Lesum

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Dieser Artikel beschreibt den Fluss Lesum. Zum gleichnamigen Bremer Ortsteil im Stadtteil Burglesum siehe Burglesum → Lesum
Lesum
Die Lesum bei Burglesum

Die Lesum bei BurglesumVorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Freie Hansestadt Bremen, Deutschland
Flusssystem Weser
Abfluss über Weser → Nordsee
Beginn Zusammenfluss von Hamme und Wümme bei Wasserhorst
53° 10′ 18,7″ N, 8° 44′ 34,4″ O53.1718587363948.74288558959962
Quellhöhe 2 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-QUELLE_fehltVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in Bremen-Vegesack in die Weser53.1652777777788.62694444444442Koordinaten: 53° 9′ 55″ N, 8° 37′ 37″ O
53° 9′ 55″ N, 8° 37′ 37″ O53.1652777777788.62694444444442
Mündungshöhe 2 mVorlage:Infobox Fluss/HÖHENBEZUG-MÜNDUNG fehltVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 0 m
Länge 10 km, mit Wümme und Haverbeeke 131,5 km
Einzugsgebiet 2.188 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
AbflussVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MQ
ca. 23 m³/s (ohne Tide, hochgerechnet v. Pegel Hellwege)dep1
Großstädte Bremen
Schiffbar 9,85 km[1]
Blick über die Lesum auf das hohe Ufer von Bremen-Nord. Auf dem südlichen Ufer ist das Schilf geerntet worden.
Flusslandschaft der Lesum unterhalb von Knoops Park, 2008
Die Lesum am Lesumer Hafen

Die Lesum ist der zweitgrößte rechte Nebenfluss der Weser. Er trägt diesen Namen nur auf den letzten zehn Kilometern seines Laufs auf dem Gebiet der Freien Hansestadt Bremen.

Unterhalb des Zusammenflusses der 118 km langen Wümme mit der 48 km langen Hamme zwischen dem Bremer Stadtteil Blockland und dem niedersächsischen Ritterhude bei der Ortschaft Wasserhorst heißt der Fluss für rund 10 Flusskilometer Lesum und mündet beim Bremer Stadtteil Vegesack in die Weser. Betrachtet man Wümme und Lesum als durchgehenden Flusslauf, so hat dieser eine Länge von 128 Kilometern (mit Haverbecke 131 km). Das Nordufer der Lesum befindet sich teils nahe, teils unmittelbar am Südabhang der Osterholzer Geest, der deshalb auch als Hohes Ufer bezeichnet wird. Das Südufer ist flaches Marschland und wird westlich des Ortsteils Burggrambke als Werderland bezeichnet. Ebenso wie die untere Wümme hat die Lesum ökologisch wertvolle Schilfgürtel.

Außer ihren Quellflüssen hat die Lesum noch zwei weitere nennenswerte Zuflüsse:

In vor- und frühgeschichtlicher Zeit floss die Weser ab dem heutigen Stadtteil Gröpelingen in mehr nördlicher Richtung auf die Osterholzer Geest zu, um an deren Fuß nach Westen abzuknicken. Große Teile des heutigen Lesumlaufs sind also ehemaliger Weserlauf.

Zum Schutz des Lesumübergangs befand sich auf dem Südufer bei dem Dorf Grambke eine erstmals 1277 erwähnte, zu Bremen gehörende Burg. 1388 baute die Stadt von dort eine Straßenverbindung zum Geestrand im Norden mit Brücke über den Fluss und anschließendem Damm. Davon leiten sich die Namen des Ortsteils Burg-Grambke (Südufer), des Ortsteils Burgdamm (Nordufer), des Stadtteils Burglesum (beide Flussufer) und des Bahnhofs Bremen-Burg (in Burgdamm mit Verzweigung der Strecke nach Bremerhaven und nach Bremen-Vegesack) her. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten Fluss und Burg strategische Bedeutung bei der Verteidigung Bremens gegen die Ansprüche Schwedens aus dem Westfälischen Frieden, was zur Zerstörung der Burg am 14. Juli 1653 führte. Im anschließenden Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg war die Burger Schanze an der Lesum hart umkämpft und wechselte mehrfach den Besitzer.

Die Lesum war bis zum 1. November 1939 Grenzfluss zwischen den Territorien von Bremen (Freie Hansestadt) und Hannover (Kurfürstentum, Königreich, preußische Provinz). Im Tausch gegen die damalige Abtretung Bremerhavens wurde Bremen 1939 um die heutigen Ortsteile nördlich der Lesum, u. a. Grohn, St. Magnus, Lesum und Burgdamm, die zum Landkreis Osterholz gehörten, erweitert.

Mündung der Lesum in die Weser, links ist die Einfahrt des Vegesacker Hafens

Von 1971 bis 1974 wurde die Niederung um Lesum, Wümme und Hamme gegen Sturmfluten geschützt, indem man zwei Kilometer oberhalb der Lesum-Mündung das Lesumsperrwerk erbaute mit vier Öffnungen von je 15 m Breite und einer Schiffsschleuse von 30 m Nutzlänge und 14 m Breite. Gleichzeitig wurde eine Brückenverbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Grohn und Lesumbrok im südlich der Lesum gelegenen Werderland hergestellt. Bei Bootspassagen wird diese Brücke hochgeklappt, im Sommerhalbjahr außerdem nachts mit stündlichen Unterbrechungen.

Östlich neben der an historischer Stelle stehenden Landstraßenbrücke befindet sich die Eisenbahnbrücke der Strecke Bremen–Bremerhaven bzw. Bremen–Vegesack und einen Kilometer weiter östlich die Autobahnbrücke der A 27.

Die Lesum ist auf voller Länge von der Tide beeinflusst und Bundeswasserstraße („Ls“)[2] der Wasserstraßenklasse III, auf der die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung gilt; zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen. Sie kann von größeren Binnenschiffen und, bis zur Eisenbahnbrücke bei Bremen-Burg, von Küstenmotorschiffen befahren werden. Der Abschnitt zwischen Sperrwerk und Straßenbrücke ist für die Berufsschifffahrt von geringer Bedeutung und fungiert im Wesentlichen als Sporthafen. Zahlreiche Bootsstege queren hier den Schilfgürtel. Zwischen Sperrwerk und Mündung liegt der Grohner Yachthafen.

Ein bemerkenswertes Ereignis spielte sich vor etwa 300 Jahren an der Lesum ab, worüber der Nordische Mercurius vom 10. Mai 1669 berichtet:

Es ist gestern / nahe bei hiesiger Stadt / in einem Flusse / Lessum genannt / welcher ein Arm aus der Weser ist / ein Wallfisch / dessen Länge 29 Fuß ist / geschossen / und heute vor diese Stadt gebracht worden / Alles Stadtvolk läuft dahin / selbigen zu sehen

Ein Zwergwal-Weibchen hatte sich anscheinend bei der Jagd auf Lachse verirrt. Die Bremer entschieden den anschließenden Streit um das erschossene Tier mit den Schweden, die nach dem Westfälischen Frieden die Landeshoheit über das Erzbistum Bremen hatten, für sich und durften den Wal behalten und verarbeiten. Das Skelett des Wals hängt heute im Bremer Überseemuseum. Der Bremer Rat beauftragte den Rembrandt-Schüler Franz Wulfhagen (1624–1670), ein lebensgroßes Gemälde des Tiers zu erstellen, das in der Oberen Rathaushalle in Bremen hängt.[3]

[Bearbeiten] Literatur

  • August von Wersebe: Ueber die niederländischen Colonien. Hannover 1815, (darin Grafschaft und Hof Lessum, eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche)
  • M. Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle. Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. DSV-Verlag: Hamburg 1998

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Lesum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Längen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. Verzeichnis E, Lfd.Nr. 29 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  3. Arnulf Marzluf: Der Lachs war wohl sein Verhängnis. Bericht im Weser-Kurier vom 2. August 2008 (Maße des restaurierten Bildes: 9,55 Meter × 3,55 Meter)
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