Leuphana

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Dieser Artikel beschreibt den historischen Ort Leuphana. Für die gleichnamige Universität siehe Leuphana Universität Lüneburg
Lage von Leufana nach Ptolemäus

Leuphana (Λευφάνα) ist ein Ortsname, der im von Ptolemäus um das Jahr 150 erstellten Atlas Geographia erwähnt wird.

Ptolemäus erwähnt in Geographica 2, 10 einen im nicht von den Römern besetzten Germanien liegenden Siedlungsplatz namens Leuphana, Johann Grässe setzte diesen in seinem Ortsnamenlexikon mit Lüneburg gleich.[1]

Nach Günnewig wird Leuphana am unteren Lauf der Elbe lokalisiert. Man wisse aber nicht, auf welcher Seite. Man vermute es bei Hamburg, bei Dömitz (Mecklenburg) oder in der Gegend der Altmark.[2]

Eventuell hat Ptolemäus (und damit auch Grässe) sich geirrt. Er könnte es mit Levefanum verwechselt haben, das auf der linken Rheinseite gelegen habe. Da Ptolemäus nachweislich auch andere poleis falsch bezeichnet habe, liege dieser Verdacht nahe. Auch der Namensforscher Jürgen Udolph vertritt die Auffassung, dass „Leuphana“ mit Lüneburg nichts zu tun habe.[3] Er wird dabei von seinen Kollegen unterstützt.[4]

Untersuchungen durch das Institut für Geodäsie der Technischen Universität Berlin nach einer geodätischen Deformationsanalyse der ptolemäischen Karte kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass es sich bei Leufana wohl um das östlich von Lüneburg an der Elbe gelegene Hitzacker handelt,[5] was für die Richtigkeit der ptolemäischen Lokalisation spricht. Unterstützt wird dieser Befund durch die Ausgrabungen in Marwedel bei Hitzacker, wo die Universität Göttingen und die Freie Universität Berlin und deren Archäologen Olaf Fabian und Ivonne Baier eine Siedlung aus der Zeit von 78/80 bis 225 gefunden haben.[6] Bereits 1928 wurden hier drei Elitegräber mit reichen Beigaben aus der germanischen Zeit um 150 gefunden.

Seit dem 20. März 2007 trägt die Universität Lüneburg den Namen „Leuphana“.[7] Die Werbeagentur Scholz & Friends Hamburg hat ihn pro bono gefunden.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Georg Theodor Graesse: Orbis latinus oder Verzeichnis der wichtigsten lateinischen Orts- und Ländernamen. 2. Aufl., mit bes. Berücksichtigung der mittelalterlichen und neueren Latinität, neu bearb. von Friedrich Benedict. Berlin 1909. Online
  2. Birgit Günnewig: Leuphana. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. de Gruyter, Berlin 2001.
  3. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.das-weisse-gold.de Professor auf Leuphana-Exkursion. In: Landeszeitung für die Lüneburger Heide. 3. März 2007.
  4. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.das-weisse-gold.deLeuphana lag in Holland. In: Landeszeitung für die Lüneburger Heide. 10. März 2007.
  5. Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios' „Atlas der Oikumene“. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, ISBN 978-3-534-24525-3, S. 41.
  6. Historiker orten Leuphana bei Hitzacker an der Elbe. In: Der Elbländer 12/2010. S. 22.
  7. Ein Jahr danach: Wie die Uni ihren Namen bekam. (PDF; 501 kB) In: AStA-Zeitung Uni Lüneburg. 14. November 2007, S. 2–3.
  8. Markenentwicklung für Universitäten. Auf: markenbusiness.com. 29. März 2007.

Weblinks[Bearbeiten]