackte Kanone" die Grenzen des guten Geschmacks weltweit erfolgreich ins Visier nahm, kommt nun der Letzte des damaligen Autorenquartetts zu Regieehren. Nach Jim Abrahams, David und Jerry Zucker wagt sich also auch Pat Proft hinter die Kamera und inszeniert den von ihm erwarteten, selbstverfaßten Klamauk, der seine eigene Karriere begründete und der mit Hilfe des rüstigen Blödelrentners Leslie Nielsen für ein Zuschauerergebnis in Millionenhöhe sorgen dürfte. [...] Ins Absurde überspitzte Zitate wie aus "Auf der Flucht" sind ein Markenzeichen Profts, der keine Hemmschwellen kennt und seine Gags ohne Geschmacksprüfung ausspuckt. [...] Wie man sich darüber amüsiert, ist letztlich eine Frage der Kinoerfahrung. Neueinsteiger in dieses Genre werden ihren Spaß haben. Für Kenner des von den Zucker-Brüdern und Mel Brooks reichlich betretenen Territoriums aber zeigt dieser Humor Verschleißerscheinungen. Auch wenn Proft sich mit zwei "Titanic"-Gags (der beste: Nielsen attackiert einen Angreifer mit James Camerons erstem Drehbuchentwurf!) brandaktuell gibt.“

kino.de[4]

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Statt von seinem Standardsprecher Horst Schön wurde Leslie Nielsen hier von Klaus Guth synchronisiert.
  • Eine Nachrichtensprecherin im Film trägt den Namen „Ruth Kimble“. Dies ist ein Hinweis auf „Dr. Richard Kimble“, die Hauptfigur des parodierten Films „Auf der Flucht“. Zudem wird in einem Krankenhaus ein „Dr. Kimble“ ausgerufen.
  • Die Hauptfigur „Ryan Harrison“ wurde ebenfalls von anderen Namen abgeleitet. Während „Ryan“ sich auf „Jack Ryan“ (Hauptfigur in den karikierten Clancy-Filmen „Die Stunde der Patrioten“ und „Das Kartell“) bezieht, ist „Harrison“ ein Verweis auf Harrison Ford, der sowohl in „Auf der Flucht“ als auch in den zuvor genannten Tom-Clancy-Verfilmungen die Hauptrolle gespielt hat.
  • Der Film wurde in Vancouver gedreht.[5] Er spielte in den Kinos der USA ca. 9,6 Millionen US-Dollar ein. In Deutschland wurden bis zum 23. August 1998 957.302 Kinobesucher gezählt.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von James Berardinelli
  2. Leslie Nielsen ist sehr verdächtig im Lexikon des Internationalen Films
  3. Leslie Nielsen ist sehr verdächtig auf cinema.de
  4. Leslie Nielsen ist sehr verdächtig auf kino.de
  5. Drehorte für Leslie Nielsen ist sehr verdächtig auf imdb.de
  6. Einspielergebnisse zu Leslie Nielsen ist sehr verdächtig auf imdb.de