Lethe (Hunte)

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Lethe
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Mittellauf der Lethe bei Littel (Blick von Lübbers Damm nach Süden)

Mittellauf der Lethe bei Littel (Blick von Lübbers Damm nach Süden)

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Oldenburger Land, Niedersachsen
Flusssystem Weser
Abfluss über Hunte → Weser → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss zweier Gräben im Halener Moor
52° 52′ 5″ N, 8° 10′ 31″ O52.86797058.175287344
Quellhöhe 44 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in den Osternburger Kanal53.11049498.2034294Koordinaten: 53° 6′ 38″ N, 8° 12′ 12″ O
53° 6′ 38″ N, 8° 12′ 12″ O53.11049498.2034294
Mündungshöhe mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 40 m
Länge 36,5 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Oberlethe[1]
AEo: 160 km²
Lage: 5,9 km oberhalb der Mündung
NNQ (17.07.1989)
MNQ 1973/2008
MQ 1973/2008
Mq 1973/2008
MHQ 1973/2008
HHQ (28.10.1998)
154 l/s
529 l/s
1,36 m³/s
8,5 l/(s km²)
5,29 m³/s
13,7 m³/s
Rechte Nebenflüsse Meerkanal, Korrbäke, Hallwieser Vorfluter
Durchflossene Seen Ahlhorner Fischteiche
Gemeinden Littel, Wardenburg, Oberlethe, Hundsmühlen
Quellgebiet der Lethe in der Nähe der A 29 mit dem Lethe Baggersee
Staustufe der Lethe oberhalb des Dianawegs

Die Lethe ist ein 36,5 km langer linker Nebenfluss der Hunte im nordwestlichen Niedersachsen. Der Name Lethe ist aus Lith entstanden, einer heimischen Bezeichnung für hohes, bewaldetes Flussufer.[2]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Lethe entspringt an zwei Stellen im Moor bei Halen (Gemeinde Emstek) und fließt danach durch das Gut Lethe[3] am Lethe Baggersee vorbei in Richtung Norden durch die Gemeinden Garrel, Großenkneten und Wardenburg bis Oldenburg. Sie ist in der Nacheiszeit entstanden, versorgt die Ahlhorner Fischteiche mit Wasser und mündet nach 36,5 km bei Oldenburg, über den Osternburger Kanal, in die Hunte. Östlich des Urwalds Baumweg ist die Lethe aufgestaut. Unterhalb der Lethe-Talsperre hat sie bis Charlottendorf West ihren natürlichen Lauf beibehalten, streckenweise gesäumt von bewachsenen Dünen und Sandufern. Größtenteils befinden sich diese Ufer innerhalb des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets 012 („Sager Meer, Ahlhorner Fischteiche, Lethetal“) der Europäischen Union.

Eine Besonderheit der Lethe ist, dass sie bei Hundsmühlen die Hunte kreuzt: Ihr Wasser wird durch Düker unter der Hunte hindurch geführt (Lage53.099512898.1868905), die aufgrund von Wasserregulierungsmaßnahmen einen höheren Wasserspiegel hat als die Lethe und deren Verlauf künstlich nach Norden verlegt worden war. So kommt es, dass die Lethe, obwohl ihr Einzugsgebiet links der Hunte liegt, über den Osternburger Kanal orografisch von rechts in die Hunte einfließt.

Wasserqualität[Bearbeiten]

Im Rahmen des Projekts „hunte 25“ wurde die Qualität des Wassers der Lethe zwischen dem Gut Lethe und Bissel untersucht. Dabei wurde eine starke Verockerung[4] des Wassers unterhalb der Lethetalsperre festgestellt. Die Studie prognostiziert, dass die Nitratkonzentration aufgrund der Intensivlandwirtschaft im Oberlauf der Lethe die in der heutigen Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerte deutlich übersteigen werde. Die Autoren empfehlen eine Reduzierung der Stickstoffeinträge im Oberlauf der Lethe.

Im November 2008 stellte die „Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems“ den Antrag, den Einzugsbereich der Lethe in ihrem Quellbereich zum Schutz der Ahlhorner Fischteiche unter Naturschutz zu stellen.[5] Der Landkreis Cloppenburg als Untere Naturschutzbehörde lehnte den Antrag ab.[6]

Historische Bedeutung[Bearbeiten]

Von 1400 bis 1803 bildete der Oberlauf der Lethe die Grenze zwischen dem Niederstift Münster und der Grafschaft bzw. dem Herzogtum Oldenburg. Dort, wo die Flämische Straße den Grenzfluss überquerte, wurde im 15. Jahrhundert die Burg Lethe als Zentrum des gleichnamigen Guts errichtet. Lange Zeit befand sich das Gutshaus am linken Ufer. Es wurde nach 1756 durch einen Neubau rechts der Lethe ersetzt, in dem sich heute das Dienstgebäude der Autobahnpolizei befindet.[7]

Seit der Reformation ist die Lethe in ihrem Oberlauf zugleich eine Konfessionsgrenze: Noch heute sind im Oldenburger Münsterland ca. 80 Prozent der Einwohner katholisch, in den übrigen Teilen des ehemaligen Landes Oldenburg hingegen weniger als 20 Prozent.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Michaelsen: Bilder um den Lebenslauf der Lethe. Blockhaus-Brief Nr. 14. 1969. Online: [1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Weser-Ems 2008. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, 2012, abgerufen am 7. Oktober 2012 (PDF, deutsch, 6184 KB).
  2. Hermann Hibbeler: Im Lethetal. Blockhausbrief Nr. 4. Mai 1959
  3. Franz Hellbernd: Münsterländische Burgen und Schlösser und adelige Häuser. 1963
  4. hunte 25: Was ist eigentlich Verockerung?
  5. Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems: Antrag der BSH auf Naturschutz für das Gebiet Obere Lethe und Nebengewässer zu Gunsten des FFH- Gebietes Ahlhorner Fischteiche. 3. April 2009
  6. Appell: Mehr Naturschutz an der Grenze – Harte Worte in Richtung Cloppenburg. Kreiszeitung. 28. Oktober 2009
  7. Bernd Rothmann: Burgen bei Ahlhorn – Ruthenau und Lethe (PDF; 1,6 MB). Bürgerpost 12. 2009. S. 20–23