Leuchtturm Travemünde

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Travemünder Leuchtturm
Leuchtturm und Maritim, davor die ehemalige Rettungsstation der DGzRS
Hochwassermarke des Ostseesturmhochwassers 1872

Der historische Leuchtturm von Travemünde hat heute als technisches und bauliches Kulturdenkmal keine Bedeutung als Seezeichen mehr, sondern ist für Travemünde gemeinsam mit der Passat Wahrzeichen und Museum.

In seiner heutigen Form wurde der Turm aus rotem Backstein in klassizistischen Stil errichtet und hat eine Höhe von 31 m. Er ist durch fünf Gesimse unterteilt, hat in halber Höhe einen kleinen Balkon als Lotsenausguck (von dem früher die Lotsen Ausschau nach ankommenden Schiffen hielten) und im obersten Teil eine schmale, umlaufende Plattform.

An das schwere Ostseesturmhochwasser 1872, das Travemünde heftig zusetzte, erinnert noch eine Hochwassermarke am Turm.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung eines bereits bestehenden Hafenzeichens in Travemünde ist im Lübecker Reichsfreiheitsbrief von 1226 enthalten, mit welchem Kaiser Friedrich II. Lübeck die Reichsunmittelbarkeit zusicherte. Der erste Hinweis auf ein Leuchtfeuer an der Mündung der Trave ist für das Jahr 1316 urkundlich in den Akten des Rates der Hansestadt durch Erwähnung eines Leuchtfeuerwärters (lat. custos lucerne) belegt.

1534 wurde der (erste) Leuchtturm während der Grafenfehde von Dänischen Truppen zerstört.

Der Travemünder Leuchtturm wurde 1539 neu erbaut und nach einem (durch Blitzschlag ausgelösten) Brand im Jahr 1827 klassizistisch überformt. Er ist damit das älteste Seezeichen und der älteste Leuchtturm an der Lübecker Bucht und der deutschen Ostseeküste und hat eine Höhe von 31 Metern.

1903 wurde das Leuchtfeuer auf elektrisches Licht umgestellt. 1954 erfolgten Maßnahmen zur Bestandserhaltung.

Deutschlands dienstältester Leuchtturm stellte 1972 den Betrieb ein, weil die Sicht durch den Neubau des Maritim-Hotels verdeckt wurde[1]. Seit dem 30. April 1974 befindet sich das Leuchtfeuer auf dem Maritim Travemünde in 115 m ü. NN und ist damit das höchste in Europa.

Der Leuchtturm ist heute ein technisches Denkmal und Museum und steht für Besichtigungen offen.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das „Leuchtenfeld“ wird mehrfach von Thomas Mann erwähnt, der seine Kindheitsurlaube häufig in Travemünde verbrachte. Es spielt eine Rolle in dem Roman Buddenbrooks und ist sogar Schauplatz fast des gesamten Geschehens in der Erzählung Wie Jappe und Do Escobar sich prügelten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Detev Ellmers: Das Hafenzeichen von Travemünde. In: Lübeck 1226 - Reichsfreiheit und frühe Stadt. Lübeck 1976, S. 57 ff.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leuchtturm Travemünde (neu). Auf der Webseite des Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leuchtturm Travemünde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.960510.879444444444Koordinaten: 53° 57′ 37,8″ N, 10° 52′ 46″ O