Leukental

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Leukental
Leukental mit dem Wilden Kaiser

Leukental mit dem Wilden Kaiser

Lage Tirol, Österreich
Gebirge Kitzbüheler Alpen, Kaisergebirge, Loferer und Leoganger Steinberge, Chiemgauer Alpen
Geographische Lage 47° 32′ 45″ N, 12° 26′ 37″ O47.54583333333312.4436111111111200Koordinaten: 47° 32′ 45″ N, 12° 26′ 37″ O
Leukental (Tirol)
Leukental
Höhe 600 m bis 1200 m ü. A.
Länge 40 km
Gewässer Großache

Das Leukental ist eine Talung Nordtirols im Bezirk Kitzbühel sowie in seinen Ausläufern bis in das oberbayrische Reit im Winkl.

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Das Leukental verläuft in Nord-Süd-Richtung vom Pass Thurn bis zur bayerischen Grenze, ist jedoch nicht eindeutig als Flusstal begrenzt, sondern umfasst auch einige kleinere Nebentäler und die Region Kaiserwinkl. Der Fluss durch das Leukental wird von seinem Ursprung am Paß Thurn bis Kitzbühel als Jochberger Ache, von Kitzbühel bis St. Johann in Tirol als Kitzbühler Ache, ab dem Zusammenfluss mit der Fieberbrunner Ache bei St. Johann in Tirol als Großache und ab der Talenge bei Erpfendorf auch als Kössener Ache bezeichnet. Nach dem Verlassen Tirols wird der Fluss in Bayern ab dem Grenzort Schleching bis zu seiner Mündung in den Chiemsee zwischen Übersee und Chieming Tiroler Ache, das Tal Achental genannt.

Gemeinden im Leukental sind: Jochberg, Aurach bei Kitzbühel, Kitzbühel, Oberndorf i.T., St. Johann i.T., Kirchdorf i.T. und Kössen sowie das von Kössen talaufwärts (Kaiserwinkl) liegende bayerische Reit im Winkl, in weiterem Sinne auch Kirchberg i.T. am Talpass zum Brixental, das mit seiner Lage zu beiden Talungen zählt.[1]

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

Der Name Leukental bezeichnet ursprünglich den Talgrund um St. Johann und Kirchdorf, von Oberndorf bis Erpfendorf.[2] Der Name wäre im Laufe des 20. Jahrhunderts fast in Vergessenheit geraten, da ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Bezeichnung Großachental gängig wurde. Dies hängt damit zusammen, dass zu Zeiten der k.k Monarchie alle Kronländer genau vermessen wurden und die Landvermesser, die meist aus Böhmen kamen, oft die alpinen Dialekte nicht ganz verstanden und manche Bezeichnungen ohne weitere Recherchen in die Karten eintrugen. Außerdem wechseln in der Gegend viele Flüsse ihren Namen, und die für diesen Kalkalpenteil charakteristischen Talungszüge, die die Kalkstöcke umschließen und oft wenig prägnante Talwasserscheiden zeigen, haben von den darin verlaufenden Flüssen abweichende Namen. So ist die damals irrtümliche Änderung der Bezeichnung des Tales vom Namen des Flusses her zu erklären, indem dem Landvermesser wohl auf die Frage, wie der Fluss heiße, geantwortet hatte: „das ist die große Ache“, und der Fluss in jedem Dorf einen anderen Namen hatte. So findet sich noch heute in vielen Landkarten die Bezeichnung Großachental.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entstand sogar die irrige Meinung, dass das Leukental vom Inntal bei Wörgl über Söll, Scheffau und Ellmau, das Sölland, nach St. Johann führen würde, sodass der Bahnhof bei Bruckhäusl (Stadtgebiet Wörgl) bis vor wenigen Jahren die Bezeichnung Söll-Leukental hatte. 1875, bei der Errichtung des Bahnhofs war damit gemeint, dass man von diesem Bahnhof weiter nach Söll und dann über Ellmau und Going ins Leukental kommen würde. Im Laufe der Jahrzehnte bürgerte sich immer mehr der Irrtum ein, das Leukental führe über das Sölland und Going nach St. Johann.

Der im November 2008 verstorbene Kitzbüheler Heimatforscher Peter Brandstätter, gab dem Leukental seinen Namen zurück, indem er sich zeit seines Lebens für die Aufklärung dieses Irrtums einsetzte und durch Veröffentlichungen und Schreiben an die zuständigen öffentlichen Stellen das Bewusstsein für das Leukental wieder stärkte. Er schaffte es sogar, dass die ÖBB die Bezeichnung des Bahnhofs von Söll-Leukental auf Bruckhäusl änderte.

Heute ist der Begriff in der Landesgeografie wieder etabliert, so lautet der Name des Planungsverbands 32 Leukental, er umfasst die obengenannten sieben Gemeinden zwischen Pass Thurn und der bayerischen Grenze (ohne Kirchberg, das sich kommunalpolitisch eher in das Brixental orientiert: Planungsverband Brixental – Wildschönau). Obwohl geografisch zum Leukental gehörend zählt sich das bayrische Reit im Winkl, obwohl es mit seinem Gemeindegebiet nicht an der bayrischen Tiroler Ache liegt zu den bayerischen Achentalgemeinden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kirchberg in Tirol (Land Tirol). In: Tirol Atlas. Geographie Innsbruck, abgerufen am 2011.
  2. Eintrag zu Leukental in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon) So auch in der ÖK verzeichnet. Leukental, Detail, austrianmap.at